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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Apr12

Nicht mein Tag

Nicht mein Tag

Originaltitel: Nicht mein Tag
Herstellungsland: Deutschland

Erscheinungsjahr: 2014
Genres: Komödie
Freigabe: FSK-12
Regie: Peter Thorwarth

Darsteller: Moritz Bleibtreu, Axel Stein, Jasmin Gerat, Anna Maria Mühe, Nele Kiper u.a.

Preis: EUR 9,99




 

Story: Der biedere Bankberater Till Reiners hat mal wieder keinen guten Tag. Er ist gelangweilt. Von seinem Job, seinem kleinstädtischen Leben und von sich selbst. Und er ist frustriert von seiner Ehe mit Miriam, die irgendwo zwischen Alltagstrott und Windelwechseln ihr Feuer verloren hat. Soll das wirklich schon alles gewesen sein, was das Leben ihm zu bieten hat? Doch dann kommt plötzlich alles ganz anders. Denn eines Tages überfällt Gelegenheitsgangster Nappo Tills Bank - und nimmt ihn als Geisel. Dadurch wird eine wahnwitzige Kette von unvorhergesehenen Ereignissen in Gang gesetzt, die Tills und Nappos Leben in nur 48 Stunden kräftig durcheinander wirbelt. Denn wie sich bald herausstellt, steckt in dem vermeintlichen Spießer Till weit mehr, als Nappo jemals ahnen konnte. Der Rest ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft und des schlimmsten Tages aller Zeiten...

 


 

 


 

- Kritik -   

NICHT MEIN TAG basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Stromberg - Erfinder Ralf Husmann, der seinen Bekanntheitsgrad als Autor von Der kleine Mann und Dr. Psycho festigte und für seine Arbeiten schon einige renommierte Auszeichnungen wie den Deutschen Comedy Preis oder den Grimme Preis einheimste. Ursprünglich war NICHT MEIN TAG als Drehbuch für eine „WDR“ Produktion vorgesehen, doch aus dem geplanten Projekt wurde nichts und so versauerte das Skript in der Schublade, bis eines Tages der „Fischer Verlag“ an Husmann heran trat und ihm anbot, einen Roman zu schreiben. Er grub sein Drehbuch wieder aus und schrieb aus dem vorhandenen Stoff jenen Roman, welcher im Mai 2008 erfolgreich auf dem Markt kam. Der Kreis schloss sich, als aus dem Roman nun nochmals wieder ein Drehbuch wurde.

Andrea Wilson, zuständig für die Produktionsabteilung von „Universal“ Deutschland, kannte Husmanns Roman und machte ihn bei einer Lesung in Berlin mit Peter Thorwarth, Regisseur der „Unna“-Trilogie, bestehend aus BANG BOOM BANG – EIN TODSICHERES DING, 1999, WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT, 2002 und GOLDENE ZEITEN, 2006 bekannt. Beide verstanden sich auf Anhieb gut und sprachen über eine mögliche Verfilmung des Stoffs. Husmann war mit Thorwarths Filmen sehr vertraut und schätzte sie. „Viele Regisseure gibt es in Deutschland ja nicht, die eine Humorfarbe beherrschen, die auf der einen Seite nicht absoluter Klamauk ist und auf der anderen Seite aber auch nicht totales Drama. Peter beherrscht genau diesen Mittelweg.“ (Ralf Husmann)

Thorwarth hatte zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht wieder vor eine Ruhrpott-Komödie zu machen. Seine letzte Regiearbeit lag bereits acht Jahre zurück, was einerseits damit zu tun hatte, dass er sich in einem anderen Genre beweisen wollte und in der Zwischenzeit kleinere Auftritte als Schauspieler absolvierte und gemeinsam mit Dennis Gansel das Drehbuch von DIE WELLE, 2008 schrieb und andererseits, weil er durch das schlechte Abschneiden von GOLDENE ZEITEN frustriert war, welcher einem chaotischen Verleihschacher zum Opfer fiel und so gut wie ohne Werbung ins Kino kam. Doch als er den Bestseller las, war er so begeistert, dass er seine Meinung schließlich revidierte. „Die Figuren haben mich sofort angesprungen. Die hatten großes Potenzial. Die Konstellation der Figuren war so reizvoll, dass ich eigentlich gleich einen Film vor Augen hatte.“ (Peter Thorwarth)

