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Jun29

Special: Die Geschichte der DEATH WISH-Reihe

Die gewieften israelischen Filmemacher und Cousins Menahem Golan und Yoram Globus kauften 1979 die finanziell angeschlagene Studio „Cannon“ für 500.000 Dollar. Ihr Ziel war es, sich als weiteres Major-Studio schnell zu etablieren. Das Konzept – große Namen in relativ günstigen Produktionen zu besetzen - welches das heute als Kult angesehene Studio schnell zum Erfolg führen sollte, kann in der Retrospektive gleichermaßen als blauäugig wie genial bezeichnet werden, denn es befinden sich ein Menge Beispiele in der filmischen Vita der „Cannon- Group“, bei denen dieses Geschäftsmodell mal mehr und mal weniger funktionierte. Doch zunächst musste ein vermeintlich sicherer Hit her, um eventuelle Gewinne in neue Produktionen zu investieren und – ein mindestens ebenso wichtiger Punkt – ein dickes Ausrufungszeichen bei der harten Konkurrenz in Hollywood zu hinterlassen.

Schnell befassten sie sich mit der Idee, eine Fortsetzung zu DEATH WISH (USA 1974) umzusetzen. Der Film war zur damaligen Zeit ein großer Erfolg, galt als Klassiker und katapultierte Bronson endgültig zum Superstar und zu einem der bestbezahltesten Schauspieler der siebziger Jahre. Seine Gage betrug nicht selten 100.000 Dollar pro Drehtag. Um sich die Filmrechte zu sichern und einem langen Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen, bot man den vier Rechteinhabern Bobby Roberts und Hal Landers – die DEATH WISH produziert hatten – dem italienischen Produzenten Dino De Laurentiis sowie dem Autor des auf den Originalfilm beruhenden Romans Death Wish Brian Garfield für dieses und jedes weitere Sequel 150.000 Dollar an. Sie gingen recht schnell auf das Angebot ein, da das Interesse an eine eigene Fortsetzung nie sehr groß war. Charles Bronson von einem zweiten Teil zu überzeugen, gestaltete sich aber als etwas schwieriger. Seine letzten Filme wie THE WHITE BUFFALO (USA 1977/ Regie: J. Lee Thompson) oder CABOBLANCO (USA 1980/Regie: J. Lee Thompson) floppten an den Kinokassen, doch der mittlerweile 60 jährige nahm die Situation eher gelassen hin. Er hatte in seiner Karriere alles erreicht, so dass sich die geschäftstüchtigen Cousins einige überzeugende Argumente einfallen lassen mussten. Sie holten erneut die Produzenten Landers und Roberts ins Boot, die aber mit der ersten Drehbuchfassung des unbekannten Autors David Engelbach sehr unzufrieden waren, so dass dieser einige Änderungen vornehmen musste. Im gleichen Zeitraum wurde Pancho Kohner  – der Manger von Charles Bronson – kontaktiert, um mit ihm über die Möglichkeiten eines Deals zu sprechen. Doch der teilte Golan und Globus sehr schnell mit, dass der Schauspieler nicht interessiert sei. Kohner machte jedoch den Vorschlag, dass man ihm noch einmal das überarbeitete Skript zukommen lassen könne und bei Gefallen, er es noch einmal persönlich Bronson schmackhaft machen würde. Die Bedingung war allerdings, dass sein Schützling von dieser Vereinbarung nichts erfahren dürfe. Es kam natürlich anders. Engelbach war von seinem finalen Skript so begeistert, dass er Bronson höchst selbst auf seinem Anwesen aufsuchte. Ein Fehler. Der verärgerte Star jagte den Autor buchstäblich davon. Das Projekt stand somit auf der Kippe.

