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Dez27

DVD Kritik: 4 Blocks - Die komplette zweite Staffel

DVD Kritik: 4 Blocks - Die komplette zweite Staffel

Originaltitel: 4 Blocks
Herstellungsland:
Deutschland
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Thriller, Krimi, Drama, Serie
Freigabe: FSK-18
Regie: Marvin Kren, Oliver Hirschbiegel u.a.

Darsteller: 
Kida Khodr Ramadan, Veysel Gelin, Almila Bagriacik u.a.

Wir danken Eye See Movies für das Rezensionsexemplars!


 

Inhalt: Ein Jahr nach dem dramatischen Showdown mit den Cthulhu hat sich für die Hamadys viel verändert: Abbas steht wegen Mordes vor Gericht, Amara hat mit Latif einen Neuanfang gewagt und Toni kann endlich wie erhofft ins Immobiliengeschäft einsteigen. Doch seine Versuche, den Einfluss der Familie auszubauen, bringen nicht nur seine Ehe in Gefahr, denn die mächtigen al-Saafis geben die Kontrolle über Berlin nicht kampflos auf. Die Serie erhielt bislang 15 Auszeichnungen, darunter der Grimme-Preis, der Deutsche Fernsehpreis in drei Kategorien, eine Goldene Kamera, sechs Auszeichnungen beim Fernsehpreis der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAFF) sowie der Preis des Séries Mania Festivals für Kida Khodr Ramadan als „Bester Schauspieler“.

 


 

 


Kritik: Die 1.Staffel von "4 Blocks" stellte im vergangenen Jahr so etwas wie ein willkommenes Novum in der gegenwärtigen deutschen Serienlandschaft dar. Unter der vollständigen Regie des mit deutschsprachigen Genre-Stoffen bestens vertrauten Filmemachers Marvin Kren entstand ein düster brodelnder Hybrid aus authentischer Milieustudie und bewusst überzeichneten Gangsterfilm-Klischees, der den Zuschauer in eine harte, ungeschönte Parallelwelt inmitten von Berlin-Neukölln führte. In den besten Momenten wirkte die Geschichte über den Anführer eines arabischen Clans Toni Hamady und die verschiedenen Handlungsstränge, die sich um den Neuköllner Paten entspinnten, wie ein verfilmtes Gangsterrap-Album voller elektrisierender Höhepunkte. Mithilfe der rauen Sprache, die voller verschiedensprachiger Slangbegriffe steckte, einem hohen Tempo, unter dem die Charakterzeichnung bisweilen zu leiden hatte, sowie der Verbindung der Komponenten Ehre, Familie, Kriminalität, Verrat und Loyalität entpuppte sich die 1.Staffel von "4 Blocks" als genüsslich gestrickter Crime-Garn. Aufgrund der zusätzlich sehr gut besetzten Schauspieler, unter denen einige selbst Verbindungen bis in kriminelle Kreise aufweisen können, entfaltete die Serie eine mitreißende Sogwirkung, die Lobeshymnen bis in die höchsten Feuilletons nach sich zog.



Ein Clou dieser 1.Staffel bestand auch darin, erzählerisch mutige Wege zu beschreiten und die ersten 6 Folgen im Finale mit dem überraschenden Tod einer bedeutenden Hauptfigur enden zu lassen, wodurch die Zukunft der Serie noch trostloser erschien als ohnehin schon. 1 Jahr später setzt die 2.Staffel von "4 Blocks" schließlich ein und zeigt einen Toni Hamady, der stärker als jemals zuvor der dunklen Seite nachgegeben zu haben scheint. Auch wenn der gewohnt abgekämpft auftretende Clan-Chef seine Fühler weiterhin ansatzweise in Richtung legaler Geschäfte in Form von Immobilien ausstreckt, geht es Toni in der Fortsetzung vor allem darum, Berlin mithilfe des Drogenhandels vollständig unter seine Kontrolle zu bringen. Während sein verräterischer Bruder Abbas im Gefängnis sitzt und einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes entgegenblickt, muss sich Toni daneben auch mit neuen Konkurrenten auseinandersetzen, die in Gestalt der feindlichen al-Saafi-Großfamilie und unberechenbaren Tschetschenen in Berlin aufschlagen. Wieder steht das Hamady-Oberhaupt im Zentrum vor der schier unlösbaren Aufgabe, externe Konflikte mit internen, familiären Angelegenheiten zu vereinbaren, um zwischen sämtlichen Fronten nicht den Kopf zu verlieren.


