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Okt17

Agent Hamilton - Im Interesse der Nation

Agent Hamilton - Im Interesse der Nation

Originaltitel: Hamilton - I nationens intresse
Herstellungsland: Schweden
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Action, Thriller
Freigabe: FSK-16
Regie: Kathrine Windfeld

Darsteller: Mikael Persbrandt, Saba Mubarak, Jason Flemyng, Lennart Hjulström, Aleksandr Nosik u.a.

Bei seinem Undercover-Einsatz in einem Waffenschieberring deckt der schwedische Geheimagent Carl Hamilton Zusammenhänge auf, die so manchem Regierungsmitglied alles andere als lieb sind. Denn die internationale Waffenindustrie will Profit machen und dafür nutzt sie die Gier von Politikern skrupellos aus. Selbst vor Terrorangriffen wird nicht zurückgeschreckt, um lukrative Kriege zu provozieren. Seine Ermittlungen bringen Hamilton auf die Spur einer schwer bewaffneten Privatarmee mit besten Kontakten zu Regierungen und Geheimdiensten. Gleichzeitig erhält er Informationen über einen geplanten Terroranschlag auf schwedischem Boden...

- Kritik -

Die Skandinavier haben schon mehrfach bewiesen, dass sie punktuell durchaus in der Lage sind, den europäischen und amerikanischen Produktionen Paroli bieten zu können. Seien es nun die Norweger mit COLD PREY oder die Schweden mit ihrer Stieg-Larsson-Trilogie – selbst international sorgten sie in den letzten Jahren gleich mehrfach für Aufsehen. Allerdings ist ein schwedischer Agententhriller dann doch mal eine andere Geschichte und macht neugierig auf das Endresultat. Kann HAMILTON überzeugen oder sollte man Genrefilme dieser Art dann doch lieber den Amerikanern überlassen?

Die Produzenten waren sich scheinbar im Vorfeld sehr sicher, dass sie mit der Verfilmung der Jan-Guillou-Romane – von denen mittlerweile 26 Abenteuer erschienen sind – ein erfolgsversprechendes Konzept in Händen hielten und gaben Teil 2, der Anfang September in Schweden Premiere feierte ebenso schnell in Auftrag wie Teil 3, der im Sommer 2013 sein Debüt feiern soll. Der schwedische Beitrag orientiert sich sichtlich an den Bond-Filmen mit Daniel Craig, ist dabei aber wesentlich härter und realistischer gezeichnet. HAMILTON bietet auch nicht das Spektakel und den Aufwand der Big-Budget-Konkurrenz, sondern stellt hauptsächlich Akteur und Story in den Mittelpunkt und sollte weniger als Actionfilm, denn als klassischer Thriller aufgenommen werden. Wenn es allerdings zur Sache geht, dann richtig, wobei der Fokus dann hauptsächlich auf den beinharten Fights liegt, in denen Hauptdarsteller Mikael Persbrandt – den die TV-Fans sicherlich aus KOMMISSAR BECK kennen und der demnächst in Peter Jacksons DER HOBBIT zu sehen sein wird – eindrücklich unter Beweis stellt, dass seine mehrmonatige Vorbereitung in der Tat Früchte getragen hat. Die Choreographie und Ausführung ist qualitativ absolut hervorragend und braucht sich hinter der Konkurrenz sicherlich nicht zu verstecken. Verantwortlich dafür zeichnet Cedric Proust, der als Stunt-Koordinator und Stuntman seit Jahren in der Branche aktiv ist und bereits an Großproduktionen wie MISSION IMPOSSIBLE: GHOST PROTOCOL und DAS BOURNE ULTIMATUM beteiligt.

HAMILTON punktet auch durch die gelungene Einbindung der weltweiten Drehorte und setzt auch dabei auf eine möglichst große Authentizität, so dass die Schauplätze wesentlich greifbarer eingefangen werden als bei einigen Bond-Abenteuern, wo man nur eilig ein paar Sightseeing-Punkte abgraste, ansonsten aber wenig Interesse an den Locations hatte. Was den schwedischen Streifen zusätzlich gut tut, ist das Interesse an seinen Figuren. Hier agieren keine 08/15-Charaktere, sondern Charaktere, die – insbesondere im recht engen Korsett des Genres und seinen Möglichkeiten – erstaunlich viel Eigenständigkeit und Profil entwickeln. Regisseurin Kathrine Windfeld – die bereits einige Episoden der Krimiserie WALLANDER inszenierte – hat erkennbares Interesse an ihren Protagonisten und lässt gerade dem emotional gebrochenen Hamilton Platz, seine Widersprüchlichkeit dem Zuschauer näher zu bringen. Dabei wirkt Persbrandt zuerst etwas zu kühl und steril, doch im Laufe des Films wird er immer besser, wenngleich ihm sicherlich ein gewisses Charisma fehlt, aber damit kann man in Anbetracht des Gesamtpakets leben.

Also Mission geglückt? Nein, leider nicht ganz.
Es gibt mehrere kleine Stolpersteine die das Gebilde HAMILTON zwar nicht zum Einsturz, zumindest aber ein ums andere Mal in Wanken bringen. Das liegt hauptsächlich an der Story. Die ist zwar alles andere als schlecht, doch wenn  ein Film so bewusst und offensichtlich kein Spektakel sein und als Thriller bestehen will, muss da einfach mehr passieren. Doch im Ansatz ist die Geschichte zu austauschbar und in der Umsetzung zu lahm geraten – und da es eben nur recht wenig Actionszenen gibt, schleichen sich im Mittelteil einige Längen ein. Zudem ist es ja erfreulich, dass man einen gebrochenen Agenten als Figur etablieren will, doch der Dreh- und Angelpunkt dieser emotionalen Verkrüppelung wirkt arg konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Da wäre so ziemlich jede andere Lösung besser gewesen. Daher bleibt das beim Publikum angestrebte Mitgefühl über weite Strecken aus und funktioniert erst am Ende  wieder. Und gerade das macht Lust auf den nächsten Schweden-Beitrag, denn wenn die Filme aufeinander aufbauen sollten – was wünschenswert wäre – wird es hochinteressant sein, wie es mit dem Agenten weitergeht. Denn nicht nur, dass er etwas sein muss, was er nicht sein will – er muss nun sogar eine moralische Schwelle übertreten, die ihm zuwider ist.
Aber nicht nur deswegen darf man sich auf den nächsten Streifen freuen, denn trotz einiger Schwachstellen ist HAMILTON insgesamt dann doch recht stark und rechtfertigt durchaus den Staus „kleiner Geheimtipp“.

 

- Fazit -

Realistisch angegangener Agententhriller mit sehenswerten und harten Actionsequenzen, der sich wirklich für seine Figuren interessiert. Ein zu schwaches Skript sorgt für ein paar Längen und ein Storykniff wirkt zu konstruiert. Doch das ändert nur wenig am insgesamt gelungenen Gesamteindruck. Auf Hamilton 2+3 darf man sich absolut freuen.

Bewertung: 6.5 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

5.4/10 Bewertung (7 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 20. August 2012
DVD Verkaufstart: 04. September 2012

Label: Ascot Elite

Verpackung: Keepcase
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 105 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1)
2. Schwedisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch

Extra:

  • Making of
  • Interviews
  • Deleted Scenes
  • Trailer
  • Trailershow

Kritik Extras
Endlich mal wieder ein sehenswertes Making of. Das hätte zwar noch etwas üppiger ausfallen dürfen, bietet jedoch genug Informationen und Eindrücke, um zufrieden stellen zu können.

Wertung: 6.5 | 10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

7.0/10 rating 1 vote
Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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