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Jul24

Arrow - Staffel 1

Arrow - Staffel 1

Originaltitel: Arrow
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2012
Genres: Action, Abenteuer, Drama, Fantasy
Freigabe: FSK 16
Regie: John Behring, Guy Norman Bee, Michael Schultz u.a.

Schauspieler: Stephen Amell, Katie Cassidy, David Ramsey, Willa Holland, Susanna Thompson u.a.

Nachdem er vor fünf Jahren mit der Yacht seines Vaters auf See verschollen und für tot erklärt worden ist, wird Milliardär Oliver Queen (Stephen Amell) von einer abgelegenen Insel gerettet, auf der er all die Jahre überlebt hat. Zurück in seiner Heimat Starling City sieht sich Queen nicht nur mit der Rückkehr in die Zivilisation, seiner entfremdeten Familie und seiner wütenden Ex-Freundin konfrontiert, die er mit ihrer Schwester auf der Yacht betrogen hatte, nein, er hat auch eine selbstauferlegte Mission im Gepäck. Kurz bevor sein Vater nach dem Schiffbruch verstarb, verriet er Oliver noch, dass er dabei mitgeholfen hatte, Starling City zu einer Brutstätte des Bösen zu machen. Oliver schwört, die Fehler seines Vaters wieder gerade zu rücken und fortan das Verbrechen zu bekämpfen. Die Jahre auf der Insel haben den verwöhnten Playboy zu einem harten Kämpfer werden lassen und so streift er sich im Schutz der Dunkelheit eine Kapuze über, um den Reichen und Korrupten mit Pfeil, Bogen und der einen oder anderen auch tödlichen Warnung Einhalt zu gebieten…

- Kritik -

Was wäre, wenn man die Abenteuer von Robin Hood im "Sherlock"-Stil in die Gegenwart verlagern und den Sherwood Forest gegen eine Großstadt eintauschen würde? Oder was wäre, wenn Batman alias Bruce Wayne von Wilhelm Tell großgezogen worden wäre? Willkommen in der Welt von "Arrow".

Mit "Arrow" ging 2012 ein Superheld von DC-Comics (ja, ausnahmsweise ist es kein Vertreter des allgegenwärtigen Marvel-Universums) in Serienproduktion. Warner produziert den Streif- und Kreuzzug gegen das Verbrechen, dem der Comic-Heroe "Green Arrow" als Vorbild dient. Dabei fährt die Serie zweigleisig. Zum einen wird bei den Ereignissen in der Gegenwarts-Handlung die Entwicklung des noch namenlosen Rächers zum Superheld Green Arrow beleuchtet, wie ihn die Fans aus den Comics kennen. Zum anderen zeigen regelmäßige Rückblicke in Olivers Zeit auf der gar nicht so einsamen Insel dessen Robinsonade und seine dort stattfindende vorherige Entwicklung vom verantwortungslosen Tagedieb zum kaum zu überwindenden aber namenlosen Kämpfer. Als solcher verfügt er im Gegensatz zu seinen meisten Comic-Kollegen nicht über nennenswerte (Super)Kräfte sondern vor allem ausgeprägte Physis, Reflexe und Kampfgeschick. Ach ja und eine Liste seines Vaters, auf der praktischerweise alle wichtigen Verbrecher der Stadt verzeichnet sind.

Die generell wichtige Pilot-Episode wurde von Emmy-Preisträger David Nutter inszeniert, der mit über 40 verschiedenen (meist Serien)Produktionen seit Mitte der Achtziger Jahre eine beachtliche Vita aufweisen kann. Nachdem er u.a. lange bei "Superboy"-Heldenerfahrung gesammelt und in "Trancers 4" Tim Thomerson noch einmal in den Kampf geschickt hatte, begann er mit "M.A.N.T.I.S." seine Karriere als ungekrönter König der Pilotfolgen. Er inszenierte die stets stilprägende erste und meist auch weitere Episoden für Serien wie "Space 2063", "Millennium", "Roswell", James Camerons "Dark Angel", "Smallville" (womit er quasi den Bogen zurück zu seiner Zeit bei "Superboy" schlug), "Without a Trace", "Terminator: Sarah Connor Chronicles" sowie 2014 schließlich auch beim brandneuen "Arrow"-Ableger "The Flash". Und dies sind bei weitem nicht all seine Pilot-Episoden. Er verpasste der "Arrow" direkt einen düsteren Stil, der weit über "Smallville" hinaus geht. Die Autoren verwenden dabei gekonnt verschiedene Elemente und Charakterentwicklungen der Comics und wenden sie in der Serie anders an, um einerseits die Fans mit dem zu versorgen, was sie kennen und mögen und andererseits alles nicht zu vorhersehbar zu machen.

