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Mär13

DVD Kritik: Arthurs Gesetz

DVD Kritik: Arthurs Gesetz

Originaltitel: Arthurs Gesetz
Herstellungsland:
Deutschland
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Komödie, Serie
Freigabe: FSK-16
Regie: Christian Zübert

Darsteller: Jan Josef Liefers, Martina Gedeck, Nora Tschirner
 u.a.

Wir danken eye see movies für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


 

Inhalt: Der Arbeitslose Arthur Ahnepol fristet ein trostloses Dasein. Gezeichnet von den Strapazen seiner unglücklichen Ehe und zu Tode gelangweilt, schmiedet er eines Tages einen riskanten Plan: Seine unausstehliche Gattin soll unter die Erde gebracht werden. Mit dem Geld aus der Lebensversicherung stünde einem Neustart mit seiner Geliebten nichts mehr im Wege. Doch ein ungeschriebenes Gesetz beherrscht das Leben des Pechvogels: Jedes von Arthur gelöste Problem hat ein weitaus Schlimmeres zur Folge. Und so tritt er eine Lawine desaströser Ereignisse los.

 


 

 


Kritik: Nach den Erfolgen ADD A FRIEND, WEINBERG und 4 BLOCKS für den Schwestersender TNT Serie hat der deutsche TV-Konzerns Turner jetzt zum ersten Mal eine Originalserie für TNT Comedy produzieren lassen. Wie schon bei den vorangegangenen Eigenproduktionen hat man dabei auch diesmal wieder viel Wert darauf gelegt, dass das Ergebnis möglichst wenig so aussieht wie eine typische deutsche Fernsehserie - auch wenn diesmal gleich zwei aktuelle TATORT-Ermittler in tragenden Rollen dabei sind.  ist eine schwarze Komödie im Serienformat von Christian Zübert (LOMMBOCK), der sowohl als Autor als auch als Regisseur bereits mehrfach prämiert wurde (u.a. Grimme-Preis in der Kategorie „Beste Regie“ für den TATORT: NIE WIEDER FREI SEIN. In den Hauptrollen sind Martina Gedeck (DAS LEBEN DER ANDEREN) und Nora Tschirner (KEINOHRHASEN, TATORT) sind neben Liefers (TATORT) in tragenden Rollen der neuen Comedy-Serie zu sehen. Weitere Charaktere verkörpern unter anderem Ronald Kukulies (WEINBERG), Cristina do Rego (PASTEWKA, DOCTOR'S DIARY) und Robert Gallinowski (NACKT UNTER WÖLFEN). DVD und die Blu-ray erscheinen in einem Digipak im Schuber am 4. März 2019 bei eye see movies / AV Visionen. Als Bonusmaterial sind ein 12-seitiges Booklet, Life Hacks sowie vier exklusive In-character Interviews enthalten. Die Serie ist eine Gemeinschaftsproduktion von TNT Comedy und good friends Filmproduktion und handelt von einem 50-jährigen Arbeitslosen, der vom Pech verfolgt wird und mit seiner herrschsüchtigen Frau Martha in einer Kleinstadt lebt. Mehr zur der Serie könnt ihr in unserer Kritik nachlesen.

Der Sender nennt die sechsteilige Serie eine „Comedy noir“. Andernorts würde man schlicht „schwarze Komödie“ sagen, aber das Etikett passt recht gut, denn ARTHURS GESETZ fällt aus dem üblichen Schema solcher Geschichten: weil die Ereignisse, die der unglücklichen Titelfigur widerfahren, höchst ungewöhnlich sind. Arthur Ahnepol (Jan Josef Liefers) ist der typische naive Antiheld: ein Kleinbürger, der so unscheinbar ist, dass er in der Kneipe übersehen wird. Vermutlich sehnt er sich schon sein ganzes Leben danach, einen Zipfel vom Glück zu erhaschen. Stattdessen hat ihn das Schicksal mit einem Drachen gestraft: Martha (Martina Gedeck) ist eine Tyrannin, die den Gatten Tag für Tag ihre Verachtung spüren lässt. Um ihren anspruchsvollen Lebensstandard zu finanzieren, hat sie Arthur eines Tages zu einem unerhörten Opfer überredet: Er hat sich bei der Arbeit tatsächlich die Hand abgesägt, um anschließend eine stattliche Versicherungssumme zu kassieren, aber keinen Cent bekommen, denn eine Überwachungskamera hat alles aufgezeichnet. Nun muss er sich regelmäßig beim Jobcenter einfinden, um sich von einer arroganten Sachbearbeiterin (Nora Tschirner) demütigen zu lassen. Als er an seinem Geburtstag die Kneipe „Zum Kronleuchter“ aufsucht, dort von einer reizenden Karaoke-Sängerin (Cristina do Rego) angesprochen wird und schließlich in ihrem Bett landet, ist dies der Beginn jener Kettenreaktion, auf die der Titel anspielt: Jede Lösung erzeugt prompt ein neues Problem, diverse groteske Todesfälle inklusive.

