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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Feb23

Swiss Army Man

Swiss Army Man

Originaltitel: Swiss Army Man
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2016
Genres: Abenteuer, Comedy, Drama
Freigabe: FSK-12
Regie: Daniel Kwan, Daniel Scheinert

Darsteller: Paul Dano, Daniel Radcliffe, Mary Elizabeth Winstead u.a.

Preis zum Test: EUR 12,99


 

Inhalt: Kent (Paul Dano) ist mitten in der Wildnis gestrandet. Als er die Hoffnung auf Rettung aufgibt und kurz davor ist Selbstmord zu begehen entdeckt er die Leiche von Cliff (Daniel Radcliffe). Obwohl der Körper des jungen Mannes seinen letzten Atemzug bereits getan hat, machen sich bald darauf andere natürliche Winde des Toten Luft: nämlich Blähungen, die so ein Leichnam nach dem Tod nun einmal noch von sich gibt. Durch die Furzgeräusche wird in Kents Augen zumindest der Anschein von Leben gewahrt. Und das reicht ihm aus, um mit dem Verstorbenen ins Gespräch zu kommen - über Gott, die Welt, das Leben und Selbstbefriedigung.

 

 


 

 



- Kritik -
     

Zuschauer verlassen angewidert den Saal und am Ende erhalten die Regisseure den Preis für die Beste Regie. Dieses Schicksal wurde SWISS ARMY MAN beim letztjährigen Sundance Filmfestival zuteil. Das Werk von Daniel Kwan und Daniel Scheinert, kurz daniels, ist innovativ und sprüht vor Ideen und traut sich einiges und doch ist es am Ende ein teilweise doch inkohärenter Beitrag geworden, der seine Ideen nicht komplett in ein überzeugendes Ganze zu verwandeln weiß. Capelight Pictures veröffentlich den Film nun als DVD, Blu-ray und 3-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook mit zwei verschiedenen Cover-Motiven sowie Soundtrack-CD, umfangreichem Bonusmaterial und 24-seitigem Booklet veröffentlicht. Daniel Radcliffe als Taschenmesser. Wird jetzt etwa wieder gezaubert?

An Ideen und Einfallsreichtum mangelt es dem Film an keiner Stelle. Da macht der Film seinem Titel alle Ehren. Und es macht durchaus Spaß diesem Potpourri aus absurden Szenarien und Ereignissen zu folgen, doch andererseits entwickelt sich dann die Männerfreundschaft so profan, so dass man manchmal glaubt, dass als Skriptdoktoren Seth Rogen und seine Crew bei dem Werk ausgeholfen haben. Die Geschichte mit dem Mädchen, dass sich Paul Danos Figur nie getraut hat anzusprechen wird mehr über Danos Blick erzählt als durch die Geschichte selbst. Es wird ein breites Feld an Spekulationen eröffnet, was wahr und was unwahr ist, was Realität und Einbildung, doch bei einer Laufzeit von knapp 90 Minuten ist dann die eigentliche Essenz schnell erreicht. Es ist auch nur teilweise mühselig, wenn der Film mit seiner Absurdität es verpasst dieser ungewöhnlichen Männerfreundschaft wirklich Herz zu verleihen. Lieber stellt er Selbstbefriedigung und klischeetisierte Männerbilder in den Vordergrund um am Ende ein emotionales Finale rauszuhauen, was so viel mehr sein könnte, wenn wir zuvor eine durchweg stringente Freundschaftsentwicklung miterlebt hätten.

 Das Gespann Paul Dano und Daniel Radcliffe gebührt trotz allem viel Respekt, auch wenn ersterer teilweise vielleicht mehr könnte und auch schon viel aus dem Material herauszuholen vermag. Bei Daniel Radcliffe fragt man sich teilweise ob da irgendwie mit Masken gearbeitet wurde, so überzeugend ist manchmal seine Performance als Leiche mit verschiedenen Grimassen und Gesichtsausdrücken. Seinen Harry-Potter-Image sollte er damit bald wirklich mal hinter sich lassen können. Größter Pluspunkt und unterschwellig auch den Zuschauer am meisten beflügeln dürfte wohl der Soundtrack sein, der teilweise von den beiden Hauptdarstellern mitinterpretiert wird. Da wird nicht nur eins der bekanntesten Filmthemen der vorletzten Dekade in ein völliges Licht gebracht, sondern auch für Ohrwürmer von Songs bestehend aus Sprechen, Summen und einfachen Phrasen. Hier ist der Film vielleicht am konsequentesten in seinem Konzept, auch wenn er sich hier für den ein oder anderen wiederum dem „typischen“ Indie-Genre am meisten annähert. Am Ende sei nochmals betont, dass SWISS ARMY MAN keineswegs ein schlechter Film ist, aber viele Möglichkeiten auf der Strecke bleiben. Der Film spielt sich in den ersten Minuten in einen Rausch, der die Macher schnell zufrieden gestellt haben scheint und aus einer interessanten Grundidee nicht mehr wirklich viel rausholen ließ. Zu Beginn des Films – ohne zu viel verraten – rasen Dano und Radcliffe gemeinsam als ihre Filmfiguren über das Meer. Das gibt den Film wieder, nur geht das Tempo bald flöten und das rettende Ufer werden sie nur langsam dank kleiner Wellen erreichen.

  

- Fazit -  

Innovativ, derbe, philosophisch, aber dann auch wieder unnötig stupide. Es könnte eine einzigartige, besondere Männerfreundschaft sein. Was SWISS ARMY MAN davon abhält ist das Begehren, Männer auf ihren Triebzwang zu reduzieren und die Geschichte auf die einfachsten Elementen herunterzubrechen. Eine Sehempfehlung gibt’s trotzdem, über das verschenkte Potential kann man sich später aufregen.

Wertung: 6,5|10

Durchschnittliche Userbewertung

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- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 23. Februar 2017
BD Verleihstart: 23. Februar 2017

Publisher: Capelight Pictures

Verpackung: BD Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 2,40:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 97 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD MA 5.1)
2. Englisch (Dolby Atmos 7.1)

Untertitel:
- Deutsch
- Englisch

Extras:

  • Audiokommentar vom Regie-Duo Daniels, J. Kisvarday und Bl. Kiser
  • 5 Featurettes:
    - Schauspieler (1:23 Min.)
    - Daniels (2:36 Min.)
    - Musik (1:12 Min.)
    - Spezialeffekte (0:57 Min.)
    - Making a Manny (3:14 Min.)
  • 3 entfallene Szenen (5:53 Min.)
  • Interview mit Daniel Radcliffe (6:33 Min.)
  • Hinter den Kulissen (16:42 Min.)
  • Q&A mit den Daniels und Brent Kiser (66:46 Min.)
  • 2 Trailer
  • Trailershow 

Kritik Extras
Die fünf Featuerettes fallen etwas kurz aus, aber dafür lohnen sich neben dem Blick hinter die Kulissen, vor allen Dingen der Audiokommentar und das über eine Stunde laufende Q&A.

Wertung: 8|10

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Manuel Föhl

Manuel Föhl

   

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