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Sep01

Ruanda - The Day God Walked Away

Ruanda - The Day God Walked Away

Originaltitel: Rwanda, April 7, 1994
Herstellungsland: Frankreich, Belgien
Erscheinungsjahr: 2009  
Genre: Drama  
Freigabe: FSK-16
Regie: Phillipe Van Leeuw 
Darsteller:  Ruth Nirere, Lola Tuyaerts, Afazali Dewaele u.a.

Es ist der 6. April 1994. in einem beispiellosen Gewaltakt fangen in Ruanda die Angehörigen der Hutu-Mehrheit damit an, dass sich in der Minderheit befindende Volk der Tutsi auszulöschen. Jacqueline, eine junge Mutter und selbst eine Tutsi, kann nur knapp ihr eigenes Leben, jedoch nicht das ihrer beiden Kinder retten. Verängstigt und traumatisiert flüchtet sie in den Dschungel. Gegen jede Chance versucht sie in einem aus den Fugen geratenen Land zu überleben, in welchem die Menschlichkeit längst ein Ende gefunden hat. Ruanda - The Day God Walked Away setzt sich mit einem der düstersten Kapitel der jüngsten Weltgeschichte auseinander. Aus der Sicht einer jungen Frau wirft der Film einen Blick auf den Genozid in Ruanda, in welchem über 1 Million Menschen ums Leben gekommen sind. Fernab spekulativer Szenen bedient sich Regie-Debütant Phillipe Van Leeuw dabei einer ruhigen und eindringlichen Erzählweise, die beim Zuschauer einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen wird. Mehrfach preisgekrönt ist Ruanda - The Day God Walked Away ein wichtiger und besonders wertvoller Film.

- Kritik -

So sehr unserer Politiker immer über die Schul- und Allgemeinbildung schimpfen, das ein oder andere Geschichtliche Ereignisse ist in den Köpfen doch recht gut verankert - und dazu gehört der Genozid an der jüdischen Bevölkerung während des zweiten Weltkriegs. Doch was viele Menschen kaum glauben können, ist die Tatsache das es auch 50 Jahre später noch ähnlichen Rassenhass gab, der sich blutig seinen Weg durch ganze Dörfer gebahnt hat. Die Rede ist von den blutigen Unruhen in Ruanda - im April 1994. Die Mitglieder der dort lebenden Tutsi-Minderheit wurden damals von den Hutu, die den Großteil der Bevölkerung stellen, gnadenlos gejagt und getötet. 



Der Film steigt dabei ganz am Anfang ein, und zeigt Jacqueline, die Protagonistin die man während der gesamten Laufzeit des Films begleitet, wie sie von ihrem Arbeitgeber versteckt wird - und überlebt. An dieser Stelle beginnen zwei Sachen: Ihre Flucht durch das von Unruhen und Hass gebeutelte Land, und der Einsatz eines vorzüglichen Regie-kniffs von Debutant Phillipe Van Leeuw. Dieser zwingt den Zuschauer nämlich, sich direkt mit den Geschehnissen die Jacqueline erlebt auseinander zu setzen, indem beinahe sämtliche Gräueltaten die begangen werden nicht oder nur angedeutet, aus großer Entfernung, zu sehen sind, man jedoch alles hört. Durch den Ausschliesslichen Gebrauch von Geräuschen wird jedoch die Vorstellung jedes einzelnen angeregt, weshalb sich die grausamen Taten quasi durch den Gehörgang ihren Weg in den Kopf bahnen, und dort hängen bleiben. Mehrmals ertappt man sich dabei, wie man versucht wegzuhören. Eine weitere Besonderheit, da wir gerade schon beim Ton sind, ist das vollständige Fehlen von musikalischer Untermalung während des gesamten Films. Stille, Angst- und Schmerzensschreie, das rauschen von Gräsern, das plätschern von Wasser und die dumpfen Geräusche von Knüppeln und Macheten die auf Menschen und/oder Bäume treffen stellen die Soundkullise für Ruanda - The Day God Walked Away dar. Doch fällt das zu keinem Zeitpunkt negativ ins Gewicht, muss das gezeigte - und besonders das nicht gezeigt - doch nicht extra noch durch möglichst theatralische Musik unterlegt werden. Vielmehr bekommt der Film dadurch eine gewisse Dokumentations-Stimmung, die für die gesamte Atmosphäre nicht schädlich ist. So behält man stets im Hinterkopf dass das gezeigt auf einem tatsächlichen Geschichtlichen Ereigniss basiert, und Jacquelines Schicksal stellvertretend für das vieler Tausend Frauen steht. 



Der Dokumentationslook des Films beschränkt sich allerdings nur auf den Ton. Das Bild ist nie verwackelt, wie es momentan doch groß in Mode ist mit der Kamera durch die Gegend zu wackeln. Vielmehr wird Ruanda von ruhigen, melancholischen Bildern mit relativ wenigen Schnitten getragen. Eine andere Art die Geschichte zu transportieren wäre auch nur schwer denkbar. Zwar würde ein schneller Schnitt mit vielen, hektischen oder gar verwackelten Szenen die Zerrissenheit und das chaotische Leben beziehungsweise Über-Leben in Ruanda genauso repräsentieren wie betonen - doch Regisseur Van Leeuw entschied sich dagegen. Diese Entscheidung kommt Jacquelines Rolle sehr zugute. Sie versucht, zwar traumatisiert und verängstigt, kühl zu überleben. Und diese unglaubliche, emotionale Kälte, transportieren diese ruhigen Bilder mindestens genau so gut wie die sehr gute Schauspielerische Leistung von Ruth Nirere.



Der ein oder andere unserer Leser fragt sich sicherlich so langsam, ob es auch negatives an diesem Film gibt. Die Antwort lautet "Ja". Zum einen ist hier die Laufzeit zu nennen. Der Film startet unglaublich schnell - praktisch mitten in die Anfangsphase der Unruhen hinein - und mittendrin herrscht ein unglaublicher Stillstand, der sich geradezu zu Langeweile auswächst. Zum anderen gibt es ein wenig Kritik an Afazali Dewaele zu äußern, der es bei weitem nicht schafft, mit der sehr guten Performance Nireres mitzuhalten.



- Fazit -

Nein, Ruanda - The Day God Walked Away ist bei weitem kein unglaublich herausragender Film, doch bietet er gleichzeitig einige Interessante Ansätze, und auch Szenen die man nicht vergessen wird. Wer einen beängstigend Nahen Eindruck vom Genozid in Ruanda mitbekommen möchte, sollte hier unbedingt zugreifen - und auch Freunde von ruhigen Dramen werden sicherlich gut bedient.

Bewertung: 7.5 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

6.2/10 Bewertung (5 Stimmen)

- DVD FACTS & EXTRAS -



DVD Verkaufstart: 26.08.2011 

Label: Störkanal 
Verpackung: Pappschuber mit Booklet 
Wendecover: Nein, allerdings ist der FSK-16 Hinweis auf der Papphülle ein Aufkleber, der relativ leicht abgelöst werden kann. 

Bild16:9 
Laufzeit: ca. 100 Minuten 
Uncut: Ja 

Ton:
1. Deutsch (DD 5.1) 
2. Französisch (DD 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:

  • Trailer
  • Trailershow

Kritik Extras:
Jedes Wort das man zu Extras wie "Trailer" oder "Trailershow" verliert, ist eines zuviel. Deshalb endet die Kritik dieser "Extras" hier.

Bewertung: 1 | 10

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