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Originaltitel: Horsemen
Herstellungsland: USA/Kanada
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Thriller
Freigabe: FSK-18
Regie: Jonas Åkerlund
Darsteller: Dennis Quaid, Zhang Ziyi, Clifton Collins Jr....
Review:
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Prüfungsmedium: Presse-DVD
Inhalt:
Polizist und forensischer Spezialist Aidan Breslin (Dennis Quaid) widmet sich seit dem Tod umso hingebungsvoller seiner Arbeit, sehr zum Leidwesen seiner beiden Teenager-Söhnen. Als an einem Tatort eine Plastiktüte gefüllt mit ausgerissenen Zähnen vorgefunden werden, wird Breslin in die Ermittlungen mit einbezogen. Es dauert nicht lange, bis sich die Morde häufen und ein Muster zu erkennen ist, welches Bezug auf die biblische Offenbarungsgeschichte nimmt.
Kritik:
In der Bibel, um genau zu sein, in der Offenbarung des Johannes werden die vier apokalyptischen Reiter erwähnt, welche Furcht und Elend über die Menschen bringen und als Boten der nahenden Apokalypse dienen. In „Horsemen“ geht es um ebenjene apokalyptischen Reiter, jedoch handelt es sich nicht um übernatürliche Wesen, sondern um „normale“ Menschen, welche mit Serienmorden auf sich aufmerksam machen.
„Horsemen“ erinnert an eine Mischung aus „Das Schweigen der Lämmer“ – mit Zhang Ziyi als weibliches Pendant zu Hannibal Lecter – und „Sieben“, wenn man bedenkt, dass sowohl John Doe als auch die Horsemen Morde begehen, welche in einem religiösen Kontext gebettet werden müssen. Zuweilen hat man das Gefühl, dass man sich zu „8mm“ verirrt hat und zu guter Letzt werden auch Erinnerungen an „Saw“ wach. Leider schafft es „Horsemen“ nicht einmal ansatzweise seinen großen „Vorbildern“ (über die Qualität von 8mm lässt sich sicherlich streiten, über die restlichen drei eher weniger) gerecht zu werden. Der Auftakt ist recht vielversprechend, die Atmosphäre stimmt, der Grundstein is gelegt und mit Dennis Quaid hat man einen sympathischen Darsteller an der Hand, der durchaus in der Lage ist, einen Film zu tragen. Doch dauert es nicht allzu lange, bis die Mankos des Films zu Tage treten und dem Zuschauer durchgängig vor Augen gehalten werden.
Zum einen seien die Hauptfiguren erwähnt oder besser die Hauptfigur, denn der Rest der Darstellerriege erweckt eher den Eindruck von Nebenfiguren. Aidan Breslin erfüllt mit Bravour das Klischee des Polizisten, der durch einen Schicksalsschlag (in diesem Fall ist die Frau an Krebs verstorben) zum alleinerziehenden Vater wird und seinen Söhnen nicht die Aufmerksamkeit widmet, die sie sich erhoffen und welche sie verdient hätten. Als Spezialist auf dem Gebiet der forensischen Odontolgie wird er in den Auftakt der Zeremonienmorde gezogen, findet sich am ersten Tatort doch lediglich eine Plastiktüte prall gefüllt mit blutigen Zähnen. Neben Aidan finden sich noch seine Söhne, Sean (Liam James) und Alex (Lou Taylor Pucci). Seit die beiden Jungs zu Halbwaisen geworden sind und auch ihr Vater kaum Zeit für sie findet, ist es an Alex sich um seinen jüngeren Bruder zu kümmern. Immer wieder kommt es zum Disput zwischen Vater und Sohn und die Probleme werden nur allzu häufig für den Zuschauer zur Sprache gebracht. Jedoch bleibt man eher unberührt von dieser Familienproblematik, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Söhne ziemlich profillos bleiben und nur von einer Seite beleuchtet werden. Neben Aidans Partner Stingray (Clifton Collins Jr.) wäre dann noch Kristin (Zhang Ziyi) erwähnenswert, welche Aidan mehr oder minder bei der Auflösung des Falls behilflich ist. Details sollen an dieser Stelle, trotz der Offensichtlichkeit im Trailer, nicht erwähnt werden. Doch ist es lediglich Aidan, der ein gewisses Profil beschert bekommt, während der Rest langweilig und platt bleibt. Stingray ist wenig mehr als ein Partner, ohne jeglichen Tiefgang und Zhang Ziyi müht sich zwar redlich ab, ihre Figur mysteriös und psychopathisch in Szene zu setzen, vermag letztlich aber nicht gänzlich zu überzeugen. Dennis Quaid bekleckert sich bei der Belebung seiner Figur auch nicht unbedingt mit Ruhm, jedoch lässt das Drehbuch auch nicht allzuviel Spielraum zu, ein weniger versierter Darsteller hätte vermutlich weniger sympathisch auf den Zuschauer gewirkt, was dem Film noch stärker geschadet hätte.
Ein weiteres gravierendes Manko ist das Fehlen von Spannung, welche bei einem Thriller zwangsläufig erwartet wird. Die ersten Minuten fangen vielversprechend an, doch danach hetzt man geradezu von Tatort zu Tatort, ohne dass die Szenerien einsickern und ihr Grauen entfalten können. Man hat sich sicherlich ein wenig Mühe gegeben, mit ein paar Schockmomenten und Überraschungen aufzuwarten, jedoch wird der Spannungsaufbau, nicht zuletzt durch das Fehlen eines guten Scores, in den meisten Fällen bereits im Keim erstickt. Hinzu kommen die blutigen Szenen, welche erzwungen wirken und darüber hinaus auch den Erzählfluss gewaltig ins Stolpern bringen. Die Suspensionsgestelle und die Angelhaken, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen, waren sicherlich eine interessante Idee. Ebenso wie die Klammern, mit welchen die Augen eines mutmaßlichen Opfers offen gehalten werden, evtl. für den ein oder anderen Schauer sorgen können. Jedoch bleibt das Ganze extrem deplatziert, da hätte man sich besser auf ein paar mehr Szenen Charakterdarstellung eingelassen.
Hinzu kommt, dass die religiöse Basis nicht gänzlich durchdacht wirkt, was sich auch in den pseudo-philosophischen Gesprächen zwischen Kristin und Aidan widerspiegelt. Der Storyverlauf wirkt konstruiert und in den seltensten Fällen glaubwürdig. Zudem gibt man dem Zuschauer zu wenig Informationen an die Hand, so dass alles nicht immer nachvollziehbar und authentisch wirkt. Der Plottwist, welcher schon nach geraumer Zeit zu erahnen ist, setzt dem Ganzen noch die Krone auf und hinterlässt einen faden Geschmack. Die teils gut geschossenen Bilder, die Atmosphäre, welche selten genug durchschimmert und ein guter Dennis Quaid reichen einfach nicht aus, um aus Horsemen einen guten Film zu machen.
Fazit:
Horsemen ist kein schlechter Film, leider aber auch kein guter und gerade im direkten Vergleich zur namhaften Elite im Suspense-Thriller-Bereich, bestenfalls Mittelmaß und hinkt der Konkurrenz deutlich hinterher. Die Idee wirkt vielversprechend, jedoch sind Charaktere und Storyverlauf einfach zu unausgegoren und nicht immer glaubwürdig.
Wertung: 5,5 | 10
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