Gemeinsam konzipierten sie Pläne, ein Drehbuch zu schreiben und aus der Vorlage einen Film zu machen. Zuerst war eine Kooperation mit „Brainpool“ angedacht, in der Thorwarth zusätzlich als Produzent fungiert hätte, doch „Brainpool“ wollte sich vorerst nur auf TV-Produktionen beschränken und stieg aus. Mit Marcus Machura, Mitgeschäftsführer des „Camino Filmverleihs“, gründete Thorwarth die Produktionsfirma „Donar Film“ und holte mit seinen langjährigen Weggefährten Christian Becker – der unter anderem bis zu diesem Zeitpunkt für alle Kinofilme des Regisseurs und diverse Kinoerfolge wie „DER WIXXER, 2004 verantwortlich zeichnete -  einen namenhaften und bekannten Produktionspartner mit ins Boot. Sie entschlossen sich zu einer gemeinsamen Koproduktion von „Donar Film“ und Beckers in NRW gegründeten „Westside“. Später kamen noch Becker-Freund Til Schweiger und sein Kompagnon Tom Zickler als Koproduzenten mit „Mr. Brown Entertainment“ dazu, da sie unbedingt dabei sein wollten, als sie hörten, dass Peter Thorwarth bei NICHT MEIN TAG involviert sein würde. Mit „Sony Pictures Releasing GmbH“ konnte zudem ein großer deutscher Verleiher gewonnen werden. Husmann arbeitete bereits an einer ersten Drehbuchfassung, dem es aber laut Becker an „Kick“ mangelte. Der Autor selbst war unzufrieden und räumte ein, dass es ihm schlicht an Zeit fehle, da er Zeitgleich auch mit der Arbeit an STROMBERG, DER FILM ,2014 begonnen hatte. Die Macher reagierten und holten mit Stefan Holtz – der zum Beispiel  an BANG BOOM BANG – EIN TODSICHERES DING mitgearbeitet hatte – einen weiteren Autor dazu. „Ralf Husmann und supercool und professionell. Er sagte zu mir: Ich lege den Stoff jetzt in deine Hände. Mir ist klar, dass du dir die Freiheiten nehmen und an der Geschichte feilen musst. Aber ich vertraue dir, weil ich weiß, dass am Ende eine gute Sache dabei herauskommen wird.“ (Peter Thorwarth)

Holtz und Thorwarth harmonierten hervorragendzusammen. Sie lösten sich von der Vorlage, ohne den Roman aber grundlegend zu verändern. Das Handlungsgerüst, die Figurenkonstellation und viele Szenen übernahmen sie direkt von dem Buch, die Action und Comedy-Elemente wurden dagegen etwas verstärkt. Das Casting verlief ohne große Probleme. Für die Hauptrolle des Nappo Navroki hatten die Macher sofort Moritz Bleibtreu im Sinn. Er ist mit Peter Thorwarth befreundet und es bot sich ihm endlich die Gelegenheit, mit dem Regisseur ein gemeinsames Projekt anzugehen. Laut Becker passte er einfach perfekt ins Rollenprofil. Die Rolle des Till Reiners zu besetzen, gestaltete sich dagegen schwieriger als gedacht, da die Geschichte über die Jahre immer wieder in unterschiedliche Richtungen ging, bis Caster Emrah Ertem den Namen Axel Stein ins Spiel brachte. In dem Moment war allen klar, dass er die perfekte Wahl ist, ein Junge aus dem Ruhrgebiet mit dem richtigen Comedy-Verständnis. Für Stein selbst die Möglichkeit, sich aus einem bestimmten Rollenklischee zu befreien, welches ihm zu einem großen Teil bis heute anheftet. Ertem hatte auch die Idee, die eher für Dramen und Arhouse Filme bekannte Anna Maria Mühe für die Rolle der Miriam zu engagieren. Zusätzlich konnten bekannte Namen wie Jasmine Gerat oder Nele Kiper eine Rolle ergattern und mit Ralf Richter und Christian Kahrmann kamen noch zwei bekannte Gesichter der „Unna“ Trilogie in kleinen Gastrollen dazu. Ein wichtiges Element des Films ist die fiktive Rockband Donar. Ursprünglich hatte Christian Becker die Idee, den in den Niederlanden lebenden Gitarristen Angus Young von AC/DC zu einem Auftritt zu überreden, doch der Traum zerplatzte recht schnell. Schließlich konnte man die Kölner Band Cowboys on Dope für diesen Part gewinnen, die es sich nicht nehmen ließ, einige Rocksongs eigens für den Film komponierten.

