!

Bereitsgetestet.de verwendet Cookies, um Ihnen bestimmte Funktionen zu ermöglichen und die Website dem Nutzungsverhalten der Besucher besser anpassen zu können. Wenn Sie die Website weiter nutzten, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Datenschutzerklärung

OK

Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Mai04

BD Kritik: Midway - Für die Freiheit

BD Kritik: Midway - Für die Freiheit

Originaltitel: Midway
Herstellungsland: China, USA

Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Action, Drama, Krieg
Freigabe: FSK-16
Regie: Roland Emmerich

Darsteller: Woody Harrelson, Luke Evans, Patrick Wilson
 u.a.

Wir danken Universum Film für das Rezensionsexemplars!


 

Inhalt: Pazifik, 4. bis 7. Juni 1942: Demokratie und Freiheit stehen auf dem Spiel, als es nach dem Angriff auf Pearl Harbor bei den abgelegenen Midwayinseln zu einem entscheidenden Aufeinandertreffen kommt, bei dem die zahlenmäßig geschwächte US-amerikanische Marine und Luftwaffe allen Widrigkeiten trotzt, um sich einem in jeder Hinsicht überlegenen Gegner zu stellen. Mit Mut, außergewöhnlicher Entschlossenheit und historisch beispielloser Gefechtskunst konfrontieren sie die Kaiserliche Japanische Marine in einer atemberaubenden Luft- und Seeschlacht, die den entscheidenden Wendepunkt des Pazifikkrieges einleiten soll...

 


 

 


Kritik: Roland Emmerich ("Independent Day", "The Day After Tomorrow", "Stargate") plante bereits seit über 20 Jahren einen Film über die Schlacht um Midway zu realisieren. Im Gegensatz zu Michael Bay's "Pearl Harbor" (2001) wollte Roland Emmerich ein dramatischen Kriegsfilm drehen, der sich an tatsächlichen Ereignissen orientieren. Doch mit "Schlacht um Midway" (1976) entstand bereits ein beeindruckender Film über die Kämpfe im Pazifik, der sogar in Japan zum Hit wurde. Beeindruckend war nicht nur die Star-Besetzung mit Henry Fonda ("Die zwölf Geschworenen"), Charlton Heston ("Ben Hur"), James Coburn ("Gesprengte Ketten"), Robert Mitchum ("Kap der Angst"), Robert Wagner ("Flammendes Inferno") und Glenn Ford ("Superman"), die teilweise selbst an den Fronten des Zweiten Weltkriegs gedient hatten. Mit der Verfilmung wurde ein düsteres Kapitel des Krieges angesprochen und anstelle von Trickeffekten kamen oft echte Aufnahmen aus dem Krieg zum Einsatz, was erstaunlich gut funktionierte. Ob Roland Emmerich mit "Midway - Für die Freiheit" eine authentische Umsetzung gelungen ist und diese aus dem Schatten von "Schlacht um Midway" herausstechen kann, steht auf einem anderen Blatt und wird im Laufe der Besprechung noch ausführlich thematisiert.

Vor fast 80 Jahren stießen zwei Riesen-Mächte im Pazifik aufeinander. Sowohl die Flotten der Vereinigten Staaten, als auch die japanische Marine nahmen an einer der entscheidenden Schlachten des Zweiten Weltkriegs teil, wo die Vereinigten Staaten triumphierten. Roland Emmerichs neuester Film "Midway - Für die Freiheit", versucht diesen entscheidenden Kampf zusammen mit den Geschichten derer, die darin gekämpft haben, darzustellen. Der Film enthält eine handvoll namhaften Stars, wobei die Schrecken des Krieges in einer Collage von CGI-Effekten gezeigt werden. Der Film wurde mit reichlich Explosionen und Flugzeugabstürzen gepaart, weswegen "Midway - Für die Freiheit" trotz aller Bemühungen wahrscheinlich eher für seine Fülle an CGI-Effekten in Erinnerung bleiben wird, als für seinen Versuch, diejenigen zu ehren, die in dieser Schlacht gekämpft haben. Aber von Roland Emmerich ist man auch nichts anderes gewohnt.

