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Nov03

Curse of Chucky

Curse of Chucky

Originaltitel: Curse of Chucky
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2013
Genres: Horror, Action, Thriller
Freigabe: FSK 16
Regie: Don Mancini
Darsteller: Chantal Quesnelle, Fiona Dourif, Jordan Gavaris, Danielle Bisutti, A Martinez u.a.

Die querschnittgelähmte Nica lebt mit ihrer überprotektiven Mutter in einer gewaltigen neuenglischen Villa am Rande der Staat. Eines Tages steht ein Paket unbekannter Herkunft vor der Tür, und in dem Paket liegt eine hässliche rothaarige Puppe. Ein paar Tage später ist die Mutter tot, gestorben an einem Unfall. Nun rückt die nähere Verwandtschaft an, schließlich gilt es, Mamas Erbe zu verteilen. Während sich die liebe Nichte die Puppe sichert, versucht man Nica um das Haus zu prellen. Da kommt es zu weiteren Todesfällen.

- Kritik -

Mittlerweile 25 Jahre ist es her, dass sich die Mörderpuppe Chucky (alias Charles Lee Ray) erstmals über die weltweiten Leinwände metzelte. Bis 2004 folgten noch vier Fortsetzungen, in denen die Reihe eine bemerkenswerte Veränderung durchmachte und mit CHUCKYS BABY (2004) einen fast schon absurden Slasher-Slapstick bot, der Fans und Kritiker eher ernüchtert und ratlos zurückließ.  Da der Film weltweit auch „nur“ 25 Millionen Dollar wieder einspielte, ließ man die Reihe einstweilen ruhen. Doch im Zuge der Remake-, Reboot-, Prequel- und Sequel-Welle, die gerade die Ikonen des Horrorkinos der 80er-Jahre nicht zur Ruhe kommen ließen und lassen, war es nur eine Frage der Zeit, bis Chucky wieder reanimiert werden würde. Mit CURSE OF CHUCKY war es dann so weit, allerdings sah das Studio von einem Kinorelease ab und plante den nunmehr sechsten Puppen-Horror direkt für den Direct-to-DVD-Markt ein.

Don Macini, der an allen Filmen als Autor beteiligt war und bei dem ungeliebten CHUCKYS BABY auch Regie führte, versuchte bereits seit Jahren, seinen filmischen Goldesel wieder in die Spur zu bringen. Doch „Universal“ sah scheinbar kein finanzielles Potenzial mehr, so dass man ihn ihm wieder abblitzen ließ und vertröstete. 2008 kündigte er schließlich ein Reboot an, doch auch dazu kam es nicht. Erst als man sich darauf einigte, Chucky nun keine Kinoauswertung mehr zu gönnen, einigte man sich auf eine Fortführung des Franchises. Allerdings stellte das Studio lediglich acht Millionen Dollar zur Verfügung, so dass Mancini gezwungen war, seine eigentlichen Konzepte und Ideen zu variieren und den neuen Umständen anzupassen. Scheinbar geschah das relativ kurzfristig, denn über die Ausrichtung von CURSE OF CHUCKY herrschte scheinbar auch während der Dreharbeiten – in Interviews unmittelbar vor und den Aufnahmen kündigte Mancini zum Beispiel an, der Streifen solle die Lücke zwischen dem dritten und vierten Film schließen – und Arbeit im Schneideraum keine Klarheit, denn irgendwie ist der sechste Ausflug der Killer-Puppe (fast) alles auf einmal: Prequel, Reboot und Sequel, wobei allerdings deutlich gemacht werden muss, dass er sich inhaltlich klar als als Sequel entpuppt. Unabhängig davon, ob und wie viel Sinn es nun macht. 

Stilistisch betritt die Reihe wieder einmal Neuland, denn diesmal nahm sich Mancini sehr deutlich die Haunted-House-Filme a´la AMITYVILLE zum Vorbild. Nahezu die komplette Handlung spielt in einem düsteren, verwinkelten Haus, welches förmlich dazu einlädt die typischen Merkmale des Subgenres auszureizen: Knarrende Türen, Unheil verkündende Schatten und knallige Schockeffekte prägen das Bild. Zudem gelangen Mancini, der nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb, einige durchaus gelungene Suspense-Szenen. Vor allem eine Szene in einem altertümlichen Fahrstuhl oder eine Sequenz am Speisetisch sind durchaus gelungen. Zudem kann eine bewusst altmodisch gehaltene Kameraführung überzeugen und ergänzt sich hervorragend mit dem Haunted-House-Szenario.

