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Okt20

Ein Hologramm für den König

Ein Hologramm für den König

Originaltitel: A Hologram for the King
Herstellungsland: UK, Frankreich, Deutschland, USA, Mexico

Erscheinungsjahr: 2016
Genres: Drama, Komödie
Freigabe: FSK-6
Regie: Tom Tykwer
Darsteller: Tom Hanks, Sarita Choudhury, Ben Whishaw uvm.

Preis zum Test: EUR 12,99


 

Inhalt: Alan Clay (Tom Hanks) soll nach Saudi-Arabien fahren um den dortigen König Abdullah ein neues Hologramm-System vorzustellen. Clay, geschieden und nicht nur privat am Boden, nimmt den Auftrag blind an. Dort angekommen muss er feststellen, dass es gar nicht so einfach sein wird das System an den König zu verkaufen, denn dieser scheint erstmal nicht aufzutauchen. Mit Hilfe seines persönlichen Fahrers Yousef (Alexander Black) lernt er das Land und seine Leute nach und nach kennen. Als er an seinem Rücken ein seltsames Geschwür entdeckt, macht er auch die Bekanntschaft mit der Ärztin Zahra (Sarita Choudhury). 

 


 

 



- Kritik -
     

Da haben sich wohl zwei Toms gefunden: Tom Tykwer verpflichtete nach CLOUD ATLAS (D/USA/HK/SGP 2012) direkt wieder Tom Hanks für sein nächstes Projekt. Wieder ist es eine Buchadaption, diesmal von Dave Eggers gleichnamigem Roman, der erst 2012 erschienen ist. Eggers Nachfolgeroman THE CIRCLE, der nur ein Jahr danach erschien, befindet sich derweil auch schon vor den Kameras. Tom Tykwer gehört wohl noch immer zu den interessantesten Regisseuren aus Deutschland. Trotz seiner Erfolge im In- wie im Ausland bleiben seine dabei Projekte stets interessant und bieten auch eine gewisse Abwechslung und Frische. Wer nach LOLA RENNT (D 1997) dachte, dass nun irgendein Actionfilm in Hollywood folgen wird wurde, nach KRIEGER UND KAISERIN (D 2000), mit der Krzysztof Kieślowski-Adaption HEAVEN (2002) als Tykwers ersten englischsprachigem Film überrascht. Jedes Projekt scheint bei ihm wohlüberlegt zu sein, deshalb scheint aber trotz allem, vor allem auf dem ersten Blick, eine weitere Buchadaption etwas unterfordernd für Tykwer zu sein. CLOUD ATLAS war als Projekt und Wagnis an sich schon eine Herausforderung, doch hier ist wohl eher eine gediegene One-Man-Show von Tom Hanks zu erwarten. Seit heute ist der Film von X-Verleih auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Dies mag zum einen stimmen, zum anderen aber auch nicht. Der Film, dies sei vorweggenommen, bleibt seiner Vorlage im Grunde sehr treu. Dies ist nicht weiter verwerflich oder schlimm. Heruntergebrochen auf seine Essenz kann man den Film auch sehr gut in den Großteil von Tykwers Œuvre einordnen. Es wird wieder eine scheinbar hermetisch abgeriegelte diegetische Welt (Saudi-Arabien) aufgebaut in dem unser Protagonist unterm Strich Liebe sucht bzw. diese ihn findet und ihm hilft. Das klingt nun etwas plump und wird auch Tykwer nicht gerecht, wenn man sein Werk so vereinfacht, doch ist es hilfreich um zu erkennen, was Tykwer an dieser ansonsten relativ konventionellen Geschichte angelockt haben könnte. Nach einem aufwendig und komplizierten Projekt wie CLOUD ATLAS kann man ihm auch nur schwer ein etwas geerdetes Projekt Übel nehmen. EIN HOLOGRAMM FÜR DEN KÖNIG scheint auf der einen Seite von Leere und dem Warten auf Besserung zu erzählen. Hanks Alan Clay muss dies am eigenen Leib erfahren. Die anfangs zentrale Frage wann denn der König erscheinen wird, entwickelt sich zu einem wird er überhaupt erscheinen, um am Ende fast ins Nebensächliche abzudriften. Auf der anderen Seite wird aber auch ein Land im Aufbruch gezeigt. Alan Clay sieht im Laufe des Films den Job und den Aufenthalt auch viel mehr als Chance und Sprungbrett für seine eigene Entwicklung. Immer wieder konfrontiert mit seiner Vergangenheit und den Fehlern und Lastern aus dieser Zeit, offenbaren sich ihm hier Ansichten und Möglichkeiten zu einem Neuanfang. Ist er dafür da dem König ein System zu präsentieren, was diesem ermöglich könnte mitten in der Wüste mit der fernen Welt zu kommunizieren und Verträge zu schließen, will Clay im Grunde sich genau von dieser Außenwelt lösen. Tykwer zeigt Saudi-Arabien als Land zwischen Aufbruch und Tradition, aber gleichzeitig auch als eine Welt, in dem Clays Amerika nur als Geschäftspartner und in alten Songs im Radio existiert. Indem er sich seinen Mitmenschen öffnet, eröffnen sich für ihn auch ganz neue Möglichkeiten. Dass der Film besonders im letzten Drittel etwas Fahrt verliert und in konventionelle und überraschungsarme Muster abrutscht, ist auf der einen Seite ärgerlich, aber andererseits nur treu der Buchvorlage.

