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Better Call Saul

Better Call Saul

Originaltitel: Better Call Saul
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2015
Genres: Krimi, Drama, Comedy, Serie
Freigabe: FSK 16
Regie: 
Colin Buckley u.a.
Darsteller: Bob Odenkirk, Jonathan Banks u.a.
Preis: 22,00.- Euro


Inhalt: Better Call Saul ist das Prequel der preisgekrönten Serie Breaking Bad, die sechs Jahre vor dem Anheuern von Saul Goodman als Walter White’s Anwalt beginnt. Am Anfang der Serie ist Saul Goodman als Jimmy McGill bekannt, ein kleiner Anwalt, der auf der Suche nach seiner Bestimmung ist und, viel dringlicher, versucht, überhaupt über die Runden zu kommen. Manchmal Seite an Seite, oft aber auch gegeneinander arbeitend, ist Jimmy schlauer als Mike Erhamntraut (Jonathan Banks), ein beliebter Charakter, den wir schon aus Breaking Bad-Zeiten kennen. Die Serie verfolgt Jimmy’s Verwandlung in Saul Goodman, der Mann, der das Wort „Strafe“ in „Strafverteidiger“ schuf.


 

 



- Kritik -
 

TV-Serien werden immer beliebter und entwickeln sich zu einer immer größeren Konkurrenz für das Kino. Hollywood reagiert und steckt Jahr für Jahr mehr Geld in die jeweiligen Blockbuster des Jahres, um das Publikum durch immer größere Spektakel und tricktechnische Kabinettstückchen in die Lichtspielhäuser zu locken. Doch die besseren, anspruchsvolleren und originelleren Geschichten werden schon seit einigen Jahren im Fernsehen - auch wenn es da bei der großen Masse an Serien natürlich auch erhebliche qualitative Unterschiede gibt - erzählt. 

Eine der besten Serien der letzten Jahre war sicherlich BREAKING BAD, die schnell zur absoluten Kultserie aufstieg. Noch bevor die Show im Jahr 2013 nach fünf Staffeln endete, gab es Gerüchte über eine Spin-off-Serie, in deren Mittelpunkt die Figur des Saul Goodman stehen sollte, einem Anwalt der erstmalig in der zweiten Staffel von BREAKING BAD auftrat und bei den Fans sehr beliebt war. 2013 folgte die Bestätigung dieses Spin-offs unter dem Titel YOU BETTER CALL SAUL. Die Mehrheit der Fans freute sich auf ein Wiedersehen mit dem gleichermaßen kriminellen wie liebenswerten Anwalt, da man nicht nur Darsteller Bob Odenkirk gewinnen konnte, sondern auch Vince Gilligan, (Mit-)Schöpfer von BREAKING BAD. Als dann auch noch die Mitwirkung von Jonathan Banks, der in BREAKING BAD die ebenso wichtige wie interessante Figur Mike Ehrmantraut spielte, angekündigt wurde, gewann das Projekt noch einmal an Bedeutung. Es gab allerdings auch kritische Stimmen, die rein kommerzielle Absichten hinter YOU BETTER CALL SAUL vermuteten und eine Ausdehnung der Ereignisse aus BREAKING BAD als unnötig bezeichneten.

Diese Befürchtungen erweisen sich als unbegründet, denn das Spin-off ist alles andere als ein billiger Nachklapp und positioniert sich trotz aller Verbundenheit zur Mutterserie als eigenständige Geschichte. Natürlich spricht man die gleiche Zielgruppe an, natürlich gibt es gewollte konzeptionelle und visuelle Ähnlichkeiten und natürlich bauen Gilligan, der übrigens auch schon an AKTE X beteiligt gewesen war, einige Insider-Hinweis für Fans des Originals ein. Doch unabhängig davon funktioniert YOU BETTER CALL SAUL als eigenständiges Format und wird auch Zuschauer überzeugen können, die den Vorgänger nicht kennen.

