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Nov28

Mediabook Kritik: It Follows

Mediabook Kritik: It Follows

Originaltitel: It Follows
Herstellungsland:
USA
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Horror
Freigabe: FSK-16
Regie: David Robert Mitchell

Darsteller:
Maika Monroe, Keir Gilchrist, Daniel Zovatto u.a.

Wir danken Universum Film für das Rezensionsexemplars!


 

Inhalt: Die 19-jährige Jay (Maika Monroe) trifft sich seit kurzer Zeit mit einem Jungen namens Hugh. Bei einem der Dates haben die beiden in dessen Auto Sex. Kurz darauf muss Jay feststellen, dass Hugh sie nur benutzt hat, um einen Fluch loszuwerden. Fortan wird die Junge Frau von einem Wesen verfolgt, das jede Gestalt annehmen und nur von ihr, oder ehemaligen Betroffenen gesehen werden kann. Nach ihrer ersten Begegnung mit dem unbekannten Ding bittet sie panisch ihre Schwester Kelly sowie ihre Freunde Yara und Paul um Hilfe und obwohl diese nicht sehen können, wovor Jay flieht, versuchen sie alles um ihr zu helfen. Doch wie kann das Unvermeidliche aufgehalten werden?

 


 

 


Kritik: David Robert Mitchell ("The Myth of the American Sleepover") brachte 2015 mit "It Follows" seinen bis dato zweiten Debütfilm auf den Markt. David Robert Mitchell verknüpft eine Coming-of-Age-Story mit verschiedenen Elementen unterschiedlichster Herkunft aus dem Horror-Bereich, konzentrierte sich aber überwiegend auf das klassische Kino eines John Carpenter. Sein Debütfilm "It Follows" beschreibt sich wie folgt: Die 19-jährige Jay (Maika Monroe) trifft sich seit kurzer Zeit mit einem Jungen namens Hugh. Bei einem der Dates haben die beiden in dessen Auto Sex. Kurz darauf muss Jay feststellen, dass Hugh sie nur benutzt hat, um einen Fluch loszuwerden. Fortan wird die Junge Frau von einem Wesen verfolgt, das jede Gestalt annehmen und nur von ihr, oder ehemaligen Betroffenen gesehen werden kann. Nach ihrer ersten Begegnung mit dem unbekannten Ding bittet sie panisch ihre Schwester Kelly sowie ihre Freunde Yara und Paul um Hilfe und obwohl diese nicht sehen können, wovor Jay flieht, versuchen sie alles um ihr zu helfen. Doch wie kann das Unvermeidliche aufgehalten werden? Nachdem der Film bereits 2015 auf DVD und Blu-ray erschien, folgt über Universum Film am 30.11.2018 eine limitierte Special Edition im Mediabook. Ob "It Follows" mit seinem undurchschaubaren Stalker Unterhalten kann, steht auf einem anderen Blatt und wird im Laufe der Besprechung noch ausführlich thematisiert.



Die Idee einer Art übernatürlichen Geschlechtskrankheit ist sowohl simpel als auch effektiv und "It Follows" ist wohl das beste Bespiel dafür, dass man mit weniger machmal mehr erreichen kann. Es hat nämlich den Anschein als hätte sich David Robert Mitchell über eine Erklärung oder Herkunft keine großen Gedanken gemacht. Der Inhalt bezieht sich tatsächlich nur auf ein undurchschaubaren Stalker, dass einem folgt, mehr nicht. Eine langsam fortbewegende Gestalt hört sich vielleicht nicht wirklich gruselig an, doch der undurchschaubare Stalker bewirkt eine Albtraumhafte wirkung, gerade wegen seiner undurchschaubare Anwesenheit. Manchmal taucht er von weiter Entfernung auf und schleicht sich langsam ran, manchmal erscheint er urplötzlich und sorgt in beiden fällen für eine beklemmende Atmosphäre. Wie John Carpenter's "Halloween" kreiert David Robert Mitchell eine äußerst unheimliche Bedrohung vor der man sich niemals Sicher fühlen kann, denn der undurchschaubare Stalker findet einem und das überall. Auch wenn man ihn durch Geschlechtsverkehr weitergeben kann, kehrt er immer wieder zurück nachdem der aktuell Betroffene getötet wurde und dann geht das Spiel wieder von vorne los.



So gesehen ist "It Follows" auch kein langsames Katz-/ und Maus-Spiel aus dem es kein entkommen gibt. David Robert Mitchell setzt hierbei zwar auf eine sehr ruhige Erzählung, kreiert aber reichlich Spannung indem er die Protagonistin Jay immer mehr isoliert und mit einem unlösbaren Problem in den Wahnsinn treibt. Zwar bringt die simpele Story kleine Längen mit sich, aber die ständige Panik, Angst und Sorge vor dem undurchschaubaren Stalker vor der man sich nicht beschützen kann, sorgt für ein bedrückendes und zunehmendes Paranoia-Gefühl, dass bis zum Ende anhält. Für die gesamte düstere Stimmung sorgen vor allem die einzelnen Szenen, die mit einer packende musikalische Untermalung gepaart wurden. Weitaufnahmen, Kamera-/ und Zoom-Bewegungen erinnern an John Carpenter und verleihen den Film einen klassischen 80er-Look. Das gilt auch für den Soundtrack, der die beklemmende Atmosphäre grandios Untermalt und einem lange in Erinnerung bleibt. Trotz klassischer Inszenierung schaft es David Robert Mitchell den Film inhaltlich modern zu gestallten und wirkt zeitlos - man könnte den Film wie ein "Klassiker" aus modernen Zeiten beschrieben.

