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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Nov08

Assassin's Bullet

Assassin's Bullet

Originaltitel: Sofia
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2012
Genres: Action, Drama, Thriller
Freigabe: FSK-18
Regie: Isaac Florentine
Darsteller: Christian Slater, Donald Sutherland, Elika Portnoy, Timothy Spall, Bashar Rahal u.a.

Geheimagent Robert Diggs hat seine Karriere beim FBI an den Nagel gehängt. Nun arbeitet er als Kulturattaché in Sofia und versucht, die schmerzhafte Erinnerung an den Tod seiner Frau zu verdrängen. Als aber ein mysteriöser Täter einige der vom FBI meistgesuchten Terroristen tötet, bittet ihn US-Botschafter Ashdown eindringlich um seine Hilfe. Diggs beginnt mit der Jagd auf den unbekannten Killer und entdeckt schließlich eine heiße Spur. Seine einsamen Abende verbringt er währenddessen in einem Nachtclub und verfällt dort mehr und mehr der sinnlichen Bauchtänzerin Ursula. Er beginnt eine leidenschaftliche Romanze mit ihr, ohne ihre wahre Identität zu kennen. Mit wachsendem kriminalistischem Erfolg bewegt sich sein Privatleben immer weiter auf einen Abgrund zu…

- Kritik -

Isaac Florentine ist einer von ganz wenigen B-Regisseuren, die sich einen Namen machen konnten. Kommt ein neuer Florentine in die Videotheken, stehen die Fans gespannt Schlange. Schließlich zeichnet er sich für die größten Videothekenkracher der letzten Jahre verantwortlich: „Undisputed 2“, „Undisputed 3“ und „Ninja“. Speziell die „Undisputed“ Reihe ist durch Florentine zu einem gängigen Namen für jeden Kampfsportfan geworden. Florentine hat sich seinen guten Ruf mit viel Arbeit und Hingabe erkämpft, da er dafür bekannt ist, exzellent mit kleinen Budgets haushalten zu können und seine Filme immer weitaus teurer ausschauen zu lassen, als sie es in Wirklichkeit waren. Ein Kunststück, welches nicht einmal einer Handvoll  weiterer DTV-Regisseure zu gelingen scheint. Des Weiteren ist es bisher seine Stärke gewesen sich - in Bezug auf die Action - auf bodenständiges zu beschränken und nicht mangels Budgets billige CGI-Explosionen oder schlecht inszenierte und billig ausschauende Schießereien in seine Filme einzubauen. Er konzentrierte sich in seinen letzten Werken völlig auf die Kampfsportkünste seiner Darsteller und fing die Fights mit geschultem Auge wunderbar klassisch ein. Dafür bedurfte es nur sportlich talentierter Mimen wie Scott Adkins und Jai White. Exzellente Kampfsportler in Kooperation mit einem fähigen Regisseur machen es möglich kostengünstig äußerst spektakuläre Action auf Zelluloid zu bannen.

Nach dem gefeierten „Undisputed 3“ wurde es aber ein wenig still um den talentierten Regisseur und sein neuester Film ließ lange auf sich warten. Der nun endlich erschienene „Assassins Bullet“, welcher lange Zeit „Sofia“ betitelt wurde, stellt nun aber einen Genrewechsel für Florentine dar, da er einen schnörkellosen Thriller inszenieren wollte, anstatt weiter auf sein Steckenpferd – den Actionfilm – zu setzen. Florentine versucht in dem mit Christian Slater und Donald Sutherland recht prominent besetzten Film einen spannenden Thriller im Geheimdienstmilieu zu erzählen. Dabei setzt er auf die typischen Elemente wie die immer wiederkehrende Frage wem man trauen kann und obligatorische Intrigen.

Doch man merkt bereits nach wenigen Minuten, dass der Thriller kein Genre ist, welches Florentine beherrscht. Die fast schon provokant klischeehaft charakterisierten Hauptprotagonisten (der gebeutelte Superspion, welcher seine Frau verlor, dem Job den Rücken kehrte, aber für eine letzte Mission noch einmal ran muss oder der zwielichtig auftretende vermeintlich Verbündete mit doppeltem Gesicht geben sich die Klinke in die Hand) werden mit Dialogen ausgestattet, die einen stellenweise nur kopfschüttelnd in den Sessel sinken lassen. Dazu kommen diverse unfreiwillig komische Szenen, welche ihren Sinn erfolgreich vor dem geneigten Zuschauer zu verstecken wissen. 

Slater alias der Superspion besucht beispielsweise mehrmals und jeweils sehr lange einen bulgarischen Puff. Der Kumpel mit dem er ihn besucht haut dann am laufenden Band Sprüche folgenden Kalibers heraus: „Das vor allem faszinierende am weiblichen Körper ist dessen Geschmeidigkeit nicht wahr? Seine Elastizität, seine Schnelligkeit und Formbarkeit.“ Der letzte Teil dieses poetischen Ergusses wird stilecht leicht röchelnd vorgetragen und die Kamera observiert dabei den unheilschwangeren Blick des Poeten auf eine sich Superspion Slater zuwendende strippende Nutte. Das ist dermaßen lächerlich, dass man geneigt ist zurückzuspulen um herauszufinden, ob die just geschaute Szene wirklich dergestalt stattgefunden hat. 