Wie so oft, ist eine hohe Gage in solch schwierigen Situationen kein schlechter Ratgeber, so dass DEATH WISH 2 letzten Endes doch grünes Licht bekam. Bronson war bewusst, dass er – auch aufgrund seines fortgeschrittenen Alters und den letzten Misserfolgen -  in der Gunst der Studios gesunken war und jetzt die Gelegenheit hatte, groß abzukassieren. Er strich 1,5 Millionen Dollar Gage ein und setzte zusätzlich durch, dass statt Menahem Golan sein Freund Michael Winner den Regie-Posten bekam, welcher auch für den ersten Teil verantwortlich zeichnete und mit dem er unter anderem auch bei THE MECHANIC (USA 1972) erfolgreich zusammenarbeitete. Winner konnte seit DEATH WISH keinen Erfolg mehr verbuchen und war nicht unglücklich darüber, dass die Wahl auf ihn fiel. Zudem wurde Bronsons Ehefrau Jill Ireland – die bereits in vielen seiner Filme involviert war – die Rolle von Kerseys Lebensgefährtin zugesprochen.Vor Drehbeginn im Frühjahr 1981 stand noch gar nicht fest, wo genau das Geld für die Aufnahmen überhaupt herkommen sollte, was Regisseur Michael Winner Kopfzerbrechen bereitete. Nicht unbegründet, denn die Dreharbeiten verliefen genau so, wie es sich der Regisseur vorgestellt hatte. Das noch junge Independent-Studio und die Macher dahinter arbeiteten in seinen Augen unprofessionell und überall fehlte das Geld, so dass sogar einige Schauspieler nicht die abgesprochenen Gagen erhielten. So spannte Winner beispielsweise Obdachlose und Fußgänger in und um Los Angeles – wo die Dreharbeiten überwiegend stattfanden - als Statisten ein um das Budget so niedrig wie möglich zu halten. Zudem war Winner mit seinem Kamermann nicht zufrieden und ersetzte ihn durch Richard H. Kline, den er bei vorherigen Produktionen kennen und schätzen lernte. Bronson störte das chaotische Drumherum allerdings herzlich wenig und lieferte das, was von ihm verlangt wurde. Jedoch machte er jedem am Set verständlich, dass er der unangefochtene Star dieser Produktion ist. Winner war im Übrigen etwas irritiert von Bronsons „glattem“ Gesicht, welches sich durch diverse Faceliftings deutlich vom „zerknitterten“ und ausdrucksstarken Gesicht unterschied, dass er noch aus Zeiten von DEATH WISH so liebte. Jedoch hatte er nicht den Mumm, den Star jemals darauf anzusprechen. Trotz diverser Schwierigkeiten, verliefen die Dreharbeiten der auf 3-5 Millionen Dollar budgetierten Produktion im Zeitrahmen, was nicht zuletzt der Erfahrung von Winner geschuldet war. Golan und Globus kam das natürlich nicht ungelegen, da sie ohnehin Schwierigkeiten hatten, immer wieder Geld für das Projekt zu beschaffen. Sie verkauften die Rechte schon während der Dreharbeiten an verschiedene Partner – „Filmways“ bekam die Kinorechte für den amerikanischen und kanadischen Markt und „Columbia Pictures“ sicherte sich den Vertrieb für das Ausland. Im Laufe der Jahre baute sich „Cannon“ ein enorm großes Vertriebsnetz auf. DEATH WISH 2 startete im Februar 1982 in den amerikanischen Kinos. Die Kritiker zerrissen den Film, bezeichneten in gar als Katastrophe im Vergleich zum erstklassigen Original. Zudem hatte der Film mit massiven Kürzungen zu kämpfen, denn die „MPAA“ (Motion Picture Association) vergab vorab ein X-Rated, was für den Kinostart einen wirtschaftlichen Nachteil zufolge gehabt hätte. Daher schnitt man extreme Gewaltszenen heraus um letzten Endes eine R-Rated Freigabe zu erhalten. In England wurde der Film sogar um 3 Minuten beschnitten – um trotzdem nur ein X-Rated zu bekommen, während  er in Deutschland ungekürzt im Kino und Video veröffentlicht wurde, wiewohl es sich bei den späteren DVD Umsetzungen um die US-Kinofassung handelte. Trotz allem schlug sich Bronsons Rächer-Actioner mit 16 Millionen Dollar Einspiel recht ordentlich an den Kinokassen. Weltweit konnte der Film zusätzliche über 28 Millionen Dollar einnehmen und das deutsche Publikum löste rund 650.000 Kinokarten, was aber im Vergleich zum Klassiker von 1974 – der 3,6 Millionen deutsche Zuschauer  vor die Leinwände lockte – recht mager ausfiel. Zusammen mit den Video und TV Einnahmen kann man aber insgesamt von einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis sprechen. Somit war auch klar, dass Charles Bronson alias Paul Kersey nicht zum letzten Mal die Straßen vom „Abschaum“ gereinigt hatte. DEATH WISH 3 (USA 1985) war die logische Konsequenz.