 Tom Hanks sieht man eigentlich selten schlecht. Auch hier liefert er wieder eine absolut überzeugende und sympathische Performance ab. Seine Rolle mag wohl nicht völlig sein Potenzial als Schauspieler ausschöpfen, aber er wirkt auch gleichzeitig nicht sichtlich unterfordert. Flankiert wird seine Leistung und seine Figur von vielen weiteren überzeugenden, aber auch nicht wirklich memorablen Leistungen. Der skandinavische Serienstar Sidse Babett Knudsen (BORGEN (DNK 2010-2013) beispielsweise scheint fast schon verschenkt, doch ist sie aktuell ja ein weiteres Mal an Tom Hanks Seite in der mittlerweile dritten Dan-Brown-Verfilmung INFERNO (USA 2016) von Ron Howard im Kino zu sehen. Jede Figur ist mehr eine Station für Hanks Figur und wird allein schon deswegen zu etwas mehr als einer Nebenfigur degradiert.  Wie Tykwer mit seinem Cutter Alexander Berner, er war auch schon für den Schnitt bei CLOUD ATLAS und DAS PARFÜM (D/FRA/ESP/USA 2006) verantwortlich, geschickt die Vergangenheit von Tom Hanks Alan Clay mit in die Handlung einbauen, zeugt schon auch sehr von handwerklicher Fertigkeit. Ohne die Sequenzen als klare Rückblenden zu inszenieren, wirken sie mehr wie gedankliche Einwürfe, wie sie auch die Figur selbst in dem Moment oder man als Zuschauer selbst in so einer Situation haben würde. Keine Gedanken mit Anfang, Ende und ausgespielt, sondern mehr einzelne Schnipsel. Heißt nicht, dass die Figur des Alan Clay kein Profil bekommt. Das hat sie so auch. Die aus dem Trailer bekannte Szene, wo er zum Publikum spricht – welche für den Kinofilm komischerweise in der synchronisierten Fassung im Englischen ohne Untertitel gelassen wurde, im Trailer aber synchronisiert war – stellt kurz und prägnant Clays Dilemma und seinen Ausgangspunkt zu Beginn des Films dar. Frank Griebe hinter der Kamera nimmt sich diesmal etwas zurück was ausgefallene Kamerabewegungen betrifft, viel mehr ist er in die verschiedenen Räumlichkeiten und den Personen darin interessiert. Bildkompositionen anstatt aufwendige technische Bildkonstruktionen in Bewegung, muss wohl eines seiner Credos bzw. Tykwers und Griebes gewesen sein. Verzichten musste Tom Tykwer diesmal beim Score auf Reinhold Heil. So verantwortete er diesmal nur gemeinsam mit Johnny Klimek die musikalische Untermalung. Sehr farbenfroh und mit kürzeren Chorpassagen kann aber trotzdem klar an vergleichbare Arbeiten zu CLOUD ATLAS oder DAS PARFÜM angeknüpft werden.



- Fazit -  

Ja der Film wird nicht als der allergrößte Wurf von Tom Tykwer in Erinnerung bleiben. Doch hat dieser seine Lorbeeren schon lange mehr als verdient. Der Film hat aber noch genügend Tykwer-Touch um sich vom soliden Mittelfeld abzuheben und bietet trotz seiner größtenteils konventionellen Handlungsmuster Gesprächsstoff und Gedankengut für einen mehr als unterhaltsamen Abend. 

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.0/10 rating 1 vote

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verkaufstart: 20. Oktober 2016
DVD Verleihstart: 20. Oktober 2016

Publisher: X-Verleih

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 95 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:

  • Making Of
  • Premiere in Berlin
  • Trailershow

Kritik Extras
Ein zwanzigminütiges Making Of ist das einzig wirklich informative Bonusmaterial, das es auf die DVD geschafft hat. Schade, dass man keinen Audiokommentar mit Tom Tykwer oder anderen aufgenommen hat.

Wertung: 5|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

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Manuel Föhl

Manuel Föhl

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