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Feb18

Der Admiral - Kampf um Europa

Der Admiral - Kampf um Europa

Originaltitel: Michiel de Ruyter
Herstellungsland: Niederlande

Erscheinungsjahr: 2015
Genres: Action, Abenteuer, Drama
Freigabe: FSK 16
Regie: Roel Reiné
Darsteller: Charles Dance, Rutger Hauer, Derek de Lint u.a.

Preis: EUR 12,99.-


 

Inhalt: Europa im 17. Jahrhundert: die Niederlande sind auf dem Höhepunkt ihrer Macht und ihres Wohlstandes, doch es gibt politische Querelen, mit denen das Land sich selbst im Wege steht. Die Kluft zwischen den Republikanern rund um Ratspensionär Johan de Witt (Barry Atsma) und den Orangisten, die Prinz Wilhelm III. (Egbert Jan Weeber) wieder an die Macht bringen wollen, ist tief. Als bei einem Seegefecht Flotten-Admiral Maarten Tromp (Rutger Hauer) getötet wird, wird der clevere Stratege Michiel de Ruyter (Frank Lammers) zum neuen Führer der Kriegsflotte ernannt. Der Republikaner erzielt erstaunliche Erfolge gegen die britische Flotte, was wiederum Karl II. von England (Charles Dance) gegen die Niederlande aufbringt. Mit Hilfe der Franzosen zieht er schließlich gegen die Niederlande zu Felde. Doch für De Ruyter kommen die Feinde auch aus den eigenen Reihen…

  


 

 



- Kritik -
    

Imposant inszenierte europäische Abenteuer-Epen über das historische Europa sind also doch möglich. Wären Produzenten und Finanziers mutiger und das Publikum aufgeschlossener, könnte man sich zuversichtlich hinter diesem Film versammeln. Der Warnschuss könnte bis Hollywood schallen, wo man meint, schon aus finanziellen Gründen die großen Kostüm-Filme für sich gepachtet zu haben. Natürlich wird nun keine Trendwende im europäischen Kino folgen und "Der Admiral" schaffte es in Deutschland trotz großem Ansturm in anderen Ländern nicht einmal ins Kino. Zu unrecht.

 

Regisseur Roel Reiné, seines Zeichens Vorzeige-Hollywood-Export der Niederlande mit dem richtigen Händchen für elegant inszenierte, schnell entwickelte Franchise-Filme großer Hollywood-Studios für den Heimkinomarkt, segelt wieder zu seinen Ursprüngen zurück. Waren die letzten Jahre von handwerklich guten aber inhaltlich nicht immer überzeugenden Actionfilmen u.a. der "The Scorpion King"- oder "The Man with the Iron Fists"-Reihen geprägt, erfüllte sich Reiné nun einen Traum und drehte ein großes historisches Abenteuer über Europa in Europa. Natürlich mit dem Schwerpunkt auf einem geschichtlichen Helden der Niederlande, Admiral Michiel de Ruyter (1607-1676).

 

Vorab sei bereits angemerkt, dass dieser Film unabhängig vom Thema und der Umsetzung für alles steht, was der europäischen Branche fehlt. Europa ist reich an Geschichte und kurioserweise sind es ausgerechnet die USA, welche den Markt der großen Historienfilme dominieren, jenes Land, welches über die kürzeste eigene Historie überhaupt verfügt. Die Gründe hierfür sind natürlich mannigfaltig und sollten nicht mit einer knappen Aussage trivialisiert werden. Würde man dies versuchen, könnte man aber das Fazit ziehen, dass es in Europa u.a. am nötigen Geld und Mut fehlt, ein solches Unterfangen abseits von kostümierten Selbstgeißelungs-Dramen oder Anti-Kriegsfilmen zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges anzugehen. Natürlich gibt es die seltenen Ausnahmen a la "Die Wanderhure", doch auch dort hält man sich mit der epischen Breite und internationalen Marktfähigkeit nur zu gerne zurück.


 

15 Jahre nachdem Roel Reiné mit seinem niederländischen Film "The Delivery" (1999) debütierte und damit den Sprung nach Hollywood schaffte, richtet er nun die Linse auf kostümierte Statisten in Amsterdam und auf große Segelboote auf dem Markermeer. Ein Mangel an epischer Breite kommt dabei für den bildstarken Akkordfilmer, der auch selbst wieder die Kamera übernahm, nicht in Frage. Mit einem Budget von rund 8 Millionen Euro ist "Michiel de Ruyter", wie "Der Admiral" im Original heißt, der viertteuerste Film der Niederlande. Verglichen mit Hollywood-Produktionen ist dies freilich ein Witz. Der Piratenfilm "Fluch der Karibik" kostete bereits über 140 Millionen Dollar und das ist schon über zehn Jahre her (2003). 

Natürlich hat Reiné keinen gleichermaßen guten und teuren Superstar wie Johnny Depp an Bord aber "Der Admiral" muss sich optisch nicht hinter den großen Vorbildern verstecken. In gleich mehreren großen Seeschlachten tischt Reiné alles auf, was die Trickkiste von Kamera, Stunts und auch ordentlichen visuellen Effekten hergibt. Alles abgeschmeckt mit der Musik von Trevor Morris, der schon mehrfach sowohl für Reiné als auch andere Filmemacher sein Gespür für schmissige Action-Musik ("Olympus Has Fallen", "Death Race: Inferno") unter Beweis gestellt hat.

