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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Sep14

Red Cliff

Red Cliff

Originaltitel: Chi Bi
Herstellungsland: China, Hong kong u.a.

Erscheinungsjahr: 2009
Genres: Action, Abenteuer, Drama
Freigabe: FSK 16
Regie: 
John Woo
Darsteller: Tony Leung Chiu-Wai, Takeshi Kaneshiro
Preis: 9,99.- Euro


Inhalt: China im Zeitalter der Han-Dynastie (208 n.Chr.). Der junge und unerfahrene Kaiser Han will China Einen und stimmt dazu einem verheerenden Krieg zu, den sein Premierminister Cao Cao gegen das in Chinas Westen gelegene Königreich Xu und dem südlichen Königreich Wu führen will. Sich der übermächtigen Armee Hans gegenüberstehend, gehen die beiden kleineren Königreiche eine Verbindung ein und stellen sich der gefährlichen Herausforderung, um sich ein Leben in Frieden zu erhalten. Dem mutigen Militärverbund gelingt durch List, Tapferkeit und Kampfkunst ein Achtungs-Erfolg gegen den mächtigen Gegner, doch entscheidet sich der Krieg erst in der historischen Schlacht am Red Cliff, am Flussufer des Jangtse.


 

 



- Kritik -
 

Nachdem Regisseur John Woo 1992 mit Hard Boiled seinen letzten Film in China gedreht hatte, versuchte er den Kultstatus, welchen er mit seinen Heroic Bloodshed Filmen erlangte, auch mit seinen, in Hollywood gedrehten, Filmen aufrecht zu erhalten. Leider gelang ihm dies nur mit mäßigen Erfolg. Seine ersten beiden Hollywood-Werke Harte Ziele und Operation Broken Arrow konnten nur eingeschränkt überzeugen und blieben hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurück. Erst mit Face/Off konnte er sowohl die Kritiker gütig stimmen, als auch an seine vergangenen Erfolge anknüpfen. Doch unmittelbar darauf lieferte er das Sequel zu Mission Impossible ab, welches wiederum hinter den Erwartungen zurückblieb. Auch mit dem Antikriegsfilm Windtalkers sowie der Philip K. Dick Verfilmung Paycheck konnte er die Fans nicht besänftigen geschweige denn positive Kritiken einheimsen. Seitdem wurde es Still um John Woo, der sich nach 16 Jahren wieder in sein Heimatland zurück begab, um sein neuestes Werk abzuliefern. Doch anstatt mit einem weiteren reinrassigen Action-Film aufzuwarten, widmete er seine Energie einem epischen Werk über das dreigeteilte China im Jahre 208.

Auf Grund des epischen Umfangs entschied man sich dafür, die Geschichte in zwei Filme zu verpacken, die zusammen eine Lauflänge von fast 290 Minuten vorweisen konnten. Für den Westen wurde aus den fast 5 Stunden Filmmaterial ein Film mit einer Laufzeit von knapp 143 Minuten „zusammengestutzt“. Also gerade einmal halb so lange, wie das Gesamtwerk, welches John Woo auf Zelluloid gebannt hatte. Dass sich dies auf den Film ausgewirkt, dürfte wohl logisch erscheinen, wie sich jedoch das Original im direkten Vergleich zur westlichen Fassung schlägt, lässt sich nur schwerlich beurteilen. 

Nichtsdestotrotz ist auch die westliche (Kurz-)Fassung ein beeindruckendes Epos geworden, dass jedoch nicht in allen Bereichen zu überzeugen weiß. Innerhalb weniger Minuten wird Cao Caos Überzeugungsarbeit gegenüber des Kaisers abgehandelt und es dauert nicht lange, bis sich die beeindruckende Armee den Weg Richtung Süden bahnt. Für den aufgeklärten Chinesen mögen die Hintergrundstory sowie die involvierten Personen zum Schulstoff und zur Allgemeinbildung gehören, für all jene, die nicht in China aufgewachsen sind, werden nun Schlag auf Schlag Personen eingeführt, die erst einmal in den Kontext der Story eingebunden werden möchten. Dies gestaltet sich durchaus als schwierig, als man manches Mal nur schwer unterscheiden kann, welche Personen lediglich Nebencharaktere darstellen und welche die Protagonisten des Filmes sind. Letzten Endes dreht sich die Geschichte in erster Linie um General Zhou Yu (Tony Leung) Stratege Zhuge Liang (Takeshi Kaneshiro) und Premierminister Cao Cao, wenn auch viele der Nebenfiguren eine immens wichtige Rolle einnehmen, jedoch deutlich weniger Screentime beschert bekommen. Insgesamt fehlt es dem Film jedoch an einer Bezugsperson, an welcher sich der Zuschauer orientieren und mit dessen Schicksal er mitfiebern kann. So verkommt kurioserweise gerade Cao Caos Figur zu einer extrem tragischen Figur, der man gewisse Sympathien entgegenbringt, trotz des Grauens, welches er über Land und Leute bringt. 

