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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Aug30

Intimate Enemies

 Intimate Enemies

Originaltitel: L`Ennemi Intime
Herstellungsland: Frankreich 
Erscheinungsjahr: 
2007

Genre: Action, Drama
Freigabe: FSK-16
Regie: 
Florent Siri

Darsteller: Benoit Magimel, Albert Dupontel, Aurelien Recoing u.a.

Algerien, 1959: Der blutige Unabhängigkeitskrieg der rebellischen FLN gegen die Franzosen, die das Land seit 150 Jahren besetzt halten, läuft mit voller Härte. Der junge, von Idealismus geprägte Lieutenant Terrien hat sich freiwillig gemeldet, um an der Front das Kommando über einen Außenposten zu übernehmen. Dort trifft er auf den erfahrenen, aber völlig desillusionierten Sergeant Dougnac. Anfangs entsetzt von den Foltermethoden und inoffiziellen Exekutionskommandos seiner Einheit, wird Terrien immer mehr vom Zeugen zum Täter in einem unmenschlichen Krieg.

- Kritik -

Regisseur Florent Siri hatte in Frankreich einige Aufmerksamkeit durch Filme wie „Das tödliche Wespennest“ - der nicht selten als französische Antwort auf Carpenters „Aussault on Precinct 13“ bezeichnet wird – oder auch „Das Ende der Geduld“ bekommen. Er folgte dann recht schnell dem Ruf aus Hollywood und inszenierte mit Bruce Willis in der Hauptrolle den Actionthriller „Hostage“, der weder beim Publikum noch bei der Kritik gut ankam. Recht ernüchtert kehrte er den USA den Rücken und „flüchtete“ in sein Heimatland zurück, um auf ambitionierte Art und Weise ein Stück französischer Geschichte zu erzählen. Frankreich gestand erst 1999 ein, das es sich bei den Auseinandersetzungen mit Algerien in dem Zeitraum 1954-1962 um einen Krieg handelte. Bis dahin blieb man fest bei der Behauptung, man sei nur zur Kontrolle und zur Hilfe vor Ort. Dabei war Algerien bereits seit 1962 unabhängig. Einige Historiker bezeichnen diesen Krieg gegen Algerien auch gerne als das Vietnam Frankreichs – bis heute hat sich das stolze Volk nicht völlig von den Nachwehen dieser unsinnigen Auseinandersetzung erholt.


 
Siri gelingt es mit „Intimate Enemies“ zwar schlussendlich nicht, große Antikriegsfilme wie „Platoon“ oder „Apocalypse Now“ qualitativ zu überrunden, liefert aber einen hervorragenden Streifen ab, der sich nur vor ganz wenigen Genrebeiträgen verstecken muss. Er versucht das Grauen des Krieges nicht in blutigen Details, wie Spielberg es in „Der Soldat James Ryan“ tat, einzufangen, sondern setzt seinen Fokus eher auf die psychische Wandlung seiner zwei Hauptcharaktere: Lieutenant Terrien, gespielt von Benoit Magimel – der bereits zweimal mit Siri drehte – und Sergeant Dougnac, dargestellt von Albert Dupontel, den man hierzulande vermutlich am ehesten aus „Die purpurnen Flüsse 2“ kennt und der derzeit mit „So ist Paris“ in unseren Kinos zu sehen ist. Der Regisseur, der auch das Drehbuch mitverfasste, spart zwar Gewalt nicht aus, lässt sie jedoch nicht zum Selbstzweck verkommen und überlässt viel der Phantasie des Zuschauers. Er blendet häufig im letzten Moment weg und lässt den Betrachter mit den Szenen alleine – ein cleverer Kniff, denn wenn es z.B. zu Folterungen kommt, wirken diese viel intensiver und schockierender, als wenn er vorher schon Dutzende Soldaten im Kugelhagel detailverliebt sterben ließe. Man verweigert sich auch konsequent jeglicher Form der Heldenverehrung und zeichnet die Figuren sehr realistisch.


