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Interview: Can Aydin (BGT-Exklusiv)

Details

Am 08.06.2017 kommt mit PLAN B – SCHEISS AUF PLAN A eine in Deutschland produzierte Martial-Arts-Actionkomödie in die Kinos. Der Inhalt beschreibt sich wie folgt: Als drei junge Martial-Arts Profis sich auf eine unermüdliche Jagd durch Berlin begeben, um ihren Freund aus den Fängen eines skrupellosen Gangsters zu befreien, werden sie in eine Verschwörung verwickelt, die sie bis in die Unterwelt Berlins verschlägt. Die spektakuläre Actionkomödie PLAN B – SCHEISS AUF PLAN A ist eine Hommage an die 1980er und 1990er – die goldene Ära des Hollywood Action Entertainments und der Martial Arts Streifen aus Asien. Die Besonderheit an PLAN B – SCHEISS AUF PLAN A ist das einzigartige Setting  in der pulsierenden Hauptstadt Berlin.  Es ist das erste Mal, dass ein atemberaubendes Martial-Arts-Projekt in Berlin gedreht wurde. Mit seinem außergewöhnlichen Look und Feel ist PLANB – SCHEISS AUF PLAN A eine wahre Neuheit in der deutschen Filmszene. (Pressetext: 20TH CENTURY FOX) BGT-Redakteur Kevin Zindler hatte die Gelegenheit, sich mit Can Aydin – einem der Hauptdarsteller des Actionknallers – zu unterhalten. Der sympathische Schauspieler und Kampfsportler spricht u.a. über den deutschen Genre-Film, die Rocky-Filme, seinen Weg in die Schauspielerei und natürlich die Dreharbeiten seines aktuellen Films. Can Aydin auf IMDb 

Trailer: PLAN B – SCHEISS AUF PLAN A: 
https://www.youtube.com/watch?v=3mnEMCoFKtM


 

Wie lange betreibst du schon Martial-Arts?

Seit meinem 6 Lebensjahr. Ich habe mit Ringen angefangen und dann alle 2 Jahre die Kampfsportart gewechselt. Boxen, Thaiboxen, Kickboxen, Wing Chun, Capoeira und 4 Jahre Akrobatik.

Gibt es Vorbilder – sowohl in deiner Ausübung als Kampfsportler als auch als Schauspieler - die dich inspiriert haben?

Ich bin mit den Filmen der 80er Jahre groß geworden. Meine Vorbilder waren Sylvester Stallone, Sammo Hung, Arnold Schwarzenegger, Bruce Lee und Jackie Chan. Die Filme jener genannten Schauspieler inspirierten mich insbesondere als Kampfsportler. Ich habe natürlich auch Produktionen anderer Genre geschaut. Filme mit Marlon Brando und James Dean haben mich auf schauspielerischer Ebene inspiriert. Sportler wie Muhammad Ali prägten mich ebenfalls. 

Was waren generell deine Lieblingsfilme (Action)?

Ich wurde in der Tat von Stallone sehr geprägt. Definitiv von den Rocky-Filmen. Es geht in den Filmen ja nicht nur um Muskeln und Kämpfe sondern in erster Linie um die Message. Und das hat mir besonders imponiert. Aber auch die ganzen Honkong-Filme mag ich sehr.

Wie viel/oft trainierst du?

4-5 Mal die Woche. Die Grundfitness (Kondition, Beweglichkeit) muss vorhanden sein. Je nach Projekt baut man darauf auf. In den Projekten trainiert man dann 6-7 Mal die Woche – und das 2 Mal täglich. Zusätzlich muss die Ernährung stimmen. 

War es immer dein Plan, neben dem Kampfsport auch die Schauspielerei zu erlernen?