Kreativer Kopf hinter der Serie ist Benjamin Gutsche, dessen überschaubare Filmografie neben einigen Kurzfilmen die Drehbuchmitarbeit an der Kinderserie ARMANS GEHEIMNIS enthält. Natürlich ist es ungewöhnlich, dass ein Sender einem wenig erfahrenen Autor ein derartiges Projekt überlässt, aber die Maßnahme verdeutlicht auch die Risikofreude, durch die sich Pay-TV- und Streamingdienste von den etablierten Sendern unterscheiden. Quasi als Ausgleich hat TNT Comedy mit Christian Zübert einen Regisseur engagiert, der einst mit der Kifferkomödie LAMMBOCK (2001) recht furios gestartet ist und seither einige sehenswerte Filme gedreht hat, darunter neben der Gangsta-Komödie HARDCOVER (2008) auch die aus moralischen Gründen heftig kritisierte Komödie HIN UND WEG (2014) über selbstbestimmtes Sterben. Eine seiner schönsten Arbeiten ist DREIVIERTELMOND (2011) über die widerwillige Freundschaft zwischen einem Taxifahrer und einem kleinen türkischen Mädchen. ARTHURS GESETZ ist allerdings komplett anders, wie schon die Bilder verdeutlichen. Gerade bei den Innenaufnahmen im Haus von Arthur und Martha hat Kameramann Ngo The Chau für ein Licht gesorgt, das sich am besten mit „Gelsenkirchener Barock“ beschreiben lässt. Der Mief eines schlecht gelüfteten Wohnzimmers ist förmlich zu riechen, die Farben sind erdig und schwer, Einrichtung und Atmosphäre wirken vorgestrig; daran ändern auch die Putzroboter nichts, die Martha die Hausarbeit abnehmen. Das Eigenheim wirkt wie eine Gruft, in der Arthur lebendig begraben ist, was ihm allerdings erst bewusst wird, als er sich in Jesse verliebt, die unbegabte Sängerin aus dem „Kronleuchter“. Die junge Frau hat ein großes Herz und macht Arthur einen Sonderpreis, weil er Geburtstag hat, aber zahlen muss er trotzdem, denn Jesse ist Prostituierte. Weil er nur einen Zehner dabei hat, taucht in der Nacht ein vierschrötiger Typ auf, um sich den Rest zu holen: Mario (Robert Gallinowski) liebt Jesse wie eine Tochter, ist aber auch ihr Zuhälter. Mit vereinten Kräften gelingt es Ehepaar Ahnepol, das Problem gründlich zu lösen: Martha hält den Eindringling fest, Arthur füllt ihn mit Bauschaum ab. Liefe diese Serie bei ARD oder ZDF, würden vermutlich viele Menschen spätestens jetzt umschalten, denn Zübert zeigt, warum Handwerker von „Ausschäumen“ sprechen, wenn sie das Zeug verwenden.

Makabre Scherze sind erfahrungsgemäß nicht jedermanns Geschmack, weshalb die einen ARTHURS GESETZ witzig und bizarr finden werden, die anderen dagegen bloß bemüht. Weil sich eine Mehrheit der Zuschauer auf den gemeinsamen Nenner Krimi einigen kann, während sich an Humor im Allgemeinen und schwarzen Komödien insbesondere aber die Geister scheiden, trauen sich ARD und ZDF nur selten an Stoffe jenseits der ausgetretenen Erzählwege; und wenn doch, dann sind sie meist nicht sonderlich erfolgreich. Davon abgesehen haben sich Gutsche und Zübert ganz offensichtlich vorgenommen, über alle möglichen Stränge zu schlagen. Das beginnt beim verwirrenden Make-up von Nora Tschirner, die kaum zu erkennen ist, und endet bei Gedecks ähnlich dick aufgetragenem Spiel; kein Wunder, dass Liefers als unterdrückter Ehemann so überzeugend klein und hässlich wirkt. Vielleicht wollte Gedeck auf diese Weise die Unterschiede zwischen der skrupellosen Martha und der skrupulösen Muriel hervorheben. Verklärende Rückblenden offenbaren zwar, dass es auch mal bessere Zeiten für das Ehepaar gab, aber die Schwester wäre fraglos die richtigere Frau für Arthur; natürlich führt sein Weg zum Glück nur über Marthas Leiche. Nach zwei fehlgeschlagenen Mordversuchen manövriert sich die Gattin allerdings aus der Schusslinie, was einen fiesen Cliffhanger zur Folge hat.

