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Mai17

Diary of the Dead

Diary of the Dead

Originaltitel: Diary of the Dead
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Horror
Freigabe: FSK-18
Regie: George A. Romero
Darsteller: Shawn Roberts, Megan Park, Chris Violette u.a.

Während der Dreharbeiten zu einem Filmprojekt gerät eine Gruppe Studenten mitten in eine Invasion der Untoten! Der Filmstudent Jason, seine Freundin Debra und ein aus Mitstudenten bestehendes Filmteam drehen in den Wäldern Pennsylvanias einen Horrorfilm für ihre Uni, als im Radio erste Meldungen von wiederauferstehenden Toten laufen. Verzweifelt und verängstigt versucht die Gruppe, sich zu ihren Familien und Freunden durchzuschlagen. Doch Jason beschäftigt ein ganz anderes Problem: Weil er die Verlogenheit der Berichterstattung anprangert, lässt er auf der Flucht vor den Untoten gnadenlos seine Kamera mitlaufen und dokumentiert den Angriff der Zombies, um sie später über das Internet der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

- Kritik -

Seit nunmehr 40 Jahren ist George A. Romero eine, wenn nicht sogar DIE bestimmende Größe im Genre. Nachdem er 1968 mit „Night of the living dead“ die Vorlage für zahllose Nachahmer schuf, entwickelte er das Szenario in „Dawn of the Dead“ (1978), „Day of the dead“ (1985) und „Land of the dead“ (2005) konsequent weiter. Es handelte sich zwar nicht um reinrassige Sequels im üblichen Sinne, doch grundsätzlich entwickelte er die Ausgangssituation immer weiter. In seinem neuesten Streich „Diary of the dead“ weicht er von diesem Prinzip aber ab und schildert den Beginn noch mal, bedient sich dabei aber verschiedener Stilmittel, die er in den anderen Filmen nicht benutzte. „Diary of the dead“ datiert aus dem Jahr 2007 und ließ lange auf einen Deutschland Release warten.

Es ist etwas bedauerlich, dass Romero nicht an seinen letzten Zombiefilm „Land of the dead“ anknüpfte. Dieser hatte ein mehr oder minder offenes Ende und zeigte eine gewisse Evolution der Untoten auf. Es wäre interessant zu sehen, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt hätte, doch vielleicht konnte er die Finanzierung für diese sicherlich recht teure Geschichte nicht sicher stellen, vielleicht wollte er es auch nicht. Bedauerlich ist es trotzdem. Romero verfolgt durch das Stilmittel der Handkamera das Ziel, dass Geschehen glaubwürdiger, realer zu gestalten und den Zuschauer mehr in die Handlung zu integrieren. Anfangs gelingt ihm das auch recht gut. Der Ausbruch der Seuche erfolgt ziemlich schnell, die Atmosphäre ist bedrückend und recht realistisch. Durch das geschickte Einschneiden von realen Nachrichten erzielt er eine ungemeine Authentizität und baut durch die effizient gefilmten Angriffsszenen eine enorme Spannung auf. Es ist zudem erstaunlich, wie der nicht mehr gerade junge Regisseur/Autor moderne Medien, z.B. das Internet, sinnig und nachvollziehbar in die Handlung einbaut. So gehören die ersten 30-45 Minuten sicherlich mit zu den besseren „Dead“ Arbeiten der lebenden Legende. Zudem sind die Goreszenen auch sehr gelungen, ohne dabei zu plakativ zu wirken, sind allerdings mitunter etwas CGI lastig. Doch dann verliert er den Faden, will das Stilmittel der Handkamera bis zum äußersten ausnutzen, verliert sich in Nebensächlichkeiten, zu aufgesetzter Gesellschaftskritik und satirischen Elementen. So wird das Geschehen nicht mehr nur durch eine Kamera gezeigt, sondern noch durch eine zweite oder auch durch verschiedene Überwachungskameras. Was anfangs noch funktioniert, stört dann im Laufe des Films. Zwar verschont man den Zuschauer weitestgehend mit der erwarteten Wackelei, doch die häufigen Wechsel der Perspektive nerven in dieser Optik dann schon. 

Zudem weicht Romero von der eigentlich bedrückenden Thematik ab und lässt seine – ohnehin alles andere als überzeugenden – Darsteller in ermüdender Regelmäßigkeit über den Sinn und Unsinn des Filmens debattieren. Das nimmt Tempo aus dem Film, stört den Rhythmus und geht schlussendlich auch auf Kosten der Spannung, die sich mitunter fast völlig verabschiedet. In den Momenten ist „Diary of the dead“ zu zäh – ein paar Minuten weniger hätten dem Streifen alles andere als geschadet. Die Gesellschaftskritik hat Romero noch nie sonderlich dezent in seine Zombiegeschichten eingearbeitet und auch hier bevorzugt er nicht gerade die feineren Töne, sondern präsentiert seine Kritik mit dem Holzhammer. Das wirkt zwar nicht gerade geschickt, stört aber im Vergleich zu seinen früheren Filmen auch nicht wirklich. Schädlicher sind da schon die ironischen Brechungen, die er zum Ende des Films versucht einzubauen. Der Altmeister macht sich in diesen Momenten sowohl über den Zombiefilm an sich, als auch über das Genre im Allgemeinen lustig. Diese Szenen sind völlig überflüssig, führen zu nichts und rauben „Diary of the dead“ die gewollte Endzeitstimmung.

Ansonsten bleibt George sich treu und präsentiert seine Zombies so, wie man es von ihm erwartet: Langsam, wankend, ohne Sinn und Verstand. Die Angriffsszenen sind dann auch gewohnt gelungen, selbst das offensichtlich geringe Budget fällt kaum ins Gewicht. Mittlerweile hat Romero eine inoffizielle Fortsetzung abgedreht, deren Titel noch nicht bekannt ist. Hoffentlich besinnt er sich dann wieder auf seine wahren Stärken. Denn so gut wie die erste Hälfte des Films auch ist, so durchwachsen bis schlecht ist die zweite.

 

- Fazit - 

In der ersten Hälfte atmosphärisch dicht, beklemmend und spannend, verwandelt sich „Diary of the dead“ im zweiten Abschnitt in einen – zwar immer noch gut inszenierten, aber – durchwachsenen Aufguss bekannter Themenvariationen, in der der Handkamerastil zu bemüht eingesetzt wird, Nebensächlichkeiten zu sehr im Vordergrund stehen und der Film eklatant an Spannung verliert. Romeros Routine und gute Splattereffekte sorgen da noch für etwas Kurzweil.

Bewertung: 5 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

4.9/10 Bewertung (15 Stimmen)

 - DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD-Verleihstart: 01.04.2009
DVD-Verkaufstart: 08.05.2009

Label: Universum
Verpackung: Keep-Case
Wendecover: Nein

Ton:
1.Deutsch Dolby Digital 5.1

2. Englisch Dolby Digtal 5.1 

Untertitel:
- Deutsch 

Bild: 1.78:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 92 min.
Uncut: Ja 

Extras:

  • Master of the Dead (Making of) - 13:19 Min.
  • Into the Camera - 17:06 Min.
  • You look Dead! - 10:59 Min.
  • Character Confessionals - 20:38 Min.
  • A World Gone Mad - 20:25 Min. 

Review Extras:
Uns lag eine Presse DVD ohne Extras vor, daher keine Bewertung.

Bewertung: x.x | 10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

4.5/10 Bewertung (2 Stimmen)
Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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