David Robert Mitchell gestaltet seinen Film atmosphärisch dicht und das Erzähltempo ist ganz bewusst langsam. "It Follows" nimmt sich viel Zeit, um seine Geschichte nach vorne zu treiben und fängt mit der Kamera oft eine sehr schönes Bild ein, wo das Gefühl des mittendrin immer im Fokus steht. Zudem präsentiert uns "It Follows" etwas, das man im Horrorgenre sonst meist vergeblich sucht - ganz normale Teenager als Protagonisten, geradezu aus dem Alltag herausgerissen mit all ihren Sorgen und Ängsten und frei von den typischen Klischees. Diese werden auch vorallem durch Maika Monroe und Keir Gilchrest sehr überzeugend rüber gebracht. Gerade Maika Monroe ("The Guest") versteht es hervorragend, mit der Angst und dem Grauen ihrer Figur zu spielen, sie gestaltet ihr Schauspiel zurückhaltend, aber auch erstaunlich intensiv und einnehmend.

Durch sein Retro-Setting ist "It Follows" tatsächlich einer der wenigen Filme der letzten Jahre, der zeitlos erscheint und auch noch in 20 Jahren so frisch wirkt, dass er immer einen aktuellen touch mit sich bringt. Wo anderen Horrorfilmen aufgrund der Computer, Telefone, Autos oder Klamotten, fast immer ansehen kann, aus welcher Zeit sie stammen, scheint sich "It Follows" diesem Umstand gekonnt zu entziehen. Man könnte zwar meinen, dass der Film irgendwann in den 80er Jahren spielt, aufgrund fehlender Klischees aus eben jener Zeit, lässt sich das aber nicht zu 100% sagen und so könnte der Film auch durchaus in der Gegenwart spielen wo der Fokus auf die Art von Teenager liegt, die durch den Gebrauch von Smartphones und Internet noch nicht zu hirnlosen Zombies mutiert sind. Kritisieren könnte man jeglich, dass die Charaktere durchweg blass bleiben. Es handelt sich schlichtweg um eine Bande durchschnittlicher Teenager. Spannende Persönlichkeiten oder sogar Konflikte zwischen den Protagonisten sucht man vergeblich. Eine obligatorische Liebesgeschichte und ein paar kleinere Eifersüchtigkeiten wären an dieser Stelle auch fehl plaziert und hätten den Film auch nicht besser gemacht, sondern viel mehr geschadet.

Fazit: David Robert Mitchell ist mit "It Follows" ein packender Coming-of-Age-Film gelungen, der vorallem von seiner beängstlichen Atmosphäre lebt und dem nicht wissen, wer der undurchschaubare Stalker als nächstes verkörpert. "It Follows" wirkt jedoch nicht wie ein Mainstream Film. Mit geringen Budget geht dieser Independent-Horror seinen eigenen Weg, statt der Mainstream-Schiene zu folgen, was einige mehr, andere weniger gefallen wird. Wer aber klassischen Horror mit einem ruhigen Spannungsaufbau und finsterer Atmosphäre mag, dem kann man "It Follows" wärmstens empfehlen.

Wertung: 9|10

Durchschnittliche Userbewertung

8.3/10 Bewertung (4 Stimmen)

 

Verkaufstart: 30. November 2018

Publisher:
Universum Film (Mediabook)
Homepage: www.itfollows.weltkino.de

Verpackung: Mediabook
Anzahl Disks: 1
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 96 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1, DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)
2. Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:
*16-seitiges Booklet
*Audiokommentar von Filmkritiker Scott Weinberg
*Interview mit Soundtrack-Komponist Disasterpeace (ca. 5 min.)
*Trailer (ca. 2 min.)
*Poster
*Kinogutschein für Under the Silver Lake

Kritik Extras
Neben ein 16-seitiges Booklet (lag uns leider nicht vor) bekommt man noch ein informativen Audiokommentar geboten bei dem hauptsächlich der Filmkritiker Scott Weinberg zu Wort kommt und mit der Unterstützung von seinen Kollegen Eric D. Snider, Britt Hayes, Samuel D. Zimmerman, Alison Nastasi und Eric Vespe auf erstaunlich informative Art und Weise auf den Film eingeht. Zusätzlich verfügt das Mediabook über ein Interview mit Soundtrack-Komponist Disasterpeace. Dieser geht hier nicht nur auf seinen Werdegang ein, sondern spricht auch darüber, wie er zu diesem Filmprojekt dazu stiess und über die eigentliche Arbeit am Film selbst. Der Abschluss der hier vorliegenden Extras-Auswahl wird von deutschen Trailer des Films gemacht. Mit acht zusätzlichen Trailern macht das Weltkino-Label noch etwas Werbung in eigener Sache.

Wertung: 8|10

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Pascal Müller

Pascal Müller

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