Das größte Problem von "Midway - Für die Freiheit" ist, dass der Film viel zu viele Geschichten auf einmal erzählt. Jeder Charakter, von Edwin Layton bis Admiral Yamamoto wird wie ein Protagonist behandelt. Bei jeder Person, die das Publikum kennenlernt, ist ein gewisses Maß an Tiefe vorhanden, was auch gut ist. Allerdings kann man leicht vergessen, wer eigentlich die Hauptfigur ist, nachdem man auf so viele Charakter getroffen ist. Mit Dennis Quaid ("The Day After Tomorrow"), Aaron Eckhart ("The Core - Der innere Kern") und Woody Harrelson ("Zombieland") auf der Kommando-Ebene ist Roland Emmerich's  Pazifik-Krieg recht prominent besetzt. Doch die Schauspieler der Frontkämpfer hingegen verblassen regelrecht und schaffen es kaum Interesse am Schicksal ihrer Charaktere zu erwecken. Hinzu kommen noch die oben bereits angesprochenen CGI-Effekte, die allzu übersteuert wirken und den Fokus auf sich ziehen. Doch dazu später mehr. Genau wie das Original von 1976 geht auch Roland Emmerich respektvoll mit den japanischen Militärs um. Außerdem bemüht er sich - vor allem am Ende des Films - über die Handlung hinaus Fakten und Zusammenhänge zu vermitteln. Das Resultat ist alles andere als ein weiterer 0815 Kriegsfilm, doch anders als bei seinen übersteuerten CGI-Katastrophen-Filmen gelingt es Roland Emmerich diesmal leider kaum den Zuschauer mitten hinein ins Geschehen zu versetzen.

Der größte Teil des Films konzentriert sich auf den Maverick-ähnlichen Charakter Lt. Richard „Dick“ Best (Ed Skrein), der jedes Mal, wenn er sich im Cockpit befindet, japanische Zeros und Flugzeugträger angreift. Da der Film sein Fokus, neben den CGI-Effekten, hauptsächlich auf die Eskapaden Lt. Richard „Dick“ Best richtet, bleiben andere Charakter-Figuren auf der Strecke. Da Roland Emmerich seinen Plot mit zu viele Nebenstränge fusioniert, entsteht ein verwirrendes Durcheinander widersprüchlicher Erzählungen, die das Endprodukt in Frage stellt. Wenn überhaupt, hätte Roland Emmerich's Pazifik-Krieg eher im Stil von "Black Hawk Down" (2001) folgen sollen, bei dem der Zuschauer im ersten Part des Films mit den Hintergründen der einzelnen Charaktere zutun bekommt, bevor diese in den Krieg geschickt werden. Dies hätte vielleicht zu einem geschmeidigeren Ablauf der Charakterentwicklung beigetragen. Gleichzeitig kann man sich nicht ganz sicher sein, was Roland Emmerich mit "Midway - Für die Freiheit" eigentlich erreichen wollte. Der Zuschauer wird in seinen Filmen wie z.B. bei "Independence Day" oder "The Day After Tomorrow" oft mit übersteuerten CGI-Effekten bombardiert, gefolgt von einem zerstörerischen Szenario. "Midway - Für die Freiheit" setzt jedoch nicht auf billige Dialoge, wie man es von Roland Emmerich erwarten würde. Es gibt auch nicht viele patriotische Reden oder übertriebene Darstellung der Vereinigten Staaten zu ertragen, was "Midway - Für die Freiheit" anschaulicher wirken lässt.

Womit es der Film allerdings wirklich übertreibt, ist der oben bereits angesprochene Einsatz von CGI-Effekten. Bei einer Laufzeit von ca. 140 Minuten kommt es fast alle zwanzig Minuten zu einer massiven Explosion oder einem Flugzeugabsturz. Während einzelne Charaktere sowie die Geschichte von den CGI-Effekten überschattet werden, setzt Roland Emmerich alles auf sein CGI-Feuerwerk, um das Interesse der Zuschauer aufrecht zu halten. Diese Szenen, in denen explodierende Seefahrzeuge und Flugzeuge mit gestochen scharfer Cinematographie und akribischen visuellen Effekten wiedergegeben werden, sind zu jeder Zeit ein beeindruckendes intensives Spektakel. Dies führt jedoch dazu, dass der Zuschauer den Kriegsfilm in Frage stellt. Es stellt sich des Öfteren die Vermutung, dass Roland Emmerich mit seiner Umsetzung nicht die Geschichte von Midway in den Fokus rücken wollte, sondern viel mehr sollte "Midway - Für die Freiheit" eine weiteres Portfolio seine Faszination für CGI-Effekte dienen. Irgendwie scheint ein bisschen von beidem zu zutreffen, wobei sein allgemeiner Stil, seine CGI-Effekte vor die Story zu positionieren, eindeutig heraussticht. Wenn es darum geht, den Zuschauer eine weltweit entscheidenden Geschichte näher zu bringen, verfehlt Roland Emmerichs "Midway - Für die Freiheit" sein Ziel. Zu viele Nebenstränge und die Hauptattraktionen CGI-Effekten in den Mittelpunkt zu bringen, behindern jedoch die endgültige Version des Films. Emmerichs Bemühungen gestalten sich respektabel, doch Glücklicherweise stehen hier auch keine fiktiven Charaktere oder Liebesgeschichten im Mittelpunkt, da der Fokus stets auf Action getrimmt ist.

