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Filmtipp  

   

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Jun05

Im Fadenkreuz: Seal Team 8

Im Fadenkreuz: Seal Team 8

Originaltitel: Seal Team Eight
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2014
Genres: Action, Krieg
Freigabe: FSK 18
Regie: Roel Reiné

Schauspieler: Tom Sizemore, Lex Shrapnel, Anthony Oseyemi, Michael Everson, Darron Meyer, Aurélie Meriel, Colin Moss u.a.

Das hartgesottene Seal-Team von Case (Lex Shrapnel) wird von Kommandeur Ricks (Tom Sizemore) zu einem vermeintlichen Routine-Einsatz hinter feindliche Linien in Südafrika geschickt, um Informantin Zoe (Aurélie Meriel) zu retten, die wichtige Informationen über einen gefährlichen Terroristen haben soll. Nach einem schweren Feuergefecht gelingt es Case' Team die Geisel zu retten, allerdings überlebt der Despot General Ntonga (Leroy Gopal) den Angriff nicht. Dennoch haben Case und seine Jungs dank Zoe eine neue Spur des Terroristen gefunden, der den Verkauf von waffenfähigem Nuklearmaterial plant. Ohne Kontakt zur Basis, und damit in feindlichem Territorium auf sich allein gestellt, versuchen die Seals, sich zum Uran-Bergwerk des Terroristen durchzuschlagen…

- Kritik -

Eigentlich ist man in Versuchung, "Seal Team Eight" von vorne herein als bestenfalls zweitklassig abzustempeln. Vermarktet als bereits vierter Teil der äußerst losen "Im Fadenkreuz"- beziehungsweise "Behind Enemy Lines"-Reihe, die untereinander bestenfalls einen groben thematischen Bezug hat und auf einen Kinofilm mit Gene Hackman zurück geht, der selbst schon kein besonderer Fan-Favorit ist. Noch dazu ist "Seal Team Eight" mit weniger als der Hälfte der auch schon nicht reich budgetierten "Death Race"-Sequels gesegnet und wurde binnen drei Wochen aus Kostengründen in Südafrika abgedreht. Bekannte Namen sucht man ebenfalls vergebens, ausgenommen den derzeit in gefühlt jedem zweiten B-Movie aufkreuzenden Tom Sizemore ("Der Soldat James Ryan", "Heat"), der zwar prominent auf dem Cover platziert wurde, im Film aber bestenfalls als Moderator der Rahmenhandlung fungiert. Wieso also sollte man von diesem kleinen Actionstreifen mehr erwarten als von einem beliebigen drittklassigen neuen Ostblock-Reißer Marke Seagal? Weil der Name des Regisseur von "Seal Team Eight" Roel Reiné ist.

 

Der niederländische Regisseur, der in den letzten Jahren bemerkenswerte Beiträge zu zahlreichen Action-Franchisen geschaffen hat, darunter "Death Race", "Zwölf Runden" und "Scorpion King", liefert einfach jedes Mal ab und versammelt hinter sich eine stetig wachsende Zahl von weltweiten Fans und Kritikern. Limitierungen in den Budgets und löchrige Drehbücher mögen zwar mittelfristig oder gar dauerhaft verhindern, dass Reiné sich zu den großen Action-Filmern unserer Zeit zählen darf oder dass seine Filme ins Kino kommen, wo sie eigentlich spielend einen Platz verdienen könnten. Doch wenn es etwas gibt, was alle seine Filme eint, dann ist es seine herausragende Kameraarbeit (er ist stets auch Director of Photography) und sein Gespür für Action, die den Zuschauer begeistern. Auch bei "Seal Team Eight" haben ihn diese Fähigkeiten nicht im Stich gelassen.

Nach kurzer Einleitung wird das fünfköpfige Seal Team in der Nähe eines Warlords abgesetzt und rückt in der ersten großen Actionszene im Stil eines Ego-Shooters vor, um reihenweise Gegner in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Fans von Videospielen wie "Call of Duty" kommen hier voll auf ihre Kosten, doch Reiné ruht sich darauf nicht aus und variiert die Inszenierungsstile seiner Actionsequenzen. Dem ganzen Film gemein ist, dass er im Gegensatz zu den großen Kriegsfilmen der letzten Jahre, einschließlich des von Reiné sehr geschätzten "Black Hawk Down" von Ridley Scott, nicht reflektiert und eine politische oder moralische Botschaft verkauft. Es ist ein astreines Action-Abenteuer, wie man es seit den seligen 80er Jahren in den vermeintlich politisch korrekten Zeiten kaum noch zu sehen bekommt. Ohne Glorifizierung von Grausamkeiten wird hier mit einem gewissen Spaß am Adrenalin gegen einen fiesen Feind vorgerückt, wobei sich das "Erfolgserlebnis" nach Absolvieren des jeweiligen "Levels" auch auf den Zuschauer überträgt.

In den zahlreichen folgenden Actionszenen nach dem Auftakt-Schusswechsel, die Reiné allesamt gewohnt dynamisch und nicht verwackelt in Szene gesetzt hat, übertrumpft er sich stets noch weiter. Eine große Boots- Verfolgungsjagd braucht sich hinter vergleichbaren Szenen aus um ein Vielfaches aufwändigeren James Bond-Filmen nicht zu verstecken. 

