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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Jun11

The Void

The Void

Originaltitel: The Void
Herstellungsland: Kanada
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Horror
Freigabe: FSK-16
Regie: Jeremy Gillespie, Steven Kostanski

Sprecher: Ellen Wong, Kathleen Munroe, Aaron Poole
u.a.

Preis zum Test: EUR 8,97


 

Inhalt: Sheriff Carters gemütliche Nachtschicht endet jäh, als ihm aus dem Wald ein blutender Mann vor das Auto rennt. Umgehend bringt Carter den Verletzten ins naheliegende Krankenhaus, doch damit tritt er ungewollt eine höllische Lawine los. Zuerst tauchen zwei mysteriöse Jäger auf, die dem Unbekannten nach dem Leben trachten. Aber schon bald sieht sich die illustre Schar von Patienten und Angestellten einem viel größeren Problem gegenüber: Niemand kann das Krankenhaus verlassen, denn draußen versammelt sich eine Messer schwingende Horde von in weißen Roben gekleideten Gestalten, die jeden Fluchtversuch vereiteln. Und als dann drinnen die ersten Opfer zu ekelerregenden Monstern mutieren, müssen die Überlebenden erkennen, dass sich das Tor zur Hölle zu öffnen beginnt ...

 


 

 



- Kritik -
    

H.P. Lovecrafts Geschichten gehören schon seit Dekaden zur Standardlektüre unter Horrorfans auch wenn der Name zunächst wie ein schlecht gewähltes Pseudonym eines Erotikthriller-Autors klingt. Mit seinen kosmischen Horrorgeschichten prägte Lovecraft ein gesamtes Genre und inspirierte mit Cthulhu, den Großen Alten und Innsmouth maßgeblich die heutige Popkultur. Ob Musik, Bücher, Filme oder Spiele, der Cthulhu-Mythos ist allgegenwärtig. Inspirieren ließen sich schon einige Hollywood-Größen wie Joss Whedon oder Guillermo del Toro. Trotzdem gab es bis dato noch keine groß angelegte Filmproduktion aus Hollywood. Guillermo del Toro biss sich bisher erfolglos die Zähne aus, in der Hoffnung ein Studio zu finden, welches seine Adaption von "At the Mountains of Madness" finanziert. Stattdessen sind es in der Regel die kleineren Indie-Produktionen, die sich des Stoffes annehmen (dessen Copyright längst erloschen ist). Der deutsche Film DIE FARBE (2010) begeisterte Fans ebenso sehr wie der Kurzfilm THE CALL OF CTHULHU (2005). Der Indie-Film THE VOID präsentiert sich ebenfalls als geistiges Kind des Lovecraft'schen Horrors.

Dem eher geringen Budget Rechnung tragend, setzt man bei THE VOID auf einen limitierten Schauplatz, lässt wenige Figuren auftreten und arbeitet in den effektgetriebenen Szenen mit einer dunklen Beleuchtung. Billig wirkt der Horrorfilm für eine B-Movie-Produktion hingegen nicht. Eher schwingt ein gewisser Retro-Vibe mit, der alteingesessenen Genre-Fans gefallen dürfte. Die gesamte Handlung spielt innerhalb einer einzigen Nacht, als Sheriff Daniel Carter (Aaaron Poole) auf einer verlassenen Landstraße auf einen mutmaßlich Betrunkenen trifft. Als der Betrunkene sich als verletzt entpuppt, eilt er mit ihm ins nächstgelegene Krankenhaus. Hier arbeitet auch Allison (Kathleen Munroe), die Frau des Sheriffs. Auf Grund eines Brandes, der vor einigen Wochen im Kellergewölbe gewütet hat findet sich im Krankenhaus nur eine Notbesetzung. Dr. Richard Powell (Kenneth Welsh) ist jedoch noch vor Ort und nimmt sich des neuen Patienten an. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Zwei Jäger tauchen im Foyer auf und versuchen den gerade eingewiesenen Landstreicher mitzunehmen. In einem Tumult wird Dr. Powell erstochen. Panik macht sich breit, als die verstorbenen Menschen zu ekelhaften Monstern mutieren. Jegliche Fluchtversuche werden jedoch im Keim erstickt, als vor dem Krankenhaus urplötzlich in weiße Kutten gehüllte Menschen auftauchen. Nun müssen die Überlebenden gemeinsam um ihr Leben kämpfen, um den Mächten des Bösen und einem grausamen Tod zu entrinnen.

