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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Okt01

Sherlock - Staffel 1

Sherlock - Staffel 1

Originaltitel: Sherlock
Herstellungsland: England

Erscheinungsjahr: 2010
Genres: Action, Thriller, Serie
Freigabe: FSK-12
Regie: Paul McGuigan, Toby Haynes
Schauspieler: Benedict Cumberbatch, Martin Freeman, Una Stubbs u.a.

 

Der Arzt und Ex-Soldat Dr. John Watson (Martin Freeman) ist zur Rekonvaleszenz nach einer Verwundung im Afghanistan-Einsatz wieder in London, doch seine Beschwerden verschwinden trotz Therapie nicht. Als er aus Geldnot einen Mitbewohner sucht, stellt ihm ein alter Freund den ebenfalls wohnungssuchenden Exzentriker Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) vor. Man einigt sich und zieht gemeinsam in die 221B Baker Street, aber Watson muß bald herausfinden, daß Holmes nicht nur ein komplizierter Mensch, sondern sogar ein klassischer Soziopath ist, der mittels überragender antrainierter deduktiver Fähigkeiten sich immer wieder in polizeiliche Ermittlungen einmischt, weil er die Polizei als eine Horde von ignoranten Idioten sieht, sehr zum Mißfallen von Detective Inspector Lestrade (Rupert Graves). Dennoch muß Lestrade immer wieder auf den ruppigen und überarroganten Holmes zurückgreifen, dessen unkontrollierbare Art jedoch bald eine heilende Wirkung auf Watson hat, für diesen jedoch auch jede Menge Ärger bringt...

- Kritik -

 

Die Skepsis war groß. Eine Ikone wie Sherlock Holmes modernisieren? Wie soll das funktionieren? Sicher, der Guy-Ritchie-Kinofilm mit Robert Downey Jr. hatte sich auch in einer neuen Form der klassischen Figur angenommen, beließ sie aber in ihrem ursprünglichen Umfeld. Die Fernseh-Variante von Steven Moffat und Mark Gatiss hingegen verfolgte einen weitaus ambitionierteren Ansatz und verfrachtete Holmes in unsere Zeit. Heraus kamen schließlich drei TV-Filme, die in England umjubelt, bei uns zuerst in der ARD ausgestrahlt und ebenfalls in höchsten Tönen wurden, bevor sie nun als Box in den Handel kommen. Handelt es sich bei SHERLOCK nur um einen Hype?



Nein, auf keinen Fall. Gatiss und Moffat pokerten hoch und gewannen. Nicht nur, dass sie die Grundzüge der von Sir Arthur Conan Doyle ersonnenen Figur bei behielten: Die so gefürchteten Anpassungen an die Gegenwart funktionieren. Handy oder Internet werden nicht außen vor gelassen, sondern werden ganz natürlich in die Handlung integriert, ohne dass man sich zu weit von den klassischen Romanen entfernt. Hier wie da ist Watson ein Kriegsveteran. Pflegt er bei Doyle seine Memoiren, schreibt er in SHERLOCK eben einen Blog, dem man übrigens auch online folgen kann. Das passt, hat Hand und Fuß und klappt hervorragend. 



Der tatsächliche Schlüssel zum Erfolg liegt jedoch in der wunderbaren Besetzung von Benedict Cumberbatch als Holmes und Martin Freeman als Watson. Von ihrem Austausch lebt die ganze Serie und erhält ihren ganz besonderen Reiz. Darstellerisch hervorragend, von superben Dialogen unterstützt. (In diesem Kontext darf man dann auch gerne einmal die äußerst gelungene Synchronisation erwähnen.) Wichtiger ist jedoch, dass die Figurenzeichnung stimmt und die Chemie zwischen den beiden Darstellern passt – und das tut es. Ironie des Schicksals, dass die beiden gerade zusammen in Neuseeland weilen, um DER HOBBIT von Peter Jackson zu drehen. Während Freeman eher als moralischer Kompass mit etwas angezogener Handbremse spielt, dreht Cumberbatch mächtig auf, verfällt jedoch nie in ein zu überzogenes Spiel, verleiht aber seiner Figur genau die Eigenständigkeit und Klasse, die ihn von anderen Interpretationen, z.B. Jeremy Brett oder Christopher Lee, abhebt. Zudem nimmt sich keiner der Beteiligten zu ernst, so dass Humor ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist. Das ist erfrischend, das ist teilweise gar mutig und vor allem ist es eines: Sehr unterhaltsam. Doch auch handwerklich gibt es an SHERLOCK wenig bis nichts zu bemängeln. Regie, Kameraführung, Musik, Schnitt: Das hat alles durchaus Kinoqualität, auch wenn man keine allzu großen Risiken eingeht. Doch was man macht, macht man klasse.