Der Wille wieder zum Ursprung der Reihe zurückzukehren und deutlich düsterer zu werden, ist in jeder Einstellung erkennbar, prinzipiell auch gelungen und lobenswert. Es gibt nicht viele Kills, doch diese sind durch die Bank recht blutig, zumindest überwiegend handgemacht und verhältnismäßig einfallsreich. Allerdings kratzt man sich verwundert am Kopf, warum die stets für Überraschungen bekannte FSK hier eine FSK-16-Freigabe erteilte, denn im Vergleich zu wesentlich harmloseren FSK-18-Vertretern, wäre hier eine rote Plakette durchaus nachvollziehbar gewesen. Schauspielerisch werden hier keine Wunderdinge geboten. Das ist blanker Durchschnitt, wobei es die plakativ geschrieben Figuren den Schauspielern auch kaum zulassen haben, eigene Akzente zu setzen. Einzig Fiona Dourif, Tochter von Brad Dourif, der Chucky seit 1988 seine Stimme leiht und in diesem Film auch wieder als Charles Lee Ray zu sehen ist, kann halbwegs überzeugen.

Dass CURSE OF CHUCKY dann doch nicht mehr als ein zufriedenstellendes Comeback wurde, hat verschiedene Gründe. Einerseits sieht man dem Film das recht kleine Budget an. Das fehlende Geld spiegelt sich nicht nur in dem begrenzten Handlungsort wieder, sondern auch in Umsetzung von Chucky selbst. Oftmals wird die Puppe nur statisch eingesetzt, so dass komplexe Bewegungen ebenso Mangelware sind, wie eine detaillierte Mimik. Hin und wieder wird dann auch mit CGI nachgeholfen und gerade in diesen Momenten verändert sich die Figur sehr stark von ihrem normalen Aussehen. Zudem dauert es lange, bis Chucky das erste Mal in Aktion tritt. Das wäre an sich nicht tragisch, wenn die Ereignisse spannend und die vorgestellten Figuren interessant wären, doch das trifft allenfalls bedingt zu. Als Folge zieht sich die erste Hälfte ganz schön in die Länge.

Das weitaus größere Problem ist jedoch die Ausrichtung an sich. Wirkt es zwischenzeitlich als hätte Mancini ein klassisches Remake angestrebt, werden nach und nach immer mehr Hinweise eingestreut, dass es sich eben doch um ein klassisches Sequel handelt. Mancini müht sich im letzten Drittel nicht nur plausibel zu machen, wie das funktionieren kann, sondern erzählt auch noch die Vorgeschichte zum ersten Film und erweitert dabei den Mythos. Letzteres ist zwar nicht nötig, macht aber durchaus Spaß, doch bei dem Spagat auch die anderen Filme unter einen Hut zu bringen, verhebt sich das Drehbuch und nimmt dem Film seine immer wieder aufblitzende Klasse und Dramatik. Gerade beim unglücklichen Ende – das wirkt, als wäre es nachträglich eingefügt worden – der Einbindung von Jennifer Tilly und einer Szene, die die Fans erfreuen wird (Den Abspann bis zum Ende schauen!) wird recht klar, dass dieser Ansatz nicht funktioniert, denn es bleiben einfach zu viele Fragezeichen übrig.  Es ist absolut lobenswert, dass man nicht einfach nur ein weiteres Remake ins Rennen schickte, doch vielleicht wäre es wirklich besser gewesen, Teil 4+5 außen vor zu lassen, und wie ursprünglich einmal geplant an Teil 3 anzusetzen. Damit hätte man sich einiges gespart. Zudem verweist Mancini immer wieder unnötig auf andere Genre-Klassiker und scheint auch Fan von Dario Argento zu sein. Was in den Händen eines sicheren Regisseurs als Hommage durchginge, wirkt hier bisweilen etwas ideenlos und abgekupfert.

Unter dem Strich bleibt dann eine stilistisch überraschende Neuorientierung, die unter den eigenen Ambitionen leidet. Doch trotzdem macht auch der sechste Auftritt von Chucky genug Spaß, um sich auf einen sicher kommenden siebten Teil zu freuen.

 

- Fazit -

Ein deutlich abgespecktes Budget und eine überambitionierte Herangehensweise schaden dem Film. Doch einige nette Regieideen, eine schöne Kameraführung, die stilistische Neuausrichtung und die Auftritte der Killer-Puppe an sich versöhnen die Fans mit dem ungeliebten letzten Film. CURSE OF CHUCKY erfindet weder das Genre noch die Reihe an sich neu, kann Fans aber letztlich doch unterhalten. Chucky is back – nicht so furios wie in früheren Tagen, aber immer noch lässig und fies genug, um auf einen siebten Teil zu hoffen. 

Wertung: 6.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.8/10 Bewertung (12 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 24. Oktober 2013
DVD Verkaufstart: 24. Oktober 2013

Publisher: Universal

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 92 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)
3. Russisch (Dolby Digital 5.1)
4. Türkisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch
- Englisch
- Bulgarisch
- Estnisch
- Griechisch
- Lettisch
- Litauisch
- Rumänisch
- Russisch
- Türkisch
- Ukrainisch

Extras
Trailer vor Menüstart:
*Mama (02:11 mins)
*Dead in Tombstone (01:27 mins)
*The Purge (02:23 mins)

Kritik Extras

Uns stand ein Presse-Screener zur Verfügung. Daher entfällt die Bewertung der Extras.

Wertung: x.x|10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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