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Aug20

Und morgen Mittag bin ich tot

Und morgen Mittag bin ich tot

Originaltitel: Und morgen Mittag bin ich tot
Herstellungsland: Deutschland

Erscheinungsjahr: 2013
Genres: Drama
Freigabe: FSK-12
Regie: Frederik Steiner

Darsteller: Liv Lisa Fries, Lena Stolze, Sophie Rogall, Max Hegewald, Bibiana Beglau u.a.

Die 22-jährige Lea ist unheilbar an Mukoviszidose erkrankt. Die einzige Möglichkeit, ihr Leben bis ans Ende selbst zu bestimmen, sieht Lea in einer Reise in die Schweiz und der dort möglichen Inanspruchnahme von Sterbehilfe. Leas Entschluss steht fest: Per SMS ruft sie ihre Schwester Rita, die Oma Maria und ihre Mutter Hannah zu sich nach Zürich, um ihren Geburts- und Todestag im Kreis der Familie zu verbringen. Auch Leas früherer Geliebter Heiner erfährt von Leas Plänen und begibt sich nach Zürich. Zudem lernt Lea in dem Hotel, in dem sie unterkommt, auch noch den vom Tod der Mutter traumatisierten Moritz kennen. Doch in Zürich prallen Welten aufeinander, denn Leas Mutter ist überhaupt nicht bereit, das Leben ihrer Tochter kampflos aufzugeben. Und auch Rita und Heiner versuchen, Lea zu einer inneren Umkehr zu bewegen. Doch vergeblich. Während Lea versucht, den richtigen Weg aus dem Leben zu finden, muss die Familie lernen, ihre Entscheidung anzunehmen.

- Kritik -  

Dramen über Tod, Krankheiten, Tragödien oder andere Schicksale werden immer wieder gerne vom Publikum gesehen. Vielleicht deswegen, weil derartige Filme daran erinnern, wie schnell das Leben – so wie man es kennt – vorbei sein kann. Viele fühlen sich während der Sichtung dabei ertappt, wie sehr man sich doch über sinnlose Dinge aufregt und wie vorschnell man das Handtuch werfen möchte. Dabei sind alltägliche Sorgen doch nichts im Vergleich zu den wirklich heftigen Problemen, mit denen sich viele Menschen auseinandersetzen müssen. Das Problem vieler Dramen ist es, dass sie häufig aufgesetzt wirken und es dann unerträglich schmalzig wird. Nur wenige Produktionen wie „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ oder „Beim Leben meiner Schwester“ schaffen es, eine gewisse Balance zu finden.

„Und morgen Mittag bin ich tot“, der das Prädikat „besonders wertvoll“ von der deutschen Film und Medienbewertung (FBW) erhielt, ist es leider vergönnt geblieben, im Kino größere Beachtung zu finden. Das ist sehr bedauerlich. Regisseur Frederik Steiner gelingt es nicht nur, die nötige Balance zu schaffen, sondern tritt mit seinem Film eine Achterbahnfahrt der Gefühle los.

 

Die letzten 48 Stunden ihres Lebens verbringt Lea gemeinsam mit ihrer Familie und wir, der Zuschauer, sind Mitten drin. Kein klassisches Happy End, das Ende ist allgegenwärtig und steht – trotz aller Versuche der Familie, Leas endgültige Entscheidung zu beeinflussen – nie wirklich zur Debatte. Wo bleibt da noch die Spannung, werden sich viele fragen? Die braucht es nicht, denn die unterschiedlichen Charaktere - wie die sehr gefasst und von außen hart wirkende Oma (Kerstin de Ahna), Leas Schwester (Sophia Rogall), die versucht, ihre Betroffenheit so gut wie es geht zu überspielen oder die Mutter (Lena Stolze), die bis zum Ende die Entscheidung ihrer Tochter nicht wahrhaben und akzeptieren möchte – führen zu emotionalen Auseinandersetzungen und etlichen Situationen, die mitreißen. Allen Darstellern muss man eine große schauspielerische Leistung attestieren. 

 

Insbesondere der Hauptprotagonistin Liv Lisa Fries, die als schwerkranke Lea eine großartige Performance abliefert und dafür zu Recht unter anderem den Bayrischen Filmpreis erhielt. Was sie abliefert, ist aller Ehren wert. Dabei spielt sie nicht das bemitleidenswerte Mädchen, welches vor Verzweiflung in ein tiefes Loch fällt, sondern eine fest entschlossene, starke und mit einer gehörigen Portion Galgenhumor ausgestattete junge Frau. Trotz aller Tragik, fehlt es nicht an witzigen Momenten, wie zum Beispiel die Szenen, in denen Lea einige Stunden mit ihrem psychisch kranken Zimmernachbarn Moritz (Max Hegewald) verbringt und sie sich gegenseitig auf Kosten ihrer Krankheiten aufziehen. Und doch: Bis zum Schluss wird einem großes Gefühlskino geboten und das konsequente, aber wenig rührselige Finale lässt wohl kaum ein Auge trocken.

 

- Fazit -

Ganz großes Kino! „Und morgen Mittag bin ich tot“ ist emotional, witzig, einfühlsam und unglaublich gut gespielt. Traurig, aber nicht kitschig. Konsequent, aber nicht rührselig.  Ansehen!

Wertung: 8.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.9/10 Bewertung (7 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 15. August 2014
DVD Verkaufstart: 15. August 2014

Publisher: Universum

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 98 Minuten (inkl. Abspann)
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch für Hörgeschädigte

Extras

  • Trailer-Show:
    *Heute bin ich Blond (1.46 Min.)
    *Now is Good (1.56 Min.)
    *50/50 – Freunde fürs (Über) Leben ( 1.15 Min.)
    *Sein letztes Rennen ( 1.58 Min.)
    *Der Dieb der Worte (2.13 Min.)
    *Das Ende ist mein Anfang (2.16 Min.)
    *Glücksformeln (1.35 Min.)

Kritik Extras
Bis auf diverse Trailer leider keine Extras. Das ist sehr schade! Schön wären Informationen über den Film und seine guten Darsteller in Form von Interviews oder einem Making-Of gewesen.

Wertung: 0,5|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

3.7/10 Bewertung (3 Stimmen)
Kevin Zindler

Kevin Zindler

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