Nachdem die ersten beiden Folgen als eine Art Prolog dienen, um alte Weggefährten und neue Gefahren einigermaßen zu positionieren und mehrere Handlungsstränge aufzuwerfen sowie langsam zusammenzuführen, werden in der 2.Staffel von "4 Blocks" die großen Probleme recht bald sichtbar. Schon die 1.Staffel musste sich stellenweise zurecht den Vorwurf gefallen lassen, das Leben als Krimineller vor allem im Hinblick auf eine jüngere, unreflektierte Zuschauerschaft gefährlich zu glorifizieren und die üblichen Vorurteile gegenüber Migranten in der deutschen Hauptstadt zugunsten der geradlinigen Dramaturgie zu bedienen. Die insgesamt 7 Folgen umfassende Fortsetzung kippt nun auf dem schmalen Grat zwischen Authentizität und Überzeichnung immer wieder in pure Klischees über und begnügt sich mit großteils abgenutzten Handlungskonstruktionen.

Mühsam greifen die Drehbuchautoren Hanno Hackfort, Richard Kropf und Bob Konrad auf überholte Motive wie Abbas als Häftling, der über mehrere Folgen hinweg im Gefängnis um sein Leben fürchten und kämpfen muss, den todkranken Polizisten, der nicht mehr viel zu verlieren hat, den zugekoksten Immobilienhai oder den hitzköpfigen Nachwuchskriminellen, der unüberlegt die Seiten wechselt und zum Verräter wird, zurück, um dem Konzept der möglichst rasanten, oftmals vorhersehbar verlaufenden Genre-Unterhaltung gerecht zu werden. Dass "4 Blocks" zuvor durchaus als Sittengemälde funktionierte, das neben der eigentlichen Crime-Geschichte auch ein aufschlussreiches Bild der gesellschaftspolitischen Verstrickungen entwarf und die Figuren zudem regelmäßig mit den nötigen Zwischentönen anlegte, geht in Staffel 2 trotz der gelegentlich immer noch spürbaren Sogwirkung zu häufig verloren.

Während die Verantwortlichen Teile der Handlungsstränge in den letzten 2-3 Folgen zumindest in einigen äußerst druckvoll inszenierten Spannungs- und Actionsequenzen auflösen, täuscht nur geringfügig über die Tatsache hinweg, dass diesmal selbst groß aufspielende Darsteller wie Kida Khodr Ramadan, der hier weiterhin in der Rolle seines Lebens zwischen tickendem Pulverfass und gutmütigem Familienvater auftritt, noch unterfordert bleiben und in den holprigen, überstürzten Entwicklungen zurückbleiben. Noch schlechter trifft es diesmal hingegen die Frauen an der Seite der überwiegend bösen Männer, die in ihren Szenen hauptsächlich um eine eigene Stimme sowie gegen die Unterdrückung und drohende Verstoßung ihrer Gatten kämpfen müssen. Kaum eine Szene fasst die 2.Staffel von "4 Blocks" daher passender zusammen als jene, in der Abbas Frau Ewa weinend vor ihm sitzt und verzweifelt um Worte ringt, warum sie nach all dem, was sie für ihn auf sich genommen hat, noch immer zu ihm steht. Dem Zuschauer gehen in diesem Moment ganz ähnliche Gedankengänge durch den Kopf. Die ungefilterte Faszination des ambivalenten Bösen hat längst deutliche Risse bekommen.

Fazit: "4 Blocks" macht da weiter, wo die Serie aufgehört hat. Das gelingt, weil man weiterhin auf die alten Stärken setzt, das neue Drehbuch nicht mehr so vorhersehbar ist und die Geschichte des Berliner Familienclans gekonnt weiterentwickelt wird.

Wertung: 7.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

8.0/10 rating 1 vote

 

Verkaufstart: 03. Dezember 2018

Publisher:
eye see movies
Homepage: www.4-blocks.de

Verpackung: Digipak mit Schuber
Anzahl Disks: 3
Wendecover: Ja

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 420 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Englisch
- Arabisch

Episoden­anzahl: 7

Extras:
*12 seitiges Booklet
*Interviews mit den Regisseuren Oliver Hirschbiegel, Özgür Yildirim und dem Autoren-Trio Hanno Hackfort, Richard Kropf und Bob Konrad
*Sticker

Kritik Extras
Das Bonusmaterial zu der zweiten Staffel von "4 Blocks" ist überschaubar gefüllt. Neben ein 12 seitiges Booklet mit interessanten Hintergrundinformationen bekommt man noch eine handvoll Interviews mit den Regisseuren Oliver Hirschbiegel, Özgür Yildirim und dem Autoren-Trio Hanno Hackfort, Richard Kropf und Bob Konrad geboten. Die Interviews fallen allesamt witzig und interessant aus und sind durchaus ein Blick wert. Abgrundet werden die Extras mit einem Sticker zu "4 Blocks".

Wertung: 6|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

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