Nun ist ein (ausgerechnet) grün gewandeter Bogenschütze, der seine wahre Identität mit einer Kapuze, ständig gesenktem Haupt und einem Stimmenverzerrer a la "Scream" verbirgt, nicht gerade der originellste Superheld der Welt. Immerhin besitzt die Serie aber genug Selbstironie um schon selbst mehrfach auf Robin Hood anzuspielen. Aber als wäre die (freilich der gezeichneten Vorlage geschuldete) Konzeptionierung von Olivers Alter Ego nicht grenzwertig genug, fuhr die Serie von Anfang an eine Fülle an blassen, oberflächlichen und/oder Klischee-befangenen Figuren ein, die den Oliver "Ollie" Queen umkreisen. Ja, ein Superheld, der ständig Ollie gerufen wird und bei seiner 5-jährigen Insel-Isolation die meiste Zeit eine wirklich fiese Perücke tragen musste. Noch so eine Sache, die zum Fremdschämen animiert.

Allerdings; sieht man über derlei berechtigte Kopfschüttel-Umstände hinweg muss man zugeben, dass die Serie im Laufe der ersten Staffel durchaus ihren eigenen Rhythmus findet. Die Welt des Bogenschützen bleibt auch nach der Pilotfolge, in der Queen mal eben kaltblütig tötet, um seine Geheimidentität zu schützen, eine düstere und er selbst ein Rächer, der im Zweifelsfall wenig von Batmans Skrupeln hat, wenn es um Menschenleben geht. Der Zweck, die Stadt zu schützen und des Vaters Unrecht wieder gut zu machen, rechtfertigt hier manches Mittel. Parallel gibt es neben den oft überstrapazierten und an Soap Operas erinnernden romantischen Verwicklungen und einer Verschwörung einflussreicher Geldsäcke, immer wieder die Rückblicke in Ollies Zeit auf einer unheimlich belebten einsamen Insel im chinesischen Meer. In meist mit der Gegenwart korrespondierenden Ereignissen (wer hat gerade "Lost" gerufen?) erfahren wir dort immer mehr von seinem Martyrium und wie er dieses gestählt und (natürlich nur unterhalb des Gesichts) vernarbt überstand. Klingt nicht nach viel Stoff, ist aber am Anfang schön mysteriös, im Mittelteil geht gewaltig die Luft raus aber gegen Ende zieht es Spannungs- und Action-seitig ordentlich an.

Was die Besetzung angeht, so zeigt sich Titelheld Stephen Amell ("Private Practice") in einer physisch hervorragenden Form und bringt den Kapuzenmann in Action glaubwürdig herüber. Mit der Zeit gewöhnt man sich sogar an seine unglaublich flache Performance, wenn er als Oliver unterwegs ist. Und auch einige der zuvor als überflüssig bezeichneten Figuren entwickeln im Laufe der Zeit so etwas wie Profil. Die besten Charaktere sind allerdings nicht die umfangreichen Familienmitglieder und Freundeskreise sondern die wiederkehrenden Gastrollen und Schurken. Die bis dato praktisch vollkommen unbekannte Emily Bett Rickards macht aus der (in den Comics) bestenfalls nebensächlichen Rolle der Felicity Smoak einen tatsächlich willkommenen und amüsanten Sidekick mit einem gewissen Sex-Appeal und "Spartacus"-Nemesis Crixus alias Manu Bennett ("Die Todeskandidaten") haut als Slade Wilson auf der Insel auf den Putz.