das Spin-of ist darüber hinaus auch zumindest anfänglich wesentlich humoristischer als BREAKING BAD angelegt, wobei sich das innerhalb der ersten Staffel spür- und sichtbar ändert. Gilligan stellt seine Figuren noch stärker in den Vordergrund als beim Original, baut den erzählerischen roten Faden wesentlich zögerlicher ein und verlässt sich insbesondere in den ersten Folgen noch stärker auf die alten und neuen Charaktere als man es gewohnt ist - und das ist gut so. Die bislang unbekannte und ebenso witzige wie tragische Beziehung zwischen Saul Goodman, der hier noch James McGill heißt, ist dabei ein Anker der ganzen Show und biete den dramaturgischen Aufbau für alles, was die Hauptfigur auszeichnet und im Laufe der Serie(n) durchmacht. McGill ist noch nicht Goodman, es werden aber Ereignisse gezeigt und angekündigt, die die Entwicklung der Figur zeigen und erklären. Dass Gilligan damit ganz nebenbei den amerikanischen Traum, also den möglichen Aufstieg des fleißigen, kleinen Mannes scheppernd beerdigt, ist nur eine der Doppelbödigkeiten der Serie. McGill will aufsteigen, will nach den regeln spielen, doch man lässt ihn einfach nicht - und aus dieser Enttäuschung resultiert schlussendlich auch die Veränderung vom aufstrebenden und lediglich etwas unglücklich agierenden Möchtegern-Anwalts hin zu einem Kriminellen. 

YOU BETTER CALL SAUL lebt dabei natürlich neben den originellen Stories und toll geschriebenen Charakterenauch von einer grandiosen Besetzung. Bob Odenkirk schafft dabei das durchaus schwierige Kunststück gleich mehrere Facetten seiner schillernden Figur überzeugend zu spielen. Er überzeugt in Rückblenden als Sleepin´ Jimmy ebenso wie als engagierter Anwalt McGill, und wenn in Ansätzen dann bereits Saul Goodman durchblitzt, ist schlicht und ergreifend schauspielerische Extraklasse. Selbiges trifft jedoch, wenngleich auf eine völlig andere Art und Weise, auch auf Jonathan Banks zu. Sein Charakter Mike ist wesentlich stoischer und ruhiger. Banks muss also die Emotionen eher "zwischen den Zeilen" vermitteln - und wie er das macht ist, ist vielleicht sogar wegen seiner Zurückhaltung noch bemerkenswerter als Odenkirks Performance. Nicht umsonst ist die sechste Folge, in der es nahezu ausschließlich um Mikes Vergangenheit geht, die vielleicht beste Folge der ganzen Serie. Doch neben den bekannten Figuren aus BREAKING BAD können sich auch die neuen Charaktere/Schauspieler behaupten, wobei insbesondere der wunderbare Michael McKean als Goodmans Bruder herausragt.

Inhaltlich wurde die Handlung bis auf einen kurzen Einstieg zu Beginn als reines Prequel zu BREAKING BAD angelegt, wobei es durchaus nicht abwegig erscheint, dass Vince Gilligan in den nächsten Folgen durchaus auch einen Schritt weiter geht, und Saul Goodmans Lebensweg nach dem Tod von Walter White/Heisenberg beleuchtet. Die erste Folge wirkt noch etwas unsicher und gewöhnungsbedürftig, doch spätestens ab Folge 2 werden Regie und Storytelling sicherer und BETTER CALL SAUL nimmt Fahrt auf. Die Sorgfalt der Produktion ist dabei in allen belangen spür- und sichtbar: Seien es die Storyfäden, die von Folge und Folge weitergesponnen und teilweise zusammengeführt werden, oder auch insbesondere die teils grandiosen Dialoge und darstellerischen Leistungen. Die Serie setzt dabei eigene Duftmarken und entwickelt mehr und mehr eine eigene Handschrift, wobei man nie den Eindruck bekommt, dass man sich zu gewollt von BREAKING BAD entfernt. Beide Serien haben bei allen gewollten und nicht vermeidbaren Parallelen schlicht unterschiedliche Herangehensweise.

