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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Sep30

Beutegier

Beutegier

Originaltitel: Offspring
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2009
Genres: Horror
Freigabe: ungeprüft
Regie: Andrew van den Houten
Darsteller: Jessica Butler, Kelly Carey, Holter Graham u.a.

Preis zum Test: EUR 38,25


 

Inhalt: In Dead River im Bundesstaat Maine passieren grauenvolle Morde. Die Opfer werden zerstückelt aufgefunden und den Leichen fehlen Körperteile. Doch weitaus schlimmer: Haben die Ermordeten kleine Kinder, so fehlt von Ihnen nach den Vorfällen jede Spur. Als die mit dem Fall betrauten Gesetzeshüter nicht mehr weiter wissen, wenden sie sich an George Peters, ein im Ruhestand befindlicher Polizist, der bereits vor 10 Jahren mit ähnlichen Vorfällen konfrontiert war. Damals hatte ein Klan Kannibalen sich seine Opfer unter der Bevölkerung gesucht. Und alle Indizien deuten darauf hin, dass der Stamm seinerzeit nicht ausgerottet wurde, sondern sich im Gegenteil noch vermehrt hat. Und die größere Anzahl der Kannibalen bedeutet vor allem eins: Ein viel größerer Bedarf an frisch geschlachtetem Menschenfleisch…

 


 

 


 

- Kritik -     

"Offspring" bezieht sich auf den gleichnamigen Roman von Jack Ketchum, dass in Deutschland in der Heyne-Hardcore-Reihe unter dem Titel "Beutegier" erschienen ist. Der Roman von 1991 ist der direkte Nachfolger von Jack Ketchum's Erstling "Off Season" der 1980 hierzulande unter dem Titel "Beutezeit" erschienen ist. So gesehen bekommen wir hier ein Sequel serviert, wo wir auch gleich das erste Problem haben. Als Zuschauer wird man Story technisch regelrecht ins kalte Wasser geworfen. Man bekommt zwar über den Vorspann ein paar Brotkrümel serviert, die als Zusammenfassung gesehen werden kann, unser Protagonist hingegen dadurch an grundlegenden Vorabinformationen verliert, da diese weitgehend unbeantwortet dem Zuschauer vorliegen. Man erfährt also nicht, wieso sich die Kannibalen überhaupt in Dead River eingenistet haben. Sie sind einfach da und unser Protagonist hatte in der Vergangenheit schon einmal mit denen zu tun und an dieser Stelle merkt man auch, dass ein Prequel doch nicht ganz so verkehrt gewesen wäre. 

Da die Story innerhalb einer Nacht stattfindet, gibt es ohnehin nicht viel zu erzählen, dementsprechend bringt es "Beutegier" auch nur auf eine Laufzeit von knapp 79 Minuten. Das Drehbuch selbst wurde von Jack Ketchum - nach seinem eigenen Roman - geschrieben und schon hier haben wir bereits das zweite Problem. Jack Ketchum’s Roman wird fast 1:1 als Spielfilm verfilmt. Sicherlich für viele Fan's eine sehenswerte Umsetzung, allerdings hat sich Jack Ketchum nicht wegen seine zahlreichen Drehbücher einen Namen gemacht, sondern durch seine Romane, weshalb bei der Umsetzung auch die negativ Ansätze aus dem Roman mit übertragen wurden. Für einen unerfahrenen Regisseur wie Andrew van den Houten eine zu große Hürde, den größten Mangel von Jack Ketchum’s Drehbuch letztendlich auszubügeln. 

Die Umsetzung kann aber auch punkten, da mit geringen Mitteln ein durchaus origineller Film entstanden ist, der auf spärliche Musikuntermalung setzt, den Kannibalen eine Fantasiesprache spendiert und die Handlung im Großen und Ganzen in einer überschaubaren Höhle ansiedelt, in der es auf moralischer Ebene zu einigen "gestörten" Szenen kommt. Fan’s von Gore-/ und Splatterschlachten werden sich aber ernüchternd zurück lehnen und ihren "Green Inferno" oder "Cannibal Holocaust" weiterhin in Sachen Gewaltdarstellung auf den ersten Plätzen wiederfinden. Zwar fließt hier und da billiges Kunstblut aus div. Körperöffnungen und die eine oder andere Axt findet ihren Weg in die Brust ihres Opfers, verliert "Beutegier" trotz­dem sein Härtegrad, allein durch die Tatsache das Kinder auf beiden Seiten involviert sind. Aber auch der Rest ist stellenweise sehr zweckmäßig inszeniert, so dass auch hin und wieder Kannibalen wie auf ein Stichwort ins Bild springen, um sich den flüchtenden Opfern in den Weg zu stellen. Für eine Low-Budget- Produktion bekommt man nichtsdestotrotz einen mittelmäßigen Horrorfilm geboten, der leider erst ab der zweiten Hälfte des Films in Fahrt kommt. Man sollte jedoch für B-Movies was abgewinnen können, damit die Enttäuschung nicht zu groß ausfällt. 

