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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Jan13

Ben Hur

Ben Hur

Originaltitel: Ben-Hur
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2016
Genres: Action, Abenteuer
Freigabe: FSK-12
Regie: Timur Bekmambetow

Darsteller: Jack Huston, Toby Kebbell, Rodrigo Santoro u.a.

Preis zum Test: EUR 12,99


 

Inhalt: Judah Ben-Hur (Jack Huston) ist als Adeliger in seinem Heimatland hoch angesehen und pflegt ein gutes Verhältnis zu Römern wie Messala (Toby Kebbell), den er zu seinen besten Freunden zählt. Durch eine falsche Anschuldigung seines Kindheits-Freundes muss Ben-Hur allerdings seine Mutter Naomi (Ayelet Zurer) und seine Schwester Tirzah (Sofia Black-D’Elia) im Ungewissen zurücklassen und wird in die Sklaverei verkauft. Jahrelang schuftet er als Sklave ohne Rechte. Doch er überlebt die harte Arbeit und steigt unter Sheik Ilderim (Morgan Freeman) zu einem umjubelten Streitwagen-Fahrer auf. Auf seinen Reisen macht der jüdische Mann die Bekanntschaft von Pontius Pilatus (Pilou Asbæk) und Jesus (Rodrigo Santoro). In seiner Beziehung zu Esther (Nazanin Boniadi) findet Ben-Hur in all seinem Elend sogar die große Liebe, doch kann er Messalas Verrat nicht vergessen und kehrt deshalb nach langer Abwesenheit in seine Heimat zurück, um Rache zu üben

 


 

 



- Kritik -
      

BEN HUR. Geradezu monumental präsentierte 1959 das produzierende Studio MGM den Titel des Films als in einen Felsen, besser einen Berg, gehauene Letter. Wirft man heutzutage diesen Namen in den Raum, so schleichen sie bei den meisten Bilder des Wagenrennens ins Gedächtnis, wenn Charlton Heston als titelgebender Held endlich seine Rache an seinem Widersacher Messala nehmen kann. Doch war diese gigantische Verfilmung des Stoffes weder die erste noch die letzte Adaption für die Leinwand. 57 Jahre später kehrt nun, nach weiteren Adaptionen für das Fernsehen, Ben Hur auf die große Leinwand zurück. Unter der Regie des Russen Timur Bekmambetow und Jack Huston als der bekannte Held, will man einem modernen Publikum den Stoff aufs Neue erzählen. Doch die Fußstapfen scheinen fast schon zu groß zu sein: An den Kinokassen konnte der Film weltweit sein 100-Millionen-Budget nicht wieder einnehmen und auch Kritik und Publikum zeigten sich weniger begeistert von der Neuverfilmung. Zu viele weniger gelungene Spezialeffekte aus dem Computer und ein Drehbuch, das sich nicht entscheiden will was es erzählen will und welches Publikum es eigentlich ansprechen möchte. Seit dem 12. Januar gibt es den Filmvon Paramount im Vertrieb von Universal Pictures auf DVD und Blu-ray. Wir haben ihn uns mal angesehen und durchaus interessante Beobachtungen gemacht.

Wie will man einen Film übertreffen, der bis heute zu den drei einzigen Filmen gehört, die mit insgesamt 11 Oscars ausgezeichnet wurden? Und dieser Film hatte seinerzeit schon die Aufgabe eine Stummfilmversion von 1925 zu übertreffen, die wohl mit Ton schon eine weitere Verfilmung hätte schwer machen können. Nun wird heutzutage alles mögliche neuverfilmt oder wie man so schön sagt gerebootet und ein ganzes Franchise auf die Beine gestellt. Ob das hier auch mal in den Hinterköpfen der Produzenten herumspukte ist zu spekulieren. Aber Gedanken hat man sich wohl gemacht, wie man nun eine eigentlich bekannte Geschichte nochmals erzählen könnte. Leider bleibt es bei Versatzstücken und keiner konkreten neuen Linie. Eine signifikante Veränderung, die Kennern einer der bisherigen Verfilmungen oder der Buchvorlage direkt auffallen wird, ist die Rolle von Ben Hurs späterem Feind Messala. Bisher immer ein Jugendfreund des Helden gewesen, wird er hier zum Stiefbruder, der von Hurs Familie adoptiert wurde. Das Drehbuch ist darauf aus die Bande zwischen den Beiden zu verstärken und die Bindung zur Familie zur verstärken. Deshalb dauert es auch verhätlnismäßig lange, bis es zum Vorfall kommt - der auch hier unter völlig neuen Umständen stattfindet - der den Bruch zwischen den Beiden bringen wird. Es sind Änderungen, die man zuerst einmal durchaus begrüßen kann bei einer x-ten Verfilmung desselben Stoffes. Doch auf der einen Seite führt das dazu, dass Messala-Darsteller Toby Kebell -  dem ein oder anderen vielleicht mehr als Name bekannt, denn er zog sich den Motion-Capture-Anzug an und spielte Koba in DAWN OF THE PLANET OF THE APES (2014) - teilweise ein wenig verloren wirkt und gar nicht weiß was er nun spielen soll. Seine Messala-Rolle wird völlig anders ausgelegt als man das bisher kannte und soll doch einen ähnlichen Weg gehen. Im Grunde steht und fällt der Film zu großen Teilen mit und wegen seiner Figur bzw. der Auslegung dessen.