Um ehrlich zu sein, man hat ja immer einen Traum, lebt in einer Fantasiewelt. Aber Schauspielerei wird in dieser Gesellschaft nicht als sicherer Job anerkannt. Deswegen habe ich Maschinenbau studiert, bei Mercedes Benz gearbeitet und eine Ausbildung abgeschlossen. Nebenher habe ich das mit der Schauspielerei nie aufgegeben. Ich konnte dies eben nur neben dem Studium und der Ausbildung ausüben. Während meine Freunde ausgegangen sind, habe ich meine Freizeit geopfert um mich intensiv dem Schauspiel zu widmen. Ich hatte zwar nicht den Spaß, den meine Freunde in der Zeit hatten, aber ich hatte Spaß daran, das zu machen, was ich unbedingt machen wollte. Dieser Aufwand hat sich bewährt. Ich war 3,5 Jahre lang auf einer Theater-Schule, aber leider wurde ich immer für Produktionen gecastet, die mich nicht sonderlich interessiert haben - zum Beispiel GZSZ. Ich habe zwar teilweise mitgemacht, aber größere Rollen ausgeschlagen, weil das Interesse von meiner Seite einfach nicht da war. Die Filme die mich in meiner Jugend inspiriert haben, waren ja ganz andere, als die Produktionen, die mir angeboten wurden. Aufgrund dessen ging ich dann in die Stunt-Schiene, was viel interessanter für mich war. Auf einmal war ich in Hollywood-Produktionen dabei. Nebenher habe ich kleinere Schauspiel-Jobs gemacht - bis dann die Idee zu PLAN B aufkam. Das ist ein Projekt, wo ich mich wiederfinde und womit ich mich identifiziere.

Hast du dich auf das Action-Genre festgelegt?

Mit Action kann ich mich am besten ausdrücken. Ich habe nun einmal die körperlichen Voraussetzungen. Ich könnte mich aber auch in anderen Genre wohlfühlen – insbesondere in Crossover und Genre-Mixen. Unsere kommenden Projekte sind daher nicht nur reine Actionfilme.

Kommen wir zu PLAN B. Genre-Filme haben es in Deutschland sehr schwer. Liegt es an den Produzenten (Studios), die sich diesbezüglich nicht mehr viel trauen oder auch an den Endverbrauchern, die deutsche Genre-Filme recht vorschnell als schlecht deklarieren?

Das Problem kann man an beiden Seiten festmachen. Ich kann aber auch die Zuschauer zum Teil verstehen. Die Resonanz beim Trailer von PLAN B ist überwiegend positiv, es gibt aber auch Kommentare wie „Was soll die Scheisse?“. Ich kann die Vorurteile aber auch nachvollziehen, denn was gab es denn zuletzt? Auf der anderen Seite kann ich auch die Produktionsfirmen verstehen, die natürlich auf Nummer sicher gehen. Man muss das Ganze einfach mal analysieren. Warum funktioniert das Action-Genre weltweit - nur hier nicht? Überall bekommt es Aufmerksamkeit – nur hier nicht! Woran liegt das? Das Wichtigste bei einem deutschen Genre-Film ist, das man nicht so tut, Hollywood zu sein. Man sollte  ehrlich dazu stehen, dass man aus Deutschland kommt und sich nur von der Qualität her die Amerikaner zum Vorbild nehmen. Es nervt einfach viele Zuschauer, dass wir augenscheinlich Hollywood kopieren, statt etwas Eigenes zu kreieren und dabei trotzdem ein hohes Maß an Anspruch und Qualität an den Tag legen. Und das haben wir bei PLAN B gemacht. Wir sind so wie wir sind. Wir drücken uns ehrlich aus, nehmen uns im Film auf die Schippe und nehmen uns auch nicht so ernst. Man muss doch nicht so tun, als wäre man ein Cop aus L.A., wenn doch jedem klar ist, dass es nicht so ist. Wenn der Zuschauer jemanden in einer Schablone sieht, in der er nicht hineinpasst, dann nimmt er das Ganze nicht mehr ernst. Daher nochmal: Ehrlich sein, dazu stehen woher man kommt und Qualität auf bestmöglichen Niveau liefern. Dann glaube ich, dass man auch den Zuschauer auf seiner Seite hat. 

