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Okt23

Der Unbestechliche

Der Unbestechliche

Originaltitel: French, La
Herstellungsland: Frankreich

Erscheinungsjahr: 2014
Genres: Action, Krimi, Thriller
Freigabe: FSK 16
Regie: 
Cédric Jimenez
Darsteller: Jean Dujardin, Céline Sallette u.a.
Preis: 14,99.- Euro


Inhalt: Marseille 1975: Der ehemalige Jugendrichter Pierre Michel (Jean Dujardin) hat die verheerenden Folgen des florierenden Rauchgifthandels hautnah miterleben müssen. Deshalb werden die Ermittlungen zum organisierten Verbrechen, mit denen er betraut wird, zur persönlichen Angelegenheit für ihn. Denn längst reicht der Einfluss von skrupellosen Kriminellen wie Gaetano Zampa (Gilles Lellouche) auch in höhere Kreise der feinen französischen Gesellschaft. Im jahrelangen Kampf gegen seinen Widersacher verwendet der ehrgeizige Polizist deshalb bald nicht mehr nur legale Mittel, um der kriminellen Krake der berühmten „French Connection“ ein für alle Mal den Kopf abzuschlagen.


 

 



- Kritik -
 

Ganz schön mutig in der heutigen Zeit: Da drückt man dem als Regisseur nahezu unerfahrenen Cédric Jimenez 26 Millionen Euro in die Hand und vertraut ihm den derzeit wohl größten französischen Filmstar und Oscarpreisträger Jean Dujardin an, um einen Thriller nach eigenem Drehbuch zu drehen, der nicht nur in den 70er-Jahren spielt, sondern sich auch ganz offensichtlich an Genre-Klassiker dieser Zeit orientiert. Mögen Meilensteine wie DAS SYNDIKAT (1972), TOTE ZEUGEN SINGEN NICHT (1973) und DER CLAN, DER SEINE FEINDE LEBENDIG EINMAUERT (1971) heute nur noch einem überschaubaren Nischenpublikum bekannt sein - sie prägten das europäische Kino der 70er-Jahre nachhaltig und begründeten ein eigenes Genre (Polizieschi), das auch die US-Produktionen dieser Ära stark beeinflusste. Filmemacher wie Damiano Damiani, Stefano Vanzina oder Enzo G. Castellari waren offensichtlich auch die Vorbilder für Cédric Jimenez, der entgegen der Arbeitsweise seines Landsmannes Luc Besson auf die durch Hollywood geprägten Sehgewohnheiten keine Rücksicht nimmt und mit DER UNBESTECHLICHE einen ebenso faszinierenden wie spannenden Thriller in bester Polizieschi-Tradition abliefert.

Während William Friedkin in dem Genre-Meilenstein BRENNPUNKT BROOKLYN (1971) die US-Sicht des Drogenschmuggels von Marseille in die Staaten zeigte, bedient DER UNBESTECHLICHE die europäische Variante - und das macht er virtuos. Die erste Stunde zählt schlicht zum besten, was das Filmjahr 2015 zu bieten hat. Das Setting in den 70er-Jahren wird auch Dank eines passenden Score mehr als nur glaubwürdig eingefangen und dürfte auch einen Großteil des Budgest verschlungen haben. Es war eine weise Entscheidung auf 35 mm und nicht digital zu filmen, da dieser spezielle Look hilft, um den Zuschauer tatsächlich in die 70er-Jahre zu versetzen. Jimenez baut die Grundkonstealtion schnell und geschickt auf und schafft es dabei zudem noch, die Hauptfiguren und ihre Motivation clever einzuführen. Überraschend ist dabei, wie souverän und stilsicher der so unerfahrene Regisseur den Film im Griff hat. Handwerklich ohne Fehl und Tadel, wobei insbesondere die Kameraführung überzeugt, die trotz des mehrfachen Einsatzes der Handkamera nie unübersichtlich oder hektisch wirkt. Auch der Schnitt braucht den Vergleich mit der US-Konkurrenz nicht zu fürchten und unterstreicht den 70er-Jahre-Flair der Inszenierung, ohne altbacken oder überholt zu wirken.