 
Allerdings funktioniert das auch nur, weil Siri auf einen exzellenten Cast zurückgreifen kann – hier überzeugen durch die Bank alle, allerdings stechen Magimel und Dupontel aufgrund der Charakterfokussierung klar hervor. Sie spielen differenziert, sensibel und absolut glaubwürdig. Dazu werden den Akteuren keine leeren Worthülsen in den Mund gelegt, sondern glaubhafte und interessante Dialoge. Handwerklich ist der Film definitiv hochwertig. Seien es die schönen Landschaftsaufnahmen oder auch recht aufwendig inszenierte Actionsequenzen, z.B. bei einem Napalmangriff: Der Regisseur versteht sein Handwerk. Dazu kommt ein sehr schönes, eindringliches musikalisches Hauptthema, das die Stimmung und die Atmosphäre von „Intimate Enemies“ wunderbar begleitet und akzentuiert. Mag der Rest der Musik auch nicht immer passen: Das Hauptthema ist genial.


 
Warum bei den ganzen positiven Aspekten der Angriff auf den Thron des Genres nicht ganz gelingt, liegt auf der Hand: „L`Ennemi Intime“ (Originaltitel) hat auch ein paar kleinere Schwächen. Es gibt keine wirkliche Story – die Einheit stolpert von Angriff zu Angriff ohne je vorwärts zu kommen. Es wirkt fast so, als würde man einzelnen Episoden folgen, fast ohne roten Faden. Das erzeugt teilweise etwas Leerlauf – das mag vielleicht so gewollt sein, weil man die Monotomie und Sinnlosigkeit des Soldatenalltags zeigen wollte, geht aber auf Kosten der Dramatik. Selbiges gilt für die Charakterisierung der algerischen FLN: Diese bleiben bedauernswerter Weise überwiegend gesichtslos. Auch das mag gewollt gewesen sein, weil man sich hauptsächlich auf die zwei Hauptcharaktere fokussierte, fällt jedoch auf. Allerdings werden diese Mängel von der guten Regie und dem exzellenten Cast aufgefangen. Selbiges gilt auch für die wenig subtile Art und Weise, mit der die Message, das die Menschlichkeit das erste Opfer des Krieges ist, in die Köpfe der Zuschauer gehämmert wird. Einen Vorwurf muss sich Siri jedoch gefallen lassen: Seine Kameraspielerei zum Schluss nervt eher, als das sie sein angepeiltes Ziel erreicht. Hier wäre etwas mehr Zurückhaltung wünschenswert gewesen.

 
- Fazit -

„Intimate Enemies“ ist ein aufrüttelnder und exzellenter Antikriegsfilm, der einem lange im Gedächtnis bleibt. Die überwiegend gute Regie und der superbe Cast lassen die kleineren Mängel fast gänzlich vergessen. Absoluter Tip. 

Bewertung: 8 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

6.8/10 Bewertung (4 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD-Verleihstart:  23.05.2008
DVD-Verkaufstart: 25.07.2008
- als Single Disc
- als Special Edition mit 2 Discs
- als Blu Ray
 
Label: Koch Media
Verpackung: Keep Case
 
Ton:
1. Deutsch DTS 5.1
2. Deutsch Dolby Digital 5.1
3. Französisch Dolby Digital 5.1
 
Untertitel:
- Deutsch
 
Bild: 2.35:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 108 Min.
Uncut: Ja 
 
Extras:

  • Audiokommentar von Florent Siri 
  • Jean-Baptiste Thoret
  • Bildergalerie
  • Originaltrailer
  • Trailershow 

Review Extras:
Koch Media bringt „Intimate Enemies“ in zwei Fassungen auf den Markt: Einmal als Special Edition, die eine Extra Disc mit reichlich Bonusmaterial enthält, und als uns vorliegende Single Disc. Da es ja die angesprochene Special Edition gibt, ist es überraschend, das die Single Disc Version doch noch einige Extras enthält. So findet man neben einer Bildergalerie auch noch den Originaltrailer und eine Trailershow. Herzstück der Extras ist aber sicherlich der Audiokommentar von Regisseur Florent Siri und Filmkritiker Jean-Baptiste Thoret. Hier wird weniger auf technische Details, als vielmehr den geschichtlichen Hintergrund eingegangen. Auch einige Interpretationsversuche werden unternommen. Sehr unterhaltsam und auch deutsch untertitelt. Aufgrund der Tatsache, das es auch noch die Special Edition gibt und der Kunde wählen kann, gibt es hier verdiente:

Bewertung: 6 | 10

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