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50 dead men walking

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50 dead men walking
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50 Dead men walking

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Originaltitel: 50 dead man walking
Herstellungsland: England
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Thriller, Drama, Action
Freigabe: FSK-16
Regie: Kari Skogland
Darsteller: Ben Kingsley, Jim Sturgess, Kevin Zegers ...

Review: T.Hohmann
Prüfungsmedium: Leih-DVD
mit freundlicher Unterstützung von Ascot-Elite

Inhalt:

Belfast in den 80er Jahren: Der junge Herumtreiber Martin hat vor niemandem Respekt, schon gar nicht vor den britischen Besatzern in Nordirland. Die erkennen sofort die Qualitäten des 22-jährigen Querkopfes und werben ihn geschickt als Informanten an. Martin steigt schnell auf in der Hierarchie der IRA und liefert wertvolle Fakten über geplante Terroranschläge. Doch je tiefer er einsteigt, desto lebensgefährlicher wird seine Situation, bis er eines Tages auffliegt ...


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Kritik:
„50 dead men walking“ orientiert sich an der Biografie von Martin McGartland, der sich bis zum heutigen Tage aus Angst vor der Rache der IRA im Untergrund versteckt hält. McGartland hat auch Bücher über sein Leben und seine Biografie verfasst, darunter auch eines mit dem Titel des Films. Regisseurin Kari Skogland, die auch das Drehbuch verfasste, erkannte jedoch die Gefahr, die eine 1:1 Übernahme seiner Erzählungen mit sich bringen würde und weicht einer unterhaltsameren Adaption zuliebe, in einigen Punkten stark ab. So ist z.B. die Figur, die Ben Kingsley spielt, in der Form reine Fiktion. Trotzdem wirkt „50 dead men walking“ sehr realistisch, das Belfast der 80er Jahre wirkt glaubwürdig, die Belagerungsszenerie bedrückend.
 
Der Film ist eine äußerst gelungene Mischung aus Biopic (Biografieverfilmung), Thriller-, Drama- und Actionfilm. Skogland konzentriert sich sehr auf ihre Figuren, stellt sie in den Mittelpunkt der Geschichte. Das funktioniert überwiegend hervorragend, allerdings profitiert sie auch von einem überragenden Jim Sturgess, einigen vielleicht aus „Die Schwester der Königin“ bekannt. Sturgess wirkt absolut authentisch, verkörpert die verschiedenen Facetten des Charakters bestens und lässt den Aufstieg seiner Figur nie unrealistisch oder übertrieben wirken. Kein Wunder, dass Sturgess für 2010 einige sehr vielversprechende Projekte in der Hinterhand hat. Den passenden Gegenpart verkörpert Ben Kingsley, einstiger Ausnahmemime, der sich in den letzten Jahren jedoch für nichts zu schade war. Scheinbar hat ihm jedoch der Stoff gefallen, denn er wirkt hier wesentlich motivierter als in seinen letzten Auftritten. Er ist die eher ruhige Figur der Geschichte. Es verwundert nicht, dass die gemeinsamen Szenen von Sturgess und Kingsley zu den besten Momenten des Films gehören. Diese Sequenzen lassen Skoglands Streifen zur Ruhe kommen, und das ist bitter nötig.

Denn so spannend und realistisch das Szenario auch ist: Man rast förmlich durch die Geschichte, zeitliche Einordnungen fallen schwer, insbesondere am Anfang findet man nur schwer in die Geschichte hinein. Dazu ist der Schnitt übertrieben hektisch und wirkt mitunter gar etwas willkürlich. Zudem konzentriert man sich so auf die Charakterisierung der Hauptfigur, dass man alle anderen Akteure vernachlässigt. Deutlich wird das bei den Familienszenen von McGartland: Nicht nur, dass sie sehr stark an „Donnie Brasco“ erinnern: Sie wirken auch oberflächlich und erzwungen. Und genau solche verschenkten Möglichkeiten sind das Hauptproblem von „50 dead men walking“, und machen schlussendlich auch den Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Film aus. Einige Klischees und Vorhersehbarkeiten sind ein weiterer Kritikpunkt, wobei man Skogland attestieren muss, dass sie es sich erfreulicherweise nicht einfach macht, und in eine plumpe schwarz-weiß Differenzierung verfällt. Es gibt bei ihr kein „Gut“ oder „Böse“, die Seiten werden fragil gezeichnet, mit zahlreichen Grauzonen – aus diesem Grunde kann man einige Klischees im Gesamtpaket auch wieder „ertragen“.

Fazit:
„50 dead men walking“ ist insgesamt ein erstaunlicher Film: Spannend, dramatisch, realistisch, rau, ziemlich hart und mit Sturgess bestens besetzt.  Leider konzentriert sich das Drehbuch zu sehr auf seine zwei Hauptfiguren, und raubt der Geschichte damit einiges an Intensität und Bodenhaftung. Zudem wirkt er stilistisch etwas überfrachtet, wobei sich diese Kritik hauptsächlich an den überflüssig schnellen Schnitt richtet. Im Gesamtbild bleibt aber ein mehr als nur positiver Eindruck zurück, da es Regisseurin Skogland überraschend gut gelingt, geschichtliche Ereignisse unterhaltsam und spannend zu erzählen, ohne dabei – bis auf wenige Ausnahmen – den realistischen Hintergrund zu vergessen.
Absolut sehenswert.
 
Wertung:   7.5| 10 
 
 
 
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