Sind die Figuren erst einmal verdaut und verinnerlicht, kann sich der Zuschauer ein wenig entspannter zurück lehnen und die Bilder genießen, die John Woo präsentiert. Neben den wirklich beeindruckenden Kulissen, den opulenten jedoch nie überschwänglich oder übertrieben bunt erscheinenden Kostümen, servieren Woo und Kameramann Yue Lu teils wunderschöne und ästhetische Landschaftsaufnahmen welche in hartem Kontrast zu den epischen Massenschlachten stehen, die einen nicht unerheblichen Teil des Films ausmachen. In besagten Actionszenen zeigt John Woo, dass dies sein Metier ist und tobt sich geradezu aus. Wie man es von ihm gewohnt ist lässt er auch diverse Zeitlupenaufnahmen nicht missen. Dabei ist anzumerken, dass eher Zweikämpfe bzw. einzelne Figuren, die sich durch Gegnerhorden schlachten, im Vordergrund stehen, als ein aufeinanderprallen von riesigen Armeen. Wobei Letzteres gerade in der finalen Schlacht durchaus imposant inszeniert wurde, jedoch nie die Intensität erreicht wie beispielsweise bei Braveheart oder Kingdom of Heaven. Unglücklicherweise hat man es sich auch nicht nehmen lassen, den Realismus ein wenig fahren und den Hauptfiguren eine übermenschliche Stärke angedeihen zu lassen, die nicht so recht in den den Film passen möchte. Doch wenn sich die aus hunderten von Schiffen bestehende Armada in Richtung Red Cliff bewegt oder die tausende Mann starke Armee in Richtung Gegner anrückt und dutzende Katapulte ihre brennende Ladung abfeuern vergisst man diese kleinen Makel recht zügig und lässt die (Material-)Schlacht auf sich wirken. Dass die chinesische Armee den Film dabei mit ca. 100.000 Soldaten unterstützt hat, die als Komparsen auftreten, tut Red Cliff überaus gut und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. 

Das größte Manko des Films dürften wohl die nur angedeuteten Ambitionen der Figuren und die fehlende Tiefe der einzelnen Charaktere sein. Wie bereits weiter oben erwähnt, wächst einem keine der Figuren wirklich ans Herz und oftmals muss man sich in einem neuen Status Quo zurechtfinden, welcher in keiner vorausgegangenen Szene näher erläutert wurde. Auch tun sich manche Darsteller ein wenig schwer in ihren Rollen und längst nicht alle vermögen in ihren Figuren wirklich aufzugehen. So wirkt Takeshi Kaneshiro ein wenig deplatziert in seiner Rolle als cleverer und immer ein wenig entrückt daher schauender Zhuge Liang, welcher mit seinen unvergleichlichen Strategien zu Felde zieht. Die meisten Sympathien dürften wohl am ehesten Tony Leungs Charakter Zhou Yu und seiner Ehefrau Xiao Qiao (Chiling Lin) zufliegen sowie der tragischen Figur des Cao Cao, welcher von einem charismatischen und überzeugenden Fengyi Zhang verkörpert wird. 

Beim Soundtrack scheint man sich ein wenig am westlichen Publikum orientiert zu haben, denn nur selten vernimmt man Klänge, die einen chinesischen Touch haben. Stattdessen fühlt man sich zuweilen an Soundtracks von diversen Hollywood-Produktionen erinnert und vermisst ein festes Theme, welches in den Gehörgängen widerhallt. Mit einer beeindruckenden Schlacht, in welcher sich Pryotechniker und Stunt-Koordinatoren gehörig austoben konnten, läutet John Woo das Finale das Films ein und verrennt sich ein wenig im übertrieben dramatischen Showdown, der in der Form nicht notwendig gewesen wäre. 

 

- Fazit -

John Woo meldet sich mit einem leicht gedämpften Paukenschlag zurück und beweist, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Red Cliff ist ein beeindruckendes Epos, welches unglücklicherweise mit einem abgehackt wirkenden Storyverlauf aufwartet. Leider können längst nicht alle Darsteller in ihren Rollen überzeugen und das Drehbuch lässt, zumindest in der westlichen Fassung, ein wenig Charaktertiefe vermissen. Die brachialen Massenschlachten sind durchaus beeindruckend, weisen jedoch einen leichten Hang zur Übertreibung auf, was sich zuweilen negativ auf den Filmgenuss auswirkt. Nichtsdestotrotz ist Red Cliff ein imposantes Werk, welches gerade in den Actionszenen seine Muskeln spielen lässt und zu unterhalten weiß.

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.0/10 rating 1 vote

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verkaufstart: 22. Oktober 2009
DVD Verleihstart: 22. Oktober 2009

Publisher: Constantin Film

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 143 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS 5.1, Dolby Digital 5.1)
2. Mandarin (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
-  Deutsch für Hörgeschädigte

Extras:

  • Interview mit John Woo - 16 Min.
  • Blick Hinter die Kulissen - 2:19 Min. 
  • Dastellerinfos:
    Tony Leung   (Zhou Yu)
    Takeshi Kaneshiro (Kong Ming)
    Zhang Feng Yi (Cao Cao)
    Chang Chen (Sun Quan)
    Zhao Wei (Sun Shang Xiang)
    Hu Sun (Zhao Yun)
    Shidou Nakamura (Gang Xing)
  • Programmvorschau:
    Defiance - 2:16 Min. 
    Bang Kok Dangerous - 2:04 Min.

Kritik Extras
Da uns nur eine Presse-DVD ohne Bonusmaterial zu Verfügung stand, entfällt an dieser Stelle eine Bewertung über das Bonusmaterial.

Wertung: x|10

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Sascha Weber

Sascha Weber

   

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