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Mediabook Kritik: Ghostland

Mediabook Kritik: Ghostland

Originaltitel: Incident in a Ghostland
Herstellungsland:
Frankreich, Kanada
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Horror, Thriller
Freigabe: FSK-16
Regie: Pascal Laugier

Darsteller: 
Crystal Reed, Rob Archer, Emilia Jones u.a.

Wir danken Capelight für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


 

Inhalt: Colleen (Mylène Farmer) zieht nach dem Tod ihrer Tante in deren Haus, irgendwo in einer ländlichen Gegend. Mit sich nimmt sie ihre Töchter Beth (Emilia Jones), eine von Schriftstellerei und den Geschichten H. P Lovecrafts faszinierte Teenagerin und ihre Schwester Vera (Taylor Hickson), die das genaue Gegenteil ist. Kurz nach ihrer Ankunft dringt ein psychopathisches Pärchen in das Gebäude ein und überfällt, terrorisiert und foltert die drei Frauen, die sich schließlich mit Gegengewalt der Bedrohung stellen müssen. Sechzehn Jahre später, Beth (Crystal Reed) ist inzwischen eine gefeierte Autorin, wird sie von ihrer panischen Schwester (Anastasia Phillips) in das Haus zurückgerufen, wo sie auch ihre Mutter wieder trifft. Offenbar ist das, was vor Jahren geschah, noch nicht vorbei und zieht Kreise bis in die Gegenwart...

 


 

 


Kritik: Regisseur Pascal Laugier ("Martyrs") konnte mit "Ghostland" (OT: "Incident in a Ghost Land") seinen vierten Spielfilm auf dem Markt bringen. Einen Namen konnte sich Pascal Laugier hingegen 2008 mit dem Spielfilm "Martyrs" machen, der sogleich einen der härtesten Horrorfilme der letzten Jahre verkörpert und unter Horrorfans große Bekanntheit erlangte. In dem Spielfilm folterte der französische Regisseur seine Protagonistin bis zur Schwelle des Todes. Zehn Jahre später folgt "Ghostland", der auf den ersten Blick eine ganz andere Richtung als "Martyrs" einschlägt, jedenfalls auf den ersten Blick. Nach seiner Kinoauswertung erschien "Ghostland" über Capelight Pictures am 10.08.2018 auf DVD, Blu-ray und als 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook. Ob der franzose mit seinen vierten Spielfilm "Ghostland" an dem Erfolg von "Martyrs" anknüpfen kann, steht auf einem anderen Blatt und wird im Laufe der Besprechung noch ausführlich thematisiert.



"Ghostland" beginnt ganz klassisch mit einem nächtlichen Einbruch zweier äußerst bizarrer und furchteinflößender Gestalten in ein kleines Landhaus mitten im Nirgendwo, in das eine Mutter mit ihren zwei Töchtern gerade eingezogen ist. Nach dem Tod ihrer Tante will sich Pauline (Mylène Farmer) mit ihren Töchtern Beth (Emilia Jones) und Vera (Taylor Hickson) im Haus der Verstorbenen niederlassen. Schon am ersten Abend bricht jedoch großes Unheil über die drei herein, als sie von zwei Eindringlingen (Rob Archer/ Kevin Power) brutal attackiert werden. Mit Mühe und Not kommen sie mit dem Leben davon, haben danach aber schwer mit den seelischen Verwundungen zu kämpfen. Die kreative Beth sucht ihr Ablenkung als Autorin und entwickelt sich im Erwachsenenalter (nun gespielt von Crystal Reed) zu einer erfolgreichen Horrorautorin. Ihre Schwester (nun gespielt von Anastasia Phillips) hingegen - die noch immer mit ihrer Mutter im Haus der toten Verwandten wohnt - leidet unter Wahnvorstellungen und wendet sich Hilfe suchend an Beth. 16 Jahre nach den traumatischen Ereignissen kehrt die Schriftstellerin an den Ort des Schreckens zurück und das mit fatalen Folgen. Mehr sollte man über den Inhalt von "Ghostland" jedoch nicht verraten, da Pascal Laugier's "Ghostland" von den Spielereien und dessen dramatischen Wendungen lebt. Entgegen der Erwartung gestaltet sich die Handlung zu Anfang überraschendend. Leichtfüßige Dialoge und sogar eine entspannung abseits des Plots lassen noch nicht erahnen, in welche Richtung sich "Ghostland" später noch entwickeln wird. Innerhalb von Minuten ändert sich plötzlich die Sichtweise des Films und mutiert zu einem brutalen Home-Invasion-Horrorfilm, der den Spannungsbogen nochmal drastisch anspannt. Pascal Laugiers Handschrift kommt dabei auch zum ersten Mal überdeutlich zur Geltung.


