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Jul28

Frontier(s)

Frontier(s)

Originaltitel: Frontier(s)
Herstellungsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 
2007

Genre: Horror, Thriller
Freigabe: FSK-18
Regie: 
Xavier Gens

Darsteller: Karina Testa, Samuel Le Bihan, Patrick Ligardes ...

Paris im Ausnahmezustand, die anstehenden Wahlen führen dazu, dass die Menschen auf den Straßen randalieren und das Chaos ausbricht. Vier Kleinkriminelle sind auf der Flucht vor dem totalitären System und der Polizei, welche hinter ihnen und ihrem unrechtmäßig erbeutetem Geld her ist. Dabei geraten die vier vom Regen in die Traufe und auf ihrem Weg nach Amsterdam in die Einöde, wo der Wahnsinn regiert und eine inzestuöse deutsche Familie ihr Unwesen treibt.

- Kritik -


Frankreich – mal wieder möchte man fast schon sagen. Seit Alexandre Aja „High Tension“ schwimmt unser Nachbarland prägend auf der Welle der harten Horrorfilme mit, und es ist auch noch kein Ende abzusehen: Mit „Inside“ und „Martyrs“ haben sich bereits die nächsten Schocker angekündigt, die wohl alle eines gemeinsam haben werden: Ärger mit der Zensur. Dieser Kelch ist dann auch nicht an „Frontiere(s)“ vorbei gegangen. So erscheint die Leihversion zwar immerhin als Spio/JK [Das ist nicht immer üblich. „Doomsday“ erscheint z.B. voraussichtlich nur als kJ Fassung – von daher betreibt Sunfilm hier schon einen erwähnenswerten Aufwand], muss aber trotzdem noch etwa zwei Minuten einbüßen. Die Verkaufsfassung veröffentlicht Sunfilm dann als kJ Version – hier sollen sogar fünf Minuten der Schere zum Opfer gefallen sein. Regisseur Xavier Gens hat es mittlerweile sogar nach Hollywood geschafft – so durfte er in der Gameverfilmung „Hitman“ sein Können zeigen. „Frontiere(s) ist jedoch sein Premiere als alleinverantwortlicher Regisseur. Allerdings durfte er als Second Unit Regisseur bei den Honkongregisseuren Ringo Lam („Maximum Risk“) und Tsui Hark („Double Team“) bereits Erfahrungen sammeln.


 
Aber zurück zu „Frontiere(s)“: Lässt man mal den Teil um die Nazi-Familie weg, könnte man meinen, das Frontiere(s) mit frischen, neuen Ideen aufwartet, doch das ist weit gefehlt; denn trotz der „politischen“ Basis unterscheidet sich Frontiere(s) nicht sonderlich von der generischen Horrorkost und nimmt sich wie ein Potpourri aus bekannten Genrevertretern aus. Erinnerungen an The Descent, The Hills Have Eyes, Hostel und insbesondere The Texas Chainsaw Massacre werden im Zuschauer wach, doch kommt die neue Zusammenmischung nicht an ihre Vorbilder heran. Größtes Manko ist dabei die Tatsache, dass es eigentlichen keinen wirklichen Sympathieträger gibt. Erst zum Ende des Filmes kristallisiert sich Yasmina, hervorragend von Karina Testa verkörpert, als solchen hervor und zu dem Zeitpunkt nähert sich der Film schon mit großem Schritt dem Ende. Der Rest der Truppe wird dem Zuschauer als Gruppe Krimineller vorgestellt, die sich wild schießend und schlagend gegen die Polizei stellt und erst langsam ihre großspurige und großmäulige Art gegen Angst, Panik und menschliche Emotionen eintauscht. Dieser Prozess mag glaubwürdig rüberkommen, aber macht es dem Zuschauer umso schwerer mit den Einzelschicksalen zu hadern und um das Wohlergehen der Protagonisten zu bangen.


 
Die mordende Sippschaft könnte kaum plakativer zusammengewürfelt sein und auf die Beweggründe wird wie so oft fast gar nicht eingegangen. Im Grunde genommen wird fast jeder klischeebeladene Charakter an Land gezogen und in das Storygestrüpp verwoben, leider fallen gerade hier die schauspielerischen Diskrepanzen stark ins Gewicht. Besonders Von Geisler, der Vater und Kopf der Familie kommt leider vollkommen ohne jegliches Charisma und Überzeugungs-kraft daher, doch auch die meisten anderen Familienmitglieder strahlen wenig Gefahr aus. Jedoch kann der Charakter des Goetz allein durch seine körperliche, fast barbarische Präsenz überzeugen und wird gut von Samule Le Bihan verkörpert, auch Karl ist ein solider Antagonist, aber leider nicht vollends überzeugend. Der dicke Hans und seine Frau; sowie Klaudia, die von ihrer Schwester Gilberte dauernd schlecht behandelt wird, sollen verdeutlichen, dass in der der Familie, die in erster Linie durch Inzest gewachsen ist, der Zusammenhalt auf wackligen Füßen steht, doch ist die schiere Anzahl der Mitglieder zu groß und die Screentime der einzelnen Personen zu kurz, als dass ein überzeugendes Bild kreiert werden würde. Figuren wie die alte Mutter oder Missgeburten, die auch noch ihr Unwesen treiben, werden völlig belanglos im Film untergebracht und spielen nur lose eine Rolle für den Film.


