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Okt14

Blood Out

Blood Out

Originaltitel: Blood Out
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Action
Freigabe: FSK-18
Regie: Jason Hewitt

Darsteller: Val Kilmer, Luke Goss, AnnaLynne McCord, Vinnie Jones, 50 Cent u.a.

Als David seinen Bruder, den Polizist Micheal Savior um Hilfe bittet, gerät dessen Leben aus den Fugen. Denn David ist Mitglied in einer gefährlichen Gang. Als dieser eines Tages beschließt, seine Gang zu verlassen, um mit seiner Verlobten ein ganz normales Leben führen. Doch so einfach ist das nicht! Als er seinen Ausstieg verkündet, wird David eiskalt von seinen Kompagnons ermordert. Um die Mörder seines Bruders zu finden, beschließt Michael der Gang als Undecover Cop beizutreten und sich an den Killern zu rächen.

- Kritik -

Das ehemalige Boyband-Mitglied Luke Goss hat sich in den letzten Jahren gemausert und zählt spätestens seit DEATH RACE 2 zu einem der angesagtesten Actionhoffnungen der zweiten Reihe, dem man zu gerne einen richtigen Hit wünschen würde, damit er auch eine Etage höher den müden Actionstars Beine macht. Goss gibt sich seit einiger Zeit auch nicht mehr nur mit der reinen Schauspielerei zufrieden, sondern beteiligt sich an den Drehbüchern oder produziert seine Filme mit. So auch seinen neusten Streich BLOOD OUT, der neben Goss auch noch Tamer Hassan, Vinnie Jones, 50 Cent, Val Kilmer und den Wrestler Bobby Lashley vorweisen kann. Für einen kleinen Film eine durchaus illustere Besetzung. Eines steht fest: BLOOD OUT ist sicherlich nicht der Film, der Goss näher an größere Produktionen bringt, ganz im Gegenteil. Ist er doch nicht mehr als ein leidlich zufriedenstellendes B-Movie mit einigen Stärken, aber viel größeren Schwächen.

