!

Bereitsgetestet.de verwendet Cookies, um Ihnen bestimmte Funktionen zu ermöglichen und die Website dem Nutzungsverhalten der Besucher besser anpassen zu können. Wenn Sie die Website weiter nutzten, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Datenschutzerklärung

OK

Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Jun19

BD Kritik: Doctor Who - Staffel 11

BD Kritik: Doctor Who - Staffel 11

Originaltitel: Doctor Who - Season 11
Herstellungsland:
Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Serie, Science-Fiction, Abenteuer
Freigabe: FSK-12
Regie: Chris Chibnall

Darsteller: Jodie Whitaker, Bradley Walsh, Tosin Cole u.a.

Wir danken Polyband für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


 

Inhalt:  Und so geht die Staffel 11 los: In Sheffield, einer Stadt in South Yorkshire, werden Ryan Sinclair, Yasmin Khan und Graham O'Brien Zeuge eines unglaublichen Zwischenfalls, der ihr Leben für immer verändern wird: Eine geheimnisvolle Frau, die sich nicht an ihren eigenen Namen erinnern kann, fällt vom Nachthimmel. Können sie ihren Worten Glauben schenken? Und kann sie ihnen helfen, die seltsamen Vorfälle, die sich in der ganzen Stadt ereignen, aufzuklären?

 


 

 




Kritik: Nachdem Russel T. Davies als Showrunner DOCTOR WHO ins 21. Jahrhundert transferierte, übergab er 2010 Steven Moffatt das Szepter. Während Moffatt zu Beginn sehr viele positive Stimmen erntete und das Universum bereits mit Drehbüchern um interessante Charaktere wie die Weeping Angels bereicherte, heimste er in den letzten Jahren seiner Showrunner-Tätigkeit vermehrt Kritik ein. Es zeichnete sich ab, dass es Zeit für einen Wechsel gab. Dieser kam dann 2018 mit Chris Chibnall. Eine der gravierendsten Veränderungen war der Geschlechtswechsel, den der/die Doctor für Staffel 11 durchlief. Jodie Whitaker, bekannt aus Serien wie BROADCHURCH (2013-2017) und Filmen wie ATTACK THE BLOCK (2011) schlüpfte in die Rolle des 13. Doctors und wurde in einer neuen Tardis auf Reisen geschickt, um neue Welten zu entdecken, neue Abenteuer zu bestreiten und alte Pfade zu verlassen. 


Für DOCTOR WHO - STAFFEL 11 riss Chibnall fast alles ab, um nur noch die Ecksteine der Serie zu behalten, welche die Serie ausmachen. Es gibt keine Weeping Angel, keine Cybermen und erstaunlicherweise auch keine Daleks. Grundsätzlich klingt das erfrischend, denn so kultig die Daleks auch sind, als Antagonisten wirken sie auf Grund ihres Designs teilweise doch sehr archaisch. Selbiges gilt für die Cybermen. Allerdings findet man keinen würdigen Ersatz. Zwar führt man in Episode 1 unmittelbar einen rituellen Jäger Tzim-Sha (oder wie die Doctor ihn nennt Tim Shaw) ins Feld, der einen mächtigen Gegenspieler darstellt, jedoch ist dessen Antagonisten-Rolle nicht mit einem einem mächtigen und gefährlichen Volk wie die Daleks zu vergleichen. Tzim-Sha ist zudem eher der MacGuffin, der die drei neuen Begleiter in die Arme der Doctor treibt. 

Die drei Begleiter sind Graham O’Brien (Bradley Walsh), sein (nicht leiblicher Enkel) Ryan Sinclair (Tosin Cole) sowie die angehende Polizistin Yasmin Khan (Mandip Gill). Eine gesunde Mischung aus alt und jung, männlich und weiblich, zudem ist Yaz (Yasmin) pakistanischer Abstammung und Ryan hat afrikanische Wurzeln. Beide sahen sich ihr Leben lang mit Rassismus konfrontiert. Ryan, der bei seiner Großmutter Grace aufgewachsen ist, findet lange Zeit keinen Zugang zu Graham, der erst sehr spät zu Grace gefunden und sich in die starke Frau verliebt hat. Wie schon in CLASS, zeichnet sich auch die 11. STAFFEL von DOCTOR WHO durch eine sehr starke Diversifikation aus, die noch durch vereinzelte Episoden verstärkt wird, die man schon fast als politisches Statement bezeichnen könnte. Sicherlich war DOCTOR WHO nie gänzlich frei von gesellschaftlicher Kritik, doch in der aktuellsten Staffel geht man ein paar Schritte weiter. 