Selbiges lässt sich nicht durchgehend über die Qualität der Drehbücher sagen. Diese bewegen sich zwar konstant auf einem hohen Niveau, weisen aber deutliche Schwankungen auf. Der stärkste Beitrag ist sicherlich der erste Film. Nicht nur, dass man die schwierige Figureneinführung souverän meistert: Die Handlung packt, bietet ein recht hohes Tempo und baut die Kombinationsgabe von Holmes fast schon spielerisch ein. Sicherlich profitierten die Autoren davon, dass sie dieselbe Handlung für einen nicht ausgestrahlten, 60minütigen Pilotfilm verfassten, der so viel Eindruck bei den Verantwortlichen der BBC hinterließ, dass sie umgehend nach drei 90minütigen Filmen verlangten. Man hatte also Zeit, etwaige Schwächen der Story auszumerzen und zu korrigieren.

 

Der zweite Beitrag ist der schwächste, da einfach zu viele Zufälle und Unwahrscheinlichkeiten zusammen kommen. Zwar noch schwer unterhaltsam, im internen Vergleich jedoch klar hinten an zu siedeln. Der letzte Streifen braucht ein wenig, um Fahrt auf zu nehmen, wird dann jedoch minütlich besser und lässt den Zuschauer mit einem recht üblen Cliffhanger zurück, der in der bald anlaufenden zweiten Staffel fort gesetzt wird. Vielleicht sogar der spannendste der drei TV-Streifen, wobei der erste im Gesamtpaket am besten funktioniert. Schade, dass solche Experimente scheinbar nicht in Deutschland möglich sind.

 

- Fazit  -

Überraschung! Das ist nicht nur gelungen, sondern exzellent. Hervorragend besetzt, mit tollen Dialogen, erfrischendem Humor und ausgefallenen Ideen punktet die BBC-Serie in fast allen Belangen. Wenn man nun noch die Schwankungen bei den Drehbüchern in den Griff bekommt, ist die Reihe auf dem besten Weg, ein kleiner Klassiker zu werden. Sehr empfehlenswert!

Bewertung: 8.5 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

8.0/10 Bewertung (6 Stimmen)

- DVD FACTS & EXTRAS -

 

DVD Verkaufsstart: 06.08.2011
DVD Verleihstart: 06.08.2011

Label: Polyband
Verpackung: Keepcase 

Wendecover: Nein 

Bild: 16:9 (1.77:1) 1080p
Laufzeit: 270 Minuten

Uncut: Ja 

Ton: 
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1) 
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
- Englisch 

Extras: 

  • Folge 1: Audiokommentar von Mark Gatiss, Steven Moffat und Sue Vertue
  • Folge 3: Audiokommentar von Benedict Cumberbatch, Martin Freeman und Mark Gatiss
  • Pilotfolge: A Study in Pink
  • Making of Sherlock
  • Booklet

Kritik: Extras
Es ist ein wenig unverständlich: da bringt man solch eine gute Box auf den Markt und verzichteet dann auf deutsche Untertitel. Warum? Das Booklet ist genial, das Making of klasse, die Audiokommentare hörenswert. Zudem bietet der nie ausgestrahlte Pilotfilm einen interessanten Vergleich. Durchaaus nachvollziehbar, dass maan diesem keine neue Synchro spendiertem, aber untertitel wären doch wohl noch drin gewesen. Schade, aber immer noch eine empfehlenswerte Box, auch wegen den Extras.

Bewertung: 8 | 10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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