Jimenez kann natürlich auf die beiden exzellent besetzten Jean Dujardin und Gilles Lellouche setzen, die den ohnehin komplex geschriebenen und vielschichtigen Figuren eine Glaubwürdigkeit und Intensität verleihen, die für die Entwicklung der Geschichte unabdingbar sind. Trotz der detailverliebten Inszenierung und der eher unspektakulären Umsetzung - so findet man klassische Actionszenen kaum - baut sich eine Spannung auf, die in einem Treffen der beiden Kontrahenten mündet und dabei stark an eine ähnliche Sequenz aus DER CLAN, DER SEINE FEINDE LEBENDIG EINMAUERT erinnert. Diese Szene ist im Grunde ebenso unspektakulär wie das legendäre Aufeinandertreffen von Al Pacino und Robert De Niro in Michael Manns HEAT (1995), aber ebenso brillant geschrieben und gespielt - gleichzeitig aber auch problematisch für die restliche Laufzeit. Im Anschluss verzettelt sich Cédric Jimenez unnötig mit einigen angerissenen Nebenplots und betont zu stark die private Seite der beiden Männer, verliert dabei aber zwischenzeitlich den Fokus aus den Augen. Zwar ist die Geschichte nach wie vor zu gut, die Leistungen der Darsteller zu bestechend, als dass DER UNBESTECHLICHE seinen Reiz und seine Spannung verliert, doch es schleichen sich einige vermeidbare Längen ein, die nicht komplett aufegfangen werden können. Im letzten Viertel besinnen sich Drehbuch und Regie jedoch wieder auf den eigentlichen Kern der Geschichte und bieten allerhöchste Thriller-Qualität mit einem ebenso überraschenden jedoch konsequenten Ende, das noch lange nachhallt.

DER UNBESTECHLICHE zählt zweifelsfrei zu den besten europäischen Thrillern der letzten Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte und beinhaltet alle Stärken des Genre-Kinos der 70er-Jahre, ohne wie ein Relikt aus einer anderen zeit zu wirken. Dass ein so herausragender Film mit dieser Besetzung, diesen Schauwerten, diesem Budget und dieser Klasse kein deutscher Kinostart vergönnt war, ist ärgerlich, sagt aber vielleicht einiges über den Zustand des europäischen Kinos im Jahre 2015 aus.

 

- Fazit -

Spannender und herausragend inszenierter Thriller, dessen packende Geschichte konsequente Aufmerksamkeit und bisweilen auch verlangt. Der Film ist ein europäischer Thriller im besten Sinne, verweigert sich über weite Strecken den Sehgewohnheiten und Klischees der US-Konkurrenz und nimmt somit sicherlich eine Ausnahmestellung ein. Einzig kleinere Längen im Mittelteil stören den Gesamteindruck, doch das ist bei der fulminanten ersten Stunde und dem ebenso tragischem wie mutigem Finale fast schon wieder egal. Absoluter Pflichtfilm und wirklich eine Bereicherung im häufig austauschbaren Thriller-Genre.

Wertung: 9|10

Durchschnittliche Userbewertung

8.0/10 Bewertung (2 Stimmen)

 

- Blu-ray FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 24. September 2015
BD Verleihstart: 24. September 2015

Publisher: Koch Media

Verpackung: Blu-ray Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 2,35:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 135 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1)
2. Französisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch

Extras:

  • Making of
  • Geschnittene Szenen
  • Trailer

Kritik Extras
Ein fast einstündiges Making of, das hauptsächlich aus Interviews besteht, liefert einen echten, wenn auch vielleicht etwas nüchternen Eindruck von der Entstehungsgeschichte. Damit bietet man, ebenso wie der Film, einen Kontrast zu ähnlichen Extras amerikanischer Veröffentlichungen, die mehr Bombast als Infos liefern. Allerdings vermisst man schmerzlich einen Audiokommentar mit dem Regisseur und seinen beiden Hauptdarstellern. Trotzdem: Sehenswert und mehr als nur solide.

Wertung: 6.5|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

7.0/10 rating 1 vote
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