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Nov11

Psycho Raman

Psycho Raman

Originaltitel: Raman Raghav 2.0
Herstellungsland: Indien

Erscheinungsjahr: 2016
Genres: Drama, Krimi, Thriller
Freigabe: FSK-16
Regie: Anurag Kashyap
Sprecher: Nawazuddin Siddiqui, Vicky Kaushal, Sobhita Dhulipala

Preis zum Test: EUR 14,99


 

Inhalt: Mumbai in der Gegenwart: Das ist das Jagdrevier von Serienkiller Ramanna. Inspiriert von Raman Raghav, der in den 1960er Jahren mehr als 40 Menschen bestialisch ermordete, setzt Ramanna dessen blutiges Erbe fort. Dabei erwischt es ausgerechnet den Dealer des abgehalfterten Nachwuchs-Emittlers Raghavan, der ein Verhältnis mit der attraktiven Simmy und eine besondere Beziehung zu Koks hat. Ramanna heftet sich an die Fersen des Cops, den er für einen Seelenverwandten hält. Raghavan widerum setzt alles daran, dem Treiben des Killers ein Ende zu bereiten. Nach und nach verwischen die Grenzen zwischen Jäger und Gejagten, Gut und Böse - bis die Situation schließlich völlig außer Kontrolle gerät.

 


 

 



- Kritik -
       

In der Mitte der 60er machte Mumbai die traurige Bekanntschaft mit einem Serienkiller. Der Mörder schlich sich durch die Außenbezirke Mumbais und ermordet etliche Menschen. Eine großangelegte Investigation wurde von der Polizei ins Leben gerufen und schließlich konnte man Raman Raghav festnehmen. Bei der Vernehmung gestand Raghav, dass er 23 Menschen ermordet hatte. PSYCHO RAMAN ist kein Film über Raman Raghav, wie die Texttafeln direkt am Anfang klar kommunizieren. Stattdessen geht es um einen weiteren, kaltblütigen Serienkiller, der in die Fußstapfen Raman Raghavs tritt.  

Eigentlich hatte Regisseur Anurag Kashyap geplant, eine Verfilmung der Geschichte Raman Raghavs zu realisieren. Das ihm zugestandene Budget fiel jedoch so schmal aus, dass eine authentische Umsetzung der 60er Jahre unmöglich wurde. Stattdessen benutzt man die Geschichte Raghavs als Vehikel für eine Geschichte in der Gegenwart. PSYCHO RAMAN erzählt die Ramannas (Nawazuddin Siddiqui), der ziellos durch die dreckigen Straßen Mumbais läuft und auf der Suche nach seinem Partner fürs Leben ist. Jemanden, der ihn vervollständigt. Dabei geht es ihm jedoch nicht um Liebe und Zuneigung, denn Ramanna ist ein Serienmörder. Eine riesige Narbe ziert seine Stirn und der Polizei ist er längst bekannt. Immer wenn ein neuer Mord entdeckt wird, hockt er sich vor die Polizeiwache und beichtet seine Missetat. Doch Polizist Raghavan (Vicky Kaushal) hat seine Urteilskraft schon vor langer Zeit eingebüßt. Eine Kombination aus aufgeblasenem Ego, widerlichem, chauvinistischem Gebaren sowie diverse Gesetzesübertritte inklusive regelmäßigen Drogenkonsums, haben aus ihm einen Mann gemacht, der eher einem Kriminellen ähnelt, als einem Gesetzeshüter.  
 

PSYCHO RAMAN zeichnet kein sonderlich liebenswürdiges Bild von Indien. Mumbai wird von einer düsteren, schmutzigen Seite gezeigt. Enge, verschmutzte Gassen und Straßen prägen das Bild. Ein beklemmendes Szenario, welches der Handlung nur allzu zuträglich ist. Doch die desolate Stadt wird noch von den menschlichen Abgründen übertrumpft, mit denen man sich konfrontiert sieht. Weder Polizist Raghavan, noch Mörder Ramanna sind moralische Menschen. Eine Gräueltat folgt auf die nächste. Ist der erste Mord fast noch aus der Not geboren, werden die folgenden mit kalter Zielstrebigkeit und ohne jegliche Skrupel vollzogen. Als Ramanna schließlich seinen Schwager, seine eigene Schwester und seinen Neffen ermordet, hofft man inbrünstig auf Läuterung, darauf, dass das Recht die Oberhand gewinnt. Doch Polizist Raghavan erstickt diese Hoffnungen im Keim. Er misshandelt seine Freundin, nutzt sie schamlos aus, bedroht sie sogar mit gezogener Waffe. Der ambivalente Charakter des Gesetze brechenden Polizisten geht dadurch leider nicht so recht auf. Zu unausstehlich ist er als Person, zu düster seine Persönlichkeit. Darüber hinaus ist das Ziel der Handlung bereits früh überdeutlich zu erkennen, was der Spannung nicht gerade zuträglich ist. Diese Offenbarung erfolgt allein schon durch die klare Namensgebung der Figuren. 


