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Kommende Reviews  

   
Aug22

Zwei ausser Rand und Band

Zwei ausser Rand und Band

Originaltitel: I due superpiedi quasi piatti
Herstellungsland: Italien 
Erscheinungsjahr: 
1977

Genre: Komödie, Action
Freigabe: FSK-12
Regie:
 E.B. Clucher (=Enzo Barboni)

Darsteller: Terence Hill, Bud Spencer u.a.

Ein geplanter Raubüberfall auf einen Supermarkt endet für die beiden Gelegenheitsganoven Wilbur Walsh und Matt Kirby durch einen dummen Zufall direkt im Rekrutierungsbüro der Polizei. Immer noch chronisch Pleite entschließen sie sich kurzerhand es als Hüter für Recht und Ordnung zu versuchen. Doch als frischgebackene, diensteifrige Staatsdiener stiften sie nur Verwirrung und Chaos: Sie buchten sogar den stellvertretenden Gouverneur und den Oberstaatsanwalt ein. Ein mysteriöser Mordfall bringt die beiden Chaoten jedoch auf die Spur einer Dealerbande, der sie mit äußerst „schlagkräftigen Argumenten“ entgegentreten…

- Kritik -

E.B. Clucher, alias Enzo Barboni, hatte Bud Spencer und Terence Hill mit den beiden „Trinity“ Filmen – „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ sowie insbesondere „Vier Fäuste für ein Halleluja“ – zu europäischen Superstars gemacht. Die Filme die sie anschließend drehten und damit ihren Ruf festigten, waren sie ohne ihren geistigen Vater angegangen. Doch nachdem 1974 das – für damalige Verhältnisse – Big Budget Projekt „Zwei Missionare“ nicht wirklich überzeugen konnte, machten sie eine kreative Pause, drehten Solofilme und kehrten erst 1977 mit „Zwei ausser Rand und Band“ gemeinsam auf die Leinwand zurück. Für diesen Film waren sie auch wieder zu ihrem Erfolgsgaranten E.B. Clucher zurückgekehrt. Gemeinsam schuf das Trio einen der besten, Filme ihrer Post-Western Ära – vielleicht sogar ihren besten Film überhaupt.


 
Barboni versucht gar nicht erst, seine beiden Helden in ein enges Storygerüst zu stecken, sondern entwickelte eine lose Rahmenhandlung, in die er sie fast schon episodenhaft von einem Highlight zum nächsten dirigierte. Vieles erinnert hier an seinen Westernparodiegeniestreich „Vier Fäuste für ein Halleluja“, z.B. die Anfangssequenz, in der er Hill und Spencer nacheinander in die gleiche Szenerie schickt, was sich im Laufe des Streifens zu einer Art Running Gag entwickelt. Das dieses Prinzip funktioniert, liegt einerseits natürlich am lockeren Inszenierungsstils Barbonis, andererseits an Bud Spencer und Terence Hill selbst, die mit sichtbarer Freude ihr selbst geschaffenes Format auf die Spitze treiben und sich dabei auch nicht zu schade sind, sich selbst auf den Arm zu nehmen.


 
Das Ganze ist temporeich und voller Situationskomik, dabei jedoch nicht so albern, wie es in späteren Auftritten des Öfteren der Fall war. Auch die Prügelszenen sind hier hervorragend und äußerst zahlreich vertreten. Die obligatorische Massenprügelei zum Schluss dürfte sogar Maßstäbe gesetzt haben und die längste sein, die man in einem Spencer/Hill Film sehen durfte. Aber auch alle anderen kleinen Mosaiksteine passen ins Bild, der Zuschauer bekommt genau das, was er von einem Streifen der beiden Kultfiguren erwartet, jedoch wirkt es hier so unverbraucht und frisch, das es eine wahre Freude ist. Die Synchronisation ist wieder einmal genial, die de Angelis Brüder unterlegten den unterhaltsamen Film mit der passenden Ohrwurmmusik, die typische Fress- und Saufszene („Die ersten 5 Liter gehen so rein, dann muss ich kurz aufstoßen.“) und ein paar bekannte Gesichter, die irgendwie auch zu einem Spencer/Hill Film gehören, sind auch wieder dabei: Allen voran Riccardo Pizzuti, der in zahlreichen Streifen stets der Prügelknabe vom Dienst war und auch hier reichlich einstecken muss.