Der Härtegrad des Films ist ebenso hoch wie der Bodycount und eine gewaltige Explosion jagt die nächste. Das Feigenblatt an Story wird bedient und im Grunde ist der gesamte Film so komprimiert und lässt dem Zuschauer so wenig Ruhe, dass man nicht genug Gelegenheit bekommt, zu viel darüber nachzudenken. Täte man es doch würde man vermutlich mangelnde Charakterisierung der Seals reklamieren, Sizemores Rolle als reichlich überflüssig bezeichnen und vor allem nur milde den Kopf schütteln, wenn es zum finalen Plot-Twist kommt. Ja, dies ist kein Film der großen Story-Überraschungen, doch das impliziert er auch keine Sekunde.

Im Grunde kommen all diese Elemente im großen Showdown auf wunderbare Weise zusammen. Was Reiné, sein Stuntteam und auch Darsteller Lex Shrapnel ("Captain America: The First Avenger") hier abfeiern, lässt alle vergleichbaren und auch größere Actionfilme der letzten Jahre ziemlich alt aussehen. Es ist vollkommen fernab jeden Realismus, was Seal Case hier gegen gefühlte Hundertschaften ausrichten kann, aber es ist mit Sicherheit die spektakulärste und einfallsreichste Actionszene seit sehr langer Zeit.

 

Kommen wir noch kurz zu den Darstellern, auch wenn Schauspiel nicht groß gefragt wurde. Das Seal Team funktioniert glaubwürdig als solches, allerdings fehlt es tatsächlich massiv an Charakterisierungen. Einzig Team-Führer Case alias Lex Shrapnel vermag ein wenig in Erinnerung zu bleiben. Der Brite sollte schon alleine wegen seines Namens schleunigst eine Karriere im Action-Genre anvisieren. Tom Sizemore macht einen soliden Job in einer etwas undankbaren, da zur Passivität verurteilten Rolle und mit Aurélie Meriel wurde Reiné mit einer Schauspielerin aus seinem sehenswerten Spielfilmdebüt "The Delivery" wiedervereint. 


- Fazit -

"Seal Team Eight" war ursprünglich (mit anderem Namen) als eigenständiger Film konzipiert und hat die Angliederung an einen Franchise nicht im Mindesten nötig, auch wenn dies eine größere Aufmerksamkeit beschert. Der schnell und kostengünstig produzierte Direct-to-DVD-Actionkracher erinnert im besten Sinne an die großen Vorbilder der 80er Jahre und braucht sich vor visuellem Geschick eines vielfach aufwändigeren Films wie etwa des bereits erwähnten "Black Hawk Down" nicht zu verstecken. All das ist vor allem Roel Reiné in seiner Doppelfunktion als Regisseur und Kameramann zu verdanken, der einmal mehr schöne Bilder sowohl bei Landschaftspanoramen als auch Explosionen einfängt. Was dem Film an Geschichte und Drama fehlt macht er mit gehörigem Selbstbewusstsein wieder wett und verweist selbst ähnlich bleihaltige Filme wie "John Rambo" stilistisch auf die hinteren Ränge. Man kommt nicht umhin sich einmal mehr zu fragen, wie wohl ein "Expendables"-Film von Reiné aussehen würde. Aber wer weiß, ob dieser Franchise nicht auf absehbare Zeit (spätestens nach dem Ausstieg von Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger) ebenfalls im Direct-to-DVD-Sektor landet und man dann auf die Suche nach einem fähigen Mann geht, der das ganze Unterfangen in jeder Hinsicht nach "mehr" aussehen lassen kann. Da gibt es eigentlich, soviel hat "Seal Team Eight" klar gemacht, nur eine Antwort. 

Wertung: 6.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.0/10 Bewertung (5 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 23. Mai 2014
DVD Verkaufstart: 23. Mai 2014

Publisher: 
20th Century Fox
Verpackung: Keep Case (Amaray) 
Wendecover: Nein

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 94 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch
- Englisch
- u.a.

Extras

  • Audiokommentar von Roel Reiné
  • Ihre schwerste Mission
  • Überleben am Set
  • Meister des Chaos

Kritik Extras
Wie bei Filmen dieses Produktionsniveaus üblich bestechen die Extras nicht unbedingt durch Masse. Wie allerdings von anderen Roel Reiné-Filmen gewohnt machen die vorhandenen Boni das durch Unterhaltungswert und Informationstiefe wieder wett. 

Insgesamt drei kleine Video-Features beschäftigen sich in einer Mischung aus Interviews und Aufnahmen vom Set mit verschiedenen Aspekten der Produktion. "Ihre schwerste Mission" (rd. 10 Minuten) ähnelt am ehesten einem Making of, "Überleben am Set" fokussiert sich in seinen rd. 5 Min. vor allem auf den bleihaltigen Showdown des Film und "Meister des Chaos" weitere rd. 5 Min. auf die Arbeit von und mit Regisseur Roel Reiné. 

Als Höhepunkt erweist sich erneut der Audiokommentar von Reiné selbst. Wie sein Film ist auch der Audiokommentar ohne Atempause und gefüllt mit Anekdoten, Reinés Kniffs und Tricks und Einblicken in praktisch jeden Aspekt dieser Produktion. Nicht zum ersten Mal erweist sich Reinés Kommentar als informativer als die meisten Making-of-Dokumentationen größerer Filme.

Wertung: 6|10

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6.0/10 rating 1 vote
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