Für DEATH WISH 3 verpflichteten Golan und Globus erneut Regisseur Michael Winner, der schon für die ersten beiden DEATH WISH Filme verantwortlich zeichnete. Dieser  war im Übrigen von der Neuausrichtung der Filme überzeugt, im Gegensatz zu den bisherigen Produzenten Bobby Roberts und Hal Landers, welche sich an keinem weiteren Sequel mehr beteiligen wollten. Das Drehbuch verfasste Don Jakoby unter seinem Pseudonym Michael Edmonds, der zuvor das Drehbuch zum Blockbuster BLUE THUNDER (USA 1983/Regie: John Badham) schrieb. Der Cast bestand aus einer guten Mischung aus jungen und erfahrenen Schauspielern, was nicht zuletzt der Story geschuldet war. So konnte man neben Altmeister Bronson mit Ed Lauter einen weiteren Routinier verpflichten, ebenso wie Martin Balsam, der auch in der späteren „Cannon“ Produktion THE DELTA FORCE (USA 1986/Regie: Menahem Golan) mit Chuck Norris eine tragende Nebenrolle verkörperte. Aus der Liste der Jung-Schauspieler – die überwiegend als Gang-Mitglieder besetzt wurden  - stechen aus heutiger Sicht vor allem die Namen der damals noch völlig unbekannten Alex Winter (BILL AND TED´S EXCELLENT ADVENTURE, USA 1989/Regie: Stephen Herek) und Marina Sirtis alias Deanna Troi (STAR TREK – THE NEXT GENERATION, USA 1987-1994) ins Auge. Den Part des Oberbösewichts übernahm der irische Schauspieler Gavan O’Herlihy  (THE SHOOTER, USA 1995/Regie: Ted Kotcheff). DEATH WISH 3 entstand – bis auf wenige  New Yorker Aufnahmen - überwiegend in London. Da das Drehbuch deutlich mehr Action vorsah als bei den Vorgängern, verdoppelte man das Budget auf 9 Millionen Dollar. Dass Michael Winner ein absoluter Profi war, zeigte sich deutlich, wenn er zum Beispiel schwierige Abläufe mit logistischer Präzision entgegen trat und dabei von seiner enormen Erfahrung profitierte. Die eigentlichen Dreharbeiten verliefen daher nach Plan, wiewohl ein schwerer Unfall von Stuntman Rocky Taylor das Team für Tage in eine Art Schockstarre versetzte. Er erlitt eine gebrochene Wirbelsäule, als er sich aus einem brennenden Haus stürzte. Trotz übler Verrisse von Seiten der Presse, startete DEATH WISH 3 mit einem R-Ratedim November 1985 und konnte am ersten Wochenende gar die Spitzenposition der Charts erobern. Doch das Interesse der Zuschauer ließ schnell nach, so dass insgesamt ein Einspiel von über 16 Millionen Dollar zu Buche stand. Einerseits konnte damit das Ergebnis des Vorgängers eingestellt werden, andererseits kostete das dritte Kersey Abenteuer aber auch doppelt so viel Geld. DEATH WISH 3  - dem in Deutschland  aufgrund seiner Brutalität ein wahres Indizierungs-Martyrium bevorstand - wurde  den hohen Erwartungen des Studios nicht ganz gerecht. Der Film startete außerdem zu einem relativ angespannten Zeitpunkt, denn ungefähr ein Jahr vor dem Kinostart kam es zu einem Vorfall von Selbstjustiz in der New Yorker U-Bahn, der die Gemüter sehr erhitzte und noch Monate später für Schlagzeilen sorgte. Dies veranlasste Bronson dazu, öffentlich zu erklären, seinem Kersey Charakter nicht nachzuahmen. In einem seiner sehr seltenen Interviews brachte er darüber hinaus seinen Unmut über Regisseur Michael Winner zum Ausdruck, weil dieser in Bronsons Abwesenheit Extra Aufnahmen drehte, die für seinen Geschmack zu blutig und brutal waren. Überhaupt mochte er den dritten Teil nicht sonderlich, was ihm aber letzten Endes nicht davon abhielt, noch zwei weitere Fortsetzungen zu drehen. Einen enorm erfolgreichen Nebeneffekt tat sich für die Waffen-Industrie auf:  Die Feuerwaffe, welche Kersey im Film vorrangig benutzt, ist eine Wildey  0,475 Magnum. Jedes Mal, wenn der Film in den Folgejahren im Kabelfernsehen ausgestrahlt wurde, stieg der Absatz dieser Waffe deutlich an.

