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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Mär17

Marketa Lazarova

Marketa Lazarova

Originaltitel: Marketa Lazarová
Herstellungsland: Tschechoslowakei

Erscheinungsjahr: 1967
Genres: Drama, Historie, Romanze
Freigabe: FSK-16
Regie: Frantisek Vlácil

Darsteller: Josef Kemr, Magda Vásáryová, Nada Hejna u.a.

Preis zum Test: EUR 19,99


 

Inhalt: Kozlik (Josef Kemr) ist ein kaltblütiger Tyrann, der seine Söhne Mikoláš (Frantisek Velecký) und Adam (Ivan Palúch) damit beauftragt hat, vorbeiziehende Reisende zu überfallen und sie ihrer Kostbarkeiten zu berauben. Die Brüder gehen ebenso skrupellos vor wie ihr Vater. Bei einem erneuten Raubüberfall schlachten sie den Großteil der Durchreisenden ab, doch ein Mann kann entkommen. Während Mikoláš versucht, den Entflohenen zu stellen, durchstöbert ein anderer Clan, geführt von Lazar (Michal Kozuch), die Karawane. Als Mikoláš erfolglos zum Tatort zurückkehrt und die Plünderer erwischt, zögert er kurz, doch lässt Lazar dann ziehen.Kozlik ist nicht begeistert und wittert die Gefahr, die vom geflohenen Mann ausgeht. Dieser kehrt in seine Heimat zurück und teilt seinem König mit, was passiert ist. Der König sinnt nach Rache und Kozlik muss einen Verteidigungsplan schmieden. Er entsendet Mikoláš, um Lazars Unterstützung im Kampf anzufordern. Lazar hingegen lehnt das Bündnis ab, sodass Mikolás im Affekt seine Tochter Marketa (Magda Vásáryová) entführt und zu seiner Geliebten macht. Kozlik ist somit immer noch dem König ausgeliefert und hat zusätzlich einen zornigen Lazar als Widersacher.

 


 

 



- Kritik -
      

50 Jahre hat es gedauert bis es der Film MARKETA LAZAROVÁ in die deutschen Kinos geschafft hat und nun auch von Bildstörung für das Heimkino erschienen ist. Für die Kritiker gibt es keine Zweifel, dass es sich bei dem Film um den besten tschechischen Film aller Zeiten handelt. Heute würde man den Film wohl Fnas von GAME OF THRONES (2011-) beispielsweise ans Herz legen. Doch der Film hat eben auch schon seine 50 Jahre auf dem Buckel und, unterläuft auch schon für damalige Verhältnisse gewisse narrativen Erwartungen. Trotz allem ist es umso löblicher, dass sich dafür noch Verleiher und Labels finden, die solch einem Werk eine solch liebevolle Veröffentlichung gönnen, wie das nun hier der Fall ist.

Schwarzweiße Bilder mögen heutigen Sehgewohnheiten nicht mehr angepasst zu sein, doch schaut man zurück, dann wird einem klar, dass in den 50ern und 60ern nicht nur, aber noch weit verbreitet, auch aus Kostengründen, auf farbige Aufnahmen verzichtet wurde. In vorliegendem Beispiel mögen dahiner aber auch künstlerische Entscheidungen stecken. Doch auch die Dramaturgie des Fims wirkt anfangs für den heutigen, wie auch den damaligen Zuschauer etwas sperriger. So muss erstmal gut eine Stunde vergehen, bis man sich in dieser Welt erst richitg zurecht finden kann und sich Orte und Figuren zuordnen lassen. Die Montage nimmt dabei keine Rücksicht auf Kontinuitäten und verbindet gerne mal ohne Kenntlichmachung subjektive Aufnahmen, Träume oder Rückblicke. Dadurch, dass alles in schwarzweiß aufgenommen wurde, gibt es auf den ersten Blick auch Visuell keine Möglichkeiten hier wirklich einen Unterschied auszumachen.

Das klingt nun aber alles schlimmer als es wirklich ist, denn gerade durch diese offene experimentelle Art der Inszenierung und Erzählung entwickelt der Film seine besondere Sogwirkung. Überraschend mag sein, dass trotz aller freien Narrationen der Film zumindest seine Geschichte in Kapitel aufteilt, ist der Film auch eigentlich eine Literaturverfilmung. Der Film löst sich aber bei weitem von seiner Vorlage, wie auch sonst von jeglichen historischen Grundlagen. Man sollte sich auf weniger auf das Narrativ konzentrieren, als den Film mit seinem Bilder und seinen Tönen aufzusaugen. In Breitwand fotografiert sind es wahrlich au Zelluloid festgehaltene Gemälde, die einem hier teilweise präsentiert werden. Deswegen war es nicht gerade überflüssig den Film nochmals ins Kino bringen, auch wenn die Grundlagen dann 'nur' noch digitale Kopien waren. Zu einem Audiovisuellen Spektakel wird der Film durch seine fast schon sakral anmutende Filmmusik mit Chören, die dem Ganzen den richtigen mystischen Charakter verleihen. Schon allein die Entstehungsgeschichte des Films ist eine Entdeckung wert. Denn Regisseur František Vlácils begab sich ganze zwei Jahre mit seinem Cast und seiner Crew in den Böhmerwald um Aufnahmen für den Film festzuhalten. Ein Umstand der bestimmt bei vielen Lesern Erinnerungen an Francis Ford Coppola und seinen APOCALYPSE NOW (1979) erwecken wird.

  

- Fazit -  

Der Film verlangt seinen Zuschauer einiges ab, doch wer sich darauf einlassen kann, erlebt ein einmaliges audiovisuelles Erlebnis.

Wertung: 7,5|10

Durchschnittliche Userbewertung

9.0/10 Bewertung (2 Stimmen)

 

- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 03. März 2017
BD Verleihstart: 03. März 2017

Publisher: Bildstörung

Verpackung: BD Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 165 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Tschechisch (DTS-HD MA 2.0 Mono)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:

  • Booklet mit Text von Marc Vetter
  • Audiokommentar mit Olaf Möller
  • Der schicksalhafte Rausch des František Vlácil (Dokumentation, ca. 50 Min.)
  • Das Leben František Vlácils (Kurzdokumentation, ca. 15 Min.)
  • Im Netz der Zeit (Kurzdokumentation, ca. 20 Min.)
  • Filmbegleitendes Gespräch mit Olaf Möller
  • Interview mit Filmjournalistin Zdena Škapová
  • Interview mit Kunsthistoriker Jan Royt
  • Interview mit Restaurationsleiter Ivo Marák
  • Storyboard-Galerie

Kritik Extras
Die Veröffentlichung ist ja schon eine Meisterleistung ansich, doch das Bonusmaterial setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Neben dem informativen Booklett gibt es einen Audiokommentar und mehrer Dokumentationen, die man hier nochmal explizit hervorheben sollte. Da bliebt kaum ein Wunsch offen.

Wertung: 9|10

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Manuel Föhl

Manuel Föhl

   

Spieltipp  

   

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