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Jun22

Homefront

Homefront

Originaltitel: Homefront
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2013
Genres: Action, Thriller
Freigabe: FSK 16
Regie: Gary Fleder

Darsteller: James Franco, Jason Statham, Rachelle Lefevre, Winona Ryder, Kate Bosworth u.a.

Der frühere DEA-Undercoveragent Phil Broker (Jason Statham) hat seinen Job mittlerweile an den Nagel gehängt und sich in ein kleines, ländliches Kaff zurückgezogen, in dem er als Handwerker arbeitet und seine 9jährige Tochter Maddy (Izabela Vidovic) großzieht, nachdem deren Mutter verstorben ist. Eine Schlägerei zwischen Maddy und Teddy Klum (Austin Craig) setzt eine verhängnisvolle Entwicklung in Gang: Teddys Eltern sind Jimmy (Marcus Hester) und Cassie (Kate Boseworth), Teddys Onkel ist Morgan 'Gator' Bodine (James Franco), der den lokalen Drogenhandel kontrolliert. Während die Auseinandersetzung immer weitere Kreise zieht, wird Phil noch den Schergen des Bikerchefs 'Danny T' Turrie (Chuck Zito) gesucht, dessen Sohn bei einer Verhaftung erschossen wurde, nachdem Phil die Gang infiltriert hatte...

- Kritik -  

Es scheint, als wäre die Zeit der klassischen Action-Helden und ihrer Filme abgelaufen. Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone mussten mit ihren Projekten abseits der Expendables-Abenteuer einige Flops einstecken, Van Damme und Seagal fühlen sich im DtD-Segment recht wohl, und Willis wählt seine Angebote auch nur noch nach dem Schema wenig Arbeit und viel Geld aus. Für Fans härterer Action-Kost im R-Rated-Segment bleibt somit nur Jason Statham – doch auch seine Filme sind keine klassischen Hits, obwohl sie ihr Geld am Ende der Auswertungskette sicherlich wieder eingespielt haben. HOMEFRONT entstand nach einem Drehbuch von Genre-Gigant Sylvester Stallone und spielte immerhin sein Budget annähernd wieder alleine in den USA ein. Ein Zeichen für Qualität?

Statham ist bei Fans beliebt, weil er einerseits entsprechende Action-Star-Qualitäten mitbringt und sich andererseits auch im Action-Fach äußerst wohlfühlt, wie er stets bekundet. Er versucht kaum, aus seiner Klischee-Rolle auszubrechen, sondern liefert verlässliche Genre-Kost, ohne zu enttäuschen, allerdings auch, ohne zu begeistern. Dafür dreht er vielleicht zu viel und mit den falschen Leuten. HOMEFRONT hingegen lässt bereits bei einem Blick auf die Darsteller und den Regisseur erahnen, dass man etwas mehr erwarten darf: James Franco, Winona Ryder und Kate Bosworth darf man getrost als gute Besetzung einordnen, und Gary Fleder hat mit DENN ZUM KÜSSEN SIND SIE DA und DAS URTEIL nachdrücklich bewiesen, dass er durchaus in der Lage ist, Dramaturgie und Spannung aufzubauen. Dazu ein Skript von Stallone – was soll da schiefgehen?

Tatsächlich ziemlich wenig, wenn man klassisches Action-Kino zu schätzen weiß. HOMEFRONT ist im besten Sinne altmodisch, quasi ein reinrassiger Western, in dem ein ehemaliger Revolverheld in eine neue Stadt kommt und nur seine Ruhe haben will, aber von allen Seiten dazu gedrängt wird, wieder zu den Waffen zu greifen. Das ist atmosphärisch dicht, ohne Schnörkel inszeniert, und Statham kann als besorgter Vater, desillusionierter Cop und Witwer wie üblich völlig überzeugen. Es gibt inhaltlich kaum Überraschungen, doch Dank Fleders straffer Regie und den tollen Darstellern, fällt das kaum ins Gewicht. Zudem ist es ein typisches Stallone-Drehbuch, da trotz der grundsätzlichen Schlichtheit und Vorhersehbarkeit eine Emotionalität aufgebaut wird, die anderen Statham-Vehikeln der jüngeren Vergangenheit völlig abgeht. Dass Franco kein typischer Fiesling ist, Bosworth den Film in ihren Szenen an sich reißt und Ryder für diese Rolle eigentlich viel zu gut ist, ist dem Gesamteindruck natürlich dienlich. Doch bei einem Statham-Film geht es natürlich auch und besonders um die Action – und die hat es in sich. Wenn der Ex-Undercover-Cop austeilt, dann richtig und es scheppert ordentlich im Karton. Die Fight-Szenen sind kurz, aber äußerst rasant und hart in Szene gesetzt. Action über die Kämpfe hinaus gibt es wenig, doch auch diese können völlig überzeugen, ohne wirklich spektakulär zu sein. Trotzdem ist das Budget von 22 Millionen Dollar gut angelegt.

