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Okt23

BD Kritik: Deutschland im Herbst

BD Kritik: Deutschland im Herbst

Originaltitel: Deutschland im Herbst
Herstellungsland: Deutschland

Erscheinungsjahr: 1978
Genre: Drama, Dokumentation
Freigabe: FSK-12
Regie: Diverse

Darsteller:
Wolfgang Bächler, Heinz Bennent, Wolf Biermann u.a.

Preis zum Test: EUR 14,99


 

Inhalt: Herbst 1977: Deutschland ist überschattet von den Auseinandersetzungen um die terroristischen Aktionen der RAF: der Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer wird entführt und ermordet, ein Lufthansa-Jet wird von Palästinensern nach Mogadischu entführt und im Hochsicherheitstrakt von Stammheim sterben die RAF-Häftlinge Gudrun Ensslin, Jan Carl Raspe und Andreas Baader, deren Begräbnis unter massivem Polizeieinsatz stattfindet. Diese angespannte politische Situation in Deutschland war Anlass für elf namhafte Filmemacher, Position zu beziehen und der Nation einen Spiegel vorzuhalten. In unzusammenhängenden Episoden beschreiben sie ihre ganz persönliche Sicht der Ereignisse. Ein Film mit Bildern, die niemals im Fernsehen liefen und von denen die Zeitungen nicht Bericht erstatteten.

 


 

 



- Kritik -
   

Sogenannte Omnibusfilme gibt es mittlerweile zahlreich. Also Filme, die aus mehreren verschiedenen Kurzfilmen von verschiedenen Regisseuren bestehen, die einem gemeinsamen Thema folgen. In den letzten Jahren war dies vor allem beliebt für Feiertage (VALENTINE'S DAY (2010)) oder für Städte (PARIS, JE T'AIME (2006) oder NEW YOR, I LOVE YOU (2008)). Auch im Bereich des Horrorfilms wurde so etwas beispielsweise schon mit den VHS-Filmen (2012/2013) probiert. Eines der bekanntesten Beispiele bleibt aus Deutschland der Film DEUTSCHLAND IM HERBST aus dem Jahr 1978, den Studiocanal nun auf Blu-ray veröffentlicht hat. Mit dem Film reagierten deutsche Filmemacher ihrerzeit auf den sogenannten "Deutschen Herbst" 1977, als Zeitbild einer Gesellschaft während des RAF-Terrorismus.

Elf Regisseure setzten sich damals zusammen und schufen ganz unterschiedliche Filme zwischen Dokumentation und fiktionalen Stoffen. Es war auch eine Zusammenarbeit vieler wichtiger Protagonisten des sogenannten Neuen Deutschen Films. Alexander Kluge, der bei diesem Projekt als eine Art Federführer auftrat, war einer der Vertreter dieser Bewegung, aber gleichzeitig auch einer der radikalsten und vom Zugang her nicht einfachste. Vermischt er doch schon immer Spiel- mit Dokumentarszenen. Was sich natürlich auch hier wieder anbot. Der Film versammelte viele Freigeister, wie auch den umstrittenen aber gleichzeitig auch gefeierten Filmemacher Rainer Werner Fassbinder, der in seinem Film, wie so oft, auch selbst vor der Kamera auftritt und zwar als er selbst. Die Ausrichtung des Films verdeutlichen auch die Sequenzen, die den Film eröffnen beziehungsweise schließen. Zwei Beerdigungsszenen, zum einen Hans Martin-Schleyer, ein Opfer des RAF-Terrorismus, und am Ende Andreas Baader, einer der prominentesten Mitglieder der ersten Generation. Dazwischen liegt mehr eine Collage aus den verschiedensten Sichtweisen und Gedanken zu den Ereignissen dieser Zeit.


Die Entstehung des Films geschah mehr spontan und so sollen viele namhafte Beteiligte auf ihre Gagen verzichtet habe, insofern es überhaupt ein Budget gab, was nie wirklich bekannt wurde. Was der fertige Film dem interessierten und experimentierfreudigen Zuschauer bietet, ist eine Bandbreite von Möglichkeiten wie Film mit politischen Ereignissen umgehen kann. Hervorstechend bleibt auch heute der bereits erwähnte Beitrag von Rainer Werner Fassbinder, der mit einer Ehrlichkeit und Radikalität daherkommt, der auch die Grenzen des Fiktiven sprengt und das persönliche des Films mit dem Filmemacher selbst als Hauptakteur hervorbringt wie kein anderer Kurzfilm in diesem Omnibusfilm. So fordert der Film schließlich Film von seinem heutigen Zuschauer. Die verschiedensten Stile von Regisseuren, die noch eine eigene Handschrift hatten und die damals explizit ihr Publikum zum mit- und weiterdenken aufgefordert haben. Wo der Film nicht die Unterhaltung voranstellt, sondern den intellektuellen Wert. Nimmt man dazu die Entstehungszeit des Films, so wird schnell klar, dass der Film nicht jedermanns Sache sein wird. Vor allen Dingen erfordert er eine politische und gesellschaftliche Kenntnis der damaligen Zeit. Denn ist der Film natürlich nicht besonders bemüht in die Thematik einzführen, denn zu dieser Zeit, war die RAF und die Folgen ein alles beherschendes Thema aller Medien und brauchte keiner weiteren Beschreibung mehr.

 

- Fazit -  

Immernoch sehenswertes und wichtiges Zeitdokument des deutschen Films und seiner Gesellschaft im Schatten des RAF-Terrorismus.

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Userbewertung

6.5/10 Bewertung (2 Stimmen)

 

- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 21. September 2017
BD Verleihstart: 21. September 2017

Publisher: Studiocanal/Arthaus

Verpackung: BD Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 1,66:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 123 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD MA 1.0)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:

  • Interviews mit Volker Schlöndorff und Juliane Lorenz

Kritik Extras
Außer zwei Interviews konnte man leider nicht mehr Hintergrundmaterial ausfindig machen.

Wertung: 5|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

0.0/10 Bewertung (0 Stimmen)
Manuel Föhl

Manuel Föhl

   

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