Und dann ist da noch der in Schottland geborene John Barrowman. Der kam durch die Hauptrolle als bisexueller, zeitreisender Captain Jack Harkness in "Torchwood", einer Ableger-Serie des britischen Sci-Fi-Kults "Doctor Who", im Kampf gegen Aliens zu einigem Ruhm. Mit "Torchwood: Miracle Day" gab es 2011 noch eine amerikanische Fortsetzung, die von den Fans allerdings nicht gut aufgenommen wurde. Doch Barrowman konnte sich dadurch in Amerika gut genug etablieren, um die wiederkehrende Rolle in "Arrow" zu landen. Mittendrin zwischen Arrow-Gegnern wie den manchmal fast etwas verschenkten Comic-Schurken Deadshot und Deathstrike (ja, abwechslungsreiche Namensgebung aber wenigstens heißt keiner der Schurken Ollie) gibt Barrowman den Malcolm Merlyn, einen steinreichen, freundlich grinsenden Bös-Mensch aus dem Lehrbuch, der persönlichen Verlust zur Rechtfertigung nimmt, sehr viele Menschen umzubringen. Okay, damit hat er quasi dasselbe Motiv wie Queen Ollie, aber das wollen wir ihm nicht vorhalten. Wenigstens sind die Ziele verschieden. So oder so gelingt es Barrowman seiner Rolle eine gewisse Faszination zu verleihen und nicht selten seinen Co-Stars die Show zu stehlen. Was nicht wenig damit zu tun hat, dass er den Kapuzenmann auch mal grün (sorry) und blau schlägt.

Kehren wir noch einmal kurz auf die Seite der Guten zurück. Dort haben wir Olivers Ex-Freundin (Horror-Sternchen Katie Cassidy), die ihn nicht mehr allzu sehr mag, seit er sie mit ihrer kleinen Schwester betrog, die zur Quittung bei dem Bootsunglück ertrank. Viel Verständnis von ihrem Vater, einem hartgesottenen örtlichen Polizist (meist unterfordert: "24"-Schurke Paul Blackthorne), kann er da auch nicht erwarten. Auch von Olivers bestem Freund (Colin Donnell) kommt nicht nur Freude, denn der hat sich in den letzten fünf Jahren an Queens Ex heran geschmissen. Seine Familie bevormundet und oder versteht Oliver auch nicht. Im Übrigen ist die tolle Susanna Thompson (hier als Queen Mama dabei) immer gern gesehen und besticht vor allem in ihren dunkleren Momenten, die an ihre Zeiten als Borg-Königin in "Star Trek: Voyager" und zeitweiser taffer Love-Interest von Gibbs in "Navy CIS" erinnern. Wer bleibt bei all dem Misstrauen dann noch als Vertrauter für den Rächer mit dem Flitzebogen? Da wäre zunächst Olivers ihn auch ständig tadelnder Bodyguard Diggle (der sich hoffentlich bald einen coolen Alias zulegt und von David Ramsey aus "Dexter" gespielt wird) und später die bereits erwähnte kluge und witzige Felicity Smoak, die mit Brille betont auf IT-Nerd macht, das Team im Laufe der Staffel aber definitiv bereichert.

Ein weiterer, eher gesellschaftlicher, Pluspunkt: Im Gegensatz zu den meisten Comic-Verfilmungen ist diese hier für das normalerweise vor allem männliche Zielpublikum nicht Beziehungs-schädigend sondern tatsächlich Bindungsfördernd. Während sich ein signifikanter Anteil der potentiellen weiblichen Zuschauer für gewöhnlich bei Heldengeschichten in bunten Kostümen mit Grausen abwendet sorgen zahlreiche Oben-Ohne-Aufnahmen von Amells trainiertem Körper dafür, dass auch ein weibliches Publikum visuell etwas geboten bekommt. Hier verdreht der männliche Zuschauer womöglich gelegentlich die Augen, doch andererseits haben die Autoren mit etablierten regelmäßigen Workouts auf clevere Weise einen Anlass für häufige nackte Haut gefunden, ohne sich jedes Mal einen neuen, unsinnig aufgesetzten Grund zu suchen, Amell das Shirt ausziehen zu lassen. Glückwunsch, der Abend zu zweit auf dem Sofa ist gerettet.