Die Dreharbeiten fanden von Mitte April bis Anfang Juni an Originalschauplätzen in und um Köln und Wuppertal sowie Amsterdam statt, wobei ein Großteil der Amsterdam-Innenaufnahmen in NRW abgewickelt werden konnten, mit Unterstützung der Film- und Medienstiftung NRW. Die Szenen in der Hauptstadt der Niederlande setzten die Macher so ökonomisch wie möglich ein. Die Stadt kam dem Film-Team sehr entgegen. So konnte man nachts eine Gracht mitten in der Stadt auf 1,5 Kilometer Länge absperren und dort eine Verfolgungsjagd drehen, bei der Kameramann Jan Fehse die gesamte Strecke lang die Straßenlampen durch LED-Leuchten ersetzte, um keine weitere Ausleuchtung vornehmen zu müssen. Ein Riesen Aufwand, denn es mussten neue Kabel inklusive Aggregate verlegt werden. Fehse arbeitete viel mit Handkamera, um den Figuren so nah wie möglich zu sein. Ein wichtiger Punkt im Film spielt der Ford Mustang Fastback GT, Baujahr 1967. Der Look des Autos – Mattschwarz mit gelben Streifen – ist eine Anspielung auf Thorwarths Lieblingsclub „Borussia Dortmund“. Drei Modelle kamen zum Einsatz, wobei eines davon ein Kombi war, was für die Aufnahmen aus dem Inneren des Wagens – insbesondere bei den Verfolgungsjagden – sehr praktisch war, da der Kameramann reichlich Platz im hinteren Bereich des Wagens hatte. Der Dreh war an einem sehr engen Zeitplan gebunden, das Pensum sehr hoch, doch die Stimmung war gut. Die Darsteller kamen sehr gut miteinander aus – insbesondere die Hauptprotagonisten Stein und Bleibtreu -  und der versierte Regisseur vermittelte eine wohlige Atmosphäre, riss das Team mit seinem Enthusiasmus mit, auch noch nach einem zehn Stunden Tag. Nach acht Jahren wieder einen Film zu drehen, schien ihn besonders zu beflügeln.“Gerade der Umstand, dass ich so lange nichts gemacht hatte, hat mich heiß gemacht. Ich hoffe, dass sich herumspricht, dass nicht alle deutschen Komödien gleich sind. Toll wäre es, den einen oder anderen Zuschauer, der der deutschen Komödie in den letzten Jahren den Rücken zugekehrt hat, von uns wieder zurückgewonnen werden kann.“ (Peter Thorwarth). 

Mit über 660.000 gelösten Kinotickets war Nicht mein Tag sicher kein Mega-Hit, kann aber als durchaus solider Erfolg gewertet werden. Die Kritiken lösten keine Begeisterungsstürme aus, attestierten den Film aber einen hohen Unterhaltungswert. „Rockig-rasante Buddygroteske mit kauzigen Typen, herrlich derben Dialogen und großer Liebe zum komischen Detail.“ (Cinema)

 

- Fazit -

NICHT MEIN TAG ist ein sehr unterhaltsames Buddy-Roadmovie. Das Gespann Bleibtreu-Stein harmoniert prächtig. Sie hauen sich Sprüche an den Kopf, geben sich gegenseitig Steilvorlagen die der jeweils andere souverän verwandelt. Bleibtreu ist ohnehin eine sichere Bank, doch Stein hätten wohl nur wenige Cineasten eine derartige Rolle zugetraut, die er aber mit Bravour meistert. Der Humor bewegt sich dabei knapp unterhalb des Mainstreams, aber ist im Vergleich mit deutschen Komödien auf einer gänzlich höheren Stufe. Der Film bietet Tempo, Witz und eine gute Portion Action. Das Ende wirkt etwas aufgesetzt, doch das trübt den Gesamteindruck nur geringfügig. Peter Thorwarth ist mit NICHT MEIN TAG ein Comeback nach Maß gelungen. Einer der besten deutschen Filme des Jahres!

Wertung: 8|10 

 

Durchschnittliche Userbewertung

8.0/10 Bewertung (3 Stimmen)

 

- Bluray FACTS UND EXTRAS -

 

Bluray Verleihstart: 28. August 2014
Bluray Verkaufstart: 28. August 2014

Publisher: Sony Pictures

Verpackung: Blu-ray Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 2,35:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 117 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Audiokommentar (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel:
- Deutsch

Extras

  • Audiokommentar mit Moritz Bleibtreu, Axel Stein und Peter Thorwarth
  • Making of (4:09 Min.)
  • Musikvideo: Donar - Live (3:56 Min.)
  • Musikvideo: Sido - "Fühl dich frei" (3:30 Min.)
  • 'Nicht mein Tag' Teaser (3:42 Min.)
  • Teaser 1 (0:58 Min.)
  • Teaser 2 (0:54 Min.)
  • Teaser 3 (0:39 Min.)
  • 'Nicht mein Tag' Trailer (2:18 Min.)
  • Interviews mit Cast & Crew  
    * Moritz Bleibtreu über den Inhalt (0:24 Min.)  
    * Moritz Bleibtreu über seine Rolle (0:17 Min.)  
    * Axel Stein über seine Rolle (0:29 Min.)  
    * Axel Stein über Peter Thorwarth (0:26 Min.)  
    * Jasmin Gerat über ihre Rolle (0:31 Min.)  
    * Anna Maria Mühe über ihre Rolle (0:27 Min.)  
    * Peter Thorwarth über das Filmemachen (0:31 Min.)  
    * Kommentar Peter Thorwarth (0:39 Min.)
  • 3 Trailer beim Start der Blu-Ray

Kritik Extras
Da uns nur eine Presse-Blu-ray ohne Extras zu Verfügung stand, entfällt an dieser stelle eine Bewertung der Extras.

Wertung: x|10

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Kevin Zindler

Kevin Zindler

   

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