Was man Andrew van den Houten und seinem Team aber bei weitem nicht vorwerfen kann ist, dass sie keinen Mut hätten. Liest man "Beutegier", könnte man ähnlich wie bei Jack Ketchum’s "Evil" auf den Gedanken kommen, dass eine Film-Portierung so nicht umsetzbar wäre. Immerhin schreibt Jack Ketchum über eine Gruppe von Kannibalen, die sich von Menschenfleisch ernähren, sich eine menschliche Befruchtungsmaschine als Haustier halten und sich auf das entführen von Säuglingen spezialisiert haben. Zu allem Überfluss besteht der Stamm zum großen Teilen aus Kindern jeglichen Alters. Und gerade das ist der starke Tobak, der Film und Buch zum Tabu machen. Zwar sind menschenfressende Kinder verstörend genug, doch wenn diese sich nur durch Waffengewalt stoppen lassen, stellt sich die eigene moralische Empfindungen alles in Frage. Die Schauspieler sind zum großen Teilen No-Names, ebenso wie der Rest von der Crew. Jack Ketchum selbst hat immerhin einen Cameo-Auftritt als Ermittler. Erneut ist es wieder bemerkenswert, dass hier wieder Kinder jeglichen Alters in extremen Rollen besetzt werden.

 

 - Fazit -  

Gemessen an Jack Ketchum's "Evil" spiegelt "Beutegier" ein mittelmäßigen Film wieder und im Vergleich mit ähnlichen Genrevertretern wie "Green Inferno" oder "Cannibal Holocaust" wirkt "Beutegier" regelrecht handzahm und eher nach einem Hinterwäldler Film, als nach einem Kannibalen Film. Nichtsdestotrotz ist Jack Ketchum's "Beutegier" ein mittelmäßiger Horrorfilm, der trotz kurzer Laufzeit leider erst ab der zweiten Hälfte des Films in Fahrt kommt. Im Verlauf der Story nimmt "Beutegier" aber zu wenig Platz in Beschlag und die Bedrohung durch die Kannibalen, sowie deren Hintergründe verweilen weitgehend im verborgenen. Die schauspielerische Leistung bleibt unberührt, das hineinversetzen in die einzelnen Charakter wirkt teils unmöglich. "Beutegier" wird unabhängig vom bekannten Drehbuch Autor kaum einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Fan's von B-Movies können sich auf eine kurzweilige Unterhaltung freuen.

Wertung: 3|10

Durchschnittliche Userbewertung

5.0/10 rating 1 vote

 

- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 26. August 2016
BD Verleihstart: 26. August 2016

Publisher: NSM Records (Uncut Edition)

Verpackung: Blu-ray Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 1,85:1 (16:9; 1080p)
Laufzeit: ca. 79 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD 5.1)
2. Englisch (DTS-HD 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:

  • Audiokommentar mit Autor Jack Ketchum und Regisseur Andrew van den Houten
  • Webisodes
  • Deleted Scenes
  • Making Of
  • Deutscher & US Trailer
  • Bildergalerien

Kritik Extras
Das Bonusmaterial umfasst einen interessanten Audiokommentar inkl. deutschen Untertitel von Autor Jack Ketchum und Regisseur Andrew van den Houten, die ein paar Worte über die Schauspieler und über den Film "Beutegier" verlieren. Eben so bekommt man div. Hintergrundinfos geboten, die den Film mit brauchbaren und lustigen Facts bereichern. Die Deleted Scenes zeigen die Arbeiten hinter den Kulissen, bieten jedoch keine neuen oder interessanten Szenen. Das Making Of inkl. deutschen Untertitel liegt im gleichen Aufbau wie die Deleted Scenes vor und wirkt mit seiner 20-minütigen Laufzeit etwas dürftig und uninteressant. Zuletzt bekommt man zwei Film-Trailer geboten, jeweils mit einer deutschen und englischen Tonspur sowie eine Bildergalerie, die Bilder vom Set und von den Darstellern zeigt. Unter dem Strich bietet das Bonusmaterial einiges an Input, was wir natürlich gut finden, jedoch im Ganzen gesehen zu uninteressant und unbedeutend ausfällt. 

Wertung: 5|10

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Pascal Müller

Pascal Müller

   

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