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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Jun08

Das Hochzeitsbankett

Das Hochzeitsbankett

Originaltitel: Xi yan
Herstellungsland: Taiwan, USA

Erscheinungsjahr: 1993
Genres: Komödie, Drama
Freigabe: FSK-12
Regie: Ang Lee
Darsteller: Winston Chao, May Chin, Sihung Lung u.a.

Preis: EUR 10,99


 

Inhalt: Ein taiwanesich-amerikanischer Mann könnte eigentlich glücklich mit seinem Freund in New York leben. Er plant eine zweckmäßige Hochzeit mit einer chinesischen  Frau um seine Eltern zu beruhigen und der Frau eine Green Card zu ermöglichen. Schwieriger wird das Unterfangen als die Eltern sich ankündigen sie in Amerika für die Hochzeit zu besuchen.  


 

 



- Kritik -
    

Schon vor BROKEBACK MOUNTAIN (USA/CAN 2005) beschäftigte sich der taiwanesisch-amerikanische Regisseur Ang Lee u.a. dem Thema Homosexualität. Weniger dramatisch, dabei aber mit einer guten Portion Humor - ohne den Ernst dabei zu vergessen - nahm er das Thema bereits damals in seinem zweiten Film, DAS HOCHZEITSBANKETT (TWN/USA 1993), auf. Der Film bildet den Mittelteil der lose zusammengehörigen Father-Knows-Best-Trilogie in der Sihung Lung in allen drei dazugezählten Filme die Rolle eines Vaters übernimmt, der für Tradition und Familie steht. Koch Medie hat am 26. Mai den Film erneut für das Heimkino veröffentlicht.

Das Thema Hochzeit und das Genre der Komödie scheinen sich wohl sehr gerne zu haben. Nicht nur in den 90ern wurden beide immer wieder gerne für einen Film zusammengeführt. Bietet eine Hochzeit auch einen vortrefflichen Anlass um verschiedene Generationen und Meinungen aufeinander loszulassen. Somit mag auf dem ersten Blick Ang Lees zweiter Spielfilm, der ihm nebenbei den Goldenen Bär auf der Berlinale eingebracht hat, nur ein weiterer Film aus diesem Fahrwasser zu sein. Der Unterschied bei Lee liegt aber ganz deutlich bei seinen Figuren, die die Geschichte mehr beleben und führen anstatt von ihr geführt zu werden. Heißt, dass die Hochzeit weniger Anlass als logische Folge verschiedener Handlungen wird. Wohl nutz er zu aller erst auch das Thema Hochzeit um zwei verschiedene Generationen zusammenzuführen, bringt aber dazu nicht auch noch das Thema Homosexualität ins Spiel, sondern gibt seinen Charakteren auch was erfrischendes, indem sie nur anfangs festgefahren in ihren Meinungen zu scheinen. Dadurch widerspricht er konventionellen Erwartungen, mit denen auch das Drehbuch (glücklicherweise) bricht.

Sihung Lee ist auch in diesem Film wieder Dreh- und Angelpunkt, ganz wie es die patriachalische Ausrichtungs des asiatischen Staates auch vorsehen würde. Lee gibt den Zuschauern Simon als Amerikaner, gespielt von Mitchell Lichtensteiner, an die Hand, der zwischen diesem alle steht. Er ist es auch, der zu Beginn als Motor der Handlung dient und das ganze Szenario erstmal zum Laufen bringt. So hat man zwischen als der Traditon und fremdartigen Kultur einen symapthischen Charakter, der die Dinge auch seiner Sicht, der westlichen Sicht hinterfragt. Nicht dass das bei seinem Freund Wai-Tung Gao (Winston Chao) anders ist, doch verliert er bei allem Chaos verständlicherweise auch mal den Kopf und die Übersicht.

Was unterscheidet den Film nun von seinen Genre-Vertretern? Vielleicht sind es vor allem die Figuren, wie weniger karikaturhaft gezeichnet sind, als man es von ähnlichen Filmen gewohnt ist. Wenn im letzten Akt verschiedene Informationen an verschiedene Personen weitergegeben werden, so zeigt dies auch auf wie sehr mancher Blick mehr bedeuten kann als es erst den Anschein macht und man nicht immer alles ausdisuktieren muss um Frieden für alle zu finden. Ästhetisch arbeitet Lee hier noch mit sehr konventionellen Einstellungen ohne größere Spielerein, was vor allem dem geringen Budget und Zeitdruck des Films geschuldet war. Immerhin: Der Film konnte das 23-fache seines Budgets einspielen und war damit rein rechnerisch profitabler als der zum gleichen Jahr angelaufene JURASSIC PARK (USA 1993, R: Steven Spielberg)

  

- Fazit -  

Der Film mag eine mittlerweile konventionelle Geschichte erzählen, doch Ang Lee versieht das Ganze mit sympathischen Figuren und einem unterhaltsamen Drehbuch, so dass man darüber hinwegsehen mag. Ihm gelingt es so auch problemlos jeglichen Kitsch oder Klischees aus dem Weg zu gehen und verlässt sich mehr auf seine Schauspieler und ihre Figuren. So entsteht, der Film aus den frühen 90ern ein Film der Tradition und Moderne aufeinander loslässt und zeigt, dass dies nicht immer im Chaos enden muss, sondern jede Seite von der anderen auch lernen kann.

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.0/10 rating 1 vote

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verkaufstart: 26. Mai 2016
DVD Verleihstart: 26. Mai 2016

Publisher: Koch Media

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 1,85:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 103 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch 2.0
2. Englisch 2.0
3. Mandarin 2.0

Untertitel:
- Deutsch

Extras:

  • "Family Values": Ang Lee über DAS HOCHZEITSBANKETT
  • "A Comedy of Remarriage": James Schamus über DAS HOCHZEITSBANKETT
  • "The Best Man": Mitchell Lichtenstein über DAS HOCHZEITSBANKETT

Kritik Extras
Drei sehr ausführliche Interviews geben einen interessanten Einblick in die Entstehung des Films. Auch wenn es hier und da inhaltliche Überschneidungen gibt sind sie mit jeweils 20-25 Minuten von der Länge her auch sehr angenehm und nicht zu kurz.

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

7.0/10 rating 1 vote
Manuel Föhl

Manuel Föhl

   

Spieltipp  

   

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