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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Jul18

BD Kritik: Die Taschendiebin

BD Kritik: Die Taschendiebin

Originaltitel: Ah-ga-ssi
Herstellungsland: Südkorea

Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Drama, Mystery, Romantik
Freigabe: FSK-16
Regie: Chan-Wook Park

Darsteller:
Min-hee Kim, Jung-woo Ha, Jin-woong Jo u.a.

Preis zum Test: EUR 13,49


 

Inhalt: Das japanisch besetzte Korea in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts: Im Auftrag eines raffinierten Betrügers soll die junge Taschendiebin Sookee als Hausmädchen in die Dienste der reichen japanischen Erbin Hideko treten. Das Ziel: Sie soll die junge Schönheit dahingehend manipulieren, statt ihres Onkels den als Graf posierenden Hochstapler zu heiraten. Obwohl sich die beiden Frauen ineinander verlieben, geht der Plan zunächst auf. Mit dramatischen Folgen, die einen neuerlichen Blick auf den raffinierten erotischen Thrillerreigen nötig machen...

 


 

 



- Kritik -
    

Mit STOKER (2013) gab Park Chan-Wook sein englischsprachiges Debüt, kehrte aber nun für seinen nächsten Film wieder in sein Heimatland Südkorea zurück. Chan-Wook gehört zu den aktuell vielseitigsten Regisseuren und durfte auch deshalb dieses Jahr ein Teil der Jury beim Filmfestival von Cannes sein. Seine Filmografie deckt viele Genres ab und doch lässt er sich nur selten in ein bestimmtes Genrekorsett einordnen. Als Vorlage nahm er in diesem Fall bei DIE TASCHENDIEBIN den Roman „Solange du lügst“ (im Original: „Fingersmith“) der Waliser Autorin Sarah Waters und versetzte die Handlung ins von Japan besetzte Korea der 1930er Jahre. Wie das Buch hat auch der Film drei große Kapitel an deren Ende jeweils eine größere Wendung steht. Seit Kurzem ist der Film von Koch Media Home Entertainment auf DVD, Blu-ray und als Sammleredition erhältlich. Eine weitere Genre-Perle aus Südkorea?.

Die angekündigten Wendungen zum Ende jeden Kapitels, haben noch einen zweiten Effekt auf die Handlungsstruktur des Films. Denn mit jedem Kapitelwechsel, geht auch ein Wechsel mit der Erzählperspektive des Films einher. Man mag nun aus dem asiatischen Raum direkt an den scheinbar ähnlich gelagerten RASHOMON (1951) von Akira Kurosawa denken, doch ist dieser Vergleich vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Auch klingt Wendungen oder Twist so sehr nach Spektakel und schürt Erwartungen, doch ganz so effektiv sind diese Wendungen mitunter auch nicht um den Zuschauer nervös auf seinem Stuhl rutschen zu lassen. Doch auch so bleibt es spannend, denn wenn vordergründig vielleicht eine romantische Beziehung erzählt wird, so lauert darunter ein perfides Spiel zwischen den eigentlichen Protagonisten, wo jeder jeden betrügt und man nie genau weiß wo Wahrheit und wo Lüge liegt. 

Problematisch und diskussionswürdig bleibt der Umgang des Films mit der lesbischen Liebesbeziehung. Einige Kritiker in Cannes, wo DIE TASCHENDIEBEIN voriges Jahr lief, haben Park vorgeworfen, er verrate mit den Nacktbildern die emanzipatorische Botschaft seines Films. Als einzige Konstante erweist sich im doppelbödigen Spiel der Voyeurismus, der als zentrales Element des Films alle Abzweigungen der Geschichte mitgeht. Dabei interessiert sich Park weniger für die Erregung des Beobachters, als das Gefühl, beobachtet zu werden. Wie bei seinem kurzen Hollywood-Ausflug mit STOKER nutzt der Filmemacher ein abgelegenes Haus und schöne Bilder, um uns zu demonstrieren, wie verdorben und grausam Menschen hinter der Fassade sein können. Einer der wichtigsten Schauplätze ist dann auch ein Keller, in dem einiges aufbewahrt wird, das nicht für die Augen anderer gedacht ist. Missbrauch ist aber auch außerhalb an der Tagesordnung, andere werden ausgenutzt – sei es zur Bereicherung oder zur Befriedigung von Gelüsten –, zur Not werden drakonische Strafen angedroht.Dennoch kommt der schon in der kürzeren Fassung 145 Minuten lange Film nicht ohne zähe Passagen aus. Aber auch wenn die Geschichte zwischendrin Faden und Aufmerksamkeit verliert, man ein wenig Geduld mitbringen muss, so ist DIE TASCHENDIEBIN doch ein sehr sehenswerter Film, der in Asien nicht ohne Grund reihenweise Preise eingesammelt hat.

  

- Fazit -  

Gelungener Genre-Hybrid, der nur gemessen an Park Chan-Wooks bisherigem Werk, etwas hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.0/10 rating 1 vote

 

- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 08. Juni 2017
BD Verleihstart: 08. Juni 2017

Publisher: Koch Media Home Entertainment

Verpackung: BD Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 145 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD MA 5.1)
2. Japanisch (DTS-HD MA 5.1)
3. Koreanisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:

  • Making of (ca. 5 Min.)
  • Cannes Premiere (ca. 2 Min.)
  • Cast (ca. 1 Min.)
  • Regisseur (ca. 1 Min.)
  • Teaser
  • Trailer

Kritik Extras
Parallel zur Standard-Blu-ray ist auch eine Sammleredition erschienen, die nicht nur mehr Bonusmaterial aufweist, sondern auch eine längere Fassung des Films.

Wertung: 7|10

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Manuel Föhl

Manuel Föhl

   

Spieltipp  

   

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