 
Längen und Schwächen sucht man hier vergeblich, es ist ein rundum gelungener, urkomischer Spaß, der nicht nur auf der Basis des „Hau-Drauf-Humors“ funktioniert. Wer natürlich generell mit Komödien dieser Art und aus dieser Zeit nichts anfangen kann, wird auch hier nicht glücklich werden. Die remasterte DVD von „Zwei ausser Rand und Band“ erschien zusammen mit der überarbeiteten Fassung von „Das Krokodil und sein Nilpferd“. Und ebenso wie man dort nur lobende Worte für die Bild- und Tonqualität finden konnte, muss man auch hier die Bemühungen von e-m-s / 3L honorieren. Das Bild ist für einen Film dieses Alters überraschend klar, selbiges gilt für den Ton, der zwar immer noch etwas blechern klingt, aber im Vergleich zur alten DVD definitiv besser geworden ist. Die bessere Bildqualität fällt jedoch nicht so stark ins Auge wie bei „Das Krokodil und sein Nilpferd“, weil das Ursprungsmaterial vom vorliegenden Film nicht ganz so schlecht war, wie beim genannten Vertreter. Trotzdem ist es ein qualitativer Sprung, den man so nicht erwarten konnte. Auch für Sammler die die alte DVD noch im Regal stehen haben, lohnt sich eine Neuanschaffung – auch wegen der Extras, doch dazu später – definitiv.

- Fazit -

Rundum gelungener, herrlicher Spaß voller Gags, Situationskomik und den anderen Zutaten, die einfach zu einem Bud Spencer und Terence Hill Film gehören. Zeitlos, unterhaltsam – einer der Klassiker in ihrer Filmographie. Die technische Umsetzung ist ebenfalls gelungen. Definitiv einen Kauf wert! 

Bewertung: 9 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

6.6/10 Bewertung (5 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD-Verleihstart:  -
DVD-Verkaufstart: 05.06.2008
- Single Disc 
 
Label: e-m-s/3L Group
Verpackung: Keep Case im Schuber
 
Ton:
1. Deutsch Dolby Digital 1.0
2. Italienisch Dolby Digital 2.0
 
Untertitel:
- Deutsch

 
Bild: 1.78:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 110 Min.
Uncut: Ja
 
Extras:

  • Trailershow
  • Bio- und Filmographie Bud Spencer [Texttafeln]
  • Bio- und Filmographie Terence Hill [Texttafeln]
  • Slideshow
  • Interviews
  • Guido de Angelis
  • Maurizio de Angelis
  • Bud Spencer

Review Extras:
Im Gegensatz zum Release von “Das Krokodil und sein Nilpferd” – bei dem man dem Verleiher zu Gute halten muss, das die bislang geschnittenen Szenen ja eigentlich ein Extrafeature für sich sind – hat e-m-s/3L hier dankenswerter Weise auch einige Extras aufgetrieben. Neben der Trailershow und dem Filmtrailer, befinden sich auch noch eine hübsche, im Grunde aber belanglose Slideshow sowie Texttafeln mit Biographien von Bud Spencer und Terence Hill im Bonusbereich. Diese findet man jedoch auch auf der bereits genannten Veröffentlichung wieder, was aber nachvollziehbar ist. Bei weitem interessanter sind hingegen die Interviews mit den de Angelis Brüdern, die lange Zeit die Musik zu den Filmen beisteuerten und deren Ohrwürmer mit ein Grund für den zeitlosen Charme der Streifen sind. Auch ein neueres Interview mit Bud Spencer findet man im Specials-Bereich. Auch das ist recht interessant und vor allem fachlich etwas fundierter, als man es von anderen Gesprächen gewohnt ist. Nachteil dieser Interviews: Sie sind zu kurz! 
Zusammen ergibt sich gerade einmal eine Laufzeit von zehn Minuten. Aber nun gut, lieber wenig als gar nichts. Bedenkt man das Alter des Films und der evtl. Schwierigkeit geeignetes Bonusmaterial aufzutreiben: 

Bewertung: 6 | 10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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