Auf der anderen Seite auch, will man trotz der zu Beginn ausgestellten Unabhängigkeit zur Vorlage trotzdem so viel wie möglich aus dieser behalten. Das betrifft vor allem der Handlungsabschnitt um die Jesus-Geschichte, der im Grunde nicht lang ist, aber in diesem Fall sehr ungelenk in die Haupthandlung mitverwoben wurde und man sich auf diese Weise auch hätte sparen können. Denn man darf nicht vergessen, dass dieser Film nicht mal ganz zwei Stunden läuft, während sich die Version von William Wyler seinerzeit fast vier Stunden Zeit nahm und auch beispielsweise der Stummfilm von 1925 fast zweieinhalb Stunden an Laufzeit erreichte. Hier hat man dann wiederum zu viel gewollt. Das man das Wagenrennen wiederum als Höhepunkt ausstellt, der Filmbeginn gibt sogar einen kleinen Teaser dafür, ist weniger überraschend. Überraschend ist dann aber viel mehr, dass es zu keinem großen Highlight verkommt. Es finden sich ein paar interessante Aufnahmen und Kameraperspektiven, doch wiederum sind es viele Effekte aus dem Computer, die den Gesamteindruck verwischen. Auch wirkt der Ausgang des Rennens mehr wie Zufall und Glück, denn Können des Gewinners, wie es wohl eigentlich gedacht war. So hinterlässt der Film besonders mit seinem Ende ein sehr zwiespältiges Gefühl. Es ist ersichtlich worin der narrative Fokus der Macher lag und doch wollte man wiederum zu viel der Vorlage doch wieder auch erwähnt haben. Auch die Besetzung bleibt eher blass oder wie im Falle des Skandinaviers Pilou Asbaek völlig unterfordert.

  

- Fazit -  

Interessante Ansätz, die aber irgendwann in der Belanglosigkeit verschwinden. Es war bei dieser Regiewahl und dem schweren Laster der erfolgreichen Vorgänger zu erwarten, dass der Film eigentlich nur scheitern kann. Er verliert nicht auf der ganzen Linie, doch umso länger der Film umso mehr verliert er auf der Habenseite. Kann man sich mal ansehen, doch wird wohl kaum einen größeren Platz in der Filmgeschichte einnehmen, wie die bisherigen Kino-Verfilmungen des gleichnamigen Literaturstoffes.

Wertung: 4,5|10

Durchschnittliche Userbewertung

4.0/10 rating 1 vote

 


 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verkaufstart: 12. Januar 2016
DVD Verleihstart: 12. Januar 2016

Publisher: Paramount

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 118 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch
- Englisch
- Sonstige

Extras:

  • The Epic Cast
  • The Chariot Race

Kritik Extras
Ein Featurette über die Besetzung, wo etwas mehr über die Leistung der Darsteller versprochen wird, was tatsächlich im fertigen Film erfüllt wird. Das zweite Featurette dreht sich natürlich um das Wagenrennen. In den etwa zehn Minuten geht man auf die Effekte, die Stuntarbeit und die Arbeit mit den Tieren beim Dreh ein. 

Wertung: 5|10

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Manuel Föhl

Manuel Föhl

   

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