 
Nun aber zur Essenz eines jeden Horrorfilms: Der Atmosphäre, dem Blutgehalt und der Gewalt. Ersteres kommt deutlich zu kurz und in nur wenigen Szenen will eine bedrückende oder gar düstere Stimmung aufkommen, Momente, in denen man sich in das Polster seiner Couch verkrallt oder sich einem die Nackenhaare aufstellen, sucht man jedoch vergeblich. Dem geneigten Horrorfilmliebhaber und Blutfan dürfte zumindest im späteren Verlauf das Herz aufgehen, denn an roten Szenen mangelt es Frontiere(s) wahrlich nicht. Dabei ist man expliziter und detaillierter Darstellung von Gewalt nicht abgeneigt.


 
Im Kontrast dazu stehen die wackligen Aufnahmen, welche in den schnelleren und primär draußen stattfindenden Momenten Verwendung finden. Wie man es bereits aus anderen Filmen gewohnt ist, wird einem hier mit wackligen Bildern, schnellen Schnitten und einer sehr dynamischen Kamera versucht, die Action-Szenen (die man in der Form teilweise gar nicht erwartet) näher zu bringen. Dazu kommen ab und an noch Aufnahmen mittels eines vom Darsteller geführten Camcorders und die damit verbundene Einengung des Sichtfeldes, wie sie auch dem „Kameramann“ bei beinahe völliger Dunkelheit widerfahren würde, was zwar nicht wirklich neu ist, aber durchaus seinen Zweck erfüllt, im Grunde genommen aber viel zu kurz kommt.


 
Frontiere(s) kommt erst langsam ins rollen, gerade die erste halbe Stunde ist wenig ereignisreich, doch nachdem man erst einmal in Fahrt gekommen ist, bekommt man nur wenige ruhige Momente spendiert. Nichtsdestotrotz kann der Film nur in wenigen Momenten überzeugen und lediglich der dreckige Look und die gepeinigte Yasmina dürften in Erinnerung bleiben. Ob der Film ungeschnitten in die deutschen Kinos kommt, kann angezweifelt werden, aber einen Uncut-Release auf DVD wird man wohl bewerkstelligen können.


 
- Fazit -

Frontiere(s) vermag es nicht, mehr als nur ein weiterer generischer Schocker zu sein und kann kaum durch eigene Ideen punkten, denn zu offensichtlich sind die Entlehnungen der Ideen von anderen Filmen und zu heterogen ist die Mischung, welche aus diesen Inspirationen zusammengeschustert wird. Eine wirklich überzeugende Karina Testa, der man in jeder Szene die Strapazen und Torturen abnimmt und die insbesondere zum Ende hin, dem Zuschauer Sympathien abringt, hebt den Film ein wenig aus dem Einheitsbrei hervor, reicht jedoch nicht aus, um Frontiere(s) zu etwas Besonderem zu machen. Dem Horrorfilmfan wird wohl auch dieser Film Freude bereiten, aber letztendlich dürfte er mit den bekannten Top-Genrevertretern besser bedient sein.

Bewertung: 5.5 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

8.3/10 Bewertung (9 Stimmen)

- DVD FACTS & EXTRAS -

 

DVD Verleihstart:  29.08.2008
DVD Verkaufstart: 24.10.2008
- Single Disc 
 
Label: Sunfilm
Verpackung: Keep Case
Wedecover: Ja
 
Ton:
1. Deutsch DTS 5.1
2. Deutsch Dolby Digital 5.1
3. Französisch Dolby Digital 5.1
 
Untertitel:
- Deutsch
 
Bild: 1:2.35 (16:9)
Laufzeit: ca. 100 Min.
Uncut: Nein
 
Extras:

  • Trailershow
  • Deutscher Trailer
  • Französischer Trailer


Review Extras:
Nun gut, da gibt es nicht viel zu erzählen. Zwei Trailer und eine Trailershow – das ist zu wenig. Einerseits muss man Sunfilm natürlich in Schutz nehmen, da sie für die Verkaufsdvd eine Doppel DVD releasen, die massig Extras enthält und sich dazu den Aufwand machen für den Verleih noch eine SPIO Fassung anfertigen zu lassen – andererseits lässt man den fans auch keine Wahl. Wer „Frontiere(s)“ nicht völlig verstümmelt sehen will und zur Verleih DVD greift, hat überhaupt keine Extras. Ein paar Features der Doppel DVD hätte man auch hier liefern können. Schade, wenn auch nachvollziehbar. Doch für die Extras der uns vorliegenden Fassung gibt es:

Bewertung: 1 | 10

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Sascha Weber

Sascha Weber

   

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