Gleichzeitig geht der Versuch Ramanna als Opfer widriger Umstände zu zeigen, ebenso wenig auf. Jegliche Sympathien die man möglicherweise hegen mag, werden durch sein Handeln im Keim erstickt. Ramanna ist ein waschechter Soziopath, ohne moralischen Kompass, der akribisch seine Morde in einem Notizbuch festhält und die überforderte Polizei an der Nase herumführt. Sowohl Rahmenhandlung, als auch Figuren kennt man bereits aus anderen Filmen und so liefert PSYCHO RAMAN zwar etwas Solides ab, trägt aber auch nichts wirklich Neues dazu bei. Auch die überzeichnete Darstellung der Hauptfiguren ist dabei eher hinderlich.

Was hingegen wirklich ansprechend ist, sind die „technischen“ Aspekte. Für PSYCHO RAMAN stand kein sonderlich großes Budget zur Verfügung, doch Regisseur Kashyap und Kameramann Jay Oza machen das absolut Beste daraus. Oftmals musste man beim Dreh improvisieren hat ohne großen logistischen Aufwand die Kamera aufgebaut und einfach losgefilmt. Dabei bannte man teils echte Menschen, keine Schausteller auf Film. Die Bilder sind eindrücklich, die Einstellungen atmosphärisch und das klaustrophobische Mumbai drückt aufs Gemüt. Musikalisch weiß PSYCHO RAMAN auch einiges zu bieten, jedoch kein Bollywood-Tanz-Ensemble, sondern treibende Techno-Beats mit exotischer Note, aber auch langsame Stücke mit Texten, die für Charakterentwicklung relevant sind (deutsche Untertitel werden eingeblendet). Ebenfalls erwähnenswert die beiden Hauptdarsteller Vicky Kaushal und Nawazuddin Siddiqui, die ihre Rollen sehr stark mit Leben füllen und eine mehr als gelungene Performance abliefern. Auch Sobhita Dhulipala holt, trotz des engen Drehbuch-Korsetts, eine Menge aus ihrer Figur raus. Es bleibt jedoch ein überaus fragwürdiges Bild einer Frau, welches hier gezeichnet wird. 

 

- Fazit -  

Umgerechnet hat PSYCHO RAMAN gerade einmal eine halbe Million Euro gekostet. Doch der Thriller sieht nach deutlich mehr aus. Man liefert ausdrucksstarke Bilder und Schauspieler ab, begleitet von treibender Musik. Trotzdem ist PSYCHO RAMAN „nur“ gehobenes Mittelmaß. Es geht weniger um Inszenierung oder Spannung, stattdessen liegt der Fokus ganz deutlich auf den Figuren und der Handlung. Doch Letztere bietet wenig Neues, ist längst nicht so komplex wie andere Filme mit ähnlicher Handlung und lässt eine richtige Dramaturgie vermissen. Erstere wiederum sind nicht so facettenreich, wie einen der Film vorgaukeln möchte. Weder Ramanna, noch Raghavan wandeln auf einem schmalen Grat, sondern haben sich schon lange für eine der beiden Seiten entschieden. Nichtsdestotrotz ein sehenswürdiger Film, der für das Thriller-Genre ein interessanter Beitrag aus Indien ist. 

Wertung: 6.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.0/10 rating 1 vote

 

- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 28. Oktober 2016
BD Verleihstart: 28. Oktober 2016

Publisher: Rapid Eye Movies

Verpackung: Blu-ray Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 133 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1)
2. Hindi (Indisch) (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:

  • Making Of
  • Entfernte Szenen

Kritik Extras
Eine 24-minütiges Making Of zeigt die Herausforderungen, mit denen man beim Dreh zu kämpfen hatte. Außerdem gibt es noch einige Entfernte Szenen zu bewundern.

Wertung: 5|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

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Sascha Weber

Sascha Weber

   

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