Kleinere negative Punkte könnten im Verlauf der nächsten Staffeln egalisiert werden, sollen aber trotzdem kurz angesprochen werden. Bisweilen wirkt es so, als wüssten Gilligan und Co. noch nicht so recht, wie und vor allem in welchem zeitlichen Ablauf sie die Veränderung von James McGill zu Saul Goodman vorantreiben wollen und können. Während man sich zu Beginn sehr viel Zeit lässt, entsteht am Ende der ersten Staffel der Eindruck, dass man etwas überhastet vorgeht, und deswegen ist auch die letzte Folge nicht völlig zufriedenstellend. Man kann als Zuschauer nicht wirklich nachvollziehen, warum der Anwalt, der nun so kurz vor dem eigentlichen Aufstieg steht, plötzlich kein Interesse mehr an dem Ziel hat, das er zuvor so hartnäckig verfolgt hat. Wie gesagt: Das mag sich alles noch klären und ist vielleicht doch alles inhaltlich abgesteckt. Vielleicht plant man intern auch schon weiter und will den Wandel auch deswegen vorantreiben, damit man zu einem späteren Zeitpunkt tatsächlich nach BREAKING BAD ansetzen kann. Doch Stand jetzt hätten der Serie und der Figur zwei oder drei Folgen mehr gut getan. Doch das ist Meckern auf dem allerhöchsten Niveau. Denn unter dem Strich ist BETTER CALL SAUL mit das beste, was das ohnehin schon starke Serienjahr 2015 hervorgebracht hat. Und was noch wichtiger ist: Man braucht den Vergleich mit der ersten Staffel von BREAKING BAD nicht zu scheuen und hat entgegen vieler Unkenrufe etwas Eigenständiges entwickelt, ohne sich dem Ursprung zu verweigern. Sehenswert? Mehr als das – es ist Pflichtprogramm!

 

- Fazit -

BETTER CALL SAUL kann die ohnehin hohen Erwartungen fast durchweg erfüllen. Originelle Stories, exzellente schauspielerische Leistungen und die bekannte Ästhetik aus BREAKING BAD sorgen für Unterhaltung auf höchstem Niveau. Was jedoch besonders gefällt ist die gelungene Quadratur des Kreises, da man Figuren und Ästhetik des kultigen Originals übernimmt, aber trotzdem nie wie ein Abklatsch oder unnötiger Nachklapp wirkt. YOU BETTER CALL  SAUL hat eine eigene Handschrift und man darf sich schon jetzt auf Staffel 2 freuen. 

Wertung: 9|10

Durchschnittliche Userbewertung

9.0/10 Bewertung (2 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verkaufstart: 12. November 2015
DVD Verleihstart: 12. November 2015

Publisher: Sony Pictures (Die komplette 1. Staffel)

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 1,78:1
Laufzeit: ca. 470 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)
3. Audiodeskription für Sehbehinderte (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch
- Englisch
- Sonstige

Extras:

  • Kommentare zu allen Episoden von Cast &Crew
  • Featurettes,
  • 3 x Easter Egg

Kritik Extras
Massig Bonusmaterial gibt es. Die Audiokommentare sind dabei fraglos das Highlight, da man sehr viel Hintergrundwissen über die Entstehung der Serie und die Entwicklung der Drehbücher erfährt. Aber auch die Einblicke vom Set unterhaltsam wie unformativ. Dazu gibt es noch amüsante, aber nicht unbedingt nötige Extras wie das  Musikvideo zum Song der Serie. Man hätte sich lediglich noch mehr Interviews gewünscht, denn in den vorhandenen Gesprächen geht zum Beispiel Vince Gilligan überraschend klar auf die Probleme bei der Ausrichtung ein.

Wertung: 8|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

8.0/10 rating 1 vote
Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

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