 

Die meisten der niederländischen Darsteller sind indes freilich unbekannt, doch mit dem passenden Casting von Frank Lammers in der Titelrolle bewies man Mut zu historischer Akkuratesse entgegen Hollywoods Schönheitsidealen. Noch mehr Emotionen gibt es bei Sanne Langelaar zu sehen, die als De Ruyters Ehefrau Anna immerwährend Leidtragende der Taten ihres Mannes ist. In Nebenrollen gibt es dann eher bekannte Gesichter, allen voran Charles Dance ("Last Action Hero", "Game of Thrones") als König von England und Rutger Hauer ("Blade Runner") in einem Kurzauftritt zu Beginn des Filmes. Barry Atsma und Roeland Fernhout als Gebrüder de Witt bleiben in Erinnerung, vor allem, weil ihre letzte Szene in Sachen Härtegrad die Speerspitze des Films darstellt. In einer weiteren Nebenrolle intrigiert der ehemalige "Poltergeist"-Hausherr Derek de Lint und ein schönes, wenn auch kurzes Wiedersehen gibt es mit Aurélie Meriel, die als Loulou schon in "The Delivery" die Hauptrolle inne hatte und jüngst bei "Seal Team 8" noch einmal mit Reiné gearbeitet hatte.

 

Bei allen Qualitäten ist "Der Admiral" kein perfekter Film. Aus dramaturgischen Gründen wurden die historischen Ereignisse der drei Englisch-Niederländischen Seekriege zwischen 1652 und 1676 auf einen nicht näher definierten aber deutlich kürzeren Zeitraum komprimiert. Damit springt man ein wenig flott durch eine Episode der Geschichte, die an der einen oder anderen Stelle noch etwas mehr Details hätte gebrauchen können. Auch taugt der Film nur bedingt als vollständige Biografie De Ruyters, weil man sich vor allem auf seine Zeit und Handlungen im Konflikt mit England konzentriert. Dennoch deckt der Film einen Großteil seines Wirkens auf gelungene Weise ab. Obwohl großartig in Szene gesetzt und geschnitten kann man im Gewirr der vielen sich bekämpfenden Schiffe auch einmal den Überblick verlieren. Aber all das ist Jammern auf hohem Niveau, lädt der Film doch aufgrund seiner Schauwerte trotzdem zum wiederholten Sehen ein.

 

So reiht sich "Der Admiral" in die lange Riege der besseren Roel Reiné-Filme ein ("The Marine 2", "Death Race 2") und macht neugierig auf das, was als nächstes kommt. Mit "Hard Target 2" hat Reiné gerade mit Scott Adkins ("Undisputed 2, 3 & 4") die Fortsetzung des John Woo-Klassikers "Harte Ziele" abgedreht und als nächstes kann er direkt sein Talent für Segelboote erneut nutzen. Reiné hat die Regie für eine Episode der vierten Staffel der Erfolgsserie "Black Sails" angeboten bekommen.

 

- Fazit - 

Roel Reiné erweckt mit "Der Admiral" wenig bekannte europäische Geschichte filmisch eindrucksvoll zum Leben und holt dabei ein Maximum aus seinem überschaubaren Budget heraus. Solide bis gute Performances assistieren hier beeindruckenden Stunts in epischen Actionszenen zur See, wie man sie bis dato noch nicht gesehen hat. Auch in Sachen Ausstattung lässt sich der Film nicht lumpen und der opulente Score von Trevor Morris verleiht dem Film noch zusätzliche Breite. Kleine Punktabzüge für die aus dramaturgischen Gründen arg komprimierte historische Abfolge der Ereignisse können das insgesamt sehr positive Gesamtbild nicht schmälern und so fungiert "Der Admiral" sowohl als würdiges künstlerisches Denkmal für Michiel de Ruyter als auch als beeindruckender Beleg dafür, was man mit der richtigen Mischung aus Motivation und Talent vom niederländischen Kino erwarten kann. Man kann nur hoffen, dass andere europäische Länder und vor allem Deutschland die Signalwirkung erkennen und dieser Film kein Einzelfall bleibt. Es ist Potential vorhanden, für alle, die sich trauen, dieses "Boot" zu entern.

Wertung: 7.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

8.4/10 Bewertung (5 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verkaufstart: 19. Februar 2016
DVD Verleihstart: 19. Februar 2016

Publisher: Lighthouse Home

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 120 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
Keine

Extras:
Keine

Kritik Extras
In Zeiten, in denen die Kaufmedien im Umsatz international nachlassen, lassen auch die Ausstattungspakete der Veröffentlichungen mehr und mehr zu wünschen übrig. Manchmal ist dies kein zu großer Verlust, anders bei einem Roel Reiné-Film. Vor allem Reinés Audiokommentare gehören zu den besten ihrer Art, sind so unterhaltsam wie informativ. Einen ebensolchen hat der Niederländer auch aufgenommen. Allerdings ist er auf dieser Veröffentlichung so wenig vertreten wie die geschnittenen Szenen und das Making of von Discs im europäischen Ausland. Für Flatschen-Gegner bietet die DVD ein Wendecover und Werbungs-Freunde können sich eine Trailer-Galerie zu Gemüte führen. 

Wertung: 1|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

1.0/10 rating 1 vote
Dominik Starck

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