!

Bereitsgetestet.de verwendet Cookies, um Ihnen bestimmte Funktionen zu ermöglichen und die Website dem Nutzungsverhalten der Besucher besser anpassen zu können. Wenn Sie die Website weiter nutzten, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Datenschutzerklärung

OK

Filmtipp  

   

Gewinnspiel #1  

   

Kommende Reviews  

   
Apr25

Sein letztes Rennen

Sein letztes Rennen

Originaltitel: Sein letztes Rennen
Herstellungsland: Deutschland

Erscheinungsjahr: 2013
Genres: Drama, Komödie
Freigabe: FSK 6
Regie: Kilian Riedhof

Darsteller: Dieter Hallervorden, Tatja Seibt, Heike Makatsch, Heinz W. Krückeberg, Frederick Lauu.a.

1956 hatte Paul Averhoff (Dieter Hallervorden) bei den olympischen Spielen Gold im Marathonlauf gewonnen, aber das ist lange her und in Vergessenheit geraten. Inzwischen fast 80 Jahre alt kümmert er sich um seine kranke Frau Margot (Tatja Seibt), was ihm zunehmend schwerfällt. Nachdem erneut ein Notarzt gerufen werden musste, bringt Birgit (Heike Makatsch), Stewardess und beruflich entsprechend oft außerhalb Berlins, ihre Eltern in einem Altenheim unter, wogegen sich Paul lange gewehrt hatte. Auch jetzt kann er sich damit nicht abfinden und torpediert ständig die altersgerechte Beschäftigungstherapie durch ihre Betreuerin Frau Müller (Katharina Lorenz). Diese wiederum sieht in ihm einen notorischen Querulanten, der psychologischen Beistand benötigt. Als Paul plötzlich beginnt, in den Grünanlagen für den nächsten Berlin-Marathon zu trainieren, scheinen seine Kritiker bestätigt zu werden...

- Kritik - 

Der deutsche Film fristete vor allem in den 90er-Jahren ein Schatten-Dasein und gab nur durch vereinzelte Achtungserfolge Lebenszeichen von sich. In den letzten Jahren hat sich diese unerfreuliche Situation jedoch geändert – konnten einheimische Produktionen Dank Filmemacher wie Michael Herbig oder auch Til Schweiger regelmäßig Top-Ten-Platzierungen erzielen und sorgten so für unerwartete und stabile Erfolge an den Kassen. 2013 war aus deutscher sogar das erfolgreichste Jahr seit 1985. Also alles in bester Ordnung? Nur bedingt, denn scheinbar locken Schweiger, Schweighöfer und Co. ihr Publikum nur mit klassischen Beziehungskomödien in die Kinos, alle anderen Versuche – SCHUTZENGEL oder BUDDY seien da einmal exemplarisch genannt – blieben hinter den Erwartungen zurück. SEIN LETZTES RENNEN war nicht nur deswegen ein mutiges Projekt und hatte daher auch im Vorfeld mit einigen Problemen zu kämpfen.

Satte elf Jahre befand sich SEIN LETZTES RENNEN in der Vorbereitung. Das lag einerseits in der langwierigen und bisweilen stockenden Drehbuchentwicklung, andererseits aber auch in zu erwartenden Finanzierungsproblemen begründet. Im Nachhinein war diese extrem lange Vorbereitungszeit ein Segen, denn laut Regisseur und Autor Kilian Riedhof  wäre Dieter Hallervorden damals noch zu jung für die Rolle des Marathonläufers Paul Averhoff gewesen – und ohne Hallervorden ist der Film aus heutiger Sicht undenkbar. Man darf, sollte und muss den Hut vor Hallervordens bisheriger künstlerischer Lebensleistung ziehen: Wenn jemand den Begriff Wandlungsfähigkeit definiert hat, dann er. Vom politischen Kabarett hin zum Blödel-Nonsens mit gigantischen Einschaltquoten und einer anschließenden erfolgreichen Kino-Karriere, zurück zum Kabarett – das ist schon bemerkenswert. Dass er dann im Winter seines Lebens noch zum Theater-Intendanten mutierte, unterstreicht nur, wie sehr er seine Berufung nach wie vor liebt und auslebt. (Alles über Hallervordens Karriere gibt es in diesem Buch – man möge mir die Werbung in eigener Sache verzeihen – zu lesen: Kult-Stars Band 2: Dieter Hallervorden)



Doch dieser Film bot ihm die große Altersrolle, die seinem Portfolio noch gefehlt hat. Dabei beweist er seine ganze Klasse, spielt die Rolle des unbeugsamen und bisweilen verzweifelten alten Mannes äußerst zurückhaltend, leise und schüttelt sein nach wie vor existentes Klamauk-Image bereits in den ersten Szenen ab, verzichtet aber trotzdem nicht auf einen gewissen Schalk, der jedoch eher unterschwellig transportiert wird. Hallervorden ist stets präsent, charismatisch wie nie, lässt den anderen Figuren und Schauspielern aber genügend Raum, um das sensible Thema nicht zu seiner One-Man-Show werden zu lassen. In diesem Zusammenhang gebührt auch Riedhof – der hier erstmals fürs Kino arbeitete, aber bereits bei einigen Fernsehproduktionen verantwortlich zeichnete – großes Lob, der nicht der Versuchung erlag, Hallervorden – der sich fast sechs Monate auf diese Rolle vorbereitete – stärker als nötig in den Mittelpunkt zu stellen. So gehören insbesondere die Szenen zwischen Hallervorden und seiner (Film)Frau Tatja Seibt zu den stärksten Momenten von SEIN LETZTES RENNEN. Die beiden Mimen verstehen sich blind und fangen die Vertrautheit eines alten Ehepaars unnachahmlich ein – und das ohne große Worte, sondern durch kleine Gesten und Blicke. Gegen diese Erfahrung und persönliche Chemie fallen Heike Makatsch als Tochter und Frederick Lau als Pfleger trotz intensiver Darstellungen etwas ab, was aber nur bedingt als Kritik zu verstehen sein soll – Hallervorden und Seibt sind einfach zu stark.

