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Feb13

BD Kritik: Borg/McEnroe

BD Kritik: Borg/McEnroe

Originaltitel: Borg/McEnroe
Herstellungsland:
Dänemark, Finnland, Schweden
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Drama, Biografie
Freigabe: FSK-0
Regie: Janus Metz

Darsteller: 
Shia LaBeouf, Stellan Skarsgård, Sverrir Gudnason u.a.


 

Inhalt: 1980 ist der gerade einmal 24jährige schwedische Tennisspieler Björn Borg auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen: Nummer eins der Weltrangliste und klarer Favorit auf den fünften Titel in Serie beim renommierten Tennisturnier in Wimbledon. Doch Borg, der bereits mit fünfzehn in den professionellen Tennissport einstieg, fühlt sich ausgebrannt und leer. Der öffentliche Druck wird durch ein aufkommendes Tennistalent aus New York namens John McEnroe noch befeuert. Dieser stellt mit seiner exzentrischen und hitzköpfigen Art das genaue Gegenteil von Borg dar, der stets besonnen und kühl auftritt. Bei aller sportlicher Rivalität, welche aufgrund der unterschiedlichen öffentlichen Wahrnehmung der Spieler schnell die Schlagzeilen füllt, erkennen die beiden allerdings, dass sie vielleicht mehr verbindet als zunächst vermutet.

 


 

 



- Kritik -
     

Nachdem RUSH, der die angebliche Rivalität der Formel-1-Rennfahrer James Hunt und Niki Lauda aufarbeitete, von der Kritik wohlwollend aufgenommen wurde, war es nur eine Frage der Zeit, wann ein thematisch ähnlicher gelagerter Film sein Publikum suchen würde. Dass dieser dann ausgerechnet aus Schweden kommt und das Thema Tennis beleuchtet, war dann schon etwas überraschend, bietet sich aber aufgrund des Mythos Björn Borg natürlich an. Mit einem für schwedische Verhältnisse großem Budget von knapp 8 Millionen Dollar versuchte sich Regisseur Janus Metz, der mit BORG / McENROE sein Spielfilm-Debüt feiert, davor aber auch schon bei der empfehlenswerten Serie TRUE DETECTIVE sein Talent unter Beweis gestellt hatte, an einer Aufarbeitung der Rivalität zwischen Björn Borg und John McEnroe.

© Universum

Metz und sein Drehbuchautor Ronnie Sandahl nehmen sich dabei einige Freiheiten. Während der Film suggeriert, dass die beiden Tennis-Giganten im Wimbledon-Finale 1980 das erste Mal aufeinandertrafen, hatten sie in der Realität bereits sieben Begegnungen ausgetragen. Das tut dem Unterhaltungswert des Films keinen Abbruch und ist dramaturgisch nachvollziehbar, unterstreicht jedoch, dass BORG / McENROE gar nicht darauf bedacht ist, die wahren Ereignisse so akkurat wie möglich darzustellen. Es ist vielmehr in erster Linie ein Drama, das von den realen Ereignissen inspiriert wurde. Metz verweigert sich über weite Strecken auch den gängigen Sportfilm-Klischees und den für dieses Genre klassischen narrativen Aufbau – und das ist Segen und Fluch zugleich. BORG / McENROE ist in erster Linie ein Drama, das sich für seine Figuren interessiert und zeigen will, dass sich diese so unterschiedlichen Charaktere im Grunde sehr ähnlich sind und von der Angst der Niederlage getrieben sind.  Sverrir Gudnason liefert als Borg eine sehr starke Leistung ab, da er die Gefühle seiner Figur eben nicht physisch transportieren, sondern nur Blicke, Gesten und Mimik einsetzen kann. Der ungeheure Druck, den sich die Tennis-Legende selbst aufbürdete – und schlussendlich auch zu seinem Rücktritt mit nur 26 Jahren führte – ist jederzeit spürbar. Shia LaBeouf wirkt allerdings noch präsenter, wobei seine Figur deutlich im Schatten steht, da der Fokus klar auf Björn Borg liegt. Eine weitere Stärke von BORG / McENROE das Kolorit der späten 70er und frühen 80er-Jahre wunderbar einfängt. Was hier aus dem nicht sonderlich großen Budget heraus geholt wurde, ist mehr als nur beachtlich. Also: Schönes Thema, gute Darsteller, handwerkliche Qualität – das kann ja nur ein Treffer sein, oder?

© Universum

Leider nicht ganz. BORG / McENROE hat konzeptionelle Schwächen. Wie bereits erwähnt verweigert sich Metz der klassischen Dramaturgie ähnlicher Filme, richtet sein Werk aber dramaturgisch komplett auf das Finale und das Aufeinandertreffen der beiden Koryphäen aus. Dieses ist dann aber nicht so effektiv und packend, da zuvor ganz bewusst darauf verzichtet wurde, sich auf diese Rivalität zu fokussieren. Faktisch gesehen haben beide Darsteller kaum gemeinsame Szenen vor dem Endspiel, und diese sind dann auch äußerst zurückhaltend inszeniert. Zudem gibt es zahlreiche Rückblicke, in denen unter anderem auch der echte Sohn von Björn Borg zu sehen ist, die das Tempo aus dem Film nehmen. Sie sind zwar interessant, wirken aber im Gesamtpaket entweder überflüssig oder falsch eingesetzt. Als Sportfilm stößt der Streifen daher schnell an seine Grenzen und kann daher trotz der gut umgesetzten Tennis-Szenen nicht gänzlich überzeugen. Doch da Regie und Drehbuch alles auf dieses finale Aufeinandertreffen ausrichten, funktioniert BORG / McENROE auch nicht als klassisches Drama. Mit einer Laufzeit von knapp 110 Minuten bleibt schlicht nicht genügend Zeit, um sich genügend auf beide Figuren konzentrieren zu können, daher bleibt vieles oberflächlich. Gerade bei McEnroe wirkt vieles nur angerissen, unausgesprochen oder nicht klar, obwohl LaBeouf das Beste aus seinem Part herausholt.

© Universum

Sehenswert ist BORG / McENROE trotz der angesprochenen Mängel natürlich trotzdem, bleibt jedoch deutlich unter seinen Möglichkeiten und bewegt sich nicht auf dem Niveau eines RUSH.

  

- Fazit -

Tolle Darsteller in einer handwerklich einwandfreien Umsetzung. Dass BORG / McENROE trotzdem unter seinen Möglichkeiten bleibt, hat schlicht konzeptionelle Ursachen. Einerseits will man kein klassischer Sportfilm, sondern viel mehr Drama sein, andererseits orientiert man sich dann am Ende eben doch an der erwarteten Dramaturgie. Dieses weder „Fisch noch Fleisch“ schadet dann dem Gesamteindruck. Da hätte man sich lieber für eine Richtung entscheiden sollen – für beides wäre Potential da gewesen. Trotzdem sehenswert.

Wertung: 6|10

Durchschnittliche Userbewertung

5.5/10 Bewertung (2 Stimmen)

 

- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 23. Februar 2018
BD Verleihstart: 23. Februar 2018

Publisher: Universum

Verpackung: Blu-ray Case (Amaray)
Wendecover: -

Bild: 2,35:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 108 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1)
2. Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:
*Interview Zurich Film Festival 2017
*Trailershow
*Deutscher Trailer

Kritik Extras
Es handelt sich jeweils in erster Linie um längere Interviews und weniger um klassische Making ofs. Diese sind interessant und umfassend, sind allerdings auf Dauer etwas ermüdend.

Wertung: 6.5|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

7.0/10 rating 1 vote
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