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Jun12

Divine Weapon

Divine Weapon

Originaltitel: Shin ge jeon
Herstellungsland: Südkorea
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Martial Arts, Action
Freigabe: FSK-16
Regie: Kim Yoo-jin
Darsteller: Huh Joon-ho, Ahn Sung-ki, Jung Jae-young u.a. 

China, im Jahre 1448: Die Joseon Dynastie unter der Führung des König Sejong (Sung-kee Ahn) ist ein Dorn im Auge der aufstrebenden, kaiserlichen Ming Dynastie. So kommt es, dass der Kaiser der Ming Dynastie die komplette Unterwerfung von Joseon verlangt. Um sich vor einem drohenden Krieg zu schützen und um das bereits verloren gegangene Land zurück zu erobern, lässt König Sejong die hübsche Hong-ri (Eun-jeong Han) die von ihrem Vater entwickelte Geheimwaffe, den Singejeon, zu konstruieren. Für diesen Zweck wird sie im Dorf des Händlers Seol-joo (Jae-yeong Jeong) versteckt, der in den Bau der Waffe involviert wird und für die notwendigen Materialien und Chemikalien besorgen soll. Es dauert nicht lange, bis die Chinesen vom Singejeon erfahren und selber versuchen diese Waffe zu entwickeln und mit Macht und Härte alles daran setzen, das Aufbegehren des Landes im Keim zu ersticken. Die Herstellung des funktionstüchtigen Brandpfeils erweist sich als schwieriges Unterfangen und das wachsame Auge der Mannen der Ming Dynastie wirft Hong-ri und ihre Leute in noch größere Gefahren.

- Kritik -

Der titelgebende Singejeon, der 1448 in Korea fertig gestellt wurde, ist der erste automatische „Raketenwerfer“ in der Geschichte der Menschheit. Explosions-Pfeile wurden mit Treibsätzen ausgestattet, so dass eine deutlich höhere Distanz überbrückt werden konnte und die Explosionen die Pfeile noch ungleich gefährlicher als herkömmliche Pfeile machten.  Erst 1779 wurde in Europa eine vergleichbare Waffe hergestellt. Divine Weapon erzählt die Entwicklung der Waffe, welches insbesondere für Korea ein wichtiges geschichtliche Ereignis darstellt, in epischer Breite. Mit einer Laufzeit von über 2 Stunden werden dem Zuschauer die Probleme mit denen man bei der Entwicklung der Waffe zu kämpfen hatte, gezeigt. Als Feindbild, hält die expandierende Ming Dynastie und mit dem Kaiser wird diesem Feind noch ein konkretes Gesicht verliehen. Mit brutaler Hand, unterdrückt der Kaiser das Reich Joseon und verlangt schreckliche Dinge vom König, so ordert er an einer Stelle des Films, dass Joseon 1000 Eunuchen liefert. Da damals in der Regel die Hälfte der Jungen nach der Kastration starben, ist dieser Wunsch mit dem Mord von 500 Jungen gleichzusetzen, die demütigende Handlung und schmerzliche Handlung einmal außen vorgelassen.

Wie man es bei Filmen gewohnt ist, in denen Kaiser und Könige einen Auftritt haben, ist auch Yoo-jins Divine Weapon mit recht farbenfrohen Kostümen ausgestattet, jedoch wirkt der Film nicht halb so opulent und farbenfroh wie Yimous Werke. Alles wirkt eine Spur kostengünstiger, ohne jedoch jemals billig zu wirken. Der 2 Stunden Film fängt ziemlich verhalten an und behält das gemächliche Tempo über weite Teile der Laufzeit bei. Nennenswerte Highlights sucht man vergebens und alles steuert auf den Kampf zwischen den Armeen des Kaisers und den Mannen aus Joseon zu. Man nimmt sich wirklich viel Zeit, um die politische Situation zu erklären, die Fronten klar darzustellen und somit den moralischen Beistand dem unterdrückten Land und den Hauptdarstellern zukommen zu lassen. Die Rechnung geht auch auf, denn spätestens bei der Szene mit den oben erwähnten Eunuchen, deren Kastration man auch zu Gesicht bekommt (glücklicherweise ohne blutige Details), verschwinden alle Sympathien, die man möglicherweise noch für den Kaiser gehegt haben sollte.

