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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Nov06

Miss Hokusai

Miss Hokusai

Originaltitel: Sarusuberi: Miss Hokusai
Herstellungsland: Japan

Erscheinungsjahr: 2015
Genres: Drama, Animation
Freigabe: FSK-6
Regie: Keiichi Hara
Sprecher: Kumiko Asô

Preis zum Test: EUR 22,99


 

Inhalt: Edo im Jahre 1814: Lange bevor er unter seinem Pseudonym Hokusai in die Kunstgeschichte einging, lebt der etablierte Künstler Tetsuzo in dem Großstadtchaos des späteren Tokyos und empfängt Klienten aus dem ganzen Land. Mal pinselt er einen riesigen Dharma auf einen 180 Quadratmeter großen Papierbogen, mal zwei Spatzen auf ein winziges Reiskorn. Der launige Mittfünfziger ist allerdings eher für die Qualität seiner Werke als für die Höflichkeit gegenüber seinen Kunden bekannt. Tetsuzos dritte Tochter O-Ei steht ihrem Vater dabei weder an Temperament noch an Talent nach. Ihr ganzes Leben lang assistiert sie ihm in dessen Studio, und oft ist sie es, die die Bilder an seiner Stelle malt - ohne dabei jemals genannt zu werden.

 


 

 



- Kritik -
      

Der japanische Künstler Hokusai ist mit seinen Kunstwerken auch weit über die eigenen Landesgrenzen hinweg bekannt. Vielleicht kennt man seinen Namen nicht, aber Werke wie „Die große Welle vor Kanagawa“ aus der Bildserie „36 Ansichten des Berges Fuji“ hat vermutlich jeder schon einmal gesehen. Hokusai gilt als einer der bedeutendsten Künstler in der Geschichte Japans, während seiner Tochter O-Ei Hokusai die Aufmerksamkeit trotz großen Talents eher verwehrt blieb. Mit dem Biopic MISS HOKUSAI wird diesem Umstand nun Abhilfe geschaffen. 

Während in der westlichen Welt der Comic stets als Kinder- und Jugendlichenunterhaltung müde belächelt wird, nimmt das Medium in Japan einen gänzlich anderen Stellenwert ein. Dort werden Manga von allen Altersgruppen gelesen und auch Anime sind in der Regel sehr vielschichtige Filme/Serien, die sich zuweilen in erster Linie an Erwachsene richten. Da Hokusai als einer der wichtigsten Vorreiter von Manga und Anime gilt, ist es umso passender, dass MISS HOKUSAI in animierter Form daherkommt. Doch wie der Titel schon deutlich macht, geht es in diesem Film nicht um Hokusai, sondern um dessen Tochter O-Ei.


Gemeinsam mit ihrem Vater Tetsuzo Hokusai, bringt sich O-Ei mit Auftragsarbeit durchs Leben. Ein riesiges Portrait auf 120 Tatami-Matten, zwei Spatzen auf einem Reiskorn, ein japanischer Drache oder erotische Bilder, die Hokusais sind kreativ und talentiert, doch Aufträge sind recht rar gesät und abseits von ihrer Kunst, gibt es nicht viel, was sie interessiert. O-Ei versucht stets aus dem Schatten ihres Vaters zu treten, der weithin bekannt ist und respektiert wird. Zeitweise übernimmt sie sogar ganze Auftragsarbeiten im Namen ihres Vaters. Dieser weiß ihr Talent sehr zu schätzen, wird aber auch nicht müde, darauf hinzuweisen, dass ihre eingeschränkte (sexuelle) Lebenserfahrung sie gleichfalls in ihrer künstlerischen Entfaltung hemmt. Das patriarchalische Japan bietet einer Frau zudem nicht die notwendigen Freiheiten und so ist O-Ei immer dabei ihren Horizont zu erweitern. So kommt es, dass O-Ei hin- und hergerissen ist zwischen dem Wunsch den Ansprüchen ihres Vaters zu genügen und sich selber zu finden. Tetsuzo lebt getrennt von seiner Frau und seiner jüngsten Tochter O-Nan, die schwer krank ist und von Blindheit geschlagen wurde. Der sonst so souveräne und starke Tetsuzo hat Angst sich seiner jüngeren Tochter zu nähren, so sehr ihn O-Ei auch drängen mag. 
 