Fazit: "Midway - Für die Freiheit" bietet unter dem Strich zeitgemäße Action-Popcorn-Unterhaltung. Stellenweise gelingt Roland Emmerich, dank der Ersparnis von fiktiven Charakter oder einer Liebesgeschichte, im Stil von "Pearl Harbor" (2001), die Geschichte mit genug Screentime zu würdigen. Jedoch sorgen zuviel Handlungsstränge dazu, dass "Midway - Für die Freiheit" nicht die nötige Tiefe erreicht, die dieses Ereignis verdient hätte. Die Erzählweise sorgt auch dafür, dass die Charakterfiguren recht eindimensionalen wirken und die Frage nach dem eigentlichen Protagonisten unbeantwortet bleibt. Stellenweise wird der favorisierte Protagonist durch andere Charakterfiguren, überschattet. Die Übersteuerten CGI-Effekte liegen auf der Pro- und Contra-Seite und tragen noch Mal dazu bei, dass der Fokus nicht immer auf das Ereignis liegt, sondern viel mehr auf die Action, die abseits der Geschichte im weiter in den Vordergrund gerückt wird. Action-Junkies bekommen einen auf Zerstörungsniveau getrimmten Kriegsfilm geboten, der durchaus zu Unterhalten weis.

Durchschnittliche Userbewertung

8.0/10 rating 1 vote

 

Verkaufstart: 20. März 2020

Publisher: Universum Film
Homepage: www.universumfilm.de/filme/154021/midway-fur-die-freiheit.html

Verpackung: Blu-ray Case (Amaray)
Anzahl Disks: 1
Wendecover: Nein

Bild: 2,40:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 140 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Atmos / TrueHD 7.1)
2. Englisch (Dolby Atmos / TrueHD 7.1)

Untertitel:
- Deutsch für Hörgeschädigte

Besonderheit: ca. 62 Min. Bonusmaterial

Extras:
• Getting it Right: The Making of MIDWAY
• The Men of MIDWAY
• Roland Emmerich: Man on a Mission
• Turning Point: The Legacy of Midway
• Joe Rochefort: Breaking the Japanese Code
• We Met at Midway: Two Survivors Remember
• Trailer
• Trailershow
• Hörfilmfassung
• Audiokommentar von Roland Emmerich

Kritik Extras
Auf der Blu-ray befindet sich neben dem 140-minütigen Hauptfilm, wahlweise mit "Audiokommentar von Roland Emmerich" (wie alle Extras ohne deutsche Untertitel) noch diese Extras: "Getting it Right: The Making of MIDWAY" (14:15 min) wo einem ein Making-Of geboten wird, wo die Schauspieler zu Wort kommen und schildern, dass es 
Zeit war, die Story, historisch akkurat darzustellen. Um diese Authentizität geht es dort dann auch hauptsächlich. Bei "The Men of MIDWAY" (12:23 min) geht es um die Besetzung des Films, während "Roland Emmerich: Man on a Mission" (4:56 min) die Konzentration für fünf Minuten auf den deutschen Regisseur legt und auch die langjährige Entwicklung schildert. "Turning Point: The Legacy of Midway" (14:59 min) geht noch einmal näher auf die Bedeutung dieser Schlacht ein und lässt auch Historiker zu Wort kommen. "Joe Rochefort: Breaking the Japanese Code" (6:13 min), gibt noch mal sehr intensive Einblicke in die Arbeit des Kryptologen, der die entscheidenden Informationen lieferte. In "We Met at Midway: Two Survivors Remember" (9:28 min) werden dann noch einmal zwei Zeitzeugen der Schlacht interviewt. Abgerundet werden die Extras mit zwei deutsche Trailer.

Durchschnittliche Besucher-Wertung

7.0/10 rating 1 vote
Pascal Müller

Pascal Müller

   

Spieltipp  

   

Statistik  

Filme: 1.442
Videospiele: 89
Specials: 105
Interviews: 62
Hardware: 9

Besuche Juli: 114.336
Belege können angefordert werden