Für den vierten Teil der DEATH-WISH Saga mussten die Produzenten auf Stammregisseur Michael Winner verzichten. Der Filmemacher, der in der Vergangenheit einige Male erfolgreich mit Bronson zusammengearbeitet hatte, stand für eine weitere Fortsetzung nicht mehr zur Verfügung. Es kam angeblich zu heftigen Differenzen zwischen ihm und Bronson während der Dreharbeiten zu DEATH WISH 3. Zudem kritisierte der charismatische Mime den Regisseur in der Öffentlichkeit aufgrund der für ihn übertrieben dargestellten Gewalt in dem Film. Das Tischtuch zwischen den beiden Männern schien zumindest zwischenzeitlich zerschnitten, denn ein weiteres gemeinsames Projekt kam nie mehr zustande. Als Ersatz für Winner wurde mit J. Lee Thompson ein einerseits sehr erfahrener Regisseur und andererseits alter Bekannter Bronsons verpflichtet. Sie hatten zuvor bereits sechs Filme miteinander realisiert, darunter 10 TO MIDNIGHT (USA, 1983) und die „Cannon“ Produktion MURPHY´S LAW (USA 1986). Nach DEATH WISH 4: THE CRACKDOWN drehten sie zwei weitere Action-Streifen für das Studio (MESSENGER OF THE DEATH, USA 1988 und KINJITE, USA 1989) wobei letzterer auch gleichzeitig den Schlusspunkt in der filmischen Vita Thompsons darstellt. Als Drehbuchautor fungierte Gail Morgan Hickman, der diese Position schon bei MURPHY´S LAW ausgefüllt hatte. Allerdings musste er das Skript während des Drehs immer wieder umschreiben, weil Bronson – dessen Gage einen Großteil des Gesamtbudgets von etwa 5 Millionen Dollar ausmachte – mit den Dialogen nicht einverstanden war. Für den Cast konnte man unter anderem Emmy Gewinnerin Kay Lenz (BREEZY, USA 1973/Regie: Clint Eastwood) als Kerseys Lebensgefährtin verpflichten sowie John P.Ryan (RUNAWAY TRAIN, USA 1985/Regie: Andrey Konchalovskiy) der die Rolle des Schurken übernahm. Einen kleinen Auftritt als Gangster bekam der damals noch völlig unbekannte Danny Trejo, der seit MACHETE (USA 2010/Regie: Robert Rodriguez) seinen dritten Frühling als Actionstar erlebt. Der Markt für Filme wie sie „Cannon“ produzierte, veränderte sich Ende der 80er Jahre rapide. Die Selbstjustiz-Ära – in filmischer Hinsicht - hatte ihren Zenit überschritten. Konnten Action-Streifen mit Bronson, Dudikoff und Norris noch Jahre zuvor an den Kinokassen zufriedenstellende Zahlen schreiben, war dies nun immer seltener möglich. Das spiegelt sich eindeutig in dem Box-Office Ergebnis von  DEATH WISH 4: THE CRACKDOWN wieder: Spülten DEATH WISH 2 und DEATH WISH 3 allein in den Staaten noch jeweils über 16 Millionen US-Dollar in die Kassen, konnte der vierte Aufguss der Reihe nicht einmal 7 Millionen US-Dollar generieren. Die Abwärtsspirale machte auch vor deutschen Kinos nicht halt. Dort lösten nur etwa 125.000 Kinobesucher ein Ticket (Zum Vergleich: DEATH WISH 2 = 652.000 / DEATH WISH 3 = 206.000) Charles Bronson allein garantierte schon lange keinen Hit mehr, aber noch schwerer wog die Erkenntnis, dass sein Name auch nicht in Verbindung mit der Zugkraft des Titels DEATH WISH funktionierte. Sicher mehr als ein deutlicher Indikator für den weiteren Karriereverlauf des Altstars. Allerdings verkaufte sich die Gewalt-Orgie extrem gut auf dem Heimkino-Sektor, dem Golan und Globus ohnehin immer größerer Aufmerksamkeit schenkte. Viele ihrer Filme konnten sich dadurch noch in die Gewinnzone retten, doch die Rettung für das Studio war dies letzten Endes nicht. Wurden die Teile 2-4 noch vom mittlerweile Bankrott gegangenen Kultstudio „Cannon“ produziert, war für den 5. Teil der Reihe mit Menahem Golan nur noch einer der legendären „Go-Go Boys“ als Produzent in das Projekt involviert. Weil weder Michael Winner (DEATH WISH 1-3) noch J.Lee Thompson (DEATH WISH 4 – THE CRACKDOWN) für die Regie des auf 5 Millionen Dollar budgetierten – überwiegend in Kanada/Toronto gedrehten Streifens - zur Verfügung standen, holte man den relativ unerfahrenen Allan A. Goldstein ins Boot, der zudem auch als einer der Drehbuchautoren fungierte. Ursprünglich war der Genre erfahrene Steve Carver (LONEWOLF McQUADE, USA 1982) im Gespräch, doch man zog letztlich mit Goldstein die günstigere Variante vor. Mit Charles Bronson, der zu diesem Zeitpunkt bereits die 70 weit überschritten hatte, konnte man erneut das Zugpferd der Reihe verpflichten, welcher sich zudem ein Großteil des Budgets als Gage zusichern ließ. Es war schnell verdientes Geld und das Ende seiner Karriere war ohnehin nicht mehr fern. Der künstlerische Anspruch war dem Weltstar für eines seiner letzten Produktionen komplett abhanden gekommen, doch warum nicht noch einmal groß abkassieren?  Jedoch schien das langejährige und gute Verhältnis zu Golan deutlich gelitten zu haben, da es zwischen den beiden sehr oft zu Auseinandersetzungen während der Dreharbeiten kam. Das führte angeblich so weit, dass beide nur noch über den Regisseur kommunizierten. Für den weiteren Cast konnten die Macher Lesley-Anne Down als Kerseys Verlobte verpflichten (NORTH AND SOUTH, 1985) sowie Michael Parks (THE HITMAN, USA 1991/Regie: Aaron Norris), der Rolle des Oberbösewichts ausfüllte. Parks ist mittlerweile fester Bestandteil diverser Filme von Regie-Mastermind Quentin Tarantino.

