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Kommende Reviews  

   
Jul12

Carjacked

Carjacked

Originaltitel: Carjacked
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2011
Genres: Thriller
Freigabe: FSK-16
Regie: John Bonito
Schauspieler: Maria Bello, Stephen Dorff, Joanna Cassidy, Catherine Dent, Kristen Kerr u.a.

Lorraine ist eine alleinerziehende Mutter, nah am Wasser gebaut und von einer kaputten Ehe noch durch den Wind. Als sie mit dem Knaben von der Therapiestunde nach Hause fährt und an der Tankstelle Station macht, drängt sich ein flüchtiger Verbrecher in ihren Wagen und zwingt sie, ihn zu chauffieren. Roy hat eine Bank überfallen und müsste mal über die Grenze nach Mexiko. Lorraine hofft auf eine Gelegenheit zur Flucht. Auf der langen Fahrt durch die Nacht kommt man sich näher, als Lorraine lieb ist.

- Kritik -


Nimmt man sich die offizielle Synopsis zur Brust dürften unweigerlich Erinnerungen an den Rutger-Hauer-Film HITCHER (1986) wach werden.  Der Vergleich hinkt zwar ein wenig, da Hauer einst  als Anhalter mitgenommen wurde, während sich Stephen Dorff, Hauptdarsteller in CARJACKED, mehr oder minder gewaltsam als „Fahrgast“ aufdrängt, aber die grundsätzliche Ausgangslage ist schon vergleichbar. Doch wie passt da Regisseur John Benito ins Bild, der bislang nur durch den eher durchwachsenen THE MARINE mit Wrestling-Star John Cena aufgefallen war? Handelt es sich etwa um einen straighten Action-Kracher im Stil des Michael-Dudikoff-Streifens MIDNIGHT RIDE?

Egal mit welcher Erwartungshaltung man n CARJACKED herangeht: Man dürfte am Ende enttäuscht sein. Die Probleme liegen dabei weniger in der handwerklich soliden – wenngleich etwas lethargischen - Regie von Benito oder der durchaus akzeptablen schauspielerischen Leistung von Stephen Dorff oder Maria Bello, sondern in einem völlig unausgegorenem Skript. Das Debüt von Sherry und Michael Compton ist vorhersehbar, dramaturgisch falsch gewichtet, bietet teilweise grottige Dialoge und fährt so viele Klischees, Logiklücken und Ungereimtheiten auf, dass man selbst bei zwei zugedrückten Augen darüber nicht hinwegsehen kann. 

Doch diese ganzen Schwächen werden von zwei Haupt-Schwachstellen überschattet:
Der recht schmal budgetierte Streifen spielt über weite Strecken nur in dem Wagen. Damit der Spannungsbogen nicht durchhängt, braucht es Charaktere, die dieses minimalistische Setting überspielen und tragen. Doch Dorff - der als Deacon Frost in BLADE bewiesen hat, dass er durchaus auch fiese Figuren psielen kann - ist als krimineller Anhalter viel zu nett und berechenbar. Es geht nie wirklich eine Bedrohung von ihm aus, im Gegenteil: In endlosen und banalen Dialogen werden sogar zarte Bande zwischen Geiselnehmer und der Entführten geknüpft. Dass Dorff so harmlos wirkt, liegt jedoch nicht an dem Schauspieler, der aus den gegebenen Möglichkeiten das mögliche herausholt, sondern an der unentschlossenen 08/15-Charakterisierung der Vorlage. Auch Mario Bello, bald in ST. VINCENT von Walter Hill zu sehen, ist besser als es der Film verdient hätte. Sie kann zwar ebenfalls keine schauspielerischen Bäume ausreißen, doch aus ihrer klischeebeladenen Figur holt sie noch erstaunlich viel heraus. Das zweite Hauptproblem resultiert daraus, dass das Scheiber-Duo Compton und Regisseur Benito einen konstant eher ruhigen Film „erarbeiteten“, im letzten Viertel aber plötzlich das Gaspedal durchdrücken und von einem überwiegend lahmen Thriller zum Actiongenre wechseln und ein völlig überzogenes Final abliefern, dass die ohnehin schon so platten Charaktere und die konstruierte Strory noch unglaubwürdiger erscheinen lassen.

 

Allerdings, und das soll nicht verschwiegen werden, beweist Benito in diesen Sequenzen, dass er ein durchaus passabler  Genreregisseur ist, der gerade in der visuellen Umsetzung der Stunts seine Stärken hat. Es ist auch nicht so, dass CARJACKED ein  einziges Ärgernis ist: Dafür sind Dorff und Bello zu gut, die handwerkliche Umsetzung zu akzeptabel und der grundsätzliche Ansatz zu stark. Aber wer mehr als gerade einmal durchschnittliche B-Ware erwartet, sollt hier nicht zugreifen. Wer jedoch wirklich einmal einen unangenehmen Anhalter-Film sehen möchte, sollte zu dem fast 40 Jahre alten deutschen TV-Film DER SPRINGTEUFEL greifen.

 

- Fazit -


Konstruierter und teilweise unlogischer Thriller, der mehr als eine Stunde quasi auf der Stelle tritt, bevor urplötzlich das Tempo angezogen wird, was dann jedoch umso unpassender wirkt. Handwerklich passabel, schauspielerisch  durchaus annehmbar scheitert der Film an einem schwachen und konstruierten Drehbuch und seinen schwachen Figuren. Für anspruchslose Gemüter vielleicht der ideale Film für einen verregneten Sonntagnachmittag.

Bewertung: 4 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

5.2/10 Bewertung (5 Stimmen)

- DVD FACTS & EXTRAS -

 

DVD Verkaufsstart: 20.07.2012
DVD Verleihstart: 20.06.2012

Label: Universum Film
Verpackung: Keep Case (Amaray)

Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: 85 Minuten

Uncut: Ja 

Ton: 
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)

2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
keine

Extras: 

  • Behind the Scenes (3:12 Min.)
  • Trailer (2:24 Min.)
  • Trailershow mit Trailern zu 5 weiteren Titeln
  • 2 Trailer beim Start der DVD

Kritik: Extras
Gerade einmal 3 Minuten darf man hinter die Kulissen schauen. das ist schon arg wenig. Der Rest des Bonusmaterials ist dann der übliche Standard.

Bewertung: 3.5 | 10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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