Dabei muss angemerkt werden, dass sich doch tatsächlich ein Großteil des Films in dem besagten bulgarischen Puff abspielt. Warum? Das möchte man Florentine oder den Drehbuchautoren liebend gerne persönlich fragen. Die Szenen im Puff sind nämlich lächerlich ohne Ende und bringen eine unfreiwillige Komik mit ins Spiel die stellenweise wirklich ihres Gleichen sucht. Der eigentlich um seine verstorbene Ehefrau trauernde Superspion Slater findet nämlich auf einmal Gefallen an der tanzenden Nutte Ursula (die Dame hört tatsächlich auf diesen Namen), wird von seinem poetischen Kumpel ermutigt sie anzusprechen und verliebt sich in sie.  Das erste Gespräch zwischen den beiden wird selbstverständlich völlig ausgewalzt und gipfelt in Slaters wohl miserabelster darstellerischer Leistung seiner Karriere und ist derartig plump inszeniert und mit Dialogen zum Haareraufen bestückt worden, dass man sich stellenweise regelrecht unwohl fühlt und sich fremd schämt. 

Der Film bietet aber auch noch eine kleine Nebengeschichte um eine bulgarische Lehrerin, die von ihrem sehr viel älteren Ehemann unterdrückt wird und keine Freiheiten zugestanden bekommt. Sie darf nicht ausgehen und nicht zu lange mit anderen Männern reden. Des Weiteren besucht sie einen Psychologen um ihre Vergangenheit bewältigen zu können. Diese Grundkonstellation gipfelt dann in einer Szene, welche die Messlatte für unfreiwillige Komik noch ein wenig höher legt:

Besagte Dame liegt auf einer römischen Liege und erzählt ihrem Psychologen, was sie momentan beschäftigt. Sie hatte einen fürchterlichen Albtraum, welcher sie an  eine Szene aus einem bekannten Roman erinnert. Sie liegt auf dem Rücksitz eines Autos und ein ganzes Dorf steht - in nicht metaphorischer Weise -  Schlange um sie nacheinander zu beschlafen. Der Psychologe den die Geschichte eher zu erregen scheint denn zu ernsthaften Analysen anstiftet bietet der Dame daraufhin an sie zu hypnotisieren, was in einem weiteren unsäglichen Moment gipfelt: Der werte Doktor geht zu seinem Schreibtisch, kramt ein langes Seidentuch aus einer Schublade seines Schreibtisches hervor und lässt es einmal gekonnt durch die Luft sausen. Das war’s. Das war die Hypnose. Er geht zu seiner Patientin, verbindet ihr mit dem Tuch die Augen und ohne Umschweife und völlig unverständlich ist sie plötzlich völlig hypnotisiert. Die gerechtfertigte Frage nach dem Sinn dieser doch recht langen Szene ist kaum zu beantworten und bleibt wohl ein Geheimnis des Drehbuchautors.  

Superspion Slater ist auf der Suche nach einem Killer, welcher staatlich gesuchte Verbrecher tötet. Das Töten dieser Verbrecher durch eine eiskalte Killerin wird von Florentine genutzt ein wenig Action in den Film zu bringen. Die Exekutionen sind allesamt sehr kurz, aber immerhin nett inszeniert, da hier ein wenig Florentines Stärken zum Vorschein kommen. Es gibt kein Blut aus dem Computer, sondern den großzügigen Einsatz von Bloodpacks, was heutzutage eine Seltenheit ist, den Fan der alten Schule aber freuen wird. Was allerdings wieder Fragen aufwirft ist das völlig alberne Kostüm der Killerin, welche eher an eine billig verkleidete Superheldin denn an einen ernstzunehmenden Killer erinnert. Nicht zuletzt liegt das daran, dass sie durchweg einen futuristischen Rucksack der an ein Jetpack oder Fallschirmcase erinnert geschultert hat. Es ist obsolet zu erwähnen, dass die Funktion dieses Utensils nicht geklärt wird.

Die Suche nach dieser Killerin – sollte Thriller gerecht – eigentlich durch Ermittlungen erfolgen. Der Superspion hält sich aber die meiste Zeit in einem bulgarischen Puff auf und kommt kaum zu ermitteln. Deswegen bedient sich die Drehbuchcrew eines plumpen Kniffs gegen Ende des Films. Mehr oder weniger zufällig wird Superspion Slater auf die richtige Fährte gebracht. Dazu gesellt sich dann noch ein an den Haaren herbeigezogener Twist, der so unglaublich vorhersehbar ist, dass es umso unverständlicher ist, warum er von Florentine derart zelebriert wird.

 

- Fazit -

„Assassin’s Bullet“ ist Florentines mit Abstand schlechtester Film bisher. Die Darsteller agieren lustlos, Spannung ist keine vorhanden, die Optik ist größtenteils billig und der Film erstickt förmlich förmlich an den Lachern der Zuschauer, welche der unglaublich zahlreich vorhandenen unfreiwilligen Komik geschuldet ist.

 Bewertung: 2.5 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

2.4/10 Bewertung (7 Stimmen)

- DVD FACTS & EXTRAS -

 

DVD Verkaufsstart: 08.11.2012
DVD Verleihstart: 02.10.2012

Verleih: Sunfilm
Verpackung: Keep Case (Amaray)

Wendecover: Nein

Bild: 1,85:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: 87 Minuten

Uncut: Ja 

Ton: 
1. Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
 
- Deutsch

Extras:

  • Behind the Scenes (19:25 Min.)
  • Original Trailer (1:55 Min.)
  • Deutscher Trailer (1:55 Min.)
  • Trailershow mit Trailern zu 5 weiteren Titeln

Kritik: Extras
Die Extras sind kein Steckenpferd der DVD können aber immerhin mit einem fast zwanzig Minuten langen Behind-the-scenes Video überzeugen. Das ist ganz unterhaltsam und einen Blick wert.

Bewertung: 5 | 10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

3.0/10 rating 1 vote
Giuliano Bertini

Giuliano Bertini

   

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