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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   

Interview: Kevin Connor (BGT-Exklusiv)

Details

Kevin Connor (24.09.1937) wurde in den 70er Jahren insbesondere durch Edgar-Rice-Burroughs-Verfilmungen bekannt. Er arbeite viele Jahre als Editor und führte 1974 für die „Amicus Films“ erstmals Regie (DIE TÜR INS JENSEITS). Der gebürtige Engländer hat in weit über 70 Filmen und Serien als Regisseur fungiert. Zu seinen bekanntesten Werken zählen TAUCHFAHRT DES SCHRECKENS (1978), HOTEL ZUR HÖLLE (1980) und  FACKELN IM STURM – BUCH 2 (1985). BGT-Redakteur Kevin Zindler hatte die Gelegenheit, sich mit dem Kult-Filmemacher zu unterhalten. Kevin Connor auf IMDb

 

 

 

War es immer Ihr Plan, Regisseur zu werden?

KC: Nein, überhaupt nicht. Ich war viele Jahre Editor und habe dann entschieden, zur Produktion zu wechseln.

Sie haben mit vielen Horror-Ikonen wie Peter Cushing oder Donald Pleasence gearbeitet. Wie war die Zusammenarbeit?

KC: Eine große Entlastung. Donald und Peter waren echte Profis und vor allem sehr nette und großzügige Menschen. Obwohl DIE TÜR INS JENSEITS meine erste Regie- Erfahrung war, sind mir die beiden mit Respekt und Achtung begegnet, vor allem Peter, der mein guter Freund geworden und in einigen von meinen späteren Filmen aufgetaucht ist. Die beiden sind perfekt vorbereitet zum Set gekommen und waren bereit, mir zuzuhören und haben sich alle Mühe in ihren Funktionen gegeben.

Meine schönste Erinnerung von Peter, dem ständigen Raucher, sind seine Schnittschutz-Handschuhe - immer wenn er außerhalb des Bildfelds geraucht hat, damit er keine Nikotinflecken auf seinen Fingern bekommt.

Ein makelloser Künstler!

Wie und wann ist die Arbeit zur „Amicus Anthology“ DIE TÜR INS JENSEITS zustande gekommen?

KC: Ich habe viele Jahre Spielfilme editiert und dann entschieden, Autor/Produzent zu werden. Mit zwei Freunden - Robin Clarke und Raymond Christodoulou - haben wir Vervielfältigungsrechte zu 12 kurzen Horrorgeschichten von Chetwynd Hayes gekauft. Wir haben dann 12 halbstündige Skripte erstellt – die für das Fernsehen angedacht waren. Leider ging dieses Konzept nirgendwo hin, jedoch landeten die 12 Skripte einige Monate später auf dem Schreibtisch von Milton Subotsky, der Chef von „Amicus Films“  war und mich – über meinen Agenten – kontaktierte und einen Termin mit „Warner Bros“ in London vereinbarte.

Miltons Plan war es, vier der Geschichten zu nehmen und sie mit einer ähnlichen

Geschichte zu kombinieren, um einen "Anthologie" Spielfilm zu schaffen. Er präsentierte seine Idee mit einem für mich lebensverändernden Vorschlag - "und du kannst die Regie führen". Ich bin fast aus dem Stuhl gefallen, "aber ich habe nie Regie geführt!" - und er fuhr mit dem unsterblichen Satz fort- "Redakteure machen gute Regisseure". Und so ging ich in die „Shepperton Studios“, um die Geschichten und meine ganz neue Karriererichtung zum Leben zu erwecken.

Wie blicken sie auf die Zeit zurück, die Sie mit „Amicus“ verbracht und ihren Erfahrungen, die Sie im britischen Filmgeschäft gemacht haben?