In erster Linie handelt es sich bei BLOOD OUT um einen klassische Revenge-Film, der sich im Groben darauf reduzieren lässt, dass ein Cop seinen Bruder rächen will, und dafür selbst in die Gang-Szene eintauchen muss, weil ihm niemand hilft. Der Umstand, dass diese Thematik seit seligen DEATH-WISH-Zeiten immer wieder durchgekaut wird, ist gar nicht das Problem, sondern vielmehr der Umstand, wie einfallslos und dramaturgisch orientierungslos das Ganze umgesetzt wird. Mit ordentlich Tempo, klassischen und gut gefilmten Actionszenen würde sich da kein Genre-Freund beschweren. Doch scheinbar wollten alle Beteiligten eben nicht nur ein weiteres B-Revenge-Movie abliefern, sondern hatten mehr im Sinn. Schlussendlich ist das Gezeigte aber gnadenlos überzogen und in dieser Inszenierung nicht haltbar. So stellt sich Lieschen Müller den internationalen Drogenmarkt vor.
Und so schwankt BLOOD OUT zwischen den Genres Action, Thriller, Drama und einer unbeholfenen Milieustudie hin und her. Der löchrige Plot bietet eben nicht mehr als die üblichen Versatzstücke und zerfällt in eine störend episodenhafte Dramaturgie, die arg holprig wird und Spannung nur selten aufkommen lässt. Ein stimmiger roter Faden? Fehlanzeige. Der „Held“ erschießt am Anfang ein Kind? Ooops, Collateral Damage, da kann man nichts machen. Einen Einfluss auf sein weiteres Handeln oder auf die Geschichte an sich hat das Erlebnis nicht. Wozu dann diese Einführung? In diesem Sinne geht es weiter, Nebenkriegsschauplätze werden eröffnet, ohne dass sie wichtig für die Story sind, oder irgendwann eine Relevanz haben. Zudem wird die ohnehin schon platte Story so unglaubwürdig umgesetzt, dass man es einfach nicht ernst nehmen kann. Wie gesagt: Bei einem reinen Actionflick nimmt man so etwas ja noch hin, doch da BLOOD OUT eben mehr sein will und dementsprechend auch das Tempo und der Drive eines klassischen Revenge-Movies fehlen, geht dieser Ansatz des Regie-Debütanten Jason Hewitt gehörig den Bach runter. Alleine schon das Finale, welches viel zu schnell durch gepeitscht wird, ist so schreiend dämlich und unrealistisch, dass man sich irritiert am Kinn kratzt und fragt, was da gerade passiert ist.
Die Actionszenen schwanken zwischen gut bis mies, beschränken sich jedoch im Grunde auf ziemliche brutale Prügeleien. Gerade Goss ist in diesen Szenen bemerkenswert präsent und hinterlässt trotz der quasi nicht vorhandenen Choreographie einen guten Eindruck. Allerdings beweist Hewitt, dass er schnellstens wieder das tun sollte, was er bis dahin tat: Produzieren. Vom Filmemachen, insbesondere von Actionfilmen, sollte er die Finger lassen: Da fehlt es an Gespür, an grundlegender visueller Vorstellungskraft. Ohne Gespür und ohne Timing spult er alle technischen Spielereien ab, die derzeit so angesagt sind, weiß aber nie, wann es auch mal sinnvoll wäre, eine Szene einfach laufen zu lassen. Diese Mankos versucht er durch eine arg wacklige Kamera ebenso aufzufangen wie durch einen hektischen Schnitt, der im Verbund mit dem donnernden Soundtrack eher den Eindruck eines Musikvideos vermittelt. Dass dann im völlig misslungenen, fast schon unfreiwillig komischen Finale, in dem in erster Instanz Goss gegen Lashley antritt, auch noch sichtbar durchwachsene CGI eingesetzt werden, macht das Ganze nicht besser.
Dass nun BLOOD OUT nicht gänzlich vor die Hunde geht, liegt an dem sehenswerten Cast. Selbst Hewitt ist nicht in der Lage, Goss seiner Präsenz zu berauben. Da könnte wirklich jemand „heranwachsen“ der das Actiongenre um eine Note bereichert. Und diese Präsenz reicht über die Actionszenen hinaus. Dass er gegen ein einfallsloses Skript und einen hilflosen Regisseur anspielen muss, wird zwar deutlich, doch überwiegend kann er sich aus dieser Umklammerung der Talentlosigkeit befreien. Insbesondere seine Szenen mit dem immer wieder gern gesehenen Tamer Hassan wissen zu gefallen. Ebenso wie Goss überzeugt auch Hassan durch seine natürliche Präsenz – auch von ihm würde man in Zukunft gerne was Größeres sehen. In einer kleineren Rolle gefällt auch Ed Quinn. 
Vinnie Jones, Val Kilmer und 50 Cent dürften jedoch nur für einen Tag am Set vorbei geschaut haben. Sie hätte der Film zwar nicht gebraucht, aber nett, etwas bekanntere Gesichter zu sehen. Jones spult nur seine Klischeerolle ab, Kilmer wirkt etwas lebendiger als zuletzt, rettet sich in eine amüsante Form des Overactings und scheint immerhin zu wissen, dass er sich auf einem Filmset befindet, 50 Cent überzeugt als Arsch vom Dienst. Und für´s Auge läuft auch noch AnnaLynne McCord knapp bekleidet durch die Szenerie und darf auch mal die Domina geben. Die määnliche Zielgruppe nimmt es dankend zur Kenntnis.

Am Ende bleibt wieder einmal die Erkenntnis, dass Ambitionen durchaus anspornend sein können, zu große Ambitionen aus einem prinzipiell guten Vertreter seiner Art jedoch auch einen ziemlichen Rohrkrepierer machen können. Weniger ist manchmal mehr.
 

- Fazit -

Überambitionierter Genremischling, der nie wirklich weiß, was er sein will, und daher in nahezu allen Punkten enttäuscht. Die Regie hilflos, das Drehbuch ideenlos: Wa bleibt da noch? Einerseits die grundsätzliche Optik, die bewusst körnig und grob angelegt wurde, andererseits die eine oder andere überzeugende Actionszene und natürlich die sehenswerte Leistung von Luke Goss und Tamer Hassan. Bei gesenkter Erwartungshaltung für den Actionfreund gerade noch akzeptabel – mehr nicht. 

Bewertung: 4 | 10

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- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 21.07.2011
DVD Verkaufstart: 11.08.2011

Label: 
Universal
Verpackung: Keepcase
Wendecover: Nein

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9) 
Laufzeit: ca. 85 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)
3. Französisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch
- Englisch
- Französisch
- Niederländisch

Extras:

  • Interviews mit Besetzung und Crew (16:16 Min.)
  • Blood Out Trailer (2:09 Min.)

Kritik Extras
Die interessanten Passagen der verschiedenen Interviews verlieren sich in Wagenladungen voll Eigenlob, bei denen maan sich als Zuschauer schon verwirrt den Kopf schüüttelt und fragt, ob insbesondere Regisseur und Produzent den gleichen Film gesehen haben, wie man gerade selbst.  

 
Wertung: 4 | 10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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