Doch HOMEFRONT hat auch Schwächen. Der Film ist zu lang, ein paar Minute weniger und ein paar Actionszenen mehr hätten nicht geschadet. Zudem fehlt dem präsenten Statham ein tatsächlicher Gegner, denn so gut Franco auch ist: Gerade, weil er kein klassischer Fiesling und mit der Situation überfordert ist, fehlt ein Gegner, der es mit Statham auch physisch aufnehmen kann. Der Film ist ja quasi als Western konzipiert, doch schlussendlich fehlt es an dem geeigneten Höhepunkt, auf den alles hinausläuft: Dem Duell. Man hätte dieses Problem umgehen können, in dem man Franco einen Handlanger an die Seite gestellt hätte, der die Drecksarbeit übernimmt – doch diese Chance nutzte man nicht und lässt auch einen finalen Fight recht schnell und unbedacht enden. Zudem will das Skript gerade zum Ende hin einfach zu viel. War es bis zum letzten Drittel eine prinzipiell simple aber funktionierende Story, die im dramaturgisch gewollten kleinen Rahmen funktionierte, erweiterte man die Geschichte unnötig und verlor dabei ein wenig den Fokus aus den Augen.

Statham erwähnte in einem Interview, dass dieses Stallone-Skript zu einem Zeitpunkt X als mögliche Vorlage für einen etwaigen Rambo 5 angedacht  war, doch man darf froh sein, dass man sich besann, einen eigenständigen Streifen zu konzipieren und somit den vermutlich besten Statham-Streifen der letzten Jahre umsetzte. Manchmal ist es so einfach: Ein fähiger Regisseur, ein stimmiges Skript, ein hervorragender Cast, ein gut aufgelegter Hauptdarsteller und glänzend umgesetzte Action-Szenen: Schon ist der Genre-Fan mehr als nur zufrieden.

 

- Fazit -

Für Fans der alten Action-Schule ist HOMEFRONT eine Art Reise zurück in eine goldene Ära, denn alles an diesem Statham-Streifen erinnert an die 70er- und 80r-Jahre-Epoche, in der Stars wie Eastwood, Bronson, Stallone und Schwarzenegger das Genre dominierten. Die Geschichte ist altbekannt, aber stringent und emotional aufgebaut, die Action brachial. Der Film lebt zudem von dem hervorragenden Cast, einer straffen Regie und einem glänzend aufgelegten Statham. Das letzte Drittel und etwas zu viel Leerlauf schaden dem Streifen ebenso, wie die eine oder andere fehlende Actionszene, doch trotzdem zählt HOMEFRONT ohne wenn und aber zum Pflichtprogramm für Action-Fans.

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.5/10 Bewertung (6 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 20. Juni 2014
DVD Verkaufstart: 20. Juni 2014

Publisher: Universum Film

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 96 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch für Hörgeschädigte

Extras

  • Deleted Scenes (8:09 Min.)
  • Featurette "Gator" (1:27Min.)
  • Featurette "Standoff" (2:31 Min.)
  • Trailer (1:47 Min.)
  • Teaser (0:46 Min.)
  • US-Trailer (1:01 Min.)
  • Trailershow:  
    * Brick Mansions (1:34 Min.)  
    * 3 Days to Kill (2:05 Min.)  
    * Redemption - Stunde der Vergeltung (2:06 Min.)  
    * Blitz (1:58 Min.)
    * Transporter 3 (1:53 Min.)  
    * Riddick - Überleben ist seine Rache (1:48 Min.)
    * Olympus Has Fallen (1:49 Min.)  * Getaway (2:07 Min.)

Kritik Extras
In einem Wort: Enttäuschend. Lediglich zwei Features mit einer Länge von insgesamt fünf Minuten findet der geneigte Fan. Diese machen Lust auf mehr, doch das reicht natürlich nicht. Kein Making of, kein Audiokommentar, keine Interviews – im Grunde fehlt alles, was Fans an Bonusmaterial reizt. Sehr bedauerlich.

Wertung: 3|10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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