KC: Das war eine wunderbare Zeit. Milton hat mir die besten Schauspieler und Techniker der britischen Filmindustrie angeboten. Die „Shepperton Studios“ waren ikonisch – ich war das erste Mal 1964 als Editor-Assistent dahin gegangen. Die Industrie hat Anfang der 70er in der Flaute gesteckt und eigentlich stand das Studio leer und sollte verkauft werden. Für mich war das einfach himmlisch, so eine wundervolle Gruppe von Menschen für die Zusammenarbeit bekommen zu haben. Viele von ihnen sind in der Zwischenzeit Teil meines Ensembles geworden. Wegen der Art der Filmsegmente hatten wir Zugang zu den größten Schauspielern, da wir diese zu dem Zeitpunkt immer nur für eine Woche brauchten.

Wie ist es zu Ihrer Regiearbeit von HOTEL ZUR HÖLLE gekommen?

KC: 1980 bin ich nach Los Angeles umgezogen, um es mal in Hollywood zu probieren. Alle Regisseure träumen davon, in Hollywood zu arbeiten und ich musste diese Gelegenheit nutzen. Ich hatte nicht viele Kontakte, aber über Robert Litman – einem Agenten – habe ich es geschafft, die Aufmerksamkeit von zwei jungen Produzenten bei „United Artists“ – die Brüder Robert und Charles Jaffe – zu gewinnen. Ich habe ihnen eine Kopie von DIE TÜR INS JENSEITS gesandt, der ihnen gefallen hat und sie haben mir das Drehbuch von HOTEL ZUR HÖLLE zum Lesen gegeben. Ich habe es noch am gleichen Tag gelesen, nur um herauszufinden, dass es zwar ein amüsantes Konzept hatte, aber für meinen Geschmack doch recht kindisch war. Zum Glück waren Robert und Charles mit meinen Ideen einverstanden und haben das Drehbuch zu einer „Dark Comedy“ überarbeitet, in der die Rollen ganz einfach gespielt werden. Dazu werden keine brutalen Bilder gezeigt – das, was man nicht sieht, ist erschreckend.

Trailer auf YouTube: HOTEL ZUR HÖLLE

Was waren Ihre Gedanken, nachdem Sie das Drehbuch gelesen haben?

KC: Ich war sehr enttäuscht, gelinde gesagt. Wie gesagt – es war sehr kindisch, wobei ich trotzdem Möglichkeiten gesehen habe, um daraus einen ironischen Horrorfilm zu machen und trotzdem die Spannung aufrecht zu erhalten. Das haben wir ja dann auch geschafft.

Wie würden Sie die Dreharbeiten von HOTEL ZUR HÖLLE beschreiben?

KC:Sehr angenehm. Ich hatte wunderbare Schauspieler und exzellente Techniker. Ich versuche immer, die besten Leute in meiner Umgebung zu haben und von ihren Erfahrungen und Ideen zu lernen.

Was war das Anspruchsvollste beim Drehen des Filmes?

KC: Die Produktion hat ganz schnell zusammen gepasst, aber ich denke die nervenaufreibendsten Zeiten waren die der Nachtaufnahmen, als wir alles fertig haben mussten, noch bevor der Tag über den Bergen angebrochen ist. Die Schauspieler, die bis zum Hals eingegraben wurden, hatten Angst vor Schlangen und Spinnen neben ihnen. Aber alles hat geklappt – die Kampfszene war sehr gut choreographiert und sie war sehr schnell im Kasten.

Das originale Drehbuch des Films war viel dunkler und deutlich gewalttätiger. Warum haben Sie sich entschieden, eine schwarze Komödie daraus zu machen?

KC: Ehrlich gesagt, bin ich kein Fan von ,,brutalen‘‘ Filmen – sie sind zu einfach, zu inszenieren. Ich möchte viel lieber, dass das Publikum nachdenkt, was in ihrer Vorstellung noch passieren kann – so geht man einen Schritt weiter. Ich manipuliere gerne das Publikum, damit die Leute es vor Spannung kaum aushalten können. Vieles soll sich im Gedanken des Zuschauers abspielen. Wenn es zu einer brutalen Akt kommt, schneide ich zu gegenteiligen Bildern. Beispiel: Wenn das Messer sich dem Hals nähert, schneide ich zu einer geruhsamen Aufnahme in der Landschaft – ein Picknick, Vögel zwitschern, blauer Himmel etc. Das ist viel effektiver.