Den größten Spaß machen die vielen originellen Einfälle, erst recht, wenn Zübert sein Publikum nicht mit der Nase darauf stößt, weil zum Beispiel Muriels dunkelhäutiger Kollege Jerome (Michael Klamme) die Tassen mit den Aufschriften „Good Cop“ und „Black Cop“ in die Kamera halten muss. Einige dieser Gags, etwa ein dialogisches Wortspiel mit den Begriffen „Albaner“ und „alberner“, legen zudem die Vermutung nahe, bei der Ideenfindung sei gehörig Alkohol im Spiel gewesen. Schon allein die liebevoll ausgedachten Todesfälle sind höchst amüsant: Als sich Arthur unter Jesses Bett versteckt, bleibt seine Prothese an einer Schraube hängen; seine Befreiungsversuche haben letztlich zur Folge, dass Barbesitzer Steven (Timo Jacobs) vom Kronleuchter schlagen wird. Später lernt Möchtegern-Gangster Holger (David Bredin), der zwischenzeitlich aufgrund einer der vielen absurden Kollateralschäden zum wandelnden Scheinwerfer wird, warum man bei Russisch Roulette besser keine echten Patronen verwenden sollte. Dass die Unglücksfälle regelmäßig mit großer Sauerei einhergehen, versteht sich fast von selbst; einige Dialoge sind ebenfalls ziemlich versaut. Das Bemühen um Originalität zeigt sich nicht zuletzt in der Bildgestaltung: Zwischendurch wechselt die Erzählperspektive unvermittelt zu den kleinen Putzrobotern, deren Wahrnehmung in Schwarzweiß gehalten ist. Sympathisch ist auch die Idee, die in den einzelnen Folgen verwendeten Lieder über den Abspann zu legen, zumal Titel wie LIEBE OHNE LEIDEN oder LOVE HURTS durchaus Bezug zur Handlung haben. Handwerklich gibt es an ARTHURS GESETZ insgesamt wenig zu kritisieren. Die Serie ist kurzweilig, hat einige gute Pointen und Momente, in denen sich die Zuschauer ungläubig an den Kopf packen dürften. Dennoch wäre es schön, wenn sich ein deutscher Pay-TV-Sender in Zukunft auch mal genauso ambitioniert etwa an eine Science-Fiction- oder Fantasyserie herantrauen würde. Das Know-How ist jedenfalls da.

Fazit: Die schwarze Komödie ARTHURS GESETZ sticht auf dem deutschen Serienmarkt sehr positiv heraus. Starke Darsteller, ein Drehbuch, das sich auch mal was traut, und schaurig-schön-absurde Bilder. Doch zur Abrundung fehlt in der Pilotepisode die Finesse, mit der die Welt Arthurs und damit auch das deutsche Kleinbürgertum an sich entlarvt und ad absurdum geführt wird. Die Lacher landen vor allem auf dem Konto Tschirners, in allen Szenen ohne sie fallen die Gags oft flach ab.

Wertung: 6.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

6.3/10 Bewertung (3 Stimmen)

 

Verkaufstart: 04. März 2019

Publisher: eye see movies / AV-Visionen (Gesamtausgabe)

Homepage: www.themroc.com/film/aktuelles/arthurs-gesetz/

Verpackung: Digipak im Schuber
Anzahl Disks: 2
Wendecover: Ja, abzieh FSK-Logo

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 300 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch für Hörgeschädigte

Episoden­anzahl: 6

Extras:
• 12-seitiges Booklet
• Arthur macht’s mit links
• Die Ahnepols
• Tipps & Tricks von Claudia
• Große Träume: Martha & Muriel. Die jungen Schwestern im Doppelinterview

Kritik Extras
Wie von eye see movies gewohnt, erscheint auch die ARTHURS GESETZ-Veröffentlichung mit 12-seitigem Booklet und einem 25 min. Bonusmaterial. Darunter sowohl vier In-character Interviews als auch Schminktipps von und mit Claudia Lehmann alias Nora Tschirner. Diese sowie das Featurette „Arthur macht’s mit links“ stellen sicherlich ein etwas anders geartetes Bonusmaterial dar und unterstreichen auch in diesem Bereich den Ausnahmestatus der Serie.

Wertung: 6|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

6.0/10 rating 1 vote
Sascha Gilke

Sascha Gilke

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