Pascal Laugier dürfte für sein unumstrittenes Meisterwerk "Martyrs" unter den Horrorfans bekannt sein und auch sein neuer Film "Ghostland" ist - man kann es nicht anders beschreiben - außergewöhnlich. Man darf aber nicht den Fehler machen und die beiden Filme in einen direkten Vergleich stellen. Es handelt sich hierbei um zwei komplett unterschiedliche Filme und beide haben eine ebenso unterschiedliche als auch ungewöhnliche Handlung. Mit Sicherheit könnte man sagen, dass auch "Ghostland" die Meinungen spalten wird. Pascal Laugier legt viel Wert auf Twists in einer surrealen Welt die den Zuschauer dennoch bis zur letzten Minute fesselt. Man fängt an zu rätseln wohin die Reise hin gehen soll und zum Teil schafft man es unter Umständen auch zu erraten wohin uns Pascal Laugier begleiten möchte, aber gerade das macht u.a. auch einen guten Film aus. Reines Gemetzel welche aus einer Menge Spezialeffekten und Jumpscares bestehen gibt es bereits wie Sand am Meer. Durch seine vorerst verworrene Geschichte war man stets dabei und hat nicht nur stumpf zu gesehen. Die musikalische Unterlegung und die teilweise verstörenden Szenenbilder waren sowohl abstoßend als auch interessant.

Wer Pascal Laugier kennt, weiß, dass das Folgende der Psyche des Zuschauers gewaltig zusetzt, nicht zuletzt durch die wiedermal raffinierte Tontechnik, durch welche sich jeder Schlag schon fast physisch bemerkbar macht. Auch die grandiose schauspielerische Leistung von Emilia Jones (junge Beth) und Taylor Hickson (junge Vera) verdeutlichen die Hilflosigkeit und Angst vor dem eigenen Tod, die der franzose laut eigenen Angaben in diesem Film verarbeiten möchte. Obwohl "Ghostland" von der Handlung und dem Erscheinungsbild schon sehr ähnlich ist wie Laugiers Meisterwerk "Martyrs", konnte er doch nicht in dessen Fußstapfen treten. Was vielleicht auch daran liegt, dass in "Ghostland" ein großer Fokus auf die - trotz aller Gewalt - berührende Geschwisterliebe gesetzt wird, welche auf Pascal Laugiers eigener Beziehung zu seinem Bruder beruht. Nachfolgend erwartet den Zuschauer ein wilder Mix aus skurrilen, brutalen und grausamen Szenen, die ohne sich wirklich selber zu erklären, faszinierend und abstoßend zugleich sind. An manchen Stellen übertreibt es der fransose ein wenig, insbesondere was die Geschwindigkeit der Schnitte anbelangt. Denn es sind insbesondere die ruhigeren Momente, die nachhaltig Eindruck hinterlassen.

