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Mär21

Thor - The Dark Kingdom

Thor - The Dark Kingdom

Originaltitel: Thor: The Dark World
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2013
Genres: Action, Fantasy, Abenteuer
Freigabe: FSK 12
Regie: Alan Taylor
Darsteller: Chris Hemsworth, Natalie Portman, Tom Hiddleston, Anthony Hopkins, Christopher Eccleston u.a.

Nach dem Streit um die Vorherrschaft in Asgard sind die neun Reiche in Aufruhr und es liegt an Thor (Chris Hemsworth) und seinen Mitstreitern erneut für Frieden zu sorgen - auch wenn er dafür seine große Liebe Jane Foster (Natalie Portman) auf der Erde zurücklassen muss. Während Thors intriganter Halbbruder Loki (Tom Hiddleston) in den Gefängnissen Asgards schmort, erhebt sich eine neue Bedrohung: Die vor Jahrtausenden vertriebenen dunklen Elfen unter der Führung von Malekith (Christopher Eccleston) warten im Verborgenen auf ihre Chance. Als eine nur alle 5.000 Jahre auftretende Konstellation die Grenzen zwischen den neun Reichen verschwimmen lässt, stolpert Jane auf ihrer Suche nach Thor durch einen Dimensionsriss und wird dabei mit einer mächtigen Substanz infiziert, welche die dunklen Elfen für ihre geplante Zerstörung von Asgard benötigen. Als Thor erkennt, dass Jane von ihm bisher unbekannten Mächten besessen ist, holt er sie nach Asgard. Derweil bereiten die dunklen Elfen ihren Angriff vor...

- Kritik - 

Nachdem man für den ersten Film einen recht erfahrenen Filmemacher wie Kenneth Brannagh verpflichtete, heuerte man für die Fortsetzung die im Mainstream-Unerfahrene Patty Jenkins, die vor allem durch den Streifen MONSTER (2003) aufgefallen war, für den Hauptdarstellerin Charlize Theron mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Eine durchaus mutige Entscheidung, die „Marvel“ jedoch einige Monate später scheinbar bereute, so dass man sich wegen der üblichen kreativen Differenzen trennte. Insbesondere Natalie Portman, die Jenkins nachdrücklich empfohlen haben soll, war über diese Entscheidung alles andere als glücklich, so dass sich Produzent Kevin Feige um Schadensbegrenzung bemühte und die Schauspielerin bei der Suche nach einem Nachfolger mit einbezog. Man einigte sich schließlich auf Alan Taylor, der sich beim Fernsehen einen sehr guten Namen durch seine Arbeit an Hit-Serien wie DIE SOPRANOS oder GAME OF THRONES gemacht hatte. Für „Marvel“-Verhältnisse war das eine recht unspektakuläre und auf Sicherheit bedachte Lösung. Probleme gab es auch bei der Entwicklung des Drehbuchs, für das man durchweg alte Bekannte anheuerte. So verfassten Christopher Markus und Stephen McFeely nicht nur das Skript des Vorgängers, sondern zeichneten sich zudem auch für die Vorlage von CAPTAIN AMERICA  verantwortlich. Dazu gesellte sich mit Christopher Yost ein Autor, der für „Marvel“ bereits seit 2006 diverse Comic-Serien für das Fernsehen betreut. Auch hier galt statt Risiko eher „Business as usual“. Allerdings musste das eigentlich fertige Drehbuch sehr kurzfristig nachhaltig überarbeitet werden, weil die Figur Loki bei dem Megahit THE AVENGERS so gut vom Publikum aufgenommen worden war, so dass sein Part bei THOR – THE DARK KINGDOM wesentlich stärker in den Mittelpunkt rücken sollte, als ursprünglich geplant, was natürlich zu kurzfristigen und massiven Überarbeitungen führte. 

Diese konzeptionellen und personellen Veränderungen spiegeln sich auch im Endergebnis wieder, denn der zweite Auftritt des „Hammerwerfers“ macht zwar einiges besser als der Vorgänger, begeht dafür aber andere, vermeidbare Fehler, die nahezu komplett im Drehbuch begründet liegen. Im Vergleich zum Vorgänger bietet der Film wesentlich mehr Fantasy- und Science-Fiction-Elemente und zeigt Asgard viel ausführlicher. Zudem fiel auch der Action-Anteil deutlich höher aus, während der eher theatralische Inszenierungsstil Brennaghs überhaupt nicht mehr zu finden ist. Alan Taylor, der vor kurzem als Regisseur für TERMINATOR: GENESIS bestätigt wurde, inszeniert handwerklich einwandfrei, kann dem Film aber – im Gegensatz zu Brannagh, Jon Favreau oder Joss Whedon – nie eine eigene Handschrift aufdrücken, so dass THOR – THE DARK KINGDOM zwar opulent und tricktechnisch perfekt, jedoch ebenso austauschbar und beliebig wirkt. Und diese visuelle Beliebigkeit zieht sich durch nahezu alle Bereiche des Films und schlägt sich auch in der langweiligen Optik der anderen Welten nieder: Endlose Schwärze und typisches Fantasy-Wald-Setting gehören sicherlich nicht zu den kreativsten Momenten des Comic-Studios. 

