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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Sep08

DVD Kritik: Get Out

DVD Kritik: Get Out

Originaltitel: Get Out
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Horror
Freigabe: FSK-16
Regie: Jordan Peele

Darsteller:
Daniel Kaluuya, Allison Williams, Bradley Whitford u.a.

Preis zum Test: EUR 11,99


 

Inhalt: Die Beziehung von Chris (Daniel Kaluuya) und Rose (Allison Williams) ist allmählich in der Phase angekommen, wo man den Verehrer schon mal den Eltern für ein Wochenende präsentieren kann. Also machen sich die beiden auf den Weg zu Roses Eltern, obwohl Chris - der in der blütenweißen Vorstadtgegend - mit seiner Hautfarbe natürlich auffällt, noch gewisse Vorbehalte hat. Rose ist überzeugt davon, dass gerade ihre Eltern sämtliche uralten Rassenressentiments überwunden haben und Neurochirurg Dean Armitage (Bradley Whitford) und seine Frau Missy (Catherine Keener) empfangen die beiden dann auch entsprechend herzlich. Zwar ist Missy etwas kühl und die Anwesenheit zweier afroamerikanischer Hausangestellter in einem rein "weißen" Haushalt wirkt auch befremdend, aber sonst sieht Chris die Befürchtungen seiner Freunde vorab nicht bestätigt. Doch das ändert sich alsbald und Chris muss feststellen, dass das Verlassen des Hauses gar nicht so einfach ist, wie er sich das vorgestellt hat...

 


 

 



- Kritik -
    

Ein entspanntes Wochenende mit den Schwiegereltern in spe, das sollte man sich nicht entgehen lassen, oder? Chris (Daniel Kaluuya) hält seine Umwelt mit einer handelsüblichen digitalen Spiegelreflexkamera fest. In schwarz-weißen Bildern zeichnet er nach, was ihm vor seine Kameralinse kommt und für ihn den Wert besitzt von seiner Welt festgehalten zu werden. Eine Welt, die nur zwei ‚Farben‘ kennt. Schwarz und Weiß. Seit heute ist GET OUT von Universal Pictures Home Entertainment auf DVD und Blu-ray erhältlich. Ob sich der Film, über den dieses Jahr berichtet und diskutiert wurde wie über kein anderer Film, weiterhin lohnt, soll nun hier ergründet werden. 

Regie-Debütant Jordan Peele war und ist hauptberuflich Comedian. Sein Fach sind Witze und Sketche, die den Betrachter und Zuhörer bis zu einer Pointe an der Nase herumführen sollen. Alltägliche Situationen werden dem Gag zuliebe überzogen, bekannte Ereignisse humorvoll paraphrasiert. In GET OUT ist Peele sich den Wurzeln und den Tropen des Horror-Genres bewusst. Er spielt mit den Konventionen und überzieht sie sogleich. Der Beginn des Films ist hierbei noch interessant, weil die Gefahr von einem anonymen Viertel der weißen Oberschicht ausgeht. Als erstes Opfer einen Farbigen zu wählen, spielte schon Wes Craven durch, doch musste er noch seine Opfer in abgelegene Villen stecken um sie grafisch aus der Handlung zu entfernen. Dieses Spiel mit Konventionen treibt der Regisseur immer weiter um schließlich seine Pointe zu zelebrieren. Der Farbige schlägt zurück und man feiert es als das postrassistische Amerika. Gewalt und Kontrolle mit Gewalt bekämpfen. Nate Parker und Steve McQueen haben scheinbar den Fehler gemacht diese Mechanismen als Historienfilm zu verkaufen. Nach einem ähnlichen Credo erzählen nicht nur farbige Filmemacher, sondern auch weiße, man denke an Quentin Tarantino. Aufmerksamkeit aber scheint sich nur über den Mainstream generieren zu lassen. GET OUT ruft, wie die anderen Filme, nicht zur Gewalt auf, doch was kann der Film am Ende wirklich bezwecken? Was bleibt?

GET OUT ist kein schlechter Film, doch versteckt er seine Themen in einem Genrefilm mit profanen Mechanismen. Wir erkennen die Spuren, wie der übergewichtige, farbige Sicherheitsbeamte, der schon im ersten Drittel die Geheimnisse des Films ausplaudert. Man lacht über ihn. Wir die Zuschauer, wie auch die farbige Polizistin, der farbige Polizist und deren lateinamerikanischer Kollege. Peele versetz den Zuschauer in Hypnose, denn am Ende wissen wir, wenn aus dem Polizeiauto der weiße Mann aussteigt war es das mit unserem Helden. Es gibt nur Schwarz und Weiß für Peele in diesen Film. Gut und Böse. Wird der reale weiße, rassistische Polizist nach dem Film sein Vorgehen mit schwarzen Beifahrern verändern? Wenn uns der Film zeigen kann, wie es um den Rassismus in Amerika steht, haben wir dann die letzten Monate und Jahre nicht einfach geschlafen? 

- Fazit -  

Viel Lärm um nichts. Handwerklich tadellos, wird dem Film zuweilen von den Medien und der Presse mehr angedichtet, als es am Ende zu sehen gibt.

Wertung: 6|10

Durchschnittliche Userbewertung

6.3/10 Bewertung (3 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verkaufstart: 07. September 2017
DVD Verleihstart: 07. September 2017

Publisher: Universal Pictures Home Entertainment

Verpackung: DVD Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 2,40:1 (1080p)
Laufzeit: ca.100 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch
- Englisch

Extras:

  • Alternatives Ende mit Kommentar des Autors/Regisseurs Jordan Peele
  • Unveröffentlichte Szenen mit Kommentar des Autors/Regisseurs Jordan Peele
  • Ein Blick hinter den Horror von "Get out"
  • Frage-und-Antwort-Runde mit dem Autor/Regisseur Jordan Peele und der Besetzung
  • Filmkommentar des Autors/Regisseurs Jordan Peele

Kritik Extras
Vollgepacktes Bonusmaterial. Schön auch, dass meistens der Regiekommentar zu den Featurettes anwählbar ist und dies somit nicht in der Luft hängt.

Wertung: 8|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

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Manuel Föhl

Manuel Föhl

   

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