In der Episode Rosa reisen die vier ungleichen Figuren in die amerikanische Vergangenheit, wo sie auf die Bürgerrechtlerin Rosa Parks (Vinette Robinson) treffen. Parks gilt mit ihrer Weigerung, für einen weißen Fahrgast den Platz in einem Bus zu räumen, als wichtiger Auslöser der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Ohne Zweifel eine sehr interessante und wichtige Persönlichkeit, leider bietet die Episode darüber hinaus wenig, was DOCTOR WHO eigentlich ausmacht. Der Gegenspieler, der hier kurzzeitig in Erscheinung tritt, ist kaum der Rede wert. Ähnlich verhält es sich mit der Episode Dämonen in Punjab, wo man in die Vergangenheit reist, um der Geschichte von Yaz’ Großmutter beizuwohnen. Viele Episoden wirken politisch aufgeladen und lassen die Leichtigkeit vermissen, die einen Teil des Reizes der Serie ausmachen. 

Es fehlt zudem an Ankerpunkten zur Vergangenheit der Serie. Die Tardis wurde komplett umgestaltet und wirkt organischer denn je, spielt aber keine allzu gewichtige Rolle mehr. Auch die neue Doctor tut sich schwer, um wirklich überzeugen zu können. Zugegeben, bislang hat jeder Doctor seine Startschwierigkeiten. Das ist, durch die Übergangszeit kurz nach der Regeneration zum einen gewollt, zum anderen muss jeder Schauspieler einmal seine eigene Interpretation finden. Das dauert zuweilen ein paar Episoden, bis dann schließlich doch der Moment kommt, wo Matt Smith, David Tennant oder Peter Capaldi zu überzeugen wissen. Bei Jodie Whitaker kommt der Moment leider nie so richtig. Die Schauspielerin wirkt verkrampft und unentschlossen in ihrer Interpretation. Sie ist laut und wirkt wie eine blasse Kopie ihrer Vorgänger. Außerdem gibt ihr das Drehbuch nicht sonderlich viel Raum, um sich zu entfalten, macht aus der neuen Doctor sogar manchmal eine eher kaltschnäuzige Person, die fast schon ins unsympathische abdriftet. Es gibt zahlreiche emotionale Momente, speziell mit Graham, die man hätte nutzen können, um die Wärme und Zuneigung gegenüber allen Lebenden und speziell gegenüber den Menschen rüberzubringen. Doch statt diese Momente zu nutzen, walzt man über sie hinweg und geht einfach weiter. 

So schleppt sich die Serie von Episode zu Episode und weiß in erster Linie durch ihre hochwertige Produktion zu glänzen. Nie sah DOCTOR WHO besser aus. Der trashige Charme der Vorgänger ist die meiste Zeit nicht mehr vorzufinden. Stattdessen bekommt man sehr gut animierte und dadurch überaus authentische Riesenspinnnen in der Episode Spinnefeind zu sehen, auch das kleine Pting in Folge 5 Das Tsuranga-Rätsel ist knuffig anzusehen und die Atmosphäre, verstärkt durch die mutmaßlichen Moorleichen, ist in Die Hexenjäger auch sehr gut gelungen. Immer mal wieder gibt es ein paar Momente oder gar Episoden, die zu überzeugen wissen, am Ende fühlt sich STAFFEL 11 jedoch wie ein Neubeginn an, der zu stark darauf verzichtet, was den Reiz der Vorgänger ausgemacht hat. 

Fazit: Der neueste Ableger von DOCTOR WHO hat immense Startschwierigkeiten und findet keinen Zugang zu den Qualitäten der Serie. Jodie Whitaker ist bemüht, jedoch verkrampft, die drei Begleiter sind ein charmantes Ensemble, welches viele emotionale Impulse abliefert, die aber nie richtig aufgenommen werden. Es kommt überraschend, aber die Daleks und Cybermen der Vergangenheit fehlen. so dass auch auf dieser Ebene kein richtiges DOCTOR WHO Feeling aufkommen möchte. So bleibt eine recht hochwertig produzierte Staffel, die vielleicht am ehesten den Leuten zu empfehlen ist, die ansonsten Schwierigkeiten mit dem Timelord/der Timelady hatten, denn es wird vieles auf Links gekrempelt. 

Wertung: 6|10

Durchschnittliche Userbewertung

6.0/10 rating 1 vote

 

Verkaufsstart: 26. April 2019

Publisher:
Polyband (Staffel 11)
Homepage: www.polyband.de

Verpackung: Softbox (Erstauflage mit O-Card)
Anzahl Disks: 3
Wendecover: Ja

Bild: 1,78:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 510 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch
- Englisch

Episoden­anzahl: 10

Extras:
• Audiokommentare
• Closer Look
• Video Diaries
• u.v.m.

Kritik Extras
Zu jeder Episode gibt es ein etwa 5-minütiges kurze Special. Außerdem gibt es Audiokommentare zu vier Episoden und ein paar kürzere Featurettes, welche die Doctor, ihre Begleiter und auch den Showrunner näher beleuchten.

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

7.0/10 rating 1 vote
Sascha Weber

Sascha Weber

blog comments powered by Disqus
   

Spieltipp  

   

Spielkritiken  

   

Statistik  

News: 3.161
Filme: 1.407

Videospiele: 77
Specials: 93
Interviews: 60
Hardware: 9

Besuche Juli: 114.336
Belege können angefordert werden