Wer nun bisher vor allem sarkastische Spitzen in dieser Kritik gezählt hat, sollte dies nicht falsch verstehen. Die Serie hat ihre Momente. Die Actionszenen sind zwar meist sehr schnell geschnitten, doch was man sehen kann sieht auch gut aus. Wie eine Soap entwickelt die Serie auch eine gewisse Suchtwirkung und manche Nebenhandlung und –Rolle erzeugt eine ausreichende Spannung. Immer dann, wenn man glaubt, das nächste Klischee um die Ecke biegen zu sehen, fliegt einem doch ein unerwarteter CGI-Pfeil um die Ohren. So macht "Arrow" mit Atmosphäre, gelackten aber angenehm düsteren Bildern, einer coolen Inszenierung und starken Stunts viel wieder gut.


- Fazit -

Alles in allem bietet "Arrow" viel Angriffsfläche für Kritik, aber wenn man eine Weile dran bleibt und sich von sich wiederholenden "Missions-Episoden" nicht langweilen lässt, dann hat man eine gute Chance, die Serie doch irgendwie lieb zu gewinnen. Selbst der zunächst recht blasse Stephen Amell in der Titelrolle wird einem mit der Zeit fast sympathisch, obwohl man sich trotzdem manchmal dabei erwischt, wie man der Gegenseite die Daumen drückt, wenn es für den Kapuzenmann mal wieder Ärger mit der Polizei, den Tiraden oder anderen markanten Gegenspielern gibt. Na wenigstens ein bisschen. So mag die Show nicht voll ins Schwarze treffen, kann ihren Platz aber trefflich bestreiten und damit doch gekonnt zur Pfeilspitze der TV-Comic-Adaptionen aufschließen. Mit Luft nach oben. Die zweite Staffel baute 2013 auf der soliden Grundlage auf, eliminierte einige Schwächen und förderte bereits vorhandene Stärken. Derzeit sind die dritte Staffel sowie ein eigener Ableger über den schnellsten Menschen der Welt, "The Flash", in Produktion. Ein Ende ist nicht in Sicht, zumal im Rahmen der Fernsehserie auch der Comic-Markt alte Geschichten neu auf- und neue Geschichten nachlegt.

Wertung: 6.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.6/10 Bewertung (5 Stimmen)

 


 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 21. Februar 2014
DVD Verkaufstart: 21. Februar 2014

Publisher: 
Warner Home (Die komplette 1. Staffel)
Verpackung: Keep Case (Amaray) 
Wendecover: Nein

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 933 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0 Stereo)
3. Tschechisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
4. Ungarisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: 
- Deutsch für Hörgeschädigte
- Englisch für Hörgeschädigte
- Griechisch
- Portugiesisch
- Ungarisch

Extras

  • Geschnittene Szenen zu 10 Episoden
  • Wie Arrow zum Leben erweckt wurde! (28 Minuten)
  • Arrow: Kampfschule/Stuntschule (20 Minuten)
  • Arrow: Cast und Crew auf dem Paley Fest 2013 (27 Minuten)
  • Verpatzte Szenen (2 Minuten)

Kritik Extras
Das Paket an Bonusmaterialen fährt praktisch das Warner-Standartprogramm für eine zeitgenössische Produktion auf und deckt alle wesentlichen Aspekte ab. Zunächst einmal gibt es auf den jeweiligen DVDs geschnittene Szenen zu den Episoden 1-3, 5, 7, 12, 20-21 sowie 23.

Die Frage "Wie Arrow zum Leben erweckt wurde" beantwortet ein Interview-lastiges Making of von beinahe einer halben Stunde Laufzeit, in dem die Macher auf die Comic-Ursprünge und die Wandlung für die Serie eingehen.

Weitere 20 Minuten geht ein Feature hinter die Kulissen um sich mit den Stunt- und Kampfszenen der Serie zu beschäftigen ("Kampfschule/Stuntschule") und schließlich kann man 27 Minuten lang an der Podiumsdiskussion mit Besetzung und Stab der Serie beim

Paley-Festival 2013 teilnehmen. Schließlich finden sich knapp 2,5 Minuten Outtakes unter dem Titel "Verpatzte Szenen".

Der Box liegt außerdem ein kleiner Episodenführer in Textform bei.

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

8.0/10 Bewertung (2 Stimmen)
Dominik Starck

Dominik Starck

   

Spieltipp  

   

Statistik  

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