Wie schätzt du die Erfolgsaussichten für PLAN B ein?

Das ist Kaffeesatzleserei. Ich hoffe, dass er gut ankommen wird und ich denke, dass diejenigen, die ihn sich ansehen, auch gut finden werden. Wir haben alles gemacht was man machen kann. Jetzt entscheidet der Markt. Man muss auch dazu sagen, dass „Fox“ die Einzigen waren, die die Eier hatten, dem Film die Aufmerksamkeit zu schenken, die er braucht. Die stehen voll dahinter und verstehen auch den Spirit des Films.

Was waren die größten Herausforderungen beim Dreh?

Zum einen gegen die Zeit und gegen das Budget zu arbeiten und zum anderen die Kampfchoreographien. Wir hatten zum Beispiel für eine Kampfszene von 2,20 Minuten nur 10 Stunden Zeit. Für alle anderen Kampfszenen hatten wir weniger als 10 Stunden. Zum Vergleich: In einem Hollywood-Film hast du dafür 3-7 Tage Zeit. In einem Honkong-Film mindestens 1 Monat. Das waren eben die größten Herausforderungen. Wir hatten aber auch den Heimvorteil, dass wir ein eingespieltes Team sind.  Man muss seine Hausaufgaben machen und flexibel sein. Man hat nicht die Möglichkeiten wie in Honkong am Set zu choreographieren, sondern außerhalb des Sets. Dazu muss man sich noch Dialoge merken etc. Darum bin ich auch sehr stolz, wie wir das alles gerockt haben. Es ist ein Privileg, auf die große Leinwand zu kommen, darum sollte man sich auch nicht beschweren.

Gab es während der Dreharbeiten Konkurrenz-Denken untereinander?

Das war überhaupt nicht der Fall, weil wir eine ganz andere Stilrichtung haben. Da spreche ich auch für die Jungs. Wir haben keine Ego-Probleme. Wir holen aus jedem das Beste heraus und wenn jemand etwas besonders gut kann, dann kann er es eben. Jeder von uns hat seine Stärken und Schwächen und seinen eigenen Stil. Wir gleichen uns aus. Wir haben in den Choreographien versucht, auf den jeweils bevorzugten Stil des Anderen einzugehen.

Ist im Falle eines Erfolgs eine Fortsetzung geplant?

Ja, da gibt es Pläne. Aber es gibt auch Ideen für andere Projekte.

Ohne Rücksicht auf das Budget: Was wäre dein absolutes Traumprojekt und mit wem würdest du es umsetzen wollen?

Natürlich hätte ich nichts dagegen, bei größeren Hollywood-Produktionen dabei zu sein, aber um ehrlich zu sein, sind es eher die kleineren Projekte die mich reizen. Filme, die eine Message bzw. etwas mitzuteilen haben. Sie sollten Action beinhalten aber auch von der Handlung her etwas zu bieten haben. Wir sind ja an einigen Projekten dran, aber es wird noch einige Jahre dauern. Ein Traumprojekt ist ja bereits PLAN B oder ein möglicher PLAN C.

Warum müssen sich unsere Leser unbedingt PLAN B – SCHEISS AUF PLAN A  anschauen?

In erster Linie um den deutschen Film zu unterstützen und dem Genre auf dem deutschen oder internationalen Markt eine Tür zu öffnen, oder gar zu etablieren. PLAN B ist handwerklich und technisch sehr gut. Er hat Eier, eine Message und man kann mit ihm einfach eine Menge Spaß haben. Der Film hat das Herz am rechten Fleck.

Can, vielen Dank für das ausführliche und informative Interview. Die „BGT-Redaktion“ und ich wünschen dir und dem Film viel Erfolg und alles Gute für zukünftige Projekte.

 

   

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