So beleuchtet MISS HOKUSAI eine kurze Zeitspanne aus dem Leben O-Eis, ohne dabei allzu viel zu erklären. Doch man muss keineswegs japanische Kunstgeschichte studiert haben, um dem Film etwas abgewinnen zu können. Allerdings mutet der Aufbau etwas episodenhaft an und man kommt nicht umhin, sich zu fragen, wohin die Reise letztlich führen soll. Alles wirkt aus dem großen Kontext losgelöst. Man wohnt einigen bedeutsamen Momenten bei, jedoch ohne rechtes Ziel, was sicherlich auch das echte Leben widerspiegelt, nicht nur das O-Eis. Oftmals dreht sich der Film um die Entstehungsgeschichte eines bekannten Kunstwerk Hokusais. Viele Werke Hokusais, wie die erwähnte „Große Welle“ werden im Film zitiert und wirken auch hier optisch sehr eindrucksvoll. Da die Geschichte O-Eis nicht umfangreich dokumentiert ist, hat man genügend kreative Freiheiten, um die Geschichte mit Leben zu füllen. Diese nutzt man gekonnt, um mit eindrucksvollen Bildern auch fantastische Momente zu zeigen. Die talentierten Künstler vermögen mehr zu sehen, als der durchschnittliche Mensch, was ihnen dabei hilft, ihre Kunst mit Leben zu füllen. So verdunkelt sich plötzlich der Himmel über Edo und man wird eines Drachen zwischen den Wolken gewahr. Ein andermal entflieht ein Geist einer Geisha und spukt umher, während die Künstler ihm bei seinem nächtlichen Tanz beobachten. Der weniger talentierte Zenjirō hingegen vermag den Geist nicht zu sehen.  


O-Ei ist jedoch keine einfache Person. Schnippisch, teils respektlos, wirkt sie zuweilen fast schon unsympathisch. Wie mitfühlend sie sein kann, wird meist nur in den Momenten deutlich, in denen sie mit ihrer kleinen Schwester interagiert. Hier zeigt sich jedoch eine sehr ergreifende Beziehung, die auch einer der dünnen roten Fäden ist, die sich durch den Film ziehen. Die beiden Männer, die um O-Eis Zuneigung buhlen, kommen hingegen kaum zur Geltung. Liefern stattdessen eher humorvolle Momente. MISS HOKUSAI ist allgemein kein bierernster Film, sondern zeigt sich recht abwechslungsreich. Auch die Musik zeigt sich vielschichtig, ist dadurch auch etwas gewöhnungsbedürftig. Auf der einen Seite sehr klassisch Japanisch, dann wiederum sehr rockig rasant. Der Zeichenstil ist wirklich sehr gelungen und saugt den Zuschauer förmlich ein. Hierfür verantwortlich zeichnet das japanische Studio Production I.G., welchem wir bereits die Filme GHOST IN SHELL (1995) und JIN-ROH (1999) zu verdanken haben. An die Qualität der beiden genannten Filme reicht MISS HOKUSAI zwar nicht heran, sehenswert ist er jedoch allemal. 

 

- Fazit -  

Ein gelungenes Biopic über eine Person, die bisher noch nicht die wohlverdiente Aufmerksamkeit erhalten hat. Stilistisch sehr treffsicher ist die Handlung leider etwas ziellos. Trotzdem bleiben einige erinnerungswürdige und visuell sehr gelungen umgesetzte Momente.

Wertung: 7.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

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- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 28. Oktober 2016
BD Verleihstart: 28. Oktober 2016

Publisher: KAZÉ

Verpackung: Blu-ray Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 1,78:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 93 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Japanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:
Keine

Kritik Extras
Bei der Standard-Edition finden sich bis auf Trailer zu weiteren Veröffentlichungen aus dem Haus Kazé leider keinerlei Extras. Das beiliegende Poster ist zwar durchaus nett gemeint, bietet aber keinen nennenswerten Mehrwert. Wer auf Extras nicht verzichten möchte, der sollte auf den Release der Collector's Edition warten, der am 09.12. ins Haus steht. Diese Veröffentlichung wird mit zahlreichen Extras und einem umfangreichen 84-seitigem Booklet ausgestattet sein. 

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Sascha Weber

Sascha Weber

   

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