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Jul15

BD Kritik: Merry Christmas Mr. Lawrence

BD Kritik: Merry Christmas Mr. Lawrence

Originaltitel: Furyo - Merry Christmas, Mr. Lawrence
Herstellungsland: UK, Japan, Neuseeland

Erscheinungsjahr: 1983
Genre: Drama, Krieg
Freigabe: FSK-16
Regie: Nagisa Oshima

Darsteller:
David Bowie, Tom Conti, Ryuichi Sakamoto u.a.

Preis zum Test: EUR 10,99


 

Inhalt: 1942 kommt der britische Colonel Lawrence in ein japanisches Kriegsgefangenenlager im Dschungel von Java. Unmenschliche Bedingungen zerren an Kraft und Nerven, dennoch pflegt er ein respektvolles Verhältnis mit dem Lagerkommandanten Yonoi. Als der unbeugsame Major Cellier ins Lager eingeliefert wird, entspinnt sich ein Machtkampf zwischen ihm und Yonoi. Eines Tages demütigt Cellier Yonoi, um das Leben eines Mitgefangenen zu retten. Der Auftakt einer vernichtenden Eskalationsspirale.

 


 

 



- Kritik -
      

Nagisa Oshima war einer der bekanntesten aber auch umstrittensten japanischen Regisseure der 1960er aufwärts. Sein bekanntester Film international, war gleichzeitig auch sein skandalträchtigster: IM REICH DER SINNE (1976). Doch gerade dies verschaffte ihm die Möglichkeit auch außerhalb Japans Filme zu inszenieren. MERRY CHRISTMAS, MR. LAWRENCE (1983) war der erste Versuch und ermöglichte ihm die Arbeit mit Stars wie dem Musiker David Bowie, Takeshi Kitano und quasi als japanischer Gegententwurf zu David Bowie der vor allem als Komponist bekannte Ryūichi Sakamoto, der dann nicht nur einer der Hauptrollen übernahm sondern folgerichtig auch die Musik für den Film komponiert hat. Studiocanal gönnte dem Film kürzlich eine Auswertung hierzulande auf Blu-ray. War und ist der Film ein weiterer Skandal oder eine reizvolle Kollision eines japanischen Regisseur mit dem westlichen Kino? 

Es ist schon eine kuriose Prämisse, die der Film hinter den Kulissen zusammenführt. Ein britischer Popstar teilt sich die Hauptrolle mit einem Musiker, der in seinem Heimatland Japan nicht minder bekannt ist. Ein clever Marketingschachzug zudem. Interessanterweise, aber weniger kalkuliert als geplant, da Oshima ursprünglich Robert Redford für die Hauptrolle des britischen Colonel wollte. Doch schließlich entschied er sich für die beiden musikalischen Künstler, da er in ihrem Ausdruck was gefunden haben wollte, was kein Schauspieler wiedergeben könnte. Für Sakamato lohnte sich das Engagement doppelt, da Filmmusik ein für ihn damals völlig neues Arbeitsfeld war und er es schaffte einen Deal für Hauptrolle und Filmmusik zu sichern. Die Buchvorlage, von der Nagisa Oshima ein großer Fan war, nahm der Regisseur hierbei und machte aus der verschachtelten Geschichte eine geradlienige Erzählung fürs Kino. 

Anders als man vielleicht befürchten könnte, war Nagisa Oshima ein Filmemacher, der auch seinem Land beziehungsweise dessen Politik und Geschichte kritisch gegenüberstand. Dies merkt man auch dem Film an, der nicht Partei ergreifen möchte für eine Seite, sondern durchaus reflektiert wie grundlegende traditionelle Denkweisen, die in den 1930er und 1940er Jahren wieder erstarkten, während des Krieges Grausamkeiten und Folter begünstigten. So gerät auch sein Blickwinkel eher aus der Richtung von David Bowies Charakter, wenn gleich dessen Jugend nicht weniger grausam dargestellt wird. Eines der Hauptthemen des Films bleibt so das Aufeinandertreffen zweier sehr unterschiedlicher Kulturen. Doch eigentlich viel wichtiger beziehungsweise handlungsentscheidener bleibt ein Thema, das Oshimas Werk schon immer kennzeichnet: Liebe, die soziale Konstrukte zum Einsturz bringt. Hier wird sie gezeigt in Form der homosexuellen Untertöne im Verhältnis zwischen Yonoi und Celliers. Yonoi ist dabei dem Briten völlig verfallen, muss aber als Angehöriger der japanischen Armee seine Neigung verbergen. Der britische Colonel bleibt für ihn ein Ideal, was er nicht ausleben kann, weil sie in seiner Kultur unterdrückt wird. So kommt es dann auch, dass Celliers Macht über Yonoi hat, obwohl dieser eigentlich der Befehlshaber ist.  

- Fazit -  

Ein cleverer Bildaufbau sorgt nicht für spektakuläre, sondern symbolträchtige Bilder, die ein Gefangenlager als Ausgang für eine Studie zweier Männer (gespielt von einem britischen Popstar und einem japanischen Musiker) nimmt, welche die Diskrepanz zwischen zwei Nationen erzählt. Mit einer Kraft und Wucht, die keine Explosionen braucht.

Wertung: 7,5|10

Durchschnittliche Userbewertung

8.0/10 rating 1 vote

 

- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 11. Mai 2017
BD Verleihstart: 11. Mai 2017

Publisher: Studiocanal

Verpackung: BD Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 1,78:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 123 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD MA 2.0)
2. Englisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:

  • Interview mit Jeremy Thomas
  • Making of
  • Trailer

Kritik Extras
Ein knapp halbstündiges Making Of und viertelstündiges Interview mit dem Produzenten des Films, Jeremy Thomas, bieten ein gelungenes Rahmenprogramm für den Film.

Wertung: 7|10

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Manuel Föhl

Manuel Föhl

   

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