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass sich zwischen Hong-ri und Seol-joo eine Liebesgeschichte anbahnt, deren Entwicklung mit allerlei Hindernissen gespickt ist. Diese kleineren oder größeren Probleme sind oftmals recht humorvoll inszeniert, ebenso wie sich amüsante Töne häufiger im Film wiederfinden, die ab und an sogar in den Slapstick-Bereich abdriften. Dadurch wird die Szenerie aufgelockert, wirkt im Rahmen der dramatischen und traumatischen Hintergründe und Ereignisse jedoch leicht deplatziert, auch wenn es die Figuren sicherlich sympathischer macht. Leider sind es dann oftmals die ruhigen, dramatischen Szenen, die vom Zuschauer nicht wirklich ernst genommen werden können. Es fehlt dem Drehbuch und der Inszenierung ein wenig der Sinn für Dramaturgie und große Emotionen, die ein wenig unter die Haut gehen. Alles plätschert relativ gemächlich vor sich hin, den Charakteren werden nachvollziehbare Motivationen für ihr Handeln in die Hände gelegt, aber ein mitfiebern in Bezug auf die Entwicklung der Waffe und den Verbleib der Figuren, will sich nicht so recht einstellen.

Selten genug hat man Actionsequenzen in den Film eingestreut, die leider die Qualität vermissen lassen, die man aus anderen Filmen gewohnt ist. Die Choreographie ist, soweit man sie denn erkennen kann, recht gelungen, jedoch lassen schnelle Schnitte zu großen Teilen die entsprechende Übersichtlichkeit vermissen. Leider finden die Kampfszenen nur sporadisch Einsatz, stellen aber definitiv die Highlights des Films. Zusätzlich kommt es noch dazu, dass die Kämpfe einen recht unrealistischen Touch annehmen, der nicht in den Gesamtkontext des Films passen möchte, was weniger an dem seltenen Einsatz von Drahtseiltricks liegt, sondern eher auf den Kampf eines einzelnen gegen eine absolute Übermacht zurückzuführen ist. Diese mangelnde Logik zeigt sich auch beim finalen Aufeinandertreffen der beiden Armeen, welches sich von der ersten Minute an abzeichnet. Joseon schickt eine kleine Truppe Männer auf das Schlachtfeld und muss sich dem zahlenmäßig weit überlegen Ming-Heer zu stellen. Ohne hier zu sehr auf die verfolgte Taktik eingehen zu wollen, muss einfach gesagt werden, dass die dahinter stehende Idee selbst bei der Planung nicht sonderlich erfolgversprechend und eher wie ein Himmerlfahrtskommando geklungen haben muss. Epische Schlachtfelder hat man schon in diversen Filmen authentischer zu sehen bekommen, nicht zuletzt in The Warlords. Hinzu kommt, dass der Zuschauer kein Gefühl für die Größe der aufeinander prallenden Armeen bekommt. Nur zu Beginn bekommt man das Aufgebot zu Gesicht, welches für den Kaiser kämpft, während man später nur Nahaufnahmen der kämpfenden Recken sieht. So kommt es, dass das hoch antizipierte Finale, eher enttäuschend ausfällt und leider auch mit dem ein oder anderen fragwürdigen und unlogischen Moment aufwartet. 

- Fazit -

Divine Weapon zeigt in epischer Breite die Entwicklung des Singejeon und damit einhergehenden Problem. Leider fällt der Film mit seinen mehr als zwei Stunden einfach zu lang aus und lässt wirkliche Highlights vermissen. Der schöne Soundtrack, die überzeugenden Kostüme, das gute Set-Design und einige wenige Momente, in denen der Film sein Potential entfaltet, können jedoch über die Langatmigkeit des Films und das eher fade Finale leider nicht hinwegtrösten.

Bewertung: 4 | 10

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6.0/10 Bewertung (6 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD-Verleihstart: 24.04.2009 
DVD-Verkaufstart: 29.05.2009

Label: Splendid Entertainment
Verpackung: Keep Case

Ton:
1. Deutsch Dolby Digital 5.1
2. Koreanisch Dolby Digital 5.1

Untertitel:
- Deutsch
- Niederländisch

Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 128 Min.
Uncut: Ja

Extras:

  • Making Of (ca. 43 min.)
  • Production Design (ca. 15 min.)
  • Making of Action Scenes (ca. 17 min.)
  • Singejeon: The Divine Weapon (ca. 4 min.)
  • Restoration of Singejeon (ca. 12 min.)
  • Behind the Scenes (ca. 5 min.)
  • Interviews Cast (ca. 4 min.)
  • Trailer (ca. 2 min.)


Review Extras:
Überraschenderweise ist das DVD-Menü komplett auf englisch gehalten und neben den deutschen finden sich auch niederländische Untertitel auf den beiden Discs wieder, die in der Special Edition enthalten sind. Die zweite Disc ist auch großzügig mit informativem Material gefüllt und bringt es auf eine Laufzeit von mehr als 90 Minuten. Das 43-minütige Making Of verdient diesen Titel auch wirklich und bietet tiefe Einblicke in die Produktion des Films. Ebenso sind auch die anderen Extras sehr informativ und nicht zuletzt wird dem Zuschauer auch der Singejeon erklärt.

Bewertung: 8 | 10

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Sascha Weber

Sascha Weber

   

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