Die Handlung wird unnötig aufgeblasen und verkompliziert, einige erzählerische Stolperfallen sind selbst bei einem Popcorn-Blockbuster unverzeihlich. Dabei ist durchaus der große und gewollte Rahmen des „Marvel“-Universums erkennbar, doch man will zu viel und kürzt dann doch alles nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, weil das Skript nicht mehr hergibt. Die zahlreichen und bisweilen etwas arg ausgedehnten Action- und CGI-Sequenzen sollen dabei auch erkennbar nur über die Schwächen und Lücken des Skripts hinwegtrösten. Das ist natürlich rasant, aber ebenso austauschbar, ohne das besondere Etwas, das frühere Filme auszeichnete. Mittlerweile sind eben auch einige Abnutzungserscheinungen der „Marvel“-Produktionen unübersehbar, worunter bereits IRON MAN 3 (2013) litt. Scheinbar haben das aber auch Kevin Feige und Co. erkannt, denn der Trailer zu GUARDIANS OF THE GALAXY (2014) – zu dem nach den Credits bereits eine erste Verbindung aufgebaut wird – wirkt wesentlich frischer als alles, was nach THE AVENGERS kam. 

Dabei ist THOR – THE DARK KINGDOM kein schlechter Film, er ist sogar durchweg unterhaltsam, wofür alleine schon die großartige Besetzung mit Chris Hemsworth, Natalie Portman und Stellan Skarsgård sorgt, wobei insbesondere Tom Hiddleston als Loki herausragt. Man wünschte sich einige ruhigere Momente, in denen die Charaktere mehr Zeit erhielten, um sich entwickeln zu können – das Potenzial ist da, wird aber dem purem Spektakel geopfert. So wirkt die Dramaturgie gehetzt, teilweise schon hektisch.  Positiv anzumerken ist auch der Score von Brian Tyler, der dem Szenario nicht nur eine entsprechende wuchtige Untermalung, sondern auch einen gewissen Wiedererkennungswert verleiht. Das größte Plus ist aber nach wie vor diese gesunde Portion Selbstironie: „Marvel“ nimmt weder den Stoff, noch sich selbst zu ernst, so dass man auch als Zuschauer den ganzen „Kinderkram“ mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nimmt und sich gar nicht weiter dran stört. 

So bleibt ein etwas zerrissener und unnötig hektischer zweiter Thor-Auftritt in Erinnerung, der zwar durchaus unterhält und Spaß macht, jedoch weit von dem Niveau entfernt ist, welches „Marvel“ mit Filmen wie IRON MAN (2008) selbst definierte. Da das Sequel jedoch annähernd 200 Millionen Dollar mehr in die Kassen spülte, scheint der Comic-Gigant die Erwartungshaltung der Masse zu erfüllen.

 

- Fazit -

Sehenswertes aber inhaltlich und optisch belangloses Sequel, das hauptsächlich von dem exzellenten Cast, der Selbstironie und den Schauwerten lebt. Durchaus unterhaltsam, aber voller verschenkter Möglichkeiten. In Zukunft sollte sich „Marvel“ wieder auf gute Geschichten fokussieren und eventuell auch frisches Blut an Bord holen, denn einige Elemente wirken durchaus bereits etwas eingefahren.

Wertung: 6.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

6.8/10 Bewertung (5 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 20. März 2014
DVD Verkaufstart: 20. März 2014

Publisher: Walt Disney

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 2,40:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 107 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)
3. Italienisch (Dolby Digital 5.1)
4. Türkisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch
- Englisch für Hörgeschädigte
- Italienisch
- Türkisch

Extras

  • Trailer vor Menüstart: Captain America - The Winter Soldier (02:21 mins)
  • Exklusive Vorschau - The Return Of The First Avenger (03:27 min.)
  • Zusätzliche Szene - Jane erfährt mehr vom Äther (01:42 mins)
  • Trailershow: Captain America - The Winter Soldier (02:21 mins)

Kritik Extras
Den Audiokommentar sollte man sich nicht entgehen lassen, da er einige interessante Infos liefert. Auch das recht lange Feature über das zerstrittene Brüderpaar Thor und Loki ist absolut sehenswert. Leider fehlt ein klassisches Making of, aber das ist das sprichwörtliche Jammern auf hohem Niveau.

Wertung: 7.5|10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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