Was hat Sie bei HOTEL ZUR HÖLLE beeinflusst? Viele vergleichen den Film mit BLUTGERICHT IN TEXAS von Tobe Hooper.

KC: Ich denke, die Autoren waren sehr von BLUTGERICHT IN TEXAS beeinflusst – das ist ein wunderbarer Film – extrem gut gemacht. Tobe ist der Meister des Horrors. Ich wünsche mir, dass er mehr machen würde. Ich versuche, von anderen Filmemachern nicht beeinflusst zu werden – wenigstens nicht bewusst. Wenn ich ein Drehbuch lese, stelle ich es mir bildlich vor, was mir dann als Grundlage dient.

Die Szene mit Wolfman Jack, der eine Trauung in der Kirche vollzieht, wurde aufgenommen aber vor der finalen Version des Filmes weggeschnitten. Warum?

KC: Es hat nicht wirklich gut funktioniert. Ich habe auch nicht gefühlt, dass der Film diese Szene brauchte. Er war ein lieblicher Mensch, aber die Rolle war unnötig.

Wie lange hat es gedauert, den finalen Kampf von HOTEL ZUR HÖLLE zu inszenieren?

KC: Wenn ich mich richtig erinnere, dauerte es 2 Tage - am 2. Tag hat die kleine Hütte, wie man sich sicher vorstellen kann, schrecklich gestunken. All die Schweineköpfe waren keine Attrappen! Das war wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass wir die Szene so schnell fertig gestellt haben – einfach um so schnell wie möglich dort raus zu kommen.

Warum denken Sie, ist der Film zum Kultklassiker geworden?

KC: Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Es haben mich unglaublich viele Leute angeschrieben, um Autogramme auf DVD´s zu bekommen und sie fragten mich, ob ich noch Trockenfleisch vom Dreh hätte. Es überrascht mich positiv, dass nach all den Jahren immer noch so viel Interesse vorherrscht. Das ist äußerst befriedigend, da man sich beim Filmdreh eigentlich darauf konzentriert, eine unterhaltsame Geschichte zu erschaffen und nicht darauf, einen Kultfilm zu drehen.

Was sind Ihre Lieblings-Horrorfilme der 80er?

KC: ALIENS, THE RETURN OF THE LIVING DEAD, TANZ DER TEUFEL 2, FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE und DAS GRAUEN. Es gab jedoch noch viele andere außerordentlich gute Filme in diesem Jahrzehnt.

Sollte HOTEL ZUR HÖLLE ein Remake bekommen, welchen Regisseur würden Sie dafür auswählen?

KC: Es wurde schon darüber gesprochen und ich glaube einer der Autoren würde das gerne übernehmen – aber wenn ich die Wahl hätte – ich würde es lieber sehen, wenn es kein Remake gäbe. Ich bin kein Fan von Remakes.

Gibt es neue Projekte, die Sie verkünden können oder haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, in den Ruhestand zu gehen?

KC: Ich wünsche mir niemals in den Ruhestand zu gehen – nicht, dass ich am Set sterben will – aber ich liebe das Handwerk, die ganze Atmosphäre am Set, die Schauspielerkollegen und die Techniker. Jeder, der daran arbeitet, das Unmögliche möglich zu machen. Es ist wirklich der beste Job, den ich mir vorstellen könnte.

Gerade arbeite ich an einem Horrorfilm – MORTUARY GIRL – sowie an einem Thriller – THE CRUELEST LIE und an einem Fantasy-Film. Ich bin also immer noch im Geschäft.

Vielen Dank für das Gespräch

   

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