Obwohl THE VOID für eine Indie-Produktion visuell eine gute Figur macht, finden sich anderweitig einige Mängel, die den Genuss trüben. Die größten Schnitzer erlaubt man sich beim Drehbuch. Die Hauptgeschichte entwickelt sich zunächst recht geradlinig, gerät jedoch ordentlich aus dem Takt, sobald die Anzahl der Figuren steigt. Die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren werden nur angerissen, wodurch die Motivationen der Personen im Dunkeln bleiben. Zudem mangelt es den Figuren an Tiefe und auch die mangelnde Fachkompetenz des Krankenhauspersonals stört zuweilen. Vollends chaotisch wird es schließlich im letzten Drittel, wo man jegliche Nachvollziehbarkeit der Handlung fahren lässt und die Schauwerte in den Vordergrund rückt. Somit fehlt es dem Film an Bezugspersonen, die Dramaturgie wirkt entrückt und Emotionen können sich nicht entfalten. Dabei hätte man gerade den emotionalen Graben der zwischen Sheriff Carter und seiner Frau klafft hervorragend nutzen können. Selbiges gilt für Dr. Powell und seinen Verlust. Gerade in Hinblick auf die gelungene Leistung der Darsteller, ist dies eine unnötige Restriktion der man sich hingibt. Man merkt zwar, dass man es hier nicht mit Schauspielern der A-Riege zu tun bekommt, aber sie sind auch weit von dem entfernt, was man häufig im B-Segment präsentiert bekommt. Jedoch werden sie durch die Mängel im Drehbuch nicht genug gefordert und gefördert.

Wo THE VOID tatsächlich glänzen kann, ist bei den praktischen Effekten. In den letzten Jahren scheint diese Handwerkskunst immer weiter in Vergessenheit geraten zu sein. CGI dominiert das Bild und selten genug gibt es wirklich handfeste Monstren, mit denen Schauspieler interagieren kann. Gut gemachte praktische Masken strahlen dabei eine gewisse Atmosphäre aus, die sich (noch) nicht oder zumindest nur schwer durch digitale Effekte umsetzen lassen. THE VOID schöpft hierbei recht stark aus den Vollen. Tentakel, Pusteln, Geschwüre, Mutationen, glibberiger Schleim, blutige Innereien, explodierende Körper. Hier wird geklotzt, statt gekleckert. Dadurch schwingt beim Horrorfilm eine gewisse Retro-Qualität mit, die an alte Filme wie beispielsweise THE THING oder die HELLRAISER-Reihe erinnert. Gewissen finanziellen Restriktionen ist man hier jedoch auch unterlegen, so dass man bei der Inszenierung der effektgetriebenen Szenen auf schnelle Schnitte, Stroboskop- oder eine dunkle Beleuchtung setzt. Zum Ende hin lässt man sich auch ein wenig zu stark von den Effekten tragen, ohne dass die Handlung davon profitieren würde und gerade das finale Monster ist etwas plump umgesetzt. Auch wenn es diesen Szenen in punkto Dramaturgie an Wirkung mangelt, liegen hier trotz alledem die großen Stärken des Films. Weniger gelungen hingegen die Soundeffekte der Schusswaffen, die eher schwach klingen. Dafür weiß das Sounddesign zu überzeugen. Ein wunderbarer atmosphärischer Klangteppich mit tiefen Bässen und verstörenden Tönen windet sich durch die Bilder, an dem auch Dark Ambient Meister Lustmord involviert war. So ist THE VOID in technischer Hinsicht ein überdurchschnittlich guter Horrorfilm, der sich auf Grund des durchwachsenen Drehbuchs und der holprigen Regie trotzdem nur im gehobenen Mittelmaß einpendelt.

  

- Fazit -  

In seinen besten Momenten präsentiert sich THE VOID mit atmosphärischen Bilder und handwerklich guten Masken und Effekten. Diese Momente sind allerdings eher rar gesät und werden von einem konfusen Storykonstrukt zusammengehalten, was zudem durch recht grobkantige Figuren ergänzt wird. So bleibt eine wirre Achterbahnfahrt, die vielversprechende Ansätze zeigt, diese jedoch nicht zu nutzen weiß. In Zeiten, in denen nur noch selten praktische Effekte eingesetzt werden trotzdem eine willkommene Abwechslung, der es leider etwas an Feinschliff fehlt.

Wertung: 6|10

Durchschnittliche Userbewertung

6.0/10 rating 1 vote

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verkaufstart: 19. Mai 2017
DVD Verleihstart: 19. Mai 2017

Publisher: Universum Film

Verpackung: Presse DVD
Wendecover: -

Bild: 2,40:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 87min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:
Keine

Kritik Extras
Keine Extras auf dem Screener, daher keine Kritik möglich. 

Wertung: X|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

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Sascha Weber

Sascha Weber

   

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