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Jul02

DVD Kritik: Der Eid

DVD Kritik: Der Eid

Originaltitel: Eiðurinn
Herstellungsland: Island

Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Thriller, Drama, Krimi
Freigabe: FSK-16
Regie: Baltasar Kormákur

Darsteller:
Baltasar Kormákur, Hera Hilmar, Gísli Örn Garðarsson.a.

Preis zum Test: EUR 13,99


 

Inhalt: Finnur ist ein liebevoller Familienvater und ein erfolgreicher Herzchirurg in Reykjavík. Nur seine volljährige Tochter Anna macht ihm Sorgen; sie wohnt nicht mehr zu Hause und konzentriert sich lieber auf rauschende Partys als auf ihre Ausbildung. Als Anna sich dann auch noch in den äußerst zwielichtigen Ottar verliebt, droht sie noch tiefer abzurutschen. Der besorgte Finnur versucht alles, um Anna von Ottars schädlichem Einfluss fernzuhalten, doch gerät er dadurch selbst ins Fadenkreuz des Drogendealers Ottar und dessen Machenschaften. Unausweichlich sieht sich Finnur vor die Frage gestellt, wie weit er gehen muss, um seine Familie zu beschützen.

 


 

 



- Kritik -
      

Mit "Der Eid" kehrt Regisseur und Hauptdarsteller Baltasar Kormákur ("Everest") nach einem längeren Aufenthalt in Hollywood zu seinen isländischen Wurzeln zurück und liefert emotionales hochspannendes, typisch skandinavisches Kino mit Gänsehaut-Garantie. Im Mittelpunkt steht der renommierte Herzchirurg Finnur, der in der Universitätsklinik von Reykjavik praktiziert und mit seiner Frau Solveig (Margrét Bjarnadóttir) und seiner kleinen Tochter ein solides, aber unaufgeregtes Leben im Wohlstand führt. Seine ältere Tochter Anna (Hera Hilmar) aus früherer Ehe ist schon erwachsen, hat aber noch keinen Job und ist immer noch auf ihren Vater angewiesen. Diese feiert gerne etwas zu ausgiebig und hat mittlerweile auch ein Drogenproblem entwickelt, was ihr zwielichtiger Freund und Dealer Óttar (Gísli Örn Garðarsson) nur weiter anheizt. Das erkennt auch Finnur und bittet Anna nach einem Zwischenfall, der sie ins Krankenhaus gebracht hat, auf Entzug zu gehen. Óttar ist in Finnurs Augen ein schlechter Einfluss, weshalb er auch diesem nahe legt, die Finger von seiner Tochter zu lassen. Hieraus entbrennt schließlich ein nicht enden wollender Konflikt, der Finnur schließlich zu härteren und fragwürdigeren Maßnahmen treibt.


Im Grunde baut sich "Der Eid" auf wie eine Art isländischer "Ein Mann sieht rot" oder "Taken", jedoch zeigt sich schon recht früh, dass Baltasar Kormákur sichtlich nicht an billigen Thriller interessiert ist. Viel mehr ist sein Film ein geduldig, ernsthaft und naturalistisch inszeniertes Moralstück, der seine Hauptfigur nicht blind zum Helden erklären will. Finnurs Grundmotivation ist völlig nachvollziehbar erzählt, er ist ein besorgter Vater, der nur das Beste für seine Tochter will. Dafür überspannt er jedoch zunehmend den Bogen und begibt sich in einen Teufelskreis, der ihn immer weiter aufsaugt und bald keine einfachen Auswege mehr zulässt. Es ist Baltasar Kormákurs Feingefühl und ruhiger Hand hinter der Kamera zu verdanken, dass dieser Film so realistisch und bodenständig bleibt und nie Entwicklungen zulässt, die überzogen, konstruiert oder gar effekthaschend wirken.


Auch lobenswert ist die Tatsache, dass der Film im Detail unvorhersehbar bleibt. Grobe erzählerische Richtungen entsprechen durchaus gängigen Konventionen, dennoch entwickelt der Film vor allem im zweiten drittel eine interessante Wendungen, bei denen man sich auch als Zuschauer fragt, wie man sich an Stelle des Protagonisten verhalten würde. Viel spannender ist dann aber auch die Frage, ob Finnurs Maßnahmen übertrieben sind. Eine leichte Antwort gibt der Film einem nicht und überlässt dem Zuschauer das Urteil. Man hat hier jedenfalls das Gefühl eine reale Figur zu sehen, die sich in eine unmögliche Lage manövriert.


Baltasar Kormákurs ruhiges und kühles Spiel überzeugt mit Glaubwürdigkeit, welche Gedanken sich hinter seiner schwer lesbaren und unerschütterlichen Fassade verbergen, deuten sich immer nur ansatzweise an. Baltasar Kormákur legt seine kontrollbesessene Rolle wohl bewusst betont unemotional an. Ein leichter Zugang zu seiner Figur erfolgt so nur bedingt, was den Film aber auch interessanter macht - ein Sympathieträger im herkömmlichen Sinne ist Finnur aber nicht. Wirklich packend ist der Film aber vielleicht gerade dadurch nie so richtig, denn auch die anderen Figuren sind nicht interessant genug, um sich in den Charakterfiguren hineinzuversetzen. Etwas vernachlässigt wird leider die Rolle von Finnurs Frau, die oberflächlicher und zwischenzeitlich fast stumm daher kommt. Einen Vorteil gegenüber gängigen Hollywood-Thrillern bietet "Der Eid" natürlich auch bezüglich seines außergewöhnlichen Settings, das entscheidend für die kühle und gelungene Atmosphäre ist. So bleibt hier am Ende ein völlig solider Film mit interessanten Ansätzen und spannenden moralischen Fragestellungen, der so zumindest leicht aus dem Durchschnitt herausragen kann.

 

- Fazit -  

Regisseur Baltasar Kormákur gelingt mit "Der Eid" ein soliden Film, der im Großen und Ganzen packend und spannend inszeniert wurde. Die gelungene Island-Atmosphäre und eine angenehm komplexe Geschichte heben den Film leicht über dem gängigen Genre-Durchschnitt ab.

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.0/10 rating 1 vote

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verkaufstart: 23. Juni 2017
DVD Verleihstart: 23. Juni 2017

Publisher: Alamode Filmdistribution

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 110 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Isländisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras: 

  • Trailer

Kritik Extras
Bis auf den Originaltrailer liegt kein weiteres nennenswertes Bonusmaterial vor, welches den Film um ein paar Interessante Eckdaten erweitert. Schade!

Wertung: 110

Durchschnittliche Besucher-Wertung

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