DEATH WISH V – THE FACE OF DEATH wurde weltweit überwiegend direkt für den Video und TV-Markt ausgewertet. In Amerika spendierte man dem Film einen limitierten Kinostart, was ein Einspiel von rund 1,7 Millionen US-Dollar generierte. Die Zeiten der Ein-Mann-Armeen und Revenge-Filme – wie sie Mitte der achtziger Jahre noch Hochkonjunktur hatten – waren vorbei. Stars wie Schwarzenegger, Stallone oder Van Damme begannen ab Mitte der 90er allmählich das Feld zu räumen (in ihren Rollen der unbesiegbaren Kampfmaschine) und Bronsons beeindruckende Ära war ohnehin schon lange vorbei. Dennoch plante Golan einen weiteren Teil der DEATH WISH-Reihe mit dem Titel DEATH WISH 6 – THE NEW VIGILANTE, welcher aber bekanntlich nie zustande kam.


Die Einspielergebnisse der Death Wish Reihe

Jahr                   Titel­­    (Originaltitel)                    Einspiel (USA)            Besucherzahlen (D)

1974         Ein Mann sieht Rot (Death Wish)           22.000.000 $                3.600.000

1982         Der Mann ohne Gnade (Death Wish II)    16.100.000 $                   652.363

1985         Death Wish 3  (Death Wish III)               16.116.878 $                   206.546

1987         Das Weiße im Auge (Death Wish 4)        6.880.310 $                      ###

1994         Antlitz des Todes (Death Wish V)            1.702.394 $                    Video


Fazit: Sicher darf man die DEATH WISH-Reihezu Recht kritisieren. Abgesehen vom grandiosen ersten Teil, ist sie Gewaltverherrlichend, Reaktionär und – für die damaligen Verhältnisse – ziemlich brutal. Film-Ikone Charles Bronson war spätestens von diesem Zeitpunkt an  - auch außerhalb der DEATH WISH-Filme und bis auf kleineren Ausnahmen – der Rächer vom Dienst. Die Tiefe seines noch im ersten Teil so gebrochenen Charakters erreichte er nie mehr. Vielmehr spielte er vom zweiten Teil an im Autopilot-Modus, emotionslos, eine Art „Punisher“. Und ehrlich: Lässt man mal all diese – zugegeben – politisch unkorrekten Dinge beiseite, bekommt der geneigte Genre-Fan doch das geliefert, was er bei derartigen Produktionen sehen möchte: Eine Ein-Mann-Armee, die böse Buben platt macht und dabei im richtigen Moment einen guten Oneliner zum Besten gibt. Das war bei COBRA (USA 1986/Regie: George P. Cosmatos) so, das war bei INVASION USA (USA 1985/Regie: Joseph Zito) so und so ist es auch bei der DEATH WISH-Reihe. Apropos Oneliner: Was kann es schöneres geben, als diese Besprechung mit dem besten Spruch der Serie zu beenden: Kersey: „Glaubst du an Jesus?“ Krimineller: „Ja.“ Kersey: „Du wirst ihn gleich treffen!“

Autor

Kevin Zindler

Kevin Zindler

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