In die Geschichtsbücher des Horrorkinos wird "Ghostland" sicherlich nicht eingehen. Die permanente Bedrohungskulisse erinnert aber schon ein wenig an den Slasher-Klassiker "The Texas Chainsaw Massacre", dessen hysterische, pausenlos Schrecken verbreitende Inszenierung über die Jahre nichts von ihrer beklemmenden Wirkung eingebüßt hat. Weil Pascal Laugier ebenfalls das Tempo hochhält und seine Protagonistinnen fortlaufend in neue Schwierigkeiten bringt, bleibt nur wenig Zeit, um sich über Vereinfachungen und Klischeeanfälle des Drehbuchs zu ärgern z.B. die plumpe Einbringung der beiden Antagonist. Schauspielerisch wirkt das Ganze ordentlich. Die beiden Schwestern zeigen eine gute Performance und auch der Rest der Besetzung fällt nicht negativ auf. Dafür, dass der franzose auf tendenziell unerfahrenere Darsteller gesetzt hat, ist die Leistung allesamt gut. Und auch visuell und akustisch weiß "Ghostland" zu gefallen. Der Großteil der Szenen spielt sich in dem Haus der Familie ab, welches gut in Szene gesetzt wurde und mit viel Liebe fürs Detail ausgearbeitet wurde. Die Sounduntermalung ist typisch für einen Horrorfilm und rundet das Gesamtbild positive ab.

Fazit: "Ghostland" hat letztendlich wenig mit dem viel gelobten "Martyrs" gemeinsam. Schnell zeigt sich, dass Pascal Laugier nach wie vor das Spiel mit der Angst und dessen resultat beherrscht und das er den Zuschauer zu überraschen und zu überrumpeln weiß. Das Ergebnis ist ein packendes Filmerlebnis, auch wenn dem Film letztlich an wirklich eindrücklichen Momenten fehlt. Was bleibt, ist ein brillanter Twist und ein cleveres Drehbuch, aber auch viele Jumpscares. Für eingefleischte Torture-/ Horrorfilm-Fans ist "Ghostland" eine Sichtung wert. Zartbesaitete sollten sich allerdings nicht zu diesem Film verirren, da das Gefühl des Films noch einige Tage nachhängt.

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.0/10 rating 1 vote

 

Verkaufstart: 10. August 2018

Publisher:
Capelight Pictures (2-Disc Ltd. Collector’s Edt.)
Homepage: www.capelight.de/ghostland

Verpackung: Mediabook
Anzahl Disks: 2
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 91 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1)
2. Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:
*24-seitiges Booklet von Prof. Dr. Marcus Stiglegger
*Making-of
*Interviews mit Crystal Reed, Emilia Jones und Pascal Laugier
*Original Kinotrailer
*Deutscher Kinotrailer

Kritik Extras
Neben dem ledrig und dadurch leicht gealtert Mediabook-Look, umfasst das Bonusmaterial ein 18-seitiges Booklet bestehend aus einem dickeren, scheinbar faserigen Material, das den matten, düsteren Look nochmal unterstützt. Eingerahmt von stimmungsvollen Bildern aus dem Film. Zu Letzterem hat Prof. Dr. Marcus Stiglegger mal wieder einen interessanten Text geschrieben und es gibt ein Interview zwischen dem Deadline-Magazin und Regisseur Laugier. Auf der Disc gibt es dann ein absolut sehenswertes Making-of (73-Minuten), das einen angenehm ehrlichen und sehr einsichtsreichen Blick hinter die Kulissen wirft. Hier bekommt man einen echten Eindruck von Laugiers Arbeitsweise, dem man hier in guten wie in schlechten Momenten begegnet. Für diejenigen, die am filmisch-kreativen Prozess interessiert sind, bietet sich hier ein echtes El Dorado. Oben drauf gibt es noch drei Interviews – je eins mit Crystal Reed (die "alte" Beth) (09:06 Min.), Emilia Jones (die "junge" Beth) (09:03 Min.) und von Regisseur Pascal Laugier (09:38 Min.). Abgerundet wird das Bonusmaterial mit dem Originalen (02:02 Min.) und deutschen Kinotrailer (01:44 Min.).

Wertung: 7|10

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