Die Schwächen dieses tollen Projekts liegen im Drehbuch – wie stark man diese wahrnimmt, oder überhaupt als solche bezeichnet, ist dabei die Gretchenfrage. So engagiert und sensibel Riedhoff das Thema einer alternden Gesellschaft prinzipiell auch aufgreift: Vieles ist zu grobschlächtig gezeichnet, zu plakativ. Viele Klischees ziehen sich durch den ganzen Film, und die Handlung an sich ist natürlich ebenfalls arg vorhersehbar. Doch gerade der letzte Punkt ist grundsätzlich irrelevant, weil SEIN LETZTES RENNEN neben den sozialen und gesellschaftsrelevanten Einflüssen zudem ein Sportfilm ist, auch wenn der Marathon nur als eine Art Metapher dient. Und in diesem Genre folgt er eben den bekannten und, das sei ausdrücklich erwähnt, auch erwarteten Pfaden. Dabei inszeniert Riedhoff so zielstrebig, emotional und rührend, das der eine oder andere Zuschauer am Ende des Films ein paar Tränchen verdrücken dürfte. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass der Trailer eventuell einen falschen Eindruck erweckt, denn es handelt sich keineswegs um eine Komödie. Obwohl es einige lustige Szenen gibt, und Hallervorden bisweilen mit einem gewissen Augenzwinkern agiert, handelt es sich eher um ein lupenreines Drama. 

Die gewagte Kombination  Riedhoff/Hallervorden lockte insgesamt fast 380.000 Zuschauer in die Kinos, und damit vermutlich mehr als im Vorfeld vermutet. Bedenkt man jedoch die beinahe schon euphorischen Kritiken, den großen Medienaufwand und den Umstand, dass ein Film wie FUCK YOU GÖTHE im selben Jahr über sieben Millionen Besucher zu einem Kinobesuch animierte, relativiert sich diese Zahl recht schnell. Schließlich hätte man SEIN LETZTES RENNEN wesentlich mehr Resonanz gewünscht, handelt es sich doch trotz einiger Schwächen um einen der schönsten, berührendsten und bemerkenswertesten deutschen Produktionen der letzten Jahre.

 

- Fazit -

Ein unnachahmlicher Dieter Hallervorden veredelt ein toll gespieltes, packend inszeniertes Drama, das lediglich durch ein bisweilen etwas arg vorhersehbares und plakatives Drehbuch an Klasse verliert. Doch diese kleineren Schwächen werden durch die engagierte Herangehensweise, eine zielstrebige Inszenierung und einen tollen Cast nahezu komplett wettgemacht. 

Wertung: 8|10

Durchschnittliche Userbewertung

6.4/10 Bewertung (5 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 30. April 2014
DVD Verkaufstart: 30. April 2014

Publisher: Universum Film

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 110 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras

  • Interviews mit Dieter Hallervorden, Heike Makatsch, Frederick Lau
  • Material: und Kilian Riedhof
  • Audiokommentar von Dieter Hallervorden und Kilian Riedhof
  • Audiokommentar von Kilian Riedhof, Marc Blöbaum und Peter Hinderthür
  • Hörfilmfassung

Kritik Extras
Reichlich und qualitativ gut, wobei der Audiokommentar von Dieter Hallervorden und Kilian Riedhof besonders interessant ausgefallen ist. Auch die Interviews sind interessanter als das übliche Marketing-Getrommel, allerdings vermisst man ein Making of. Trotzdem gelungen.

Wertung: 7.5|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

7.0/10 rating 1 vote
Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

Spieltipp  

   

Gewinnspiel #2  

   

Neu im Oktober  


01.10.2019


0210.2019


02.10.2019


02.10.2019


02.10.2019


02.10.2019


02.10.2019


04.10.2019


04.10.2019


04.10.2019


04.10.2019


04.10.2019


04.10.2019


04.10.2019


04.10.2019


04.10.2019


04.10.2019


04.10.2019


10.10.2019


10.10.2019


10.10.2019


10.10.2019


10.10.2019


11.10.2019


15.10.2019


15.10.2019


17.10.2019


17.10.2019


18.10.2019


18.10.2019


18.10.2019


18.10.2019


18.10.2019


18.10.2019


18.10.2019


18.10.2019


22.10.2019


22.10.2019


24.10.2019


24.10.2019


24.10.2019


25.10.2019


25.10.2019


25.10.2019


25.10.2019


25.10.2019


25.10.2019


25.10.2019


25.10.2019


25.10.2019


25.10.2019


30.10.2019


30.10.2019


30.10.2019


31.10.2019


31.10.2019


31.10.2019


31.10.2019


31.10.2019

   

Statistik  

News: 3.375
Filme: 1.415

Videospiele: 81
Specials: 95
Interviews: 61
Hardware: 9

Besuche Juli: 114.336
Belege können angefordert werden