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Jul25

John Carter

John Carter

Originaltitel: John Carter
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2012
Genres: SciFi, Fantasy, Abenteuer, Action
Freigabe: FSK-12
Regie: Andrew Stanton
Schauspieler: Taylor Kitsch, Lynn Collinns, Willem Dafoe u.a.

 

John Carter ist Soldat im amerikanischen Bürgerkrieg, eckt aber bei seinen Vorgesetzten an und will sich nicht weiter in den Kampf schicken lassen. Seine Flucht vor der Armee hat er sich allerdings anders vorgestellt, denn plötzlich findet er sich auf einem fremden Planeten und inmitten eines Kampfs fremdartiger Stämme wieder. Während seiner Reise verdient er sich den Respekt des Anführers einer der Stämme und verliebt sich in eine Prinzessin. Und letztendlich liegt die Zukunft des ganzen Planeten in den John Carters Händen.

- Kritik -

Als die Disney Studios mit A Princess of Mars eine der großen Inspirationsquellen von Filmen wie STAR WARS und AVATAR für eine Verfilmung in Angriff nahmen, war die Erwartungshaltung recht hoch. Doch schnell zeichnete sich ab, dass Disney sich nicht so recht darüber im klaren war, welches Ziel man genau verfolgte. Dies zeigte sich recht deutlich beim Marketing des Films. Man wählte als Titel JOHN CARTER, um die Worte Prinzessin und Mars zu vermeiden, die Trailer zeigten Bombast, aber wirkten trotzdem eher unentschlossen (suggerierten gar, dass man sich an den großen SciFi-Operas orientiert hätte) und man ließ kein Wort darüber verlauten, dass man hier einen Roman von 1917 verfilmte. JOHN CARTER floppte mächtig an den Kassen, stellt sich die Frage, ob dies aus gutem Grund geschah.

JOHN CARTER hatte definitiv einen schweren Stand. AVATAR hat die Hürde für SciFi-Filme massiv nach oben geschoben und das obwohl die Handlung alles andere als neu war. Cameron war einfach in der Lage den Zuschauer in eine authentische und durchdachte Welt zu ziehen, dass man gerne bereit war über die wenig innovative Story hinwegzusehen. JOHN CARTER geht recht ähnlich vor, mit dem Unterschied, dass einem die Story deshalb bekannt erscheint, weil sie schon seit geraumer Zeit immer wieder aufgenommen und weiterverarbeitet wurde. Das kann leider dazu führen, dass einen das Gefühl ereilt, Versatzstücke aus anderen Filmen zu Gesicht zu bekommen, was der Wahrheit allerdings nicht einmal ansatzweise nahe kommt. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, erweiterte man die Original-Story noch um einige Handlungsstränge, welche die Geschichte ein wenig aufblasen. Mit dem negativen Nebeneffekt, dass es etwas konfus wird und die Übersichtlichkeit darunter leidet.

Edgar Rice Burroughs - der netterweise eine kleine Rolle im Film einnimmt - hat in seinen Barsoom-Romanen eine recht lebhafte und umfangreiche Welt erschaffen, die er mit allerlei Völkern und Kreaturen versehen hat. Was im Buch funktioniert, wirkt im Film fast schon überladen. Hier prasseln recht viele Informationen auf den Zuschauer ein und nur selten bekommt er die Gelegenheit alles in Ruhe auszukosten. Die Beweggründe der unterschiedlichen Parteien, die Spannungsfelder und die Hintergründe der Völker bleiben häufig einfach auf der Strecke, müssen durch Schlussverfolgerungen erschlossen werden. Auch die Frage, weshalb manche Völker überaus phantasievoll aussehen, während andere komplett menschlich wirken, wird nicht geklärt. Das schadet ein wenig der Authentizität des Ganzen und macht es dem Zuschauer schwerer als notwendig gänzlich in die Welt einzutauchen.

Während Cameron durch seine Technik die Mängel in der Handlung ausgebügelt oder zumindest clever kaschiert hat, will das JOHN CARTER an der Stelle nicht ganz gelingen. Technisch ist der Disney-Film auf der Höhe, die Welt wirkt glaubhaft, trotz oder gar wegen all ihrer phantastischen Elemente. Die Architektur ist abwechslungsreich und kreativ, die eingesetzten Technologien erfrischend anders und die weiten Kameraaufnahmen lassen alles in epischer Größe erscheinen, die für einen Film dieser Sorte notwendig ist. Der Art-Style ist durchdacht und homogen, bezaubert durch Detailreichtum. Selbiges gilt für die Tharks, die Reittiere und natürlich Woola. Wäre JOHN CARTER ein Disney-Zeichentrickfilm, würde der „Hund“ Woola sicherlich auf den oberen Rängen der sympathischsten Sidekicks rangieren. Erstaunlich, dass Burroughs die Kreatur selber ersonnen hat. Ähnlich wie bei AVATAR nimmt man die Figuren sofort als vollwertige Figuren ernst und vergisst ihren digitalen Hintergrund.

Einzig Carters "Flugeinlagen" wirken ab und an leicht unbeholfen, sind aber letztendlich überaus unterhaltsam und bringen ordentlich Dynamik in den Film. Viel zu bemängeln gibt es in technischer Hinsicht also nicht, zudem werden die CGI nicht der CGI wegen verwendet, sondern weil sie notwendig sind und die Handlung untermauern. Das gibt JOHN CARTER Seele und Charakter, lässt aber ungünstigerweise die Mängel im Drehbuch nicht so stark untergehen, wie es bei anderen Filmen mit digitalem "Overkill" häufig der Fall ist. Taylor Kitsch, der den titelgebenden Helden mimt hat Charisma, soviel muss man ihm zugestehen, aber er ist noch nicht so weit, um einen Film dieser Größenordnung allein zu stemmen. Da hilft ihm auch die hübsche Prinzessin Dejah Thoris (Lynn Collinns) nicht wirklich weiter. Die Chemie zwischen den beiden stimmt zwar in großen Teilen, aber so richtig knistern will es nicht. Die restlichen Figuren gehen leider stark unter und auch Dominic West als Sab Than kann sein Potential nicht voll entfalten, ebensowenig wie Mark Strong. Der Cast glänzt durch bekannte Namen, doch die Stärken kommen nur selten zum tragen, dafür bietet das Drehbuch einfach nicht genügend Raum.

Der gesamte Erzählfluss des Films ist ohnehin unbeständiger Natur. Durch die (unnötige) Verkomplizierung der Geschichte wechselt man recht rabiat das Tempo. Mal werden lange Reisen angetreten, leider ohne dass man jemals ein richtiges Gefühl für die Größe des Planeten bekommt, mal zieht das Tempo gewaltig an und man springt förmlich von Ort zu Ort. JOHN CARTER wirkt zuweilen zu lang und an anderen Stellen viel zu kurz. Doch insgesamt ist das definitiv zu vernachlässigen, denn dafür ist JOHN CARTER einfach viel zu unterhaltsam, dafür sorgt Andrew Stantons Regie.

Ob nun faszinierende Landschaften, phantastische Städte oder brachiale Action, Stanton hat das Zepter fest in der Hand und bietet dem Zuschauer ruhige Bilder fürs Auge oder dynamische Schlachten, je nachdem was die Situation gerade verlangt. Trotzdem scheint man bei Disney ein wenig unentschlossen gewesen zu sein, welche Ausrichtung JOHN CARTER einschlagen soll. Zugeständnisse an die jüngsten unter den Zuschauern sind offensichtlich und zu großen Teilen ist der Film einfach ein Familienfilm. Dann wiederum kommt es zu blutigen Kämpfen, abgetrennten Gliedmaßen und massig Toten, dass weckt auf, will aber nur bedingt passen.

Das mag sich alles deutlich kritischer lesen, als es letztendlich gemeint ist. JOHN CARTER macht deutlich mehr richtig, als er falsch macht und die massive Bauchlandung die der Film hingelegt hat, hat er definitiv nicht verdient. Michael Giacchinos Score ist passend komponiert, bleibt aber nicht so recht im Ohr hängen. Das ist schade und hätte sicherlich noch optimiert werden können, aber ein nennenswertes Manko ist es nicht. Immerhin bekommt man als Zuschauer ein befriedigendes Ende serviert, welches zwar grundsätzlich viel Spielraum für weitere Abenteuer auf dem Mars bietet, aber trotzdem in sich geschlossen ist. In jedem Fall ist es schade, dass man wohl keinen weiteren Abenteuern unseres unfreiwilligen und widerspenstigen Helden beiwohnen wird.

 

- Fazit  -

Es ist eigentlich eine Schande, dass ein Film mit soviel Herz und Seele so radikal an den Kinokassen eingehen musste, doch die Unentschlossenheit ist allgegenwärtig. Egal ob Marketing, Erzähltempo oder Erzählstil, alles wirkt leicht(!) heterogen. Insgesamt ist JOHN CARTER allerdings sehenswertes Effektkino, dass seine Effekte jedoch nie zum Selbstzweck verkommen lässt und auch nie in den Vordergrund drängt. Ein Abenteuer-Film auf dem Mars, der Lust auf mehr macht und in seinen mehr als 2 Stunden immer zu unterhalten weiß. Die Welt ist lebhaft, authentisch und lädt ein, sich in ihr zu verlieren, leider macht das vollgepackte und leicht gehetzte Drehbuch einen kleinen Strich durch die Rechnung. Doch wenn man sich nicht gänzlich sperrt, sollte JOHN CARTER für saubere Unterhaltung sorgen. 

Bewertung: 7 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

7.4/10 Bewertung (8 Stimmen)

- DVD FACTS & EXTRAS -

 

DVD Verkaufsstart: 19.07.2012
DVD Verleihstart: 04.07.2012

Label: Touchstone
Verpackung: Amaray (Keepcase)

Wendecover: Nein 

Bild: 16:9 (2.40:1)
Laufzeit: 132 Minuten

Uncut: Ja 

Ton: 
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)
3. Türkisch (Dolby Digital 5.1), 


Untertitel:
 

- Deutsch
- Englisch
- Türkisch 

Extras: 

  • Audiokommentar von Andrew Stanton
  • Von Edgar Rice Burroughs Büchern zum Film (ca. 10 Min)

Kritik: Extras
Für einen Film dieser Größenordnung fallen die Extras leider sehr mager aus. Ein Audiokommentar liefert Einblicke in den Film und wird durch ein 10-minütiges Featurette abgerundet. Das ist alles informativ und interessant, liefert aber leider nur einen sehr kleinen